An Russland vorbei

 

Im „Gdanska Restauracja“ bedient ein Ober in einer Art Uniform mit Epoletten. Die Einrichtung ist in ihrer historischen Art auch aus der Zeit gefallen. Das Essen jedoch schmeckt sehr gut, ausgezeichnet. Die Suppe wird in einer beheizten Schüssel serviert. Man kann sich zum Genießen Zeit lassen.

Den Katzensprung zur Landzunge Hel zu segeln ist bei halbem Wind eine Freude. Der Wetterbericht verkündet für die Fahrt nach Klaipeda abends nachlassenden Wind mit 6 Bft. Am anderen Morgen aber herrscht seltsame Ruhe im umtriebigen Fischerhafen. Der Zöllner besucht uns und rät von einer Ausfahrt wegen 7-8 Bft ab. Deswegen bleiben auch die Fischer im Hafen. Da bleiben wir wo wir sind. Es kommt aber kein besonders starker Wind. Also noch ein Wandertag durch den Touristenort, den wunderbar weißen Strand und die alten Verteidigungseinrichtungen.

Am Vormittag darauf reisen wir nach Klaipeda. Man muss die Enklave Kaliningrad mit 12 Seemeilen Abstand runden. Wir wählen 15 Seemeilen. Mit den Russen ist nicht zu spassen. Der Wind schläft sich aus. Fast alles motoren wir. Starker Dunst mindert die Sicht, nicht aber zu den Sternen. Der Mond sinkt rotglühend in den Dunstschleier. So richtig vollkommen dunkel wird es nicht mehr. Ein schwacher heller Streifen zieht sich die ganze Nacht von Westen nach Osten. Am anderen Morgen tauchen vor der Küste Litauens geisterhaft vor Klaipeda Frachtschiffe aus dem Dunst auf und verschwinden wieder. Wir finden Platz im Hafen beim Klaipeda  Old Castle, nachdem die alte Schwenkbrücke zur Seite gefahren ist.

 

Die Eos muß in Hel warten…

 

 

Der Skipper war im Zug von Danzig heim gereist…zur Hochzeit unsrer Tochter am 4. 5. im Allgäu. Am 6. Mai fuhr er mit dem Augsburger Freund zurück nach Polen. Der kennt die Eos seit 2007 auf Fluß und Mittelmeer.

Sie segelten zurüch zur Sandhalbinsel Hel. Starkwind-Warnung. Kein Schiff, kein Fischer verließ heute den Hafen.

Morgen oder übermorgen wollen sie die russische Enklave bei Königsberg umsegeln. Ziel Klaipeda.

Danzig, die Reiche

In 12 Tagen …308 Seemeilen

Segeletappe 17.-28. April

 

Wasserspeier und Bernsteinkettchen (Copy)

Von Wladyslawowo fahren wir bei gutem halbem Wind die lange Halbinsel Hel entlang. Wie die Zunge eines Chamäleons schiebt sich diese sandige, schmale Halbinsel ins Meer hinein. Im Hafen Hel genieße ich am Räucherstand die beste Makrele, saftig, butterweich, geschmackvoll. Regen am nächsten Tag auf dem Weg nach Danzig. Zum ersten Mal Begegnung mit der Großschiffahrt.

Danzigs Hafen zieht sich 3 Meilen auf der „Toten Weichsel“ ins Landesinnere. Gleich nach der Einfahrt macht die Westerplatte nachdenklich. Hier hat der 2. Weltkrieg seinen Anfang genommen. Vorbei an Fährterminals, Handelskais mit den mächtigen Kränen, an Werften und Trockendocks biegen wir genau gegenüber dem eindrucksvollen Krantor in den Sportboothafen ein. Wir liegen also sehr zentral und nur einen Steinwurf von der Altstadt entfernt. Auch hier ist der Hafen noch 3/4 leer. Die Saison beginnt gerade.

Danzig, die ehemalige reiche Hansestadt, haben die Russen im 2. Weltkrieg fast vollkommen zerstört. Jetzt zeigt sie sich, wieder aufgebaut, prachtvoll wie früher mit eindrucksvollen Backsteinhäusern und mächtigen Kirchen. Formenreiche Ziergiebel an den Bürgerhäusern begleiten die geraden, gepflasterten Straßen, die alle durch ein Tor zum Hafenfluss führen. Wir schlendern durch die Gassen und genießen die warme Sonne da und dort in einem Café. Das Schiffahrtsmuseum zeigt eindrucksvoll die Geschichte der Danziger Seefahrt. Vom Krantor ganz oben hat man einen Blick auf die vieltürmige Altstadt und die Dächer hinter den eindruckheischenden Zierfassaden. Am Hafen flattern die Fahnen aller Länder der EU, aber die EU-Fahne selbst fehlt. Was soll ich dabei denken?

Unsere EOS.. mit 45 Jahren! 17.-28. April

Von Stralsund bis Danzig hat uns die EOS in zwölf Tagen 308 Seemeilen sicher gebracht. Mal kein Wind, dann schönes Segeln, aber auch mal grenzwertig viel Gegenwind und Seegang…

Morgen gehen meine hilfreichen  Gäste von Bord. Danke! Auch ich  fahre im Zug heim und dann zu Erikas und Michis Hochzeit – im Allgäu. Ein paar Tage später kehre ich mit einem segelerprobten Freund wieder nach Danzig zum Boot zurück. Dann werden wir zu zweit unsere EO weiter in Richtung Tallin segeln. Wir sind gespannt auf die fünf Länder des Baltikums. 

 

Gemüsesuppe…?

Der diensthabende Smutje fragt am Morgen per SMS an, was man mit allerlei Gemüse kochen kann.

Schneller Eintopf

Fett in den Topf, Speck? Zwiebelwürfele, 1/2 Tl Zucker, Pfeffer. Karottenstücke 1 cm dick andünsten, 2 Kart.,alles andre dazu, rühren bis es etw. glasig ist, Petersilie u. Majoran u. 1 Knobl.zehe zuletzt, 2-3 T. Wasser, Brühwürfel . Darf max. zu 2/3 voll sein, Topf zu (den großen!!!) auf Druck und dann nur 5 min.kochen. Evtl.nachsalzen, frische Petersilie drauf. Guten Appetit.

In Eriskirch gab’s abends Mangold.😜DSC_09331556202182031

Koch Gerhard ist die Suppe super gelungen. Lob.😉🤗😏