Kann eine Möwe unsere Reise retten?

GerhardSie kann und sie hat!

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Wir liegen in der Bucht knapp südlich von Cap Zafferano und hatten eine ruhige Nacht. Bevor wir unser Tagesziel Termini ansteuern schauen wir noch bei unserem Nachbarschiff „Strolch“, einer Aluminiumkonstruktion, vorbei, um etwas mehr über dieses interessante Schiff zu erfahren. Win sympatischer Einhand-Langstrecken-Segler. Dann lege ich den Kurs nach Termini fest. Es sind nur etwa 10 Meilen, die Stadt ist fast schon zu sehen. Wind fehlt, so nutzen wir den Motor und den Autopilot. Es ereignet sich eine halbe Stunde nichts besonderes. Dann sieht Gerdi eine Möwe im Wasser stehen- auf 2 langen Beinen!!!- und macht mich darauf aufmerksam. Ich sehe kurz hin, Entfernung etwa 50 Meter, die Möwe steht auf einem Balken. Kurz darauf Gerdi: „Das ist ein überspülter Felsen“. Wir sind noch 15 Meter von der Möwe entfernt, die jetzt auffliegt…Sofort lege ich den Rückwärtsgang mit voller Kraft ein und wir kommen 5 Meter vor dem Riff zu stehen. Ohne die Möwe und Gerdis Aufmerksamkeit hätte die Reise hier ihr vorzeitiges Ende finden können.Ein wenig verwundert es mich schon, dass so eine gefährliche Klippe, die eine gute Seemeile vom Land entfernt liegt, nicht durch einen Stab oder eine Bake gekennzeichnet ist.Wie konnte das geschehen?Beim Ansteuern der Bucht habe ich gestern diesem Riff die nötige Beachtung geschenkt, aber es lag weit außerhalb unserer abendlichen Ansteuerung. Heute hatte ich es total vergessen und den Kurs nur oberflächlich direkt über das Riff abgesetzt. Ein schwerer Fehler!Die Erkenntnisse:·
Auch Erfahrung schützt nicht vor Fehlern!·
Jedes festlegen eines Kurses mit voller Aufmerksamkeit durchführen!GERDIAuf See, zu den Äolischen Inseln, Lipari und StromboliEs ist immer ein Glücksfall, wenn wir genug Netz haben … Ging heute am Ankerplatz Cefalù, und wir freuen uns immer, wenn uns jemand schreibt. Meist sind ja unsere Mitleser begeistert und lesen den blog wie einen Tagesroman in der Zeitung.Das kostbare Notebook ist im Salon auf dem 90×100 cm feudal großen aufgeklappten Tisch auf einem jener rutschhemmenden Gummisets aufgebahrt und so kann ich trotz Segel und Wellengang sicher antworten. Auch an die ungewohnte flache Notebook-Tastatur hab ich mich gewöhnt. Aber Gh muß schon immer zur Seite sein, weil Windows Vista ganz andere Aufrufsymbole hat als mein Windows am PC daheim.Mancher schrieb uns, ihm reiche schon das Angucken der Fotos und sei froh, bei Seegang nicht mit dabei sein zu müssen .Zu den bewegten Bildern: Nun, das ist ja bloß der Anfang. Wenn man das filmt, geht es so langsam los und man sagt noch ganz lässig: „Cool, weiße Gischtkronen… die Wellen werden nun viel viel länger… hol doch mal die Kamera…“5 Min. später ist man flugs in die Schwimmweste geschlüpft, hat die Lifeline am an Deck rundlaufenden Stahlseil eingeklinkt, Gh hangelt sich zum Mast und refft was geht, höchste Aufmerksamkeit, daß ja nix schiefgeht, dass sich die lange anfangs wie ein Fangseil runterhängende rote Reffleine nirgends rumtörnt und was mit sich reißt! unseren schönen Plath-Kompass neben dem Niedergang hat sie schon mehrmals umgarnt, wenn der lose Großbaum beim Reffen wild schlägt. Auch hab ich freilich immer Angst um Gerhard, grad mitten in der Nacht, wenn das Meer braust und die Wellen viel höher sind als der Baum und die Eos mürrisch und ungehemmt hin und her wälzen. Gerhard ist aber immer (!) eingeklinkt, aber wenn er fällt, könnte er sich doch verletzen. Ich im Cockpit fürchte den schlagenden Baum aber auch, weil mir die Großschotrolle schon mal herzhaft entgegen gesaust ist, auf die Brille, nachts um 4.Wir haben inzw. sooo viel Schönes gesehen, die grünen Hügel von Sardinien, das kristallklare Wasser in smaragdgrün und azurblau, silberhelles Wellengekräusel am Abend im Mondschein, die aufgehende Sonne, gelborange wie ein Spiegelei in der Pfanne und die untergehende, blutrot wie eine Computeranimation, ein Feuerball, der aufs blaue Meer sinkt, wie ein müdes Haupt.Zum „Vorsichtigsein“ ist zu sagen, daß wir täglich den Bulletino meteo abhören mit einem kleinen Funkgerät, daß wir nicht leichtsinnig große Segel stehen lassen und immer rechtzeitig reffen. Aber „im Hafen bleiben“ wegen Windvorhersage tut ein Segler natürlich nicht. Man ist im Hafen, wenn man einkaufen muß, der Müll weg muß oder Wasser gebunkert werden muß. 80 Liter.Dann gehn wir zwei in die Stadt, erfragen uns auf italienisch die notwendigen Läden, (ohne italienisch ging nix seit Sardiniens Mitte, keiner kann Deutsch oder Englisch, in Sizilien haben die wohl manchmal noch keinen Touristen aus Deutschland gesehen!)Oh!!! die Signora a l l e i n , „Oh Dio!!!“Das gibt es schon gar nie. Sposato? Wo ist dein Mann? Auch auf den schattigen Parkbänken herrscht strenge Geschlechtertrennung, egal ob jung ob alt. Die Männer spielen in fröhlichen Gruppen Karten, die Frauen sitzen auf der Bank und gucken stumm auf mich, oder sie sitzen auf einem wackligen Holzstuhl vor der Haustür in der Gasse, nach drinnen versperrt ein Vorhang das Eindringen neugieriger Blicke .Wenn wir nach Einkaufsliste alles im Wagen haben, verteilen wir nach dem Bezahlen an der Kasse das Gut auf unsere 2 Rucksäcke, zum großen Erstaunen der plastiktütenbewehrten Helfer. Wie zwei Esel laufen wir dann, oft weit, zurück zum Hafen oder zum Klapp-Holz-Bananaboot und rudern zur EOS. Das ist alles schon Routine. An Bord krieg ich 10-15 Minuten und alles ist rasch verstaut, in Weidenkörben, kleinen Fächern, in dichten Dosen (auch Fisch und frisches Fleisch).

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Beim Braten der gestern von Fischer Dino in Termini geschenkt bekommenen Fischle  (12-15 cm „Größe“, Vollmond ist kein Fangwetter) benötigte ich unsere Wok-Pfanne wegen des heftigen Schaukelns, da die Wellen quer zum Rumpf anrollten vor Anker! Ich hab sie einzeln frittiert, denn am kleinen Wok-Boden hielt sich das Öl tapfer. Dazu gab es Kartoffeln, gekocht in grobem Meersalz und scharf angebraten mit Rosmarin, Olivenöl, Knoblauch. Dazu knackigen Salat aus kleinen halbierten aromatischen Tomaten und roter Paprikaschote, rot-lila Zwiebel, Oliven. Köstlich!Draußen eine atemberaubende Kusisse, Cefalù, ein pittoreskes Dorf auf der meerumspülten Felsklippe, wehrhaft die mittelalterliche Stadtmauer mit gewaltigen gemauerten Spitzbogentoren, eng aneinander geschmiegten schmucklosen Häuschen, sanft ja diskret nur angestrahlt. Daneben die Neustadt, Touristen, Wohnmobile, Sonnenschirme, Kinderlachen am Strand, Schlauchboote, lebhaftes Treiben in den Lokalen, Vespa-Geknatter, Panflöte mit Trommel – schön. Aber die zunehmende Brandungswelle mit ihrem Rauschen verdeckt bald den musikalischen Ohrenschmaus.Wir waren in Termini trotz der noch ungewohnten Hitze, 32°, ab 4 in der Altstadt. Kein Tourist. Die Gassen führen steil in die Oberstadt zur riesigen Basilika. Diese Treppen sind wunderschön gebaut, wir kennen sie schon vom Törn mit den 3 Kindern, 1990, als wir wegen des Bosnienkrieges die Ostküste Italiens runtersegelten, zum Gargano, bis Brindisi. Vieste, Peschici, Monopoli. Auch dort diese glattglänzende Steinquader als Stufen, Erika wollte immer „Engele flieg“ machen, sie war ja erst 2 1/2 Jahre alt und diese 25 cm hohen Stufen waren höher als die Beinchen.In Termini aber waren diese Stufen nun noch eindrucksvoller. Seitlich zwei Reihen mit hellglänzenden Steinquadern, ca. 80 x 30 cm, dazwischen fast sternförmig in Sektoren abgeteilte „Fächer“, die abwechselnd mit dunklen und hellen 8 cm langen aufrecht stehenden glatten runden Kieselsteinen ausgelegt sind. Erschrocken weichen wir manchmal schnell zur Seite aus, weil grad mal 3 m keine Stufe ist und, presto presto, ein Auto um die Ecke biegt.Es duftet überall nach Waschmittel, denn über den Köpfen flattert die Wäsche, Kittelschürzen, Nachthemden, viele! Die Nächte sind heiß, auch wenn man diese Jalousette-Fensterläden geschlossen hält. Und nach frisch gebackenem maisgelbem Brot mit Sesam oben drauf duftet es, nach himbeer-rosa Zuckerguss bei der Pasticceria, und bei der Macelleria gibt es oft nur Fleisch von einem Tier, Vitello (Kalb), Rind, Schwein, Hammel, Lamm – was früh eben „dran war“ zum Schlachten.Ich finde nicht ein Geschäft, in dem es Ansichtskarten gibt. Drum kriegt ihr grad keine Postkarten, :-(Eben funkte uns eine Yacht auf offnem Meer an: „Hallo Eos! Ist das eine Hallberg-Rassy? Wow! Wunderschön, da habt ihr ein echtes Schätzchen!!!“ Er kommt von der Türkei, die er uns sehr empfiehlt, und er geht durch die Biscaya rund Spanien und Ärmelkanal nach Bremen. Schön, solche Langzeitabenteurer zu treffen! Er segelte eine halbe Stunde exakt auf unsern Bug zu, und als ich auswich, funkte er uns an! Gerhard erlebte so das erste Funkgespräch mit dem neu erworbenen Funkgerät, das wir zum Abhören des Seewetterberichts Mittelmeer mit Windvorhersage in Cagliari erworben haben.Nun genieße ich ein Glas giftgrüner Menta, Pfefferminzsirup in Wasser, küh
l aus dem Kühlschrank, der von unsrer unermüdlich energieaufladenden Solarzelle gespeist wird.Allen daheim liebe Grüße, uns geht’s gut. Der lädierte geprellte Arm wird schon heil werden. Die Klettschiene laß ich seit gestern weg, um die Sehnen zu trainieren, wenn eine beschädigt sein sollte, halt die gesunden meiner Greifhand. Geduld…..GERDI

Unsere Reise von Palermo bis zu den Äolischen Inseln

03. Juli 2009, vor Anker in einer weiten Bucht unter dem Monte CatalfanoPalermoGERHARD

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Wieder haben wir ein Kap gerundet, wieder ein markanter Ort! Nahezu senkrecht 100 Meter hoch mit einem Riesentor von der Natur geschaffen und einem Leuchthaus davor. Eigentlich wollten wir noch weiter bis Termini, aber die Seekarte versprach eine gute Ankerbucht ums Eck rum. Jetzt schaukelt die EOS leicht und vom Ufer wehen die fröhlichen Geräusche badender herüber. 4 weitere Segler haben hier auch ihre Anker ausgelegt. Meteo Italiano sagt eine ruhige Nacht voraus. Wir werden bleiben wenn das Wetter hält und den Grill im Heck in Betrieb nehmen. Gerdi bereitet gerade das Fleisch zu. Als Option für ungünstige Winde steht der Hafen von Porticello, eine Meile südlich zur Verfügung.Heute hat uns guter Wind vorangetrieben, weg von Palermo, der äußerst lebendigen großen Stadt. Ein gigantisches Verkehrsgewühl quält sich durch die Straßen. Sie zu queren erfordert höchste Aufmerksamkeit. Ganz am Morgen, als die Stadt am Erwachen war, habe ich auf alten, natursteingepflasterten Wegen den Monte Pellegrino bestiegen. Er erhebt sich 600 Meter hoch neben unserem Hafen. Nicht ganz oben wartet eine Wallfahrtskirche auf Gläubige (?) Die Kirche war noch geschlossen, aber die vielen Händler von Devotionalien bereiteten Ihre Pracht für den Ansturm der Besucher vor. Der Gipfel des Berges wurde von Sendeantennen in Beschlag genommen. Die Aussicht auf Stadt, Berge und Meer war grandios, so früh im Morgenlicht. Unten empfing mich der Lärm der erwachten Stadt. Etwas Gemüse, duftende Mimosenblüten für die Vase am Heck und frisches Brot waren Mitbringsel.In der Hitze des Tages marschierten wir zum großen Hafen. Fähren und ein Aida- Schiff „wurden beladen“. Die Hitze war erdrückend in den Straßen. Mit Tüten voller Kirschen, Aprikosen und Trauben kämpften wir uns zurück zur EOS. Von 9 bis 4 Uhr nachmittags waren wir in den Gassen unterwegs, fanden einen Antisifone für die Motorkühlung, gönnten uns ein Sprite und ein eiskaltes Bier – und den unerlässlichen caffè…Wir waren müde und hatten abends nicht mal mehr Lust auf ein Glas Wein. Als Ersatz suchten uns Mücken als Nahrungsquelle auf.Gerne verließen wir diese Stadt – aber in erster Linie den Hafen Villa Igiea Marina. Für über 90 Euro Liegegebühr für 2 Tage haben wir gelernt:·
Schau, welche Schiffe im Hafen liegen, überwiegend weiße, gepflegte Motorjachten: Alarm, teuer!·
Frage sofort mit den genauen Schiffsmaßen nach dem Preis!·
Kommst du früher als üblich, frage, ob der Ankunftstag auch berechnet wird!Wir versäumten beides und mussten blechen.GERDITrotz aller Anstrengung ist es ein ganz wunderbares Erlebnis, vom Hafen aus eine Stadt zu erkunden, stundenlang durch die Gässchen zu streifen, die wild befahrenen Hauptverkehrsadern als Fußgänger zu meistern (molto traffico!!) und eine Anhöhe zu erklimmen und auf die unter einem ausgebreitete Stadt zu blicken. Wir fragen uns durch zum Mundo Marine, einem kleinen Schiffsausstatter, mein Italienisch reicht aus, den Maestro in den Höhlen der hinteren Räumlichkeiten abtauchen zu lassen und mit dem seit 2 Tagen per Telefon und Internet gesuchten Antisifone für die Motorwasserkühlung aufzutreiben. Ein kleiner Triumpf.

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In den oft stark heruntergekommenen schmalen Häusern hängen diese vor Sonne schützenden 4 m langen Stoffbahnen am Balkon herab. Die Wäsche flattert im Wind und man sieht, welche Farbe die Hausfrau z.B. bei den Dessous bevorzugt. Oft violett oder auch rot…20 Babyhemdchen und Höslein lassen den Nachwuchs abzählen. Meist ist die Dame des Hauses rauchend dabei, oder mit einem jener winzigen Hunde am Arm. Auf der Piazza sind geräumige Stände aufgebaut: frisches Gemüse, reifes Obst (Albicoche=sprich „albikokke!“=Aprikosen für 1,50! Kirschen für 2.50€!), lebendige Schnecken (vongole) im engmaschigen Drahtkäfig, in dem sie munter schleimend rumkriechen…, Oliven in Salzlake in 20 l-Bottichen, Sträuße von himmlisch duftendem Basilikum, dampfende gekochte Kartoffeln, gekochte Maiskolben, Blüten und große Blätter von Kürbis oder Zucchini, 6 Sorten Tomaten, und die kleinen delikaten „cherry-Tomaten“ sind hier die billigsten und werden immer kiloweise verkauft. Wir wählen noch frischen Ziegenkäse, und als mir Caprese grad nicht einfällt, meckere ich naturgetreu wie eine Geiß…! Die Kunden müssen lachen, klar. Als ich erkläre „sono tedesca, arriviamo con barca vela, Marseille, Corsica, Elba, Sardegna, Sicilia, Greccia, Turkiye, Korfu, Venezia..“ staunen sie und plaudern los.In der Hitze des Tages finden wir kein Internetcafè für unser wöchentliches „navigare su Internet. Beherzt betreten wir die ehrfurchtgebietende eisgekühlte Reception eines Hotels. Sehr freundlich erlaubt uns der Herr in Livrée, die edle Brokatcouch zu benützen. Vor rotsamtenen Raffgardinen und goldenen Säulen, im Schein ehrwürdiger Lüster und goldprankiger Stehlampen lädt Gh die Fotos auf Flickr und wir versenden den blog von unsrer Überfahrt nach Sizilien. Fast 1 Stunde Fleißarbeit und 1 €, um euch Mitleser zu erfreuen und auf dem Laufenden zu halten. Siesta. Alle Läden, bis auf die kl.Bars, sind von 1 bis 4 oder 5 geschlossen. Die Angestellten können daheim regenerieren. Unter üppigen blütenschäumenden duftenden rosa Oleanderbäumen, riesigen Gummibäumen, Steineichen mit undurchdringlichem Laubdach, Eukalyptusbäumen- aber oft auch in sengender Hitze – geht’s 1 Std. zurück, vorbei am enorm großen Gefängnis. Im hafennahen Super market kaufen wir noch 2 Scheiben Rindfleisch zum Grillen. Leider fehlt das italienische passende Wort (es wäre vitello). la vache ist ja französisch und osso heißt Knochen, verflixt. Da mach ich wieder mal „Muh!“ und der „macellaio“ weiß Bescheid. Ein 5 jhr. kleiner dünner Bub hat 3 € in der Faust und ruft zur Glastheke hoch, dass er Fleisch dafür will..Der liebenswürdige Metzger fragt noch mal, tre? Ah…und dann schneidet er so viel vom 5 mm dünnen Schnitzel ab, bis 2 solche Scheiben eben nur noch 3 € kosten. Der Kleine saust davon, über Müllecken und verfallende Treppen, vorbei an wackligen Häusern mit wagemutigen Backstein-Anbauten oben auf dem 8 qm-Flachdach im 4. Stock…Da wird er wohnen. Und da gibt es heute „Carne“!!!!Die nahe Kirche beginnt ihr Glockenspiel, ein vollständiges Marienlied…Wir lassen uns noch eine Waffeltüte mit dem unvergleichlich fruchtigen Eis schmecken, neben uns die wohlgefüllten Rucksäcke…

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Zurück im Hafen mit den chromblitzenden, schneeweiß glänzenden majestätisch-monströsen fast hausgroßen Motoryachten fühle ich mich doch etwas elend ob des gesellschaftlichen Gegensatzes, klettere aufs Teakdeck unsrer schönen EOS, die tief unten liegt, da unten, wo in den Luxusmonstern wohl nur der Fäkalilentank ist, so hoch ragen die aus dem Wasser.Ab 22 Uhr wird die Luft kühler, ich sitze an Deck und schaue in den Mond, glücklich auf 9 Metern Segelschiff und ganz ohne Neid auf all die andern hier.Morgen aber will ich weg. Ankern. Ohne Hafenliegegebühr und uniformierte Männer, blütendweißes Hemd, schwarze Bermuda, in 6 m langen Schlauchbooten als Lotsen zum Liegeplatz, immer mit dem Telefonino am Ohr und irgendwas Schwarzem im Halfter – Die Schutzgelder haben wir ja bereits entrichtet. Ciao Palermo!!!und hier die Bilder:

Die Überfahrt von Sardinien nach Sizilien in 42 Stunden

GerhardSan Vito la Capo, 29. Juni

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Heute um 4 Uhr früh fiel der Anker in Hafennähe. Wir beendeten die Überfahrt von Sardinien nach Sizilien mit einem Schnaps, einer Flasche Bier und einer kleinen Brotzeit, bevor wir in die Kojen fielen. 2 Tage und 2 Nächte Schaukeln waren beendet.Von Cagliari, der größten Stadt Sardiniens starteten wir am Samstag früh. Cagliari ist eine lebendige Stadt. Nachdem Gerdis Wunden im Krankenhaus versorgt waren und meine Ersatzteile für den Motor nicht aufzutreiben waren, genossen wir den Tag, schlenderten von der belebten und lärmenden Unterstadt am Hafen mit den prächtigen Bürgerhäusern durch Gässchen den Hügel hinauf bis zur Zitadelle. Der Ausblick von dort oben auf Stadt, Umland und Meer ist atemberaubend. Auch die Bewohner genießen diesen Ort offensichtlich gerne. Den Aufenthalt in Sardinien beenden wir mit sardischen Antipasti dort oben. Kleine Linsen sauer mit Schafskäsewürfelchen, Kichererbsen in Kräutermarinade, Erbsen (piselli) als Quiche mit Eimasse überbacken, Ravioli handgemacht mit Tomatensoße, Schinken, Wurst, Schweinsfüßle in Essig, wie unser Schwartenmagen, aber in losen Schnipseln, kleine Tomaten,Radiesle, rohe Selleriestangen zum Knabbern, reich verzierte dolce, kleine Gebäckstückle mit Likör, caffè.Dann schlendern wir die von Laternen schwach erhellten steilen Gässchen wieder zurück zum Schiff. Manche Bars sind ganz den jugendlichen Gästen angepasst: Bequeme Polsterecken, weiche Liegeflächen, Doppelhängematten, ja Freitreppen sind bepolstert und werden bedient. Nett, so was. Und das Eis! Menta, mele e canelli, pescha, melone… Spitze. Wir genießen es, solange wir noch in Italien fahren.

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Unser Liegeplatz ist in guter Nachbarschaft anderer Langzeitsegler, die diese, leicht verlotterte, Marina gerne aufsuchen (auch wohl wegen des Preises). Auf den Schiffen wird gelebt, man sieht es. Flatternde Bettbezüge und Wäsche, Staubsauger, Kinderwagen, Räder, Basilikum und Geranien in Pötten an Bord…Der Wetterbericht für die nächsten 2 Tage nennt Bft 4, Nordwest. Am Samstag früh nehmen wir Abschied mit Kurs 110 Grad. Je weiter wir in tiefes Wasser kommen desto länger werden die Wellen. EOS macht gute Fahrt, beginnt jedoch unangenehm zu schaukeln. Um 21 Uhr abends vesinkt die rote Sonne hinter den letzten Konturen Sardiniens. Der Autopilot hält den Kurs und eine Bullentalje verhindert eine Patenthalse. Teilweise segeln wir nur mit gerefftem Großsegel und ohne Fock. Der geplante Grillabend fällt aus und auch die Freiwache findet wegen der Schaukelei nur wenig Schlaf. Am Morgen mindern sich Seegang und Wind und lassen sogar ein Frühstück mit Kaffee und Tee am Tisch zu. Danach brist es wieder wie gewohnt auf und sorgt für schnelle Fahrt. Alle 2 Stunden ermittle ich den Standort am GPS und übertrage ihn auf die Seekarte. Die Punkte bilden eine gerade Linie zum Ziel. Auch am zweiten Tag ist ans Grillen oder an die Benutzung des Kochers nicht zu denken. Mittags eine Melone, abends Tunfisch mit Zwiebeln und Tomaten, Gurkenscheiben, Margarinebrote. Der Hunger ist gering. Die 2. Nacht verläuft wie die erste. Gereffte Segel, Wind von hinten und starkes Schwanken. Man merkt, die Nerven werden beansprucht, die Worte sind nicht immer nur freundlich bei den Kommandos.Doch die Entschuldigung kommt prompt… Schiffe begegnen uns kaum. Mal ein Frachter, eine Motorjacht und kurz vor dem Ziel ein Segler. Der Leuchtturm von Capo San Vito weist den Weg, mit GPS umfahren wir die Untiefen, halten uns frei vom roten Sektor des Leuchtfeuers (Untiefen) und steuern zuletzt auf den Ankerplatz zu. In Gesellschaft anderer Schiffe gräbt sich der Anker in den Sand. 189 Seemeilen haben wir in 42 Stunden zurückgelegt. Erschöpft, aber froh. Sizilien ist erreicht!!!GerdiDie ersten 8 Stunden ist es noch ganz normal, immerzu im Cockpit zu sitzen, mit allen Muskeln jede wilde Schiffsbewegung auszugleichen. Der hohe Seegang rollt von achtern in bisher nie erlebten langen hohen Wogen an, 3 Meter Höhe wohl, pirschen sich ans Heck der EOS, dann hebt sich der 9 m lange Rumpf wie auf einem glatten Walrücken empor mehrere Meter in den Himmel, um sofort danach geschmeidig aber wie auf einer monströsen geölten Wasserrutsche in das tiefe Becken des Wellentals zu gleiten, wo ich jedes Mal denke, mit dem Schiff dort unten zu versinken. Doch schon rauscht behände die nächste hohe Welle heran und wirft unser stolzes Schiff mit 40° oder mehr auf die eine Seite und gleich auf die andere. Man sitzt mit Lifebelt angeleint im Cockpit und bestaunt, wie das Schiff das meistert! Die mächtige Welle rauscht und rollt unter dem Rumpf durch, rumst gegen den Langkiel und schlägt fordernd gegen das Ruderblatt… Die Selbststeueranlage reguliert fast zornig den Kurs nach jedem Wellendurchgang, wie ein Stöhnen hört sich die Reaktion der Pinnensteuerung an.

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Irgendwann ist die Sonne am Untergehen, rot, einsam. Keine Schiffsbegegnung… Die ersten Sterne. Der große Wagen nun „hinter uns“ noch steil, später wird er waagrecht sein und die „Räder“ sanft auf die Kimm senken, gegen Morgen… Der Mond gesellt sich dazu, tags nur schwach zu sehen. Silbern ergießt sich das Licht der halben Scheibe über das stark bewegte Meer, sogar Sterne werfen ihr Licht geschwisterlilch neben die Lichtstraße, so dunkel ist Himmel und Wasser. Mare molto mosso – oh ja!!! Ich kann kaum mehr sitzen. Doch das Schauspiel ist faszinierend. Lange Wellen türmen sich auf zu spitzen scheinbaren Gebirgsrücken wie in den Alpen und verdecken die Kimm – es ist wie im Film und man kann sich nicht satt sehen! Bis um 2 Uhr früh halte ich, stehend im Cockpit – wie in einer Schiffschaukel mit den Knien ausgleichend – Wache, nun mit den fernen Lichtern der Westspitze der großen Insel im Meer: Sizilien!! Unser Ziel ist erreicht, nur noch 2 Stunden… Bald ist diese große 42 stündige Überfahrt „Vergangenheit“, ein Logbucheintrag… Doch etwas kerbt sich in die Seele ein, das absolute „Gefangensein“ auf den 9 Metern Schiff, das unausweichliche
ewige Schaukeln mit jener Macht der kräftigen Bewegung, das tapfere Vorwärtsjagen der EOS, auf Gedeih und Verderb mit uns, kein Entrinnen, auch nicht für 1 Minute, auch nicht am Klo! Zitternde Augenblicke, wenn die Großschot sich just beim Lösen der Bullentalje um halbzwei losreißt und am Schotwagen hin- und hergeigt wie ein Geschoss, Gerhards wilder Befehl „hol dicht“! und ich krieg sie mit der wehen rechten Hand nicht zu fassen und beim Bücken schleudert die Schotrolle mit dem schweren Schäkel gegen Stirn und Brille – nix passiert….Um halb drei feucht salzig unter Deck, verkeilt mit Deckenstapel und Kissen, aber ohne Stützsegel schlägt die EOS wild von links nach rechts… Ich schlafe erst um 4. Gerhard ruft mich behutsam an Deck: jetzt brauch ich dich. Beim Ankermanöver. Ankleiden. Raus. Der hohe schlanke Leuchtturm ist nun ganz nah. Ein echter Freund nach der langen Überfahrt. Das Dankgebet der Nachtfahrt singe ich noch einmal in den Wind: Herr, wir bitten, komm und segne uns, lege auf uns deinen Frieden, segnend lege Hände über uns, rühr uns an mit deiner Kraft… Segne uns o Herr, deine Engel stell um uns und verleih uns deinen Frieden gnädiglich…Mit Gottes Hilfe und der Kraft unsres schönen Schiffes werden wir auch die kommenden großen Meeresstrecken meistern…Und hier die Fotos…

Von La Caletta nach Cagliari

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Windstärke 5 gegenan
Der Wind war meist gegenan, aber kräftig, 4-6 Windstärken. Angefangen hat es mit gutem halbem Wind und es war eine Lust zu segeln. Aber am Kap waren im Fernglas schon weiße Schaumkronen zu sehen. Wir nahmen die Segel herunter, der Wind erstarb und kam nach Minuten aus anderer Richtung. Nur mit kleiner Fok kämpfte sich die EOS tapfer gegenan. Am Abend waren wir als Lohn in einer azurblauen Bucht! Ein herrlicher Sonnenuntergang wurde vom Rauschen des Windes begleitet. Die Freude war jedoch gedämpft: Gerdi fiel im letzten Hafen Porto Corallo eine Hafentreppe hinunter und hatte böse Schürfwunden und einen wehen Daumen. Anderntags lagen wir ganz friedlich. Beim ersten Tageslicht lichteten wir den Anker und umrundeten Cap Carbonara und: Wieder der Wind von vorne. Erst noch schwach, dann mit Stärke 5. Diese Strecke legten wir mit Groß und Motorunterstützung zurück. Mittags legten wir in Cagliari, Sardiniens größte Stadt, an. Viele Langzeitsegler liegen hier. Die Segler helfen sich gegenseitig beim Anlegen. Gerade wenn der Wind aus seitlicher Richtung weht, ist es wertvoll, wenn eine Person die Leinen an Land übernimmt und die Muringleine übergibt. So wird ein Abtreiben des Bootes vermieden.Der Nachmittag war mit der Fahrt zum Krankenhaus ausgefüllt. Gerdis Wunde ist gereinigt und der Daumen steckt in einer Schiene, schaut komisch aus.Cagliari ist eine lebhafte bunte Stadt mit südlichem Flair. Die ragazze (Mädels) sind gestylt, geschminkt, schlank und tragen teure Handtaschen. Dazu rauchen sie und haben immer mindestens ein Telefonino am Ohr. Tiefschwarze, schöne Afrikaner in weiten Kaftans mit Ethnodruck stolzieren durch die Gasen. Im Internetcafé Sprachengewirr. Wir aßen 6-gängig typisch sardisch. Viel vegetarisches, roh und gegrillt. 25€ p.P mit Wein, 2 Dolce, Likör und caffé. Köstliche Düfte!Wir werden noch einen Tag bleiben, den Motor warten und einkaufen. Wenn der Wind passt, dann starten wir nach Sizilien. Das wird ein oder zwei Tage dauern.Die Temperatur hier: 29°C.Die Bilder:

Bordroutine : 25 Infos für Nichtsegler zum Leben an Bord

BORDROUTINE – 25 Infos für Nichtsegler zum Leben an Bord

  1. Aufwachen gegen 6 oder 7, Bad im Meer, Süßwasserdusche mit 1-2 l aus der Solardusche, dem schwarzen Gummisack – an Deck.
  2. Nationalflagge am Heck aufstecken. Gastflagge des besuchten Landes bleibt in Stb-Saling
  3. erster Grundanstrich, d.h.Sonnencreme UVF 25-50, je nach Sonne, Ankleiden
  4. Frühstück,meist im Salon,auf Ledersofas, umgeben von Fotos v. d. 3 Kindern+Bodensee macht meist Gerhard.Grüntee,1T.Filterkaffee+Milch,Müsli,Joghurt,Marmelade,Wu+Käse. Spülen u. sofort alles auf seinen seefesten Platz zurück:Porzellanteller,Tontassen,Kannen
  5. Evtl.Weltnachrichten auf Deutsche Welle
  6. Kontrolle:alles verstaut?Nix liegt auf Tisch, Sofa,Herd?Nur Seekarte + LogbuchAnker auf oder Leinen los, Logbucheintrag,Tagebuchschreiben, Lesen.Wenn die EOS sehr schräg segelt, verrutscht kaum was. Auf d.Bett Decken mit Seil zu Päckchen geschnürt, in Weidenkorb(angeseilt) sind 4 Stoffbeutel f.Bikinis, Slips, Bermuda, alles findet sich in 1 Handgriff – auch im Dunkeln.Im Kosmetik- u. Verbandsfach vis-à-vis vom WC ist alles in kl.Kästchen verstaut, auch Pinzette, Bartschere,Heilsalbe, Sonnenschutzcrems.
  7. Auch die Frottées, das Nähzeug, das Zahnputzzeug, die Sonnenbrille, die Sandalen-
  8. alles am festgelegten Platz
  9. Die Tischdecke auf dem stabilen Salontisch (Eigenbau, beidseitig klappbar 100x90cm, ist mit kl.Schraubzwingen seefest fixiert, die Bücher im Regal mit Gummiseil gegen Rausfallen bei Schräglage gesichert
  10. Auch der Rudergänger und Segelwechsler ist gesichert: ein auf Deck umlaufendes Stahlseil gibt uns die Möglichkeit, uns mit dem Karabiner vom Lifebeltseil einzuklinken.Damit keiner beim Schlafen aus der Koje rollt, habe ich aus Stoff sog. Lee-Segel genäht die senkrecht an der Matratze mit Seil u.Karabiner aufgespannt werden. Der Skipper kann seine ausgehängte Rückenlehne an der vorderen Kojenkante einstecken.
  11. Die Petroleumleuchte mit Glasschirm (!) hielt am Pfosten zur Küche – Pantry hin bisher jedem Wind stand.
  12. Beim Kochen in Schräglage kann man die Kochtöpfe mit Klammern am kardanisch aufhängbaren Petroleumkocher festklemmen.
  13. Die Teppiche sind in einzelnen brettgroßen Teilen auf die Bodenbretter geklebt, drunter ist der Vorratskeller über dem Kiel f.Mineralwasser, Bier,Wein, Bergstiefel….
  14. T-Shirts fanden in 3 säuberlichen Stapeln im „Badschränkchen“ in der 2.Etage Platz
  15. Schwimmwesten, Lifebelts, Ölzeug, Gummistiefel sind unter einem Sitz gestaut
  16. Proviant ist exakt geplant gestaut: unter dem Tisch in 2 Körben Brot, gr.Obst wie Melone. Äpfel, Aprikosen, Zitronen sichtbar hinter der Spüle zur Haltb.k.kontrolle. In pass.Dosen im Kühlschrank(45x35cm) Salat,Tomaten,Käse,Wurst,Butter,Eier, 1 l Wasser,1 Bier, Fisch, Fleisch, Joghurt,Milch,Margarine+Butter, Prosciutto…
  17. Unter dem Navigationstisch hängt ein Weidenkorb mit Kartoffeln,Zwiebeln, Weißkraut, sperrige Nahrungsmittel. Über dem Herd, tagsüber abgedeckt, baumeln Schere, Preffermühle, Topflappen, Knoblauch, Brillenputztuch, Feueranzünder
  18. In 3 Mahagonischubladen, rausfallsicher, 25×40, hat Gerhard alles schlingerfest griffbereit einsortiert in Schalen: 2 Schraubendreher, 1 Zange, kl.Werkzeugkasten, Meterstab, Tesafilm, Aufladegeräte f.Handy etc.- alles griffbereit. Das Navigations-Besteck sowie Stift,Spitzer,Zirkel , LED-Strahler ist neben d.Kartentisch an der Bord-Wand fixiert. Wunderschön auf Mahagoni, typische Hallberg-Rassy-Art. Öffnet man den 90×60-Deckel, liegen da säuberlichst in mit Holzleisten fixierten Flächen Handy, Geldbeutel,Adressbuch, Notebook, Logbuch=Tagebuch f.Navigationseinträge+Erlebtes
  19. 18. Die Schiffspapiere sind in gr. Ordnern in einem gr. Geschlossnen Fach über der stb-Koje, auch Pässe, Bootsführerscheine, Impfpass, Garantiescheine, Rechng.neuerworb. Teile. 6 dicke Seehandbücher sind im ehem. Barschrank! Bei 6 Schnapsgläschen,rüttelsicher….Das Versteck fürs Notgeld verrate ich natürlich nicht !!!
  20. Unser kleiner Schrank hinterm Bord-Clo (mit Tank) ist 60 cm „breit“ und kleiderbügeltief unten drin Badeschuhe,Schuhputzzeug,2 l Haka-Schmierseife f.Spülen+Waschen, Regenschirme – oben hängen auf Bügeln Hosen, Hemden, Blusen, 2 Kleidchen (zum Tanzen!), Faserpelzjacke+-Hose, Wolltroyer, winddichte Finkenwerder Fischerhemden, Anoraks
  21. Ist es sehr heiß, spannen wir vors Bug-Luk für Durchzug einen 1,50x1m Windfangsack. Am Heck spendet ein von mir aus einem EOS-Segel v. 1974 selbstgenähtes Bimini, ein klappbares Sonnenschutzdach auf, auch beim Segeln. Hinter dem Großbaum. Super! Wir sind immer bekleidet, „ohne“ nur nach der Uhr, 30 – 60 Minuten. Am Kopf einen Sonnenschutzhut UVF 40- Marke Stetson
  22. Auch wir 2 Seebären sind auf diesem 6. gemeinsamen Törn(der 1. rund Korsika zum Kennenlernen im August 1980) immer wieder erstaunt, wie automatisiert alles an Bord funktioniert, die „Seemannschaft“ sowieso und auch, dass bei einem Schräglage-Schüttel-28 StdTörn Tag/Nacht nichts „herumfliegt“ oder zu Bruch geht. Ordnung+Disziplin ist ein ungeschriebenes Prinzip, die einzige Chance für reibungsloses Segeln ohne Suchen+Ärger
  23. 6Gläser+6 vom Töpfer Luedecke in Meckenbeuren handgetöpferte Tassen ruhen 1 cm tief „versenkt“ in rund ausgesägten Löchern, je 8 kl.+gr.Porzellanteller, 4 Suppenteller, 6 Glasschüssele,6 Suppentassen sind in Holztrennwänden aus Mahagoni eingekeilt,Maßarb.!
  24. Töpfe, Dampfdrucktopf (für schnelles Garen, auslaufsicher), 2 Salatschüsseln, Meßbecher Vorratsdosen, 2 Pfannen, 1 kleiner Wok, 1 Henkeltopf f.Teewasser sind unter dem Herd, Deckel platzsparend waagrecht in einem Fangnetz gesichert. In einem 60x60x20 cm-Fach fügen sich Kaffeedose, grüner Tee, Salz, Zucker, Nescafé, Mehl, Müsli, Molkepulver auf ihrem Stammplatz ein neben Schneidbrettchen, Filtertüten, 2 Thermoskannen(2-wandig Stahl) f.Tee u.Kaffee, Brotkorb, Würzsoßen, Nachfüllgewürz
  25. Oben drauf ist ein 6-Flaschenkorb eingeklemmt mit Olivenöl,Obstessig,Bratöl, Mentasirup/Pfefferminz, Tamariskensirup.
  26. In 3 25x40x10 Schubladen ist Besteck f. 8 Personen einsortiert, darunter Spezielles wie Dosen/Flaschenöffner, Knobl.presse,Schneebesen,Suppenkelle, Sparschäler,Kochlöffel. Die 3.Schublade birgt 35Gewürzdosen, Kräutersalz, Origano ,Estragon, Rosmarin, Zimtzucker, Gyrosgewürz, Fischwürze, Thaicurry, Kressesamen (keimt in 2-3Tg. in tönernem Sieb-einsatz 3 cm hoch, vitaminreich,frisch)

Damit sei das rein Praktische an Bord genug beschrieben. So mancher kann sich gar nicht vorstellen, wie bei dem extremen Schaukeln und der Schräglage Küche, Navigation, Schlafen, funktioniert. Wohnmobilfahrer können sich es am ehesten vorstellen, aber das Schiff ist halt immer in Bewegung! Ich hoffe, es anschaulich genug geschildert zu haben.Gerhard wird noch ein paar Fotos dazu machen. Uns ist inzwischen alles zur BORDROUTINE geworden….und die Bilder dazu:

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Von Bonifacio nach La Caletta auf Sardinien

Sardiniens Ostküste, La Caletta, Freitag, 19. Juni 2009-06-19Eos liegt sicher an einer Mooring im Hafen von La Caletta. Der Wind pfeift wieder einmal mit Stärke 5 direkt aus unserer ursprünglichen Zielrichtung. So haben wir unser heutiges Reiseziel geändert und sind hierher gesegelt. Der Wetterbericht hat 6 Knoten, Bft. 2 aus Nordost vorhergesagt, eingetreten sind Bft 5 – 6 aus Südost.

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Der Leuchtturm von Bonifacio
Wir kommen nicht schnell voran, zum einen wegen der südlichen starken Winde, aber in erster Linie wegen der schönen Gegend. Zwischen Korsikas Südende und der Nordostseite von Sardinien liegen so schöne Inseln und Buchten, die uns zu kurzen Tagesetappen veranlasst haben. Porto Puddo z.B.: Eine große Bucht mit einer Insel mitten drinnen. Man liegt nach allen Seiten geschützt. Ein kleiner Fluss mündet hier. Ich bin ihn mit Maroni, unserem Klapp- Beiboot hinaufgerudert und bin in vollkommene Natur eingedrungen. Wasserschlangen haben sich unter mir durchgeschlängelt und über mir standen Libellen. Die nachmittägliche Hitze lastete überall, sogar die Vögel haben ihr Gezwitscher eingestellt. Erst ab 18 Uhr werden die Temperaturen wieder angenehmer für uns Nordländer. Bei Sonnenuntergang war das Fleisch auf unserem Grill am Heck fertig und wir genossen die abendliche Kühle, einen kühlen Rosé und das köstlich zarte Fleisch.Schon die nächste Bucht Tre Monti war wieder besonders: Drei „Berge“ aus rund abgeschliffenen riesigen Granitbrocken wachen über der Bucht und haben ihr den Namen gegeben: Drei Berge. Der höchste ist zwar nur 65 Meter hoch aber eine Besteigung hat es in sich. Schon das Vordringen zum Bergfuß war durch die dichte und dornenreiche Maccia nahezu unmöglich. Der Stein selbst war wunderbar rutschhemmend und in der Steilheit gerade noch gangbar aber ohne Griffe. Den Gipfel bildete ein eiförmiger Zyklopenstein und es gelang mir nicht, ihn zu erklimmen. Mancher 4-Tausender bei uns ist einfacher zu besteigen als diese Erhebung. Aber die Sicht war gut! Abends gabs dann eine allerköstliche Fleischsuppe von Gerdi. Ja, eine Köchin als Segelpartnerin ist Gold wert. Dazu einen kühlen Weißwein aus der Gegend.

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Unser Ankerplatz auf der Insel Tavolara, über 500m hoch
Nun wendete sich der Kurs nach Südost, vorbei an Porto Cervo, der Bucht, den auch Megajachten gerne ansteuern, man trifft sich dort, dann Olbia, der große Fährhafen, das Tor nach Sardinien. Und dann die Insel Tavolara! Sie ist die absolut höchste Erhebung in dieser Ufergegend, 560 Meter. An ihrem südwestlichen Ausläufer hat sich eine dünenartige sichelförmige Landzunge gebildet, deren Bogen zum Ankern einlädt. Hohe Inseln führen oft ihr windiges Eigenleben, Winde werden verstärkt oder ändern ihre Richtung. Am Nachmittag kam der Wind aus Nordost, wir waren in vollem Schutz, abends frischte der Wind auf Süd auf und der Landschutz war nicht mehr. Die Flucht ergreifen? Ein Ankertest mit Motorkraft ließ den Anker schleifen, wir holten den Anker ein und wählten einen anderen uferferneren Platz aus. Dort griff der Anker bestens. Eine Stunde später war dann alles wieder friedlich. Beim Ankern muss man sich immer einen Fluchtweg ausdenken, falls sich die Windsituation verschlechtert.Bevor wir jetzt hier ins Hafenbüro zum Internetanschluss gehen, erwähne ich noch unsere Solarzelle