Wir müssen wieder ein Stück zurück, 8 km von der Felsenbucht zur Stadt Nynäshamn. Gleich früh um 6.30 Uhr motoren wir rüber, tanken, telefonieren. Der antelefonierte Segelmacher hat Ferien. Aber der Schuhmacher könnte das Segel auch nähen. 🤔😕Ach je, das kennen wir schon von 1985 in Brindisi (SUNRISE-Überführung Rhodos-Brindisi) und von Carloforte auf Sardinien, 10 Std. Handarbeit, 100€…)

Als wir im Clubhafen in Nynäskär anlegen, bekommt Gh. von Regattaseglern den Tipp, es bei einer Segelmacherin im Ort zu versuchen. Sie kommt mittags gleich vorbei. „Na klar, das kann man flicken. Aber am besten auch gleich einen UV-Schutzstoff an Unter- und Achterliek drauf nähen, dann hält das Segel noch lange!“
„Wie lange brauchen Sie dazu?“fragt Gh vorsichtig. Da lacht die fröhliche patente Fachfrau: „Bis morgen nach dem Mittagessen!“ Sie packt unsere Fock im Sack ins Auto und weg ist sie. In der Werkstatt muß sie das Segel vermessen, die Stoffmenge bestimmen, die Flickstelle und die Arbeitszeit berechnen. Dann nennt sie uns den Preis: 350€. Geht klar, das hätte es daheim in Überlingen auch gekostet. Wir können die Segelmacherin empfehlen: Anneli Bergfeldt, +467333367937
Im Hafen vor uns lebhaftes Treiben: Kanu-fahren, Opti-Kentern u. wieder aufstellen, Segelunterricht auf den Optis, für Kids zwischen 6 und 10 Jahren. Im „Umkleideraum Damen“ helle Aufregung. „Huch, eine fremde Frau!!!“ Die Kleinen kommen aus der Sauna und gleich hocken 8 nackte Mädle qunter den 2 Duschen…:-) Da geh ich lieber wieder. Gerhard spaziert zur Stadt und zum andren Hafen, wo wir früh nur kurz tankten und die großen Fähren nach Gotland fahren. Er bringt von der Rökerei geräucherte Fischstückle mit, Fingerfood kalt für ein mittägliches Vesper.
Wir laufen am milden Abend auf dem Strandvägen in die Stadt, es hat sommerliche 19°C. Richtig schöne Häuser, mit geknickten Walm-Dächern und originell eingefügten Gaupen. Architekten haben hier gute Ideen gehabt, die Dächer wirken beschützend und heimelig, die Fronten zeigen Wohlstand und Stolz der Bewohner. Ein Park mit gewundenen Pfaden und Rosenbeeten und einem plätschernden Bach lädt zum Verweilen und Laufen ein, die Prachtgänse futtern aber eifrig den Rasen ab (und kacken die Wege voll…)
Ganz oben auf dem ca. 50 m hohen Felsrücken thront eine rote Kirche, elegant der zierliche (später zugefügte) Turm mit dem girlandenhaften Bogen als Verzierung. Christen haben Geld gesammelt, bis genug für den Bau der Kirche da war, ca. 1930. Der Ausblick ist großartig, der ganze Hafen mit den Segelbooten als Panoramarund.
Wir kehren bei der kleinen Gaststätte der Rökerei ein und ich spar mir heute das Kochen: leckere geräucherte Lachsflossen, eine Makrele, 8 geräucherte Röker (Scampi) -die Platte zu zweit für 16€. Lecker.

Dienstag, 13. August: Mauerbau 1961. So oft waren wir an diesem Gedenktag mit dem Boot auf Törn… Heute wachte ich mit Migräne auf😖😕…die blieb bis Mitternacht😟…
Trotzdem: Waschmaschine befüllen, 1,5 km nach Nynäshamn laufen zum Coop. Einkaufen, auch Hühnerschenkel und Gemüse und Kräuter für eine feine Hühnersuppe am Abend. Im Drucktopf ist sie in 20 min. fertig😉. Der Wäsche-Trockner (Bosch) hat auch funktioniert.
Um 15 Uhr kommt die Segelmacherin Annelie und bringt das reparierte Vorsegel mit. Genial, Sonderlob für saubere Arbeit und prompte Hilfe. Trotz Kopfweh bergen wir in einer Windpause die große Genua und setzen um 19 Uhr die Fock. An Land legen wir die Genua nach dem Tipp von Annelie raumsparend zusammen und packen den Segelsack unter die BB-Koje im Bug.
Morgen wollen wir weiter nach Süden und im Schärengarten mit Heckanker ankern und mit Landleine an einem Felsen oder Baumstamm festmachen. Es soll wieder 5 Windstärken haben, bei SSW also gegenan segeln. 
Die Hühnersuppe war köstlich, reicht gut noch für morgen.














EOS ruht zwischen Wald, Inselchen, Holzhäuschen, Felsrücken…. ein Paradies:


Nur noch abgeschwächter Wind…Dunkle Gewitterwolken künden Regen an… Wir montieren am Bug an der Rollfockrolle die große Genua, ziehen sie zum Masttopp und scheren gewissenhaft die Schoten ein. Morgen suchen wir einen Segelmacher für den Riss in der Fock.
Eine asiatisch pikant gewürzte Gemüsesuppe gibt es für den Start in den Feierabend. Regen. Stimmung wie am Bodensee im September.

Ein Inder(?) füllt den Tee ab…





Es regnet. Wir flüchten in ein kleines Joe & the Juice-Lokal und stärken uns mit Frucht-Vitamin-Smoothie…-ein Lokal ohne WC! Viele Damen suchen vergeblich mit Regenschirm und Cape…. Richtig schick die Ladies, keine ohne Knopf im Ohr und alle mit Smartphones oder Tablets…




Regenpause. Wir tigern weiter und suchen den Messingmaster, der alle Lampen und Petroleumleuchten hat, denn unser Docht an unsrer alten Schiffslampe brennt nicht mehr richtig. Eine wahre Schatzkammer ist dieser Laden…

Die modernen Bauten schrecken zunächst ab, doch sie haben auch ihren Reiz bei den möglichen Durch-Blicken… Ob das mit den 1000 Stäben das Casino ist??




Der Regen hat aufgehört. Wir fahren ein letztes Mal mit dem Passagierschiff zum Tivoli und zur EOS… Stockholm adieu.

Am Abend duftet es nach Chili con carne an Bord…🤗









Gleich neben dem Straßenschild zur deutschen Schule steht allerlei Krimskrams vor einer Ladentreppe, Flohmarkt? Exotisch! Verwinkelt, überfüllt, aber sehr originell… den „Clubkeller“ ganz unten hab ich nicht besichtigt…;-)





Einige Motorboote sind an den steilen Felsen fest gemacht und haben den Heckanker draußen. Die Felsen haben davor zwischen 10 und 30 m Wassertiefe zu bieten… Wir suchten uns eine Stelle mit nur 6 m und ankerten frei.

Sonnenschein, Baden (bei 18°…), Haarewaschen im Meer…
Nach diesem zauberhaften Sonnenuntergang in den (Regen-)Wolken gab’s den früh schon angemachten Bohnensalat zu Nürnberger Bratwürstle und Pellkartoffeln.























Der Wind gebärdet sich heftig, 5 oder 6. Wir bleiben gerne noch einen 2. Tag in diesem Naturhafen und nehmen uns nach dem Frühstück gleich eine erneute Wanderung in dem Sturmwald vor. Die Gewalt des Sturms zeigt sich in den vielen gefallenen Riesen! Die Baumscheiben sind bis 8m breit und oft nur 30 cm „dick“ und es ist ein Wunder, wie sich diese Hochstämme mit den oft nur waagrecht(!) durch große Steine, Felsen und losen Sand vorgearbeitet haben und nun im Klimawandel Opfer der Stürme werden…


Unberührt von Menschenhand… Seen, Urwald, Himbeeren

Am Campingplatz erfreute mich Nils Holgersohn, Von 10 bis 14 Uhr sind wir gewandert. Und am Schiff hab ich Pfannkuchen gebacken, für Gh mit Speck und für mich mit Kardamom:-)

Die Kühe am Meeresrand… Erinnerungen an meinen Ostschwedentörn 1976… Da grasten sie auf Öland auch „neben“ der Segelyacht.