Ohne Aufregung nach Schlögen

 

Der Motor arbeitet gemächlich mit 1200 upm. Die Wassertiefe bewegt sich im beruhigenden Bereich zwischen 3 und 10 Metern. Nach Passau bestimmt der Inn mit seiner frischen grünen Farbe das Flusswasser. Tief hat sich die Donau hier eingegraben, umgeben von Wald. Kleine Orte mit den markanten Kirchturmhauben beleben die Gegend. In Schlögen, nach 46 Flusskilometern ist Schluss. Wir tanken und belegen im Hafen.

100 Meter über dem Ort bietet sich ein schöner Blick auf die Flussschleife. Um 180 Grad wendet sich die Donau hier in einer eleganten Kurve wieder zurück um sich dann doch noch in die ursprüngliche Richtung zu wenden. Ein Kreuzfahrer nach dem anderen nimmt die Kurven. Hier oben steht man über dem Geschehen. Ein Motorknattern, ein Hundebellen dort unten wirken angenehm in dieser Ruhe wenn die Sonne untergeht. Und dann in flottem Lauf herunter. Deutschland gegen Ghana. Die Hafengäste fiebern mit.

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Hier mehr grüner Inn als braune Donau
In Gesellschaft großer Schiffe (1024x768)
In Gesellschaft großer Schiffe
Die Flussschlinge in Schlögen (1024x787)
Ein eleganter Flussbogen
Kreuzfahrer (1024x891)
Eine Fahrt in den schööönen Abend. Auch von hoch oben gesehen ein Erlebnis

Gruß vom Bodensee:

Am Sonntag-Morgen paßten alle  Lieder im Gottesdienst zum Törn:

Ev.GB 565 (das sangen wir mit den 3 Kindern vor der griech. Insel  Lefkas 1990 der uns abschleppenden niederländ. SY zu, als „Marions“ Motor streikte)

Herr, wir bitten, komm und segne uns,

lege auf uns deinen Frieden,

segnend halte Hände über uns,

rühr uns an mit deiner Kraft.

Daneben steht der Irische Segen (S.1039):

Möge dein Weg dir freundlich entgegenkommen,

Wind dir den Rücken stärken,

Sonnenschein deinem Gesicht viel Glanz u.Wärme geben.

Bis wir beide, du und ich, uns wiedersehen,

halte Gott schützend dich in seiner hohlen Hand…

Gute Flußreise euch dreien.   Gerdi

(http://gerdi-geschichten-daily.com/ schreibe ich nur noch BIS zu meiner Zugfahrt nach Budapest!)

Stadt Passau

Passau: War da letztes Jahr Hochwasser?

Ja, ein Hinweiszettel am Rathaus weist auf „Hochwasser- Beihilfe für Betriebe“ im Rathaus hin. Und an eine Marke am gleichen Haus. Nur noch eine Flut im 16. Jahrhundert stieg 30 cm höher. Nahezu alle Fassaden sind frisch getüncht (vielleicht in modernerem Ton?), alle Läden in den betroffenen (überfluteten) Geschossen haben geöffnet. Eine große Leistung, in dieser kurzen Zeit zu normalem Leben zurückzukehren.

EOS liegt etwas außerhalb, in Heining. Mit dem Bus sind wir schnell im Zentrum. In Passau starten die Kreuzfahrten Donau abwärts und man kann vom hohen Kai in die Kabinen sehen. Die „Mozart“: Betten frisch bezogen, auf jedem der Tische eine Flasche Sekt, die Reisegäste können kommen. Wir steigen zur Veste Oberhaus hoch und sehen auf Donau und Inn. Dazwischen zwängt sich die Stadt. Alles überragt der Dom. Die Wasser von Donau und Inn trennen sich scharf und fließen getrennt abwärts als hätten sie Streit: Das braune Wasser der Donau und das frische Grün des Inns. Der mächtige , schnelle Inn drängt das tiefe Fahrwasser zu einer schmalen Rinne auf die linke Seite zusammen. Dürfte aber morgen kein Problem für uns sein. Schön hier oben, bei einer Tasse Kaffee auf die mächtigen, von hier oben doch arg kleinen Gebäude zu sehen.

Am Abend besuchen uns die neuen Schwiegerleute und wir verbringen eine fröhliche Zeit. Die späte Sonne taucht Fluss und Land in warmes Licht. Letzte Talfahrer gehen mit langsamen Bewegungen vor uns längseits. Bei Schiffen geschieht alles in Zeitlupe. Tausende von Tonnen wollen bedächtig bewegt werden.

Morgen werden wir uns bei der Schleuse Kachlet zur Schleusung anmelden und wir hoffen auf eine ruhige Reise Donau abwärts.

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So schön liegen wir oberhalb Passau 

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Am Ufer des Inn. Er führt der Donau viel mehr Wasser zu als die Donau selbst einbringt und ermöglicht uns (hoffentlich) eine Fahrt ohne Tiefensorgen

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Immer eindrücklich, von oben aufs Land zu schauen

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Der Pegel stresst : ein Tag mit Binnenfrachter MARTINA

 

Das mit dem Pegel ist bei Niedrigwasser so eine Sache: EOS braucht 1,5m Wassertiefe. Die Berufsschiffahrt fährt derzeit mit einer „Abladetiefe“ (so nennt sich deren Tiefgang)  von 1,5m. Sie dürfen also nur „teil-beladen“ von Deggendorf nach Straubing und umgekehrt fahren.

Da stellt sich die Frage: Sollen wir fahren oder auf Regen und höheren Wasserstand warten? Das könnte Wochen dauern. Von Regensburg nach Straubing ist das gar kein Problem, aber danach ist die Donau nicht reguliert und hat ihren natürlichen Wasserstand, aber mit höherer Geschwindigkeit.  Die garantierte Wassertiefe, auf die die Donau ausgebaggert ist, beträgt 2 Meter. Die ist derzeit unterschritten. Angefunkte, bergauf fahrende Kapitäne meinen : „Es geht mit eurem 1,5m Tiefgang“….

Straubings Stadthafen können wir nicht anlaufen, zu flach. Unser Nachtquartier in der Nähe, der Industriehafen lädt mit 8m hohen Spundwänden, dem Krach und den technischen Gebilden auch nicht gerade zu längerem Verweilen ein. Also starten wir in aller Früh, fragen einen Talfahrer nach seiner Abladetiefe und folgen diesem Binnenfrachter MARTINA  in dessen Kielwasser. Eine Kurve nach der anderen, das Echolot zeigt zwischen 1,0 und 0,0 Meter an. Jedesmal, wenn der Strom seine Richtung wechselt, tendiert die Tiefe beängstigend nach unten und endet immer wieder bei 0,00 m. Bei Deggendorf führt der Inn Wasser zu, dann verbessert sich die Wassertiefe ein wenig und die Strömung steigt. Zeitweise fahren wir mit 16 km/h– am See nur max.10 kmh. Immer wenn die Stromkarte eine Flachstelle markiert, verringert die MARTINA die Geschwindigkeit und wir auch. Aufreibende, nervige 30km.

Jetzt aber, im Hafen des Passauer Sportclubs in Sichtweite der Schleuse Kachlet, werden wir sehr freundlich aufgenommen. Das bei weitem schwierigste Stück der Donau -und das bei Niedrigwasser -haben wir hinter uns. Nach Passau erhält der Strom mehr als die doppelte Wassermenge und dann, so sagen die Flusskapitäne, gibt es keine Probleme mehr mit dem Tiefgang.

Heute gefahren: 69km,  seit Start insgesamt 200km.

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Hat schon mal eine SMCF Fahne auf der Donau gewehtSchön hier!Durchden rechten, kleinen Bogen schob sich EOSMARTINA

 

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Regensburg, hinter der Steinernen Brücke: erster Tag auf dem Fluss

Regensburg, hinter der Steinernen Brücke, erster Tag auf dem Fluss

Ruhig hier im südlichen Arm der Donau – nach einer kurzen Passage durch die Steinerne Brücke. Puh, das waren 2 spannende Minuten durch den engen südlichen Bogen. Immer stärker wurde die Strömung vor der Brücke und die Wassertiefe immer weniger. Motor 2000 upm, wir stehen fast, dann schleichen wir uns in den Bogen ein. Maximale Motorkraft, 2500 upm, weiter, Meter für Meter in Schleichfahrt, 0,5m Wassertiefe, 0,3, 0,2 Meter unter dem Kiel, dann sind wir durch, die Strömung mäßigt sich und die Wassertiefe nimmt wieder zu, der Herzschlag sinkt. Der Volvo ist heiß…

Fluss-Handbuch studieren

Eine schöne Reise bis hierher, rote und grüne Tonnen markieren das Fahrwasser bestens. Vor den Schleusen ein Anruf aufs Handy und wir wissen, wann die Einfahrt „grün“ zeigt. In weiten Bögen begleiten uns bewaldete Hügel, durchsetzt mit Felsen (Erika, zum Klettern!). Wir haben es nicht eilig und so verlangen wir dem Motor nur niedere Drehzahlen ab.

5 Stunden sind wir unterwegs und 38 km legen wir zurück. Das reicht für den ersten Tag. Am späten Nachmittag ein Gang durch die lebendige Stadt und dann im Biergarten am Donaukanal mit der besten aller Sulzen und einem kühlen Dunklen……..ein schönes Gleiten in den Abend!

…und hier alle Fotos

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Tonnen in grün und rot markieren die Fahrwasserrinne für Schiffe
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Regensburger Dom
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Viel schneller als die EOS…
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Besuch auf dem gelegten Mast
Warten auf die Einfahrt in die Schleuse(die große blaue Persenning schützt vor Sonne u.Regen)
Mysteriöses Hausschild: Wehe dir, wenn du keine Feinde hast. (Viel Feind viel Ehr???)

 

Am Startpunkt: Saal, Donaukilometer 2410

Wir biegen (bei Saal hinter Kelheim)mit dem Auto in die Marina ein, da steht die EOS noch auf dem LKW. Sie sollte schon schwimmen, aber ein kleiner Defekt am LKW verhindert die Fahrt zum Kran. Keinerlei Transportschäden am Schiff: Sehr gut! Am Nachmittag aber kranen wir und dann beginnt das Aufrüsten. Der Mast muss höher gesetzt werden wegen besserer Sicht und das ist ein Kraftakt. Während wir zu zweien das Mastende nicht heben können, schafft das der junge Mann von der hiesigen Bootsschule mit 2 Händen locker. Da merken wir unser Alter. Gut dass Baywa nebenan liegt. Da kaufen wir noch fehlende Zurr-Gurte und eine Dachlatte, Jetzt am Sonntag Nachmittag sitzt alles, wie wir meinen,fest genug gesichert für einen unruhigen Fluss und Tücken beim Schleusen.

Die Donau ist neu für uns und wir fragen die Leute hier aus: Besonders die Wassertiefen hier interessieren uns. Es herrscht gerade eher Niedrigwasser. Aber man meint, es würde gut reichen, wenn wir im Fahrwasser bleiben.

Ein Berliner hat sein Schiff vom Schwarzen Meer hier hoch gefahren. Respekt! Eine mühselige Sache gegen die starke Strömung. An manchen Stellen sind Spaziergänger am Ufer schneller als ein Schiff. Jetzt präpariert er sein Schiff für die Weiterreise nach Berlin. Noch etwas der Rhein- Main- Kanal aufwärts,dann gehts immer abwärts– bis zur Mündung ins Schwarze Meer.

Sonntägliche Ruhe, na ja, doch nicht ganz. Der Strassenverkehr auf der nahen Brücke und gelegentliches Motorgeknatter stören. Was will man mit einem Wasserflitzer hier schon anderes machen?

Hier alle Bilder

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1.Steuermann bis Budapest, war schon auf der Rhône dabei
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Wenn der Mast noch tief liegen würde, käme man  nur gebückt aus der Kajüte raus
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Mast nun am Heck höher aufgelegt: besser sehen, aufrecht stehen! Hinten Solarzelle+Mini-Außenborder f.Beiboot

Die Reisestrecke auf der Donau

 Die Donau

Wir möchten unsere EOS mit dem LKW vom Bodensee nach Kelheim an der Donau transportieren lassen. Von dort bis zur Mündung werden wir ca 2400 Kilometer mit Maschinenkraft zurücklegen. Wir vertrauen uns ganz unserem Motor an, einemVolvo 3 Zylinder . Der Mast liegt festgezurrt waagerecht über Deck, bis die letzte Brücke nach 1600 km unterfahren ist. Gummireifen und Fender schützen die Bordwand in Schleusen und an Ufern beim Übernachten, Man darf nur bei Tageslicht fahren! Bis Budapest (ca.800 km) gehören 2 Freunde zur Crew, dann kommt Gerdi mit dem Zug nach und löst sie ab. Auf den restlichen 1600 km sind wir nur zu zweit an Bord, eine große Verantwortung.

Die Handbücher informieren über Stromgeschwindigkeiten bis zu 7 km/Std. im Oberlauf. Nicht wenig. Ein Clubfreund hat diese Strecke mal mit seiner 10m-‚Bavaria‘ befahren. Ich bin gespannt, was er uns berichtet. Nach dem Eisernen Tor soll das Wasser gemächlicher fließen. Damit die Spannung erhalten bleibt, werden wir uns aber ab dort mit unübersichtlicher Breite und zahlreichen Inseln beschäftigen müssen. Der gesamte Verlauf sei ordentlich gekennzeichnet.

Gut, dass die Donau mittlerweile fast durchgehend auf EU- Gebiet verläuft. Da rechnen wir mit weniger Aufwand beim Einklarieren und hoffen auf einen lockeren Wechsel von einem Staatsgebiet in ein anderes am gegenüberliegenden Ufer. Serbien macht da eine Ausnahme. Aber andere Donau- Blogger hatten da auch keine Probleme. Ganz anders wird die Ukraine beschrieben. Im Donaudelta kann man auch den nördlichen Arm in Richtung Odessa befahren. Den benutzen auch Kreuzfahrtschiffe. Allerdings braucht man beim Einklarieren viele Papiere und Geduld. Probleme können aus dem Nichts auftauchen. Wenn alles gar zu unübersichtlich wird,  können wir immer noch den mittleren Delta-Arm nach Sulina benutzen, der durch Rumänien führt.

Die inzwischen kritische politische Lage in der Ukraine und auf der Krim machen unsere Planung ab Februar 2014 un-sicher… Täglich neue Eskalation… Wollen wir hoffen, dass es nicht zum Krieg kommt. Am Freitag begann das russische Militär ein Manöver im Mittelmeer. Die russische Flotte und Luftwaffe zeigt ihre Stärke im Schwarzen Meer….Rumänische und bulgarische Marinestreitkräfte sind an den US-Manövern vor der Krim bereits beteiligt.In Polen finden Luftwaffenmanöver statt, an denen die USA ebenfalls beteiligt sind.

Was machen wir nach Ankunft der EOS im Schwarzen Meer? Das hängt ganz von den Umständen ab. Sind Schiff und Besatzung in Ordnung?Herrscht Frieden…?

Ein Bibelwort aus dem Buch Esther 8:21:
Dort am Ahawa-Kanal. Alle sollten sich vor unserem Gott beugen und ihn um eine glückliche Reise für uns und unsere Familie(n) und unser Eigentum anflehen.

Gerdis Leitspruch für den Segel-Törn(ein Choral vom Kirchenchor):

Meine Hoffnung und meine Freude,
 meine Stärke, mein Licht,
Christus meine Zuversicht,
auf dich vertrau ich
und fürcht mich nicht!

Noch einmal ans Mittelmeer: auf der Donau runter

 

Gerdi und ich, wir beschließen eine weitere Reise ans Mittelmeer zu unternehmen. Diesmal planen wir von Kelheim bei Regensburg die Donau abwärts bis ins Schwarze Meer zu fahren, mit gelegtem Mast und Motorkraft. Was wir im Schwarzen Meer unternehmen, hängt von den Einreisemöglichkeiten in die Ukraine ab. Jedenfalls möchten wir von dort durch den Bosporus, das Marmarameer und die Dardanellen in die Ägäis reisen. Und dann sehen wir weiter.

Einige Holzarbeiten sind an der EOS notwendig. An manchen Stellen in der Plicht und an der Kajüte mussten Holzteile ersetzt werden. Das Rollreff am Vorstag,  einige Wanten und das Vorsegel sind neu. Das Rollreff hat wieder Topreff geliefert. Eine elektrische Ankerwinde erleichtert das Bergen des Ankers und der Anker wurde auch schwerer, 25 statt 15 kg. Ein Motor fürs Beiboot wartet beim Händler bis wir ihn abholen.

Die Abgasanlage lasse ich von einer Fachperson prüfen (Ein Wasserrückfluss in den Motor wäre fatal). Seekarten vom östlichen Schwarzen Meer fehlen noch und ich suche einen fixen IT-ler, der mir Flusskarten der Donau herunterladen kann.

Unterwasserschiff, frisch mit Bewuchshemmer VC17 extra aufgerolltNeue Ankerwinde und neuer Anker, neues RollreffHolz eingesetzt Cokpit BBDie Michelsen- Werft von obenDie Kajüte, 6 mal grundiert. 2 Endschichten fehlen noch. Van Höveling Lacköl EOS schläft nach der Reparatur