112 In engsten Kanälen via Rochefort bis Ranchot

Dies als Info: kein Blog, keine Fotos.

Das Internet sendet keine Fotos… GEDULD:-)

Wir sind am 9. Oktober, unserem 19. Flußtag und dem 143. Törntag in Ranchot.

Nachts 2°C, tags 12-14°… Anlegen geht nur an kleinen Kais, da muß man vor Dunkelheit da sein. Die Schleusen machen Arbeit, mit der Fernsteuerung löst man sie selber aus, dann muß man innen die beiden Leinen an Bug und Heck dichtholen je nach einlaufendem Wasser und Abstand zur Schleusenmauerhöhe… Wir können nur mit 4 km/h fahren. Für 20 km brauchten wir heute von 10 bis 16 Uhr. Das konzentrierte Steuern (max. in der Mitte 2m WT) ist anstrengend!

Wir sind guter Laune: heute kochte ich mittags zwischen 2 Schleusen aus Bio-Rindfleisch von der Markthalle in Dôle mit Gemüse eine köstliche Suppe. Was Heißes ist nun immer richtig.

Am 24. kommt der Autokran und der LKW nach Mulhouse. Wir müssen eilen.

111 In der schönen Stadt Dôle

pfefferminz-vom-bootsponton notre-dame-in-dole-2

markteinkauf-beim-biokaser-u-1markteinkauf-beim-biokaser-u-2

Neben uns am Ponton sind viele Péniche-Boote, Leihboote die man ohne Seepatent fahren darf. Am Ufer wächst üppig Pfefferminze, den ich für Tee gleich pflücke. Dann machen wir uns auf zum Markt. Eine große Halle gleich neben der riesigen Kirche Notre Dame birgt alle (eßbaren) Schätze des Jura, ich kaufe Bio-Suppenfleisch für eine Consommé, köstlichen 24 Monate gereiften Comté-Käse, eine andre Spezialität  ähnlich dem Munsterkäse, dazu schenkt mir der Fromagier einen kleine Kegel-ob das Ziegenkäse ist? Wieder ist nicht zu ergründen, ob die Franzosen Quark kennen. Beim Bio-Stand steht ein Eimer „fromage blanc“- das ist laut Wörterbuch eben Quark. Aber wie auch im Supermarkt ist das Joghurt… Käsekuchen steht auch in der Auslage, aber wir können uns nicht verständigen… Dann lockt mich ein Blumenkohl an und  frischer Rocette, Rukkola.Vor einer Bar spielt ein Mann Muzettewalzer und ich bitte Gh. mit mir zu tanzen. Geht noch:-) der Walzer.

auf-ein-bier-in-dole

notre-dame-in-dole-1notre-dame-in-dole-8notre-dame-in-dole-11notre-dame-in-dole-13

Beim Besuch der mächtigen Kirche nehmen mich sofort die fast orientalisch farbenprächtigen Deckenmalereien der Gewölbe der Seitenschiffe gefangen. Ich kann mich nicht sattsehen…

notre-dame-in-dole-7notre-dame-in-dole-9notre-dame-in-dole-10notre-dame-in-dole-12

Von der hohen Orgelempore erklingen zarte Klänge, am Sonntag ist ein Konzert, schade, am Abend um 17.30 sind wir nicht mehr da…

romische-brucken-rest-4-jh-dole-1romische-brucken-rest-4-jh-dole-2romische-brucken-rest-4-jh-dole-3

Wir streifen durch die engen Kopfstein-Pflaster-Gassen, trinken ein köstliches Bier., gewöhnen uns allmählich an die dicken Wollstrickpullover und Kamelhaarmäntel, Stiefel und Pelzkrägen in den winterlich dekorierten eleganten Modegeschäften. Golden wärmt uns die Morgensonne, als wir auch noch auf die andre Seite des Doubs laufen. Dort ist in der alten Mühle ein feines***Hotel mit Restaurant gleich neben den Resten der römischen Bogenbrücke. Wie in Avignon nur noch 2 Bogen-Reste aus dem 4. Jh., die Brücke war mal 500 m lang! Hochwasser rissen sie eines Tages weg. Nun fischen Graureiher im Wasserfall, wo einst die Brücke stand…Lebendig und bunt ist diese Stadt. Wir bleiben noch einen Tag. Unsere EOS liegt nah am Haus des Louis Pasteur…

graureiher-auf-fang-1kunst-brucke

louis-pasteur-haus
Espace Louis Pasteur

 

110 Zambesi und Mauritius.. in St.Jean-de-Losne

Wir hatten 4 Tage kein Internet zum Blog bearbeiten. Hier am  8.Okt. in Dôle 5. Versuch:-)

Verdun sue le Doubs, 3-Flüsse-Stadt. 4.Oktober.

Eiskalt schrillt mir wieder der Nordwind ins Gesicht. Vroni schreibt in der SMS aus Korsika: „Hier ist immer noch Sommerwärme!“ Manuel u. Juliza rufen an: Sie sind am Ziel und lassen ihr Boot 20 km nördlich von St.Jean-de-Losne,. Er muß die B.Cool nun winterfest machen. Nach 3 J. auf See geht’s aufs Festland nach Basel:-).

Erika feiert ihren Geburtstag… wie so oft sind wir auf See oder weg…

RÜCKBLICK

Seurre sur Saône

img 2343
Herbstliches Seurre…

Am Abend des 5.Oktobers spazierten wir mit Schal und Kopftuch, Anorak und Fleecepulli in der kleinen Stadt Seurre, wo wir die ersten Fachwerkhäuser entdeckten: mit roten Ziegelsteinen ausgemauerte Gefache, sehr einfache „Muster“, Andreaskreuze und richtige Y und kopfstehende Ypsilon aus braunen Balken.

img 2335
img 2335
img 2336
img 2336
img 2337
img 2337
img 2340
Glasfenster-Farbenpracht

img_2329

Beim Vorbeifahren, mit der EOS bewunderte ich schon die große Steinrosette an der Front der Kirche. Grad als wir zum Seiteneingang liefen, drehte die Küsterin den großen Schlüssel im Schloß und sperrte die Kirche zu, 18 Uhr. „Pardon, s’il vous plait: Deux minutes, Madame, voulez-vous ouvrir pour nous? Nous sommes des Allemands, au bâteau à voile!…!??“ -„Ah, mais oui, d’accord! Entrez;-)! Deux minutes!!“ Dankbar treten wir ein, stehen bewundernd hinter den farbenprächtigen Glasfenstern! Ein tiefes Purpur-Rot wie bei den Gemälden in Florenz oder bei Dürer!! Leider kann ich die Rosette nur als Schattenbild dank der Abendsonne sehen, denn das herrliche Maßwerk ist durch eine gotische Orgel völlig zugestellt… An einer Schule ist am Dach ein Glöckner, eine Figur, die mit dem Hammer auf die Glocke der großen Uhr die Stundenzahl schlägt.

img 2342
img 2342
img 2341
img 2341

Durchgepustet vom Nordwind koche ich einen Pott Gemüse wie daheim und es bleibt nur 1 Teller übrig.

img 2344
img 2344

Donnerstag, den 6. Oktober: Seurre-St.Jean-de-Losne

img_2321

img_2348

img_2347

img_2346img_2352

img_2350
Bändel häkeln an 42 J. alte Skimütze, damit sie über den Ohren bleibt

Frostig kalt war es wieder bei der Fahrt nach St. Jean-de-Losne, wo wir den ersten Volvo-Service für den neuen Motor durchführen lassen wollen. Immer wieder kommen uns nun Mietboote entgegen, aber die Schiffsführer stehen windgeschützt und warm hinter Glas und unter Dach. Da uns aber der bissige Nordwind voll ins Gesicht pustet, hab ich die Idee, die Sprayhood mal hochzuziehen als Windschutz. In den „Ellenbogen“ bindet Gh. sie mit Leine hoch und legt diese über den Mast. Eine Wohltat, aber man hat natürlich nicht mehr so gute Sicht durch das Plastikscheibe.

Um 12 rufe ich wieder eine Schleuse an, Nr. 17 schon. „Deux minutes, Madame!“ Nicht weit dahinter kommt der Kirchturm von St.Jean.de-Losne in Sicht, sehr vorsichtig biege ich nach rechts ab und es hat nur noch 2,1 m Wassertiefe. Dann folgt die erste enge nicht-automatische Schleuse. Gerhard klettert an der senkrechte Leiter hoch und bedient mit einem Handrad die Tore. Als er auch vorne zu Gange ist, kommt ein bärtiger Schleusenwärter: Monsieur, regarde! Fermé/closed 12 a 13 h. Aha … Mittagspause… Als wollten sie uns den Eifer heimzahlen, läßt einer der 2 Schleusenmänner vorn an den Toren urplötzlich 10x so viel Wasser in die Kammer rauschen als in den ersten 5 Minuten. Eos saust mit der Rollrefftrommel am Mastfuß an die Mauer, ich kann sie nicht weghalten… Dabei muß ich ja ständig die Vorleine nachführen. Gerhard lief weg, fotografieren. In letzter Minute kommt der Bärtige zu Hilfe, packt die Heckleine und zerrt die Eos, die schon fast quer liegt, wieder an die Schleusenmauer. Einer allein kann eben nicht Vor- und Heckleinen nachführen…. Nach diesem Abenteuer tasten wir uns bei geringer Wassertiefe an die rechte Hafenmauer, vor der Werkstatt. Voll ist es hier, viele Motor-Boote warten aufs Herausheben. Wir machen an einem Frachter mit großem Kran drauf fest, Gh. klettert über diesen und mit einem Sprung an Land. Der Service kann schon heute statt morgen sein, aber wir müssen in einen allerletzten ganz engen Platz am Kai, knifflig anzulegen,weil der Mast vorn und hinten fast die senkrechten Wimpel oder Persenningstützen der Schiffe vor und hinter uns touchiert… Nur schräg klappt es… Von 2 bis halbfünf windet sich der junge Mechatroniker im Motorraum, säubert Filter, Deckel, Schrauben, ölt sie sorgfältig, nur sein Englisch ist mäßig… Im Dieseltank sei Schmutz, oder Algen, oder Rost. Hm, nach 42 J. kein Wunder… Keiner weiß, wie man den Tank säubern könnte, er ist innen nicht glatt sondern hat Streben und Schwellbremsen.img_2354

img_2356

img_2357

Amüsiert lese ich die diversen Schiffsnamen:

Zambesi– ein Frachter direkt an der Schleuse, Mauritius– am andren Ufer, Tante Hanni und Schwalbe gegenüber der Eos

Ein Stadtrundgang zeigt uns eine sonderbare Kirche, wie ein Wehrturm(für die Bürger) und an der Seite 2 himmelhohe bleistift-dünne Türme wie Minarette. Ein italienischer Laden zieht uns mit seinen Leckereien an: sie sind aus Palermo und haben Köstlichkeiten aus Sizilien. Mein Italienisch erfreut die beiden und schon schneidet die Frau Mortadella sottile,sottile (fein), bringt hausgemachte Amaretti, schenkt uns 1 kg Muskateller Trauben und noch blaue dazu, Pesto und Nudeln… Uns kommen die siedend heißen Tage in Palermo ins Gedächtnis…img_2363

img_2361

img_2362
An der Uferstraße sind alle Alleebäume bestrickt und behäkelt, jeder Poller hat Mütze und Schal

img_2360

Morgen verlassen wir die Saône und fahren ein in den „Canal du Rhône au Rhin“!! Unser Ziel ist Dôle. Die Kanäle sind nur in der Mitte mit 2,5 m tief genug, man muß exakt steuern, um nicht ans Schilfufer zu kommen. Viele Radfahrer genießen diese ebenen wunderschönen Natur-Radwege.

109 Von Chalon bis Verdun sur le Doubs

img_2235

Eisig kalt pfeift heute der Nordwind, 4. Oktober, vor 28 J. kam unsere Tochter zur Welt. Wir singen ihr über mein altes Hy ein Ständchen. Dann geht’s zurück an die Pinne, wieder mit Wollmütze, Kapuze,Skiunterwäsche+ Handschuhen. Nach 60 Minuten ist Ablösung, dankbar schenkt man sich heißen Tee ein. Es ist die Zeit der Herbsturlauber: viele Mietboote kommen uns entgegen, diese Locaboats kann man ohne Führerschein anmieten!

img_2310

Manchmal kommt ein Schubverband, da wird es ganz schön eng zwischen rotem und grünem Begrenzungspfahl, die die un-tiefen Regionen zum Ufer abgrenzen.

img_2303

Heute ist ein heftiger böiger Wind, der nicht nur die Bäume „umbiegt“, sondern Wellen aufwirft und Gischtkronen aufschäumt…

img_2304img_2305img_2306

Malerische kleine Inseln ziehen an uns vorbei… graue Reiher rasten, fliegen mit großer Flügelspannweite auf. Ein Haubentaucher begleitet uns, fliegt immer knapp überm Wasser 4 Schiffslängen voraus, landet, wartet, in Bughöhe „überholt“ er wieder, ein nettes Rennen. Er gewinnt, dank Flugkunst. Weiße Pferde grasen am Ufer… Falb-beige Kühe liegen wiederkäuend am Erddamm.

img_2308

img_2311
Lauernder Graureiher

img_2307

Gegen 14 Uhr biege ich ein in den kleinen Flußarm , hier mündet der Doubs in die Saône, und schon kommen die weißen Schiffsrümpfe in den Blick. An einem Ponton kann man festmachen, nur mit Bugleinen, sehr ungewohnt!!! Gh. bringt am Heck sicherheitshalber den schweren Stockanker aus als Gewicht am Grund. Nur 2 m Wassertiefe.. Der Ponton ist an 10 m langen Stahlträgern befestigt, der wie Arme bei Hochwasser den Ponton hochhebt…Malerisch ducken sich die die Häuser am Flußufer… an dem großen Haus an der Brücke sehen wir beim Bummeln die Hochwassermarken: bis zu 10 m stand hier der Fluß, und das an Weihnachten 1981,82,85… 1955 war der Wasserstand sogar mehr als 10 m. Horror!!!img_2313img_2315

img_2316
Die EOS am Ponton weit unten, bei Hochwasser schwimmt er nach oben 

img_2317

Wir wandern fast ehrfürchtig staunend auf dem Hochwasser-Schutzdamm. Rechts der Fluß, so harmlos… links tief unten die Gärten hinter den Häusern…

img_2318
Gerhard auf dem hohen Damm 

108 Filzpantoffeln und Chili con carne

Eisig kalt ist es nun früh… Wollmütze und Schal, Faserpelzjacke, Wollsocken, Neoprenhandschuhe beim Steuern an der Pinne-alles da, aber danach? Auch in der Kajüte ist es kalt… So kaufte ich mir beim morgendlichen Einkauf im Supermarkt Filzpantoffeln. Man kann aus den Gummistiefeln raus und in die Pantinen rein, sogar mit dicken Socken, denn ich nahm sie in Gr.41, so passen sie später am Bodensee dem Käptn.

filzpantoffel-gegen-kalte-fuse-1

Malerisch zogen Nebelschwaden über den Fluß, als ich zum Niedergang rausblickte… Die Sonne kommt erst nach 8 Uhr… Das Schiff ist innen naß, beschlagene Scheiben, das Bug-Luk tropft aufs Bett…

tournus-2-4tournus-2-5

saone-bis-tournus-13

Nach der Schleuse, die 14. inzwischen seit dem Meer, ist mir so kalt, daß ich was Heißes brauche: Wie in alten Single-Zeiten als Lehrerin dünste ich mir eine Gurke: zuerst mit Zucker die Scheibchen in Butter karamellisieren, dann Zitronensaft und Dill dazu, etwas Salz, Kurkuma, Curry, 1 Tasse Wasser, einköcheln, pfeffern. Lecker als kleine Zwischenmahlzeit…

Gegen 15 Uhr biege ich 90° ab und wir tasten uns in den kleinen port de plaisance von CHALON sur Saône. Neben uns liegt auch eine SY mit gelegtem Mast, die Nemo, benannt nach den reizenden Kindern Nea und Max. Max ist 5 und sehr aufgeweckt, als wär er schon in der Schule. Klar fragt er uns 99 Sachen auf einmal, aber so nett! Er sei ein Lego-Technik-Freak, und er kann auch selber rudern. Schon ist er im Beiboot und lädt Gerhard ein, eine Hafenrundfahrt zu machen. Klaro, das macht er mit Vergnügen, lehrt dem klugen Kerlchen wie man die Ruder schiebt statt zieht, also vorwärts rudert und auch sieht, wo man vor-wärts hinfährt, genial!!! Gh. faltet ein Papier-Beiboot für Max, ich ein Schweinchen für Nea.

 

Ich kochte inzwischen von 18-19 Uhr Chili con carne, mit roten Bohnen, Haché, Porrée und frischen Kräutern der Provence. Lecker, scharf und heiß. Das Abendessen findet immer früher statt, es wird nach 19 Uhr dunkel. Wir liefen über die nahe Brücke in die Altstadt, malerisch die eng aneinander geschmiegten schmalen Gieblhäuschen, die wunderbaren erhaltenen Ladeneingänge, aus Holz geschreinert Schaufensterrahmen mit Tür. Zum 2. Mal nun Fachwerkhäuser, wohl aus dem 15. Jh., noch schlicht, nicht so üppig wie im Elsaß. Kaum jemand ist unterwegs, ausgestorben die Straßen mit den eleganten Modeboutiquen, den vielen Restaurants von indisch über japanisch , von Kebab bis Moules frâiches… Leider hatte ich keinen Foto dabei, der Domplatz mit der sonderbar kühl-bläulich angestrahlten Kirche (ähnlich sie Chartres) wäre fotogen gewesen, die Fachwerkhäuser gelb und schwach beleuchtet. Die Stadtmauerreste sind von der Zeit der drohenden Invasion um 300 n.Chr. Zurück am Schiff wärmt uns zum ersten Mal der Heizlüfter, um von 16 auf 20 zu kommen. Auch nachts nun empfindlich kalt, nur mit Dralondecke träum ich von ner Wolldecke…

Der Ärger mit dem Hinweis, daß mein Surface-Notebook von 52 GB nur noch 880.000 MB frei hätte, ließ uns eine Bereinigung durchführen. Nun sind 5 GB frei. Komisch, es sind zwar viele Fotos drauf- aber soooo viel Daten sollen das sein??

107 Mâcon-Tournus…beschauliche Saône

Kalt war die Nacht, und sehr feucht! 11°C, das ist wie Schlafen im Zelt:-) Am Morgen hat es im Salon 14° und wir baden beide an der Badeleiter (der Hafen ist menschenleer): die Saône hat noch angenehme 18,5°C, erfrischend, herrlich. Mein Gefühl entspricht nicht der immer noch geltenden Sommerzeit, wenn ich um 8 aufsteh, empfinde ich das als halbe Nacht… um 9 beim Frühstück wie 8… Aber die Uhr wird erst zum 1. November umgestellt.

saone-bis-tournus-2saone-bis-tournus-3saone-bis-tournus-4saone-bis-tournus-5

Romantisch und beschaulich ist unsere Weiterfahrt, Kühe weiden an den grünen Dämmen,  teilweise sind sie stark von der Eosion und Unterspülung dezimiert…wenige Höfe tauchen an den Ufern auf. Angler sind mit ihren kleinen Booten am Wasser, bei km 89 kommen uns Sonntags-Ruderer entgegen, mit Trainer, Vierer, Zweier… Ein Segler flußab mit langen Haaren winkt uns, ine Hallberg-Rassy-Yacht mit großer Schwedenfahne kommt uns entgegen, am Weg zum Meer. Die SOS eilt, mit 8-9 kmh, denn die Saône fließt gemächlich.

saone-bis-tournus-7

saone-bis-tournus-8
Zeugen einer Karambolage!

saone-bis-tournus-9saone-bis-tournus-15

saone-bis-tournus-13saone-bis-tournus-10

Um 13 Uhr: km 100 auf der Saône passiert. Um 15.30 Uhr steuern wir nach 30 km Tagesetappe den Kai von der hübschen alten Stadt Tournus an, 1 Platz ist frei! An der hoch über uns laufenden Promenade unter einer Platanen-Allee ist Flohmarkt! Lebhafter Besuch, viele Deutsche. Man bewundert unser schönes Schiff:-). Weiter vorn liegt ein schmuckes großes Holländerschiff, dessen Mast mit Gegengewicht zu legen und zu stellen ist. Tolle SAche, er kann unter Brücken durch und doch auch segeln.

saone-bis-tournus-17saone-bis-tournus-18

saone-bis-tournus-20saone-bis-tournus-21saone-bis-tournus-22saone-bis-tournus-23saone-bis-tournus-24

Öffentliche Toiletten sind gut zu finden, aber gewöhnungsbedürftig ist das schon…

Die Höhe erinnerte mich an die Gustav-Adolf-Kirche in Nürnberg, die rot-weißen Bögen an Cordoba… Ich entzünde 2 Kerzen und sende Gebete für eine gute Heimkehr und für Erikas Geburtstag am 4. Von außen erst erkennt man die unbeschreibliche Aufgabe der Re-novierung!

saone-bis-tournus-38saone-bis-tournus-39saone-bis-tournus-43

107 Regen!! Heiße Zwiebelsuppe vor Mâcon

Heute ist der 1. Tag im Oktober. Damit wir das auch spüren, regnet es gleich nach dem Ablegen an dem schönen Steg in Trévoux… Ölzeug, Gummistiefel, Zwiebelschalen-Kleidung:Unterhemd(!), T-Shirt, Fleecejacke, Öljacke, Wollmütze, Wollsocken. Jerseyhose, Ölzeughose, Öljacke, Südwester… Und raus an die Pinne.

img_2235

Wir haben ein waagrecht aufgespanntes Segeltuch-Dach, da steht man nicht total im Regen. Nach 1 Stunde an der Pinne kommt der Partner dran…(Pinne-Steuern im Stehen, damit man alle Dalben, schwimmende Baumstämme oder die schnellen Einer-Ruderer sieht -die gucken fast nie nach hinten…).Dann begegnet mir ein Frachtkahn, der heißt wie ich: Gerda S.

 

Mittlerweile ist es kühl!!!….. Wir wissen noch sehr genau, wie heiß es vor nur 14 Tagen in Marseille war!

7-hinten-unser-port-frioul-2 die-surmische-rhone-mit-gischtwellen-hinter-avignon-1

 

Und wie eiskalt in Avignon. Heute also Regen und kaltfeucht. Da mach ich uns beim Ruderwechsel um 12 eine köstliche heiße Zwiebelsuppe! Mit Kümmel, Kräutern der Provence, Koriander, Nelke, Muskat, Lorbeer, Wacholderbeere, Pfeffer, Balsamico-Essig und Brühwürfel. Die heiße Suppe ist genau das Richtige!

img_2239

Nach 13 Uhr kommt die 13. Schleuse unsrer Flußtour.“ J’appel l’écluse Dracé 3….„…“Oui, Madame, attendez vingt minutes, s’il vous plait“… Wir legen am Steg an und warten auf das grüne Lichtsignal. Dann steuere ich die EOS in die Kammer. Gerhard muß die mittig am Schiff angebrachte eigene Halteleine „mitführen“ je nachdem wie hoch das Wasser in der Kammer steigt; das ist aufregend, denn einen Augenblick ist unser Schiff lose und Gerhard muß die Leine vom unteren Poller zum höheren umlegen… Ich halte mit dem Bootshaken an der klitschigen Mauer die Bordwand frei…Es regnet ohne Pause.

Vor Mâcon gibt es eine Art Stadtumgehung durch einen Kanal, der nur 3 bis 4 m tief ist. Man muß exakt in der Mitte fahren. Der „port de plaisance“ in MÂCON bietet zwar genug Wassertiefe zum Anlegen am Fingersteg-Ponton, aber am Wochenende ist die Capitaneria nicht besetzt. Man kennt den Code der Tür nicht, kann nicht raus zu Duschen, WC usw. und man lebt hier wie im Gefängnis: drin bleiben! Raus zur Tür geht nicht, man käme auch- ohne den Code- nicht wieder rein. Aber wir haben Strom, kostenloses Internet, genug zum Essen (dan gibt’s  mal den Zwieback der eisernen Reserve) und heute koch ich Reis und heißes Ratatouille aus dem Wok.

PS: Interessant: Jojo ist auf einer nord-italienischen Hütte Enrico Castiglioni, wir sind genau auf der gleichen geografischen Breite in Mâcon, wir westlich von Genf, er mittig, östlich käme Bozen!