9.45 Uhr bis 17 Uhr. Segeln nach KORFU = Kerkyra. Ab 14.50 mit gutem Wind. Im Fischerhafen unter der Bastei laden uns sehr freundliche Leute eines schönen alten Zwei-Masters ein, bei ihnen längsseits zu gehen, dahinter schon eine Hallberg-Rassy 41 aus Dänemark. „C’est la vie“ heißt unser Nachbar, sie leben immer am Schiff.
Autor: Gerhard
Wisst ihr Jungs das noch?
Endlich starten wir. Früh um 05.15 Uhr, auch die jungen Schweizer laufen aus. Und nach ½ Stunde legt es uns beide schräg rein. 6 bft., Seegang. Weißgischtig kommen die Wellen über. Ich krieg zum 1.Mal Angst…! Im Schlafanzug ohne Brille helfe ich beim Reffen, eine flinke Woge quetscht sich durchs Vorluk und durchnässt alle Kissen. So leg ich mich in die Steuerbordkoje im Salon und gib zu dass ich bete: „Nimm eine Windstärke weg“ – und dann schlaf ich 1 Stunde da ein!!!Um 10 Uhr 2 Reffs. Es kracht und wütet. Im Lifebelt und Ölzeug und Südwester will ich raus und da purzelt der seit Milazzo gesuchte Bikini aus der Schwimmweste. Schon witzig in dem „Getümmel“ – eine Überraschung. Um 11 wird der Wind gnädiger und wir setzen uns ½ Stunde rein zum Frühstück. Die 1. griechische Insel, Othonoi, ist in Sicht. Als Martin 4 Monate alt war, blieb ich nach dem Stillen 1983 auch mal unten und schwor: „Die Mama kommt erst wieder raus, wenn einer Land in Sicht ruft!“ Da hatten wir auch heftigen Seegang…
Immer noch derselbe Wind
Die Reise von Sizilien nach Pulien an Italiens Südküste
Rückblick: Über den Golf von Taranto

Dieser Golf liegt an der „Sohle“ des italienischen Stiefels und bildet die Einbuchtung zwischen „Zehen“ und „Stiefelabsatz“, Calabrien und Pulien. Etwa 90 Seemeilen lang ist die Querung. Es war eine arbeitsreiche Fahrt und fing ganz harmlos mit leichtem Gegenwind und drückender Hitze an. Während der Nacht briste der Wind auf angenehme Stärke auf . Um 02 Uhr nahm der Wind an Stärke zu und wir refften das Großsegel. Nach Gerdis Nachtwache wurde der Wind weniger. Ich reffte aus und fuhr mit Motor. 5 Minuten später kam der Wind mit alter Stärke zurück. Wieder war Reffen angesagt. Der Wind hatte aber noch mehr zu bieten. Er nahm zu und die Wellen wurden mächtiger EOS legte sich stark zur Seite und Gerdi rollte in ihrer Koje im Vorschiff wie auf einer Achterbahn. gegen die Steuerbordwand. Es war arg unangenehm. Jetzt war das 2. Reff fällig. Bei diesem Schiff älterer Bauart sind diese Tätigkeiten mit Turnen am Mast verbunden. Eine gefährliche Arbeit nachts und bei höheren Wellen gegenan. Schon gegen 3 Uhr nachts war der Leuchtturm von Leuca auszumachen. Er leuchtet 25 Seemeilen weit.Bei all der Arbeit ist eine Fahrt durch die Nacht immer ein Erlebnis. Der Sternenhimmel steht überwältigend über dem Schiff. Ringsum ist ja kein einziges künstliches Licht zu sehen. Die Milchstraße zieht sich als Band über das Firmament und der große Wagen steht fast senkrecht. Wir waren schon froh, als der Anker vor dem Hafen in Leuca fiel. Ankerplätze haben einen großen Vorteil: Das Schiff richtet sich in den Wind aus und der bläst durch das Vorluk, verstärkt noch durch den Windsack am Luk. So werden die 43° Außentemperatur erträglicher.

Schon während der Nachtfahrt begann das Barometer stark zu fallen. Zuerst waren die Wetterprognosen annehmbar. Wir wären nach dem Tanken anderntags nach Griechenland losgefahren, hätte uns nicht die junge Frau vom Nachbarschiff an der Mole mit Handzeichen Winstärke 8 angezeigt. Das hat uns doch veranlasst, den Hafen aufzusuchen und abzuwarten. Die Nacht über steigerte sich das Rauschen in den Wanten zu einem Pfeifen. Die 8 Windstärken waren angekommen.Und die Bilder…
Hoch zur Klippe…
Wir wandern hoch zur Klippe, die an Irland erinnert und an Erikas tolle Fotos. Man weist uns zum Internetpoint, einem kleinen Kiosk. Der studierte 22 jhr. Informatiker steckt einen Stick in Gerhards Notebook und es klappt. Wir laden Fotos und Blog hoch. Dann finden wir nach einem lebensbedrohlich schwülen Supermarket einen kühlen kleinen Laden, durchblasen vom frischen Wind, erstehen ganz frischen Mozzarella, ½ Wassermelone, rot und süß, Oliven. Abends ist wieder „Corso“, das Flanieren an der Promenade und es gibt soooo hübsche Mädchen, schwarzglänzende Kulleraugen und atemberaubende Figur, sehr leicht „bekleidet“ und für katholische Verhältnisse sehr durchsichtig und offenherzig.Viel Wind in der Nacht. Es pfeift und heult und scheppert in den Masten.
EOS!!! Stopp!! Wind 8!!!
Wir tanken und wollen los. Jo sagte uns Wind 4-5 voraus. Dann Rufe von der Molenspitze in Englisch: EOS!!! Stopp!! Wind 8!!! Und mit den 8 Fingern zeigt die junge Schweizer Ankernachbarin die Windstärken an. Also zurück, Ankern. Um 12 ist der Meteo ebenso und wir laufen in den Hafen, ergattern den letzten freien Platz: 35€ pro Nacht. Ohne Du/WC. Der Strom am Steg ist defekt. Gh. Beginnt sein Bastelwerk mit allen Steckern und Verlängerungen. Schafft es.



