23 Mit viel Wind bis auf die Insel Paros

Wir verlassen die Bucht von Lakka auf der Insel Leros um 6 Uhr. Levita, unser Ziel können wir nicht direkt anfahren. Zuerst unter Segel, dann motoren wir die letzten 7 Meilen gegen den Wind. Levita, die kahle Insel bietet wieder eine Boje und am Abend eine Taverne. Da lebt eine Familie das ganze Jahr über ohne Strom und bietet am Abend den Bootsfahrern Essen und Trinken an. Diese Ruhezone 20 Seemeilen von der nächsten bewohnten Insel entfernt ist bekannt und beliebt. Nachts nehmen wir den Rückweg von der Taverne unter dem grandiosen Sternenzelt.
Anderntags glatte See. Der Motor bringt uns in die Kalados- Bucht auf der Südseite der Insel Naxos. Um 1 Uhr nachts hat der Wind ausgeschlafen und weht immer kräftiger. Das veranlasst uns zur Ankerwache. Um 5 Uhr mäßigt er sich etwas und wir verlegen an die Stirnseite eines Anlegers im kleinen Hafen. Jetzt weht der Meltimi in Böen mit Sturmstärke. Wir liegen aber sicher, dennoch erzittert EOS und singt in den Wanten. Abends steigen wir zu Sofia und Dimitri in der „Kantina“ über dem Hafen hoch. Ein umgebauter Verkaufsanhänger gutes Essen und nette Wirtsleute.
Der Morgen lockt mit leichtem Wind. Als wir aber in die Passage zwischen Naxos und Paros einbiegen hat er uns bemerkt und legt ein paar Zähne zu. Wir motoren dagegen, aber beim Kap Kouvopas schießt das Wasser am Bug übers Schiff und am Heck wieder ins Meer. Wir flüchten in die weite Bucht hinter dem Kap und liegen dort sicher. Blaues Meer, weiße Schaumköpfchen, am sichelförmigen Strand Ferienanlagen und dahinter die wilden, kahlen Inselberge. Eine schöne Gegend und mich stört dieser erzwungene Aufenthalt nicht.
Der Start tags darauf um 5 Uhr früh schön in die Morgendämmerung hinein ist zwar nett, aber der Wind brist wieder auf. Nochmal mit dem Motor und starker Bootswäsche dagegen. In Naxos ist im Hafen keinerlei Platz, darum ankern wir geschützt und bequem hinter der Außenmole. Ein paar Meter vor uns paddeln die Griechen im Wasser und unterhalten sich dabei fast stundenlang mit Hut auf dem Kopf. Der beliebte Sport der älteren Generation. Eine Fähre nach der anderen spuckt Gäste und Fahrzeuge erst aus um dann neue zu verschlucken. Alles fest in Touristenhand. Um jedes Eck in der schönen, engen Altstadt, die sich den Hang hochzieht, tritt eine Gruppe Touristen hervor. Eine katholische Messe bringt Ruhe. 3 alte Damen, wir und dann noch junge 3 Gäste beehren die beiden Priester. Schön. Überall Restaurants, die sich mit den zahlreichen Gästen füllen. Wir haben keine Lust darauf und nehmen lieber bei Torres vor seinem Kebab-Salon Platz. Da beobachten wir den wilden Verkehr und Gerdi beeindruckt mit griechischen Liedern. Das bringt immer Freunde. Torres schenkt uns 2 Bierkrügle mit dem Brauereiaufdruck Mythos.
Der griechische Wetterbericht verspricht für morgen ein Schwächeln des Windes. E hat halb Recht. Zuerst kräftiger Wind und Wellen gegenan, dann können wir abfallen und mit halbem Wind nach Paros laufen. Bald schläft der Wind ganz ein. Wir ankern der schönen Bucht weil der Hafen belegt ist. Am anderen Tag um 7 Uhr laufen 2 Jachten aus dem Hafen und wir dort einen Platz ein. Kurz darauf dreht der Wind wieder auf. Wir liegen sicher, aber die Ankerer an der Außenmole verlassen teilweise die Plätze.

Hier alle Bilder: Klick

und hier unsere Reisestrecke auf Google Earth: Klick

Hier noch ein Gedicht von Gerdi:
*d.h. meine Bug-Koje ist naß, die Kleider im kl. Schrank sind einzeln auf Bügeln in unten zugebundnen Müllbeuteln,der Atlas säuft mal ab, mal das Fach mit Handtasche und Papieren,mal alles Nähzeug oder die Schuhe…. aber wir schaffen das. Nur romantisch find ichs nicht….
Auf steigt der Bug
und fallend schlägt er
in des Meeres weiß Gewog‘.
Es schäumt 3 Meter hoch zur Seit,
der Weg zum Ziel ist noch so weit….
Voll gegenan Windstärke sieben…
Wo sind die Urlaubsgefühle geblieben?
In Ölzeug, Lifebelt und Südwester
sind beide nur wie Bruder und Schwester,
trotz Sternenpracht und Mond des Nachts:
das Liebesleben? Man veracht’s….
Anstrengend ist das Pinnesteuern
in Seegang und Sturm Gefahren lauern.
So schütz uns Gott,
straf uns nicht Neptun,
zu beten bleibt das beste Tun.
Ich grüß die Lieben in der Heimat,
da wär ich gern jetzt- in der Tat.

                                                      (so, ihr seht, wir haben noch Humor!!!)

22. NAXOS Nur als Info: viel Wind, starker Seegang tagelang, Naxos, Paros

Zwischenbericht Naox-Paros. von GERDI.
Am 14. Juli 2015, am 15.7. ein paar Fotos eingefügt

Wir sind von Levita, der kleinen Insel mitten in der Ägäis, in 11 Stunden bis vor Naxos gesegelt.
Leider erweist sich die Ägäis inzwischen für unser absolut kleinstes aller Schiffe( und das einzige mit Pinne statt Steuerrad!) als zu energisch, wir fassen bei dem heftigen Seegang auch Wasser, im Schiff, die Bilge schwappt dann schon mal Seewasser in die gute Stube, irgendwo ist immer was nass… bald steckt alles in Plastiksäcken. Aber wir bemühen uns, das alles zu meistern und guter Laune zu bleiben. Das Deck ist leider in der Türkei nicht so fachgerecht ausgefugt worden, wie in einer deutschen Werft… Gerhard löst ständig undichte Sikaflexfugen raus und mach mit Primer und neuem Sika die Fugen dicht. Mit Erfolg, aber auch die Relingstützenschrauben sind nicht dicht. Es bleibt aufregend.

Die Kykladen sind zauberhaft, aber wenn man tags 10 Stunden gegenan kämpft und mit dem Nordwind, dem Meltemi ,seinen Wettstreit führt, ist an Land gehen und Inselwanderungen machen nicht drin. Oft gehn wir früh um 5 Anker auf und streben das nächste Ziel an. Ich hätte schöne Fotos, aber das ist auch nur selten möglich, die hoch zu laden… Internet ist hier langsam und unzuverlässig.
Eine Nacht war echt Sturm, also fürchterlich starker Wind. In einer Bucht ankerten wir, aber wir mußten Nachtwache sitzen draußen. Früh im ersten Morgenschein nach 5 Uhr unter Sternen Anker auf in heftigstem Gewell, wir motorten zum kleinen Häfele und Gerhard gelang es kunstvoll, an der winzigen Quai-Spitze anzulegen…. Mit 8 Fendern wurde die EOS auf den Beton gequetscht, mit 6 Leinen und Springtauen wurde sie gefesselt, es war ein Getöse und Gebrumm, ein hohes Pfeifen… das wünsch ich keinem von euch Bloglesern… Aber mit Zusammenhalten und Zuversicht und nüchterner Einschätzung der Gefahren iwar es zu meistern. Nur für 4 Stunden war mal weniger Wind… Dann alles von vorn.

Zuletzt auf Naxos Zum Fotografieren-antikes Bogentor auf Naxos u. irre Brandung dahinter

Hier auf Naxos brummt der Bär, erstaunlich viele Franzosen sind da, Italienerinnen in Designerkleidchen und irre tuer aussehenden Schuhen… Noch fehlen die Kinder über 6, denn erst ab 1. August sind Schulferien dort.
Da bei diesen starken Winden die Häfen total überfüllt sind, ankern die Boote vor den Häfen dicht an dicht. Gestern mußte eine Tauchergruppe den Anker einer gr. ital. Zweimasteryacht befreien.

Bei uns fiel eine der kostbaren neuen Nirostangen des Sonnenschutz- Biminis, vom Cockpit ins Meer auf 6m Tiefe, beim Einrollen der Persenning… nach 1 Stunde aber half uns ein schnorchelnder Französe sie rauszutauchen… Gh. hatte einen in Tuch gewickelten Stein an der Schnur dort abgelassen, wo sie lag…mit schwimmendem Brettchen oben.

Am goldenen Abend ruderten wir an Land, unter den mächtigen Steinbogen, der am Felskap steht wie der Tempel von Kap Sounion. Alle pilgern hin zum Sonnenuntergang, Foto in der Hand.
Wir wanderten die engen steilen schneeweißen Treppen im Dorf hoch, das nicht umsonst Labyrinth heißt. Erst eine orthodoxe Kapelle, wo wir andächtig 2 handgezogene Kerzlein entzündeten, dann ganz oben bei der venezianischen Festung ein katholischer Gottesdienst im Abendsonnenschein. Mathäusevangelium. Halleluja-Melodie die ich mitsingen konnte, die in köstlichen süßen schweren Rotwein getunkte Oblate, die einem der Priester auf die Zunge llegt. 3 alten Frauen und 3 Touristinnen.

Zwei neue Krügle, Souvenir v.Naxos
Eine Pita, ein Mythosbier beim Gyrosmann, der mit mir griechische Lieder sang, und dann schenkte er mir die 2 als Souvenir gewünschten 2 Bierkrügle! Die 2 Krügle vom Leipziger „Bayr.Bahnhof“ haben nun Geschwister aus Naxos!!
Neben unsrem Beiboot war eine nette Strandbar, da genossen wir mit Blick auf die beleuchtete Festung und all die 10 schaukelnden Boote den ersten Retsina, den mit dem Männle mit dem Schlüssel im Bauch, unsre Kinder erinnern sich bestimmt an das Bild am Etikett.
Dienstag, der 14. Juli, Unsere Gedanken sind heute in Augsburg, bei Martin, und dem kleinen „reifenden“ Enkelsohn, der in 8 Wochen das Licht der Welt erblicken darf.
Wir machen uns jetzt bereit die Überfahrt zur Insel Paros. Da möchten wir vor der gr. Reise Richtung Saronischer Golf. Viele große Fähren, hier alle 10 Min. eine, sie entlädt Massen von Touristen mit Rollkoffern, und welche mit Rucksack und Isomatten.

Isomatten.In 6 Std. gegenan Leros-Levita In 6 Std. gegenan bis Levita Die schmale Klamm von Vathi-Kalymnos
Wir kamen nach 6 Stunden hier auf Paros an- rundeten zwei spektakuläre Felsenkaps und hielten erneut hohe Wellen aus, 90° wurde die EOS geworfen hin und her, wenn uns eine Yacht überholte, tauchte auch deren Bug tief in die Wellentäler ein, um sich danach ganz hoch aufzurichten… Vor uns nun türkisblaues Meer mit kleinen Wellen am Ankerplatz in der weiten goldenen Sandstrand.
Ich hatte zur Kaffeestunde gleich 6 süße Pfannkuchen gebacken mit frischen Pfefferminzblättern. Das hebt die Stimmung…

Baden im Meer, seit langem ohne diese aggressiven Wellen.

21. Kalymnos Vathi +Levita+ Lakka auf Leros

Von Kalymnos via Insel Leros und in 6 Std. gegenan bis Insel Levita

Seekarte v.GPS Seekarte bis Naxos, rote Sturmböen-Pfeile Die Abendwanderung Kalymnos Felsklamm Vathi Der frische Fisch in Vathi Die gebratene Dorade, Vathi Die Hühner im Baum

Gerdi schreibt:

7.Juli: Mit den sanften Bildern der grünen Dorflandschaft beim Abendspaziergang in der engen Felsenklamm von Vathi (Kalymnos) , den Hühnern im Baum, der gebratenen Dorade und dem Duft vom blau-violett blühenden Thymian bei all den uralten christlichen Kirchlein…aber auch dem Bild der Flüchtlinge der Nacht…. gehen wir auf Segelfahrt zur Ankerbucht auf der Insel Leros,4 Stunden… Wir grillen zum 1. Mal Souflaki aus Schweinefleisch, nach 6 Wochen Abstinenz im Muslimland. Dazu dünste ich grüne Paprikaschoten von Jannis, dem Gemüsebauern.Halva als Dessert. –Das Meer hat kalte 19°C… Ruhige Nacht.

Mittwoch, 8.Juli: unser 50. Tag

Frühstück ohne Sorgen. In Deutschland hat es 38°C, anstrengend. Das schildern die Mails von Fabienne, Inge, Jojo- so schön mal was zu lesen von daheim. Ich male mit edding-Stift endlich den verblassten Namenszug „micro eos“ aufs Schlauchboot. Danach 2 Std. Arbeit mit dem Internet und dem 20.Blog und unsren Fotos im Café. Ich schneide die neu gekaufte Plastikfolie zu zum Abdecken für Vorschiff-Bett und Kleiderschrank… wegen des Eindringens von Meerwasser übers Deck….

Mit dem frisch geernteten Gemüse koche ich Ratatouille: Auberginen, Zucchini, Paprika, Tomaten. Dazu Reis.

Donnerstag, 9.Juli, Lakki/Leros

Ruhige Nacht, aber um 3 lautes Palaver an Land, vielleicht erneut Anlanden von Flüchtlingsbooten…

Noch vor Sonnenaufgang um 6 Uhr früh Anker auf. Poseidon Meteo meldet Wind 3-4, aber ab 8 Uhr müssen wir bei Westwind 4 heftig gegenan segeln! Genua gerefft, Hunger hat bei dem Seegang keiner…

· In 6 Std. gegenan Leros-Levita In 6 Std. gegenan bis Levita

Schräglage, die Eos wird stark gefordert, der Bug knallt in die hohen Wellen und teilt die Wogen, daß es 2-3 m hoch aufspritzt beim Eintauchen… Seitlich Flüsse an Deck, am Heck umkreisen mich Seen und brausen durch die Festmacherklüsen hinaus. Hart am Wind. Insel Levita in Sicht, aber wir können es so nicht erreichen. Innen im Schiff knarzt, ächzt und quietscht es laut, Pfeffermühle, Schere und Tee-Ei spielen hämmernd Schlagzeug, wenn der Bug auf die Wellen knallt…

+ Foto Gh Felswand? Levita

+ Foto Gh Bugwellen

Zunehmender Wind, 4-5, daheim wäre Sturmwarnung. Nach 4 Std. harter Segelei schalten wir den Motor dazu und stemmen uns gegenan … Wir biegen ein hinter die 1. Felsnase und gleich fegen stramme Fallböen von der Höhe auf uns herab, kaum kann ich die Pinne halten. Drinnen sind bereits 6 Segelyachten, zwar an Bojen, aber wild kreisend. Vorleinen am Bug belegen, Gerhard mit dem Enterhaken bereit, jetzt geht alles im Team, knappe schnelle Kommandos…Exakt gegen den Wind auf die rote Gasflasche zusteuern.. Dann kann Gh die freie Boje fassen(große Gasflaschen mit Ring und Seil)- Motor leichte Vorausfahrt… gegen den Wind und die Zugkraft… dann noch rausschwimmen und eine 2. Leine anbringen…

9 Yachten kreisen wild um die Bojen

Ich koche Bohnenkaffee, grünen Tee, brate Spiegeleier mit der letzten türkischen Rindswurst, dazu grüne Gurken. Es faucht und braust… aber die Bucht leuchtet wie ein Smaragd: türkis-blau-grün… Wir sind hier „am Ende der Welt“: kein Handy-Empfang. Die griechischen Fischer arbeiten in ihren bunt bemalten Kaiken. Wenn noch offen, werden wir am Abend mit dem Beiboot an Land gehen und dort oben essen, 2010 gab es Bio-Lamm und Ziege, die Tiere laufen frei herum. Ein Idyll. Aber sturmumtost.

Wir liefen mit Stirnlampe hoch zu dem Biobauern, speisten gebackenen Schafskäse, griechischen Salat, „Casserol“ mit Lamm+Ziege, tranken das erste Mythos-Bier, eine kleine Kupferkanne Retsina… Den traumhaft hellen Sternenhimmel mit der Milchstraße und rechts vom Ende mein geliebter Skorpion…

Am Morgen noch ziemlich stille See, also los um 5 und dann segelten wir 11 Stunden weiter…bis in die südliche Bucht von Leros.

Gerhards Foto folgt demnächst…

20. (3) Letzter Tag in der Türkei und dann nach Griechenland

Nochmal einen Döner im Lieblings-Döner-Salonu, ein Spaziergang über den Markt in nächtlicher Auflösung. Wir geben die letzten türkischen Lire aus. Bei den Behörden waren wir gestern schon.

Ein letzter Döner im Lieblings-Döner-Salonu
Anderntags stehen wir früh auf, verlassen den feinen Hafen und uns empfängt gleich wieder der Meltimi mit Kraft. Bei den letzten türkischen Inseln reffen wir kräftig und dann liegen die kahlen Berge Griechenlands vor uns mit den Klöstern als Einsprengsel. Keine Bäume mehr.

Der Kontrast, wir sind in Griechenland
In Kalimnos legen wir mit dem Heck zum Kai an. Wir machen das nicht gerne. Der Wind bläst nicht mehr so zügig durchs Schiff und als niederes Boot sieht uns jeder vom Nachbarschiff und vom Kai auf die Teller. Ein Taxi bringt uns zu einem Kloster hoch oben am Berg über der Stadt. Ein wunderbarer Blick bietet sich und statt den Moscheen, die wir doch scheuen zu betreten, stehen die Türen der Kirchen offen und zeigen ihre etwas schwermütig schönen Gemälde auf denen keine Person ein Lächeln zeigt. Auf der Strasse kommen wir langsam wieder auf Niveau Null.

Kalimnos
Kalimnos ist eine laute, lärmende Stadt, jeder scheint hier Auto oder Moped zu fahren. Die Fußgänger quetschen sich an die Häuser und parkenden Autos. Ununterbrochen fließt der Verkehr. Stadtbusse sind mir nicht aufgefallen. Wir beschaffen eine türkische SIM- Karte. Die Installation nimmt eine gute Stunde und die Nerven des Verkäufers in Anspruch. Als wir anderntags ablegen und der Lärm hinter uns zurück bleibt sind wir froh, aber draußen warten schon die ersten Schaumkronen. Nur mit kleinem Vorsegel laufen wir über 6 Kn. Die Hälfte der Strecke geht mit Motor gegenan. Der Wind singt in den Wanten in den heftigen Böen. Erst als wir zwischen den hohen Felsen nach Vathi einfahren glättet sich das Meer. Etwas tricky gehen wir längseits an den Kai und später legt sich noch ein großer Segler mit Polen längseits an uns, benutzt uns kleines Zwergenschiff als Fender. Auch am Kaispitz ein gr. Charterboot mit jungen Polen. Viel Wind die ganze Nacht.

Nacht im Hafen
enger Naturhafen zw. Felsen: VATHI

Als sich abends die Hitze legt machen wir noch einen Spaziergang im Dorf. Da umfängt uns wieder die Ruhe. Die schmale Strasse ist eingefasst von blühenden Mauerblumen. Immer wieder zeigt sich eine der blau-weiß gestrichenen kleinen Kirchlein, im Gegensatz zu früher, geschlossen.
Am anderen Morgen, als ich gerade um 6 im Naturbecken neben uns schwimme, zieht ein vollkommen mit Menschen überladenes, kleines Fischerboot ein teilweise geplatztes Schlauchboot in den Hafen. Flüchtlinge nach einer wilden Überfahrt von der Türkei, etwa 40 junge Leute, Männer, Frauen, Kinder. Da sind sie nun in Europa. Niemand kommt, keiner begrüßt sie, nur Brot und Melone bringt die Wirtin (sie ist aus Neuseeland…) Die Flüchtlinge trocknen Ihre Kleidung an der Mauer. Stunden später, als uns ein Bauer mit seinem Auto mitnimmt, begegnen wir ihnen. Sie fragen nach dem Weg zur Polizei. Die 4 Kilometer nach Kalimnos nehmen sie zu Fuß.
Der Bauer fährt uns zu seinem Acker und beschenkt uns überreichlich mit Gemüse. Gutes und schlechtes liegt so nahe beieinander.

Die Flüchtlinge sind angekommen
Früh kamen Boote mit Flüchtlingen… 100…auch kleine Kinder…sie marschierten 4 km über die landstraße zur Stadt/Polizei in Kalymnos.
Er beschenkt und überreichlich mit Gemüse
Reich mit Gemüse beschenkt: Aubergine, Zucchini, Tomaten, Paprika, Zwiebeln…

Hier ist unsere Segelroute: Klick

Hier sind mehrere Bilder Klick

19. Bozburun ADIEU – wir segeln hinter die Halbinsel

Hier der Track auf Google Earth: Klick

19. Bozburun adieu- hinter die Halbinsel! Gerdi schreibt am 29.Juni, 13.Segeltag, 42.Törntag

Mit 3 bft hart am Wind
Mit 3 bft hart am Wind
Schönes neues Teakdeck, aber nicht ganz dicht...
Schönes neues Teakdeck, aber nicht ganz dicht…

Bozburun ade! Auf nach Datca -unter Segeln

Abdichten der bb-Lenzschlauch-Öffnung
Abdichten der bb-Lenzschlauch-Öffnung

Wir segeln mit herrlichem Wind in 6 Stunden bis vor Datca in eine Bucht Nachdem der Skipper sorgfältig die Lenzöffnung am Backbord-Deck mit Sikaflex abgedichtet hat, gehen wir um 10 Uhr früh Anker-auf und motoren gegenan um die Peninsula, etwas wehmütig sagen wir Bozburun, das wir liebgewonnen haben, Adieu! Nach dem 2. Kap setzen wir Genua und Groß und genießen in vollen Zügen das Wonnesegeln- ohne Sorgen, ohne Nässe im Schiff- welch ein Gottesgeschenk. 4 kn, 5 kn, 6 kn. Die Eos läuft mit Lust am Wind. Wir essen gekühlte Kirschen, reine Freude. Ich steuere die EOS von Hand an der Pinne und mag gar nichts andres machen. Hinter der kleinen Insel im Meer mit dem Leuchtturm fassen wir unser Ziel ins Auge: eine Ankerbucht vor Datca – hinter uns türmen sich goldrosa Cumuluswolken. In der Ankerbucht baden Feriengäste, 2 kleine Strandrestaurants, bescheiden. Lesen, entspannen, ich richte griechischen Bauernsalat mit Feta und Rokko-Blätter mit Sardinen. Sorglos gleiten wir in den Abend…

Cumuluswolken im Heck
Cumuluswolken im Heck
Felsen mit Leuchtturm
Felsen mit Leuchtturm

18. Stürmische Segelfahrt nach Bozburun-die Maus ist weg!

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26.Juni… (bis 28.Juni 2015)
Gerdis Blog, in Bozburun, beim Kap „Graunase“
Kumlu Bükü, 25.+26.Juni…durschstehend starker Wind, schlechter Ankergrund, nur die Schiffe draußen, die auf 20m Wassertiefe ankern können, blieben in der Bucht. Also verholten wir an die Mooring der Taverne „Laryma Beach“und „müssen“ dafür auch 2x dort zum Essen gehen. Nachts kommt noch ein monstergroßes Motorboot, haushoch, rückt an den kleinen Holzsteg, Anker vorne, hinten zwei 4cm dicke Festmacher-Taue quer zu einem Felsen am Ufer, über den Steg, Blinkleuchte dran- die weißgekleidete Crew mit Mannschaft geht fein speisen…
Wir bleiben bescheiden, essen 1 Vorspeisenteller, gemischt, Gemüsetopf und Lammcasserole, einen Chai. Als wir gemütlich an Bord im Cockpit sitzen, hopst mir plötzlich mit scharfen Krallen die Schiffsratte, plumps, auf den Schoß und über beide Hände, ich springe auf: Die Maus!!! Aber wir sehen sie nicht mehr, muß wohl die Flucht ergriffen haben und über die Landleinen an den Steg geflohen sein. Gut so, dann folgt sie uns nicht nach Bozburun!
Freitag, den 26.Juni: unser 40. Tag seit dem Flug
Um 6 Uhr aufstehen, gleich um 7 heftiger Seegang.
Volles Ölzeug, Südwester auf den Kopf…, Lifebelt, Schwimmweste, von Hand steuern… -die EOS taucht mit ihrem Bug heftig schlagend in die hohe Dünung, Wind voll von vorn, die Wellen gegenan… 2-3 Meter hoch spritzt es zu beiden Seiten, prescht über die Sprayhood, bis ins Cockpit. Weiß legt sich die Gischt auf die kabbelige See… Gh notiert Windstärke 6…Sportliches Steuern und Dagegenhalten an der Pinne, heute kann ich mir die Gymnastik mit dem Thera-Band für meinen Mitte März gebrochenen Oberarm sparen…. Als ich mal ins Vorschiff klettere, ist vorn viel naß…  Das Meer dringt ein, es rinnt über die Schwalbennest-Ablage, Strickjacke, Ersatzbettbezug, Rucksack, Schlafhemd, Brillenetui- das war bisher trocken geblieben… Der Kleiderschrank ist besser… Gerhard vermutet, daß noch immer jene 1. Relingstütze an Steuerbord nicht richtig dicht ist…. Das Fach vorm Ankerkasten faßt Wasser… Trotz der Entdeckung genießen wir das Segeln, unser Schiff schlägt sich tapfer, um 8.35 Uhr können wir die Genua gerefft zu einer Sturmfock setzen. Per GPS kontrolliert der Skipper unsere Route. Wir hoffen, nach der Rundung des zweiten Kaps besser segeln zu können – und um 9.45 können wir das Vorsegel ausreffen… Vor uns die Werft, bei der die EOS ihr neues Holzdeck bekam. Blaues Meer, scheinheilig die Wellen, Wind flaut auf 2-3. Typisch für die schöne Bucht von Bozburun. Es ist 9.30 und die ersten Charteryachten segeln gemütlich in der Morgensonne los… na, da draußen werden sie staunen und sich was über den Bikini anziehen müssen. 7 Seemeilen sind wir in 4 Stunden gesegelt, als der Anker in „unsrer Bucht“ fällt- neben den schönen Gulets, hinterm Hafen. Der warme Wind wird alles trocknen, der Rest kommt zur Laundry im Dorf.
Gemeinsam dichten wir die verdächtige lecke Relingstütze überm Teakdeck mit Sikaflex ab… eigentlich wär das die Sorgfaltspflicht der türkischen Werft gewesen….
Via Telefon vereinbaren wir einen Termin mit dem Motor-Mann für die Endkontrolle des Volvo- nach 14 Tg Fahrt- für morgen früh.
Am Abend bringt uns unser kleines Schlauchboot an Land. Wir kehren auf ein Glas Saft im „Buena Vista“ ein, hören gute Musik unter schönen Schwarzweißfotos, tauschen unsere gelesenen Bücher gegen 10 neue aus, die Auswahl an deutschsprachigem ist viel kleiner als in Englisch. Beim Migros kaufe ich Pilic -10 kleine Hühnerkeulen für einen Hühnereintopf, Gh findet diesen Paprika-Rinderschinken, den Angora-Wein, den einzigen, den mein Magen verträgt, Butter, Brot und Käse, Kekse, Nüsse, Nescafé…

Nilüfer-Café Unser Ritual-fresh orange+Sorgen vergessen in Bozburun

Unser Ritual: Besuch bei Nilüfer, der Wirtin am Ende der Promenade: „Wie immer“ bestellen wir frisch gepressten Apfelsinensaft… genießen den kalten Vitamintrank unter Jasmin und Sonnenschirm…-neben dem Schalenbrunnen mit den Seerosen.

Mein Hühner-Paprika-Essen wird köstlich, mit Rotwein, Kräutern der Provence, Zwiebeln, Peperoni, Zitrone. Das reicht auch noch für morgen. Als Nachtisch gibt es im Kühlschrank gekühlte Herzkirschen!

Ramadan-Beginn, fasten, nix trinken,beten, nach SU essen
27.Juni. Bozburun. RAMADAN-Beginn!
Im Internetsender „BR Heimat“ erklärten uns Kinder einer 4.Klasse in Landshut am Morgen, dass der Ramadan begann! Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang darf nichts getrunken und gegessen werden, nichts Böses getan, denn die Paradiestore stehen 1 Monat lang offen für die, die beten und sich an die Regel halten. (Unser Motormann Tunc hatte einen Hitzschlag und mußte nach Marmaris in die Klinik… Aber er kam tags drauf mittags und checkte den Volvo.)
Tunc, der Motorfachmann in Bozburun
Ganz still war es am Morgen, graue Wolken über uns, es regnete sogar ein wenig! Wär das Schiff dicht, wär es jetzt 100% Wonne-Törn. Gh bringt die Sprayhood-Druckknöpfe am Holzrand am Kajütdach an, mittags gibt’s den Rest Hühnerpott, danach Joghurt mit Orangenmarmelade.

Hier mal ein Tipp für Campingköche: Pfefferminze-Pfannkuchen!
2 Eier, 1 Tasse Mehl, 1 T. Milch, Salz, Zucker….-geschmeidig schlagen m.d.Schneebesen. 1 Bund frische Pfefferminze ohne Stiele grob schneiden und unterheben. In Sonnenblumenöl beidseitig backen.5 Stück. Schmecken gut auch kalt zum Kaffee
Am Abend bringen wir die Post zum Briefkasten, holen unsre Wäsche ab, tanken alle kanister voll Frischwasser, kaufen beim Dorfmetzger Scheiben der Lammkeule, mit Haut dran, Rokkosalat.
Nur etwas Gyros-Kräuter, Knoblauch, Olivenöl tupfe ich auf die kleinen Teile- Gerhard grillt sie am Heck, aber erst nach Sonnenuntergang, als der Imam von der Cami, der Moschee sang. Der Duft soll nicht die Muslime stören. Nachts ab 2 bis halbfünf aggressive Böen und starker Wind. Der Anker knarrt, die Schiffe wirbeln im Kreis- und mein Käptn liegt schlafend hoch oben vorm Mast an Deck und seine Decke flattert waagrecht im Wind. Der englische Nachbar verlegt sein Schiff, Gh vertraut unsrem Anker.
Sonntag, 28.Juni, Sonniger Morgen, ich schwimme und dusche am Heck, während Gh mit der Micro Eos frisches Brot holen geht (und den Müll wegbringt, denn das ist die Routinearbeit eines Langzeitseglers: Brot+Wasser, Müll+Wäsche, einkaufen+kochen, Reparaturen, Streckenplanung, Logbuchführen. Mittags dichtet Gh die Wasserablaufschlauch-Öffnung am Deck ab, die mir das Meerwasser auf die Handtasche tröpfeln läßt, ein Erbstück vom Vorbesitzer. Feilen, Sägen, Glätten, Schrauben, Rohrklemmen an den Gummischlauch- eine kleine Werkstatt und der Ingenieur, vorher hat er seinen 6 cm „fetten“ Ken Follett „Winter der Welt“, 1050 Seiten fertig gelesen…

Wer sehen müchte, wo wir uns mit EOS bewegt haben der klicke hier: Klick

16. Segelfreuden und Schiffsorgen

Gerdis Blog 19.-25.Juni

Viel hat sich verändert seit unserer schönen Bergwanderung am Morgen- hoch zum Felsennest der *****Klasse. Gh. baute eine kleine elektrische Pumpe an den Duschkanister, die 2 Starterbatterien meldeten beim Ankerwinschen immer „Schwäche“- also Ziel GÖCEK.
Samstag, 20. Juni:

Seegang 2 Seegang 1

Von 9.45 bis 10 noch Wonnesegeln, Lage, dann viel Seegang, Reffen, unruhiges Schlagen, nach 8 Stunden vor 18 Uhr Leinen fest in Scopea Marina Göcek. 43 sm, davon 36 gesegelt. Die neuen Bosch-Batterien werden geliefert. Einkaufen, große Supermärkte! Neu für uns: ab 22 Uhr darf kein Alkohol mehr verkauft werden! Viele Briten sind da, 9 Russen kommen an – geschniegelt, 3 Kinder, 12 gr. Reisetaschen und Koffer…, riesige Katamarane erwarten sie- auf einem unterrichtet früh die Mama ihre beiden Töchter mit Schulbüchern und Gesprächen, die kleinere macht Hausaufgaben. 4.Dusche in 5 Wochen-welch ein Luxus. In Deutschland hat es nur 9-12°, hier 27.
Sonntag, 21.Juni: Göcek.
Sommersonnenwende!
Tanken. Versehentlich füllt Gh den Rest Diesel aus dem (falschen) Kanister in den Beiboot-Benzinmotor… Ohne jede Englisch-Kenntnisse des Tankwarts hilft jetzt nur eine Zeichnung: Mix Diesel-Benzin im Motor. Motor an land. Leermachen in Wasserflasche. AHA! Da kommt er mit Flasche und Trichter… Glück gehabt. Heute motoren wir nur rüber zur steilen Pinienwald-Küste, greifen mit dem Bootshaken eine Boje und machen zwischen 2 edlen Gulets Schluß für heute. Gh schwimmt 2 Landleinen raus und befestigt sie an den Betonpflöcken. Beim Näherkommen erkenne ich, daß das glänzende Prachtstück neben uns kein „Affele“ ist sondern eine AFFOLA…
Unter dem 6m-Markisendach viel lesen… Abends gibt’s meine Spaghetti arrabiata – al olio et aglio und die erste (!) Wassermelone! Unter dem traumhaften Sternenhimmel spiele ich auf der Mundharmonika Rumba, Tango, Abendlieder… bis der 3. Stern des Scorpion (unter dem hellen Antares) aus den Baumwipfeln kriecht.
Montag, 22. Juni: Seegang, Reff-Segeln
Früh sehen wir zum 1. Mal ein blumen-bemaltes Fäkalien-Abpumpboot zu den Gulets fahren! Nur 4 Stunden war Normalsegeln, dann folgten 4 Stunden Seegang, Reffs, Wogen über Bug.

Seegang 3
Die EOS kämpft sich durch. Doch dabei kommt viel Seewasser auch ins Schiff hinein, am Bug dringt es unter dem „Himmel“ in die Schwalbennester, läuft auf meine Matratze, der Schrank an Steuerbord hat nasse Kleidung an den ordentlichen Bügeln- wie früher noch beim 40 Jahre alten Teakdeck… Im Geschirrfach lief Salzwasser in eine Tasse, wie praktisch. Weniger angenehm: auch an Backbord sind die T-Shirts nass… Im Bugschrank sind die Rucksäcke „getauft“..
Mülbeutelkleidung

Seegangsopfer Schrank

Ich räume die Shirtstapel unter Gerhards Matratze, bündele die Kleidung im Schrank mit einem Bändsel und ziehe sie an einen Haken-weg von der nassen Bordwand, spanne einen 50l-Müllsack auf meine Bettmatratze…
Das Schiff aber segelt vorbildlich, unsere gute EOS…
Nach 8 Stunden erreichen wir gegen 17 Uhr die Waldbucht Koycegniz Limani. 35 sm. Ich backe 6 Pfannkuchen mit frischen Pfefferminze-Blättern. Danach gibt’s Pilav (türk.Risotto mit Safran und Chili)- nach 1 Glas Wein früh zu Bett. 5 bft angesagt, also früh starten!

Pfefferminzpfannkuchen

Pfefferminzpfannkuchen

10. Tag: Dienstag,23.Juni :Waldbucht bis Kumlu Büku , 20 sm Seegang, 6 bft

Um 5 Uhr früh Anker auf, 5 bft gemeldet. Ab 6 Uhr rauscht die EOS mit gerefften Segeln weiter. Nach 10 erreichen wir die Adlernestbucht Kumlu Büku- und bald kommen die irren Badegäste-Schiffle….- alle mit Musik…Ich dörre die nassen Kleider…
Am Abend gibt’s braune Linsen.
11.Tag: Mittwoch 24.Juni: Kumlu Bükü bis Bozok Bükü

Segeln satt von 11 bis 14.30 Uhr., Wind 5-6 voll gegenan, ab 9 Uhr mit Reffs,wilder Seegang. Teils hilft der Motor, nur 2 kn Fahrt… Nach 6 Stunden biegen wir unter der griechischen Festung in die gischtweiß gesprenkelte tiefe Bucht Kumlu Bükü, Anker ab in Ufernähe…6m Wassertiefe. Die Böen greifen aggressiv an, das Schiff tanzt wild im Kreis. Plötzlich sehe ich neben mir die große Yacht, die weit hinter uns auf 20m ankerte… Unser lieber Anker hielt nicht!!! Er slippte lautlos und der Wind trieb uns meerwärts. Schnell mit Motor Anker auf, neuer Versuch. Wilder Kreiseltanz- ich hab kein Vertrauen in den Ankergrund- so verlegen wir an den Tavernen-Holzsteg des Freiluftlokals Loryma und binden unser Schiff an die Mooringleine.
Also „müssen“ wir essengehen. Wir machen eine kleine Wanderung Richtung Gebirge, im Winter fließt hier ein Fluß. 20 Riesensäcke mit duftenden gesammelten Kräutern lagern unter einem Olivenbaum, auf Eseln werden sie vom Bergweg hergetragen. Ein flacher Fischerkahn bringt sie nach Ciftlik und Bosporun… Auch die fein herausgeputzten 8 Crews der britischen Neilson-Schiffe und der 3 Katamarane kommen in den mit weißen Gardinen, Kissen, weißen Sofas und Teppichen dekorierten Sitzbereich. Hier läuft was, viel Wein. Wir wählen einen frischen Fisch aus, esssen 8erlei Vorspeisen(Salate)…

Taverne Kumlu Bükü1 Taverne Kumlu Büku 2
Wind 6+ angesagt, sollen wir bleiben??
12.Tag: Donnerstag, 25.Juni:

Eine MAUS!!!
Gerhard wandert am frühen Morgen auf den Berg. Als ich Tee koche und nach dem Brotkörbchen greife im Fach neben dem Herd, liegen dort lauter zernagte Weidenrohrstückle. Dahinter weiße Plastikbrösel… der Schraub-Deckel der Müslidose ist 6 cm lang am Rand aufgenagt!!!
Maus im Schiff- ich werd‘ noch verrückt!!
Die naßgewordnen Klamotten hänge ich an den frischen Wind. Gerhard lädt mich auf einen Chai an Land ein. Wir bekommen bestätigt: 6-7 bft- um Mitternacht nachlassend. Also bleiben wir noch diesen Tag am Steg… Die Maus auch?!? Es röhrt und gischtet, es heult der Meltemi aus Nordwest mit 6 oder 7 Windstärken. I-AAA macht der dunkelbraune Esel an Land… die Festmacherschoten quietschen, die Eos zerrt an der Mooring… die Fallen klappern.