69. Die EOS an Land in Korfu

Aus dem Wasser (1024x683)

Am Montag, 28.Sept. wurde unsere gute alte EOS mit der Seilwinde aus dem Meer gezogen, nach einer letzten schaukeligen Nacht vor Anker vor dem ‚Shipyard Corfu‘. Um 9.30 Uhr zitterte sie im Gestell auf den Schienen, die ins Meer reichen. Wir bekamen den Wunschplatz, direkt am Ufer, das Heck fast über der Brandungswelle, eine grandiose Sicht auf Albaniens SARANDE, auf die grüne Insel, aufs Meer, die Segler, auf die Burg (wenn nicht eines der riesigen Kreuzfahrschiffe sie total verdeckt…)

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Lefteris aus Albanien wacht über die EOS im Slip-Wagen, einem Stahlgerüst auf Schienen
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Schöner Blick v. Landplatz aus, aus 4m Höhe
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Ein (Winter-) Platz am Meeresufer…hoffentlich kommt kein Sturm, das Heck steht fast über dem Meer. Wir hören jede Welle anbranden.

Blick nach Albanien, Sarande. Auch nachts rast ein Schnellboot in 30 min rüber!

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Hier sieht man die Gleise für den ins Meer fahrenden Slipwagen
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Letzte Nacht vor Anker: hinten die riesigen Kreuzfahrschiffe am Sonderquai, hier die Arcadia, vorn unsre kleine microeos

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Nun folgt das Campingleben, also immer die Leiter 4m hoch- und runterklettern,zu WC + Dusche vorlaufen zwischen zahllosen Yachten, die wie die EOS auf 10-12 alten Baumstamm-Teilen aufgebockt hier stehen wie Geschwister. Wasserschlauch hochlegen zum Boot, Stromkabel tagsüber wegmachen wegen der 10 Bootstransporte…

Nett waren die beiden Albaner, die alles schafften. Überrascht war Lefteris, daß ich Falimendérit=danke, Mir dita=guten Tag und ein paar Wörter noch wußte. Miro pacim(c als dsch) heißt Adieu, ja lutter bitte, po=ja und jo=nein.

Leider gibt’s keinen Laden in der Nähe, wir wanderten gestern 3 Std. lang, fanden dann den einzigen( in der entgegengesetzten Richtung als der uns angewiesenen), aber um halbacht war’s dunkel – …und es war ein Glückfall, daß in einer ganz engen Gasse ein uriges Fischerlokal war.

Eine originelle Taverne (683x1024)

Keine Speisekarte, aber wir durften „wie früher“ (1983)  in 12 Töpfe und Pfannen gucken und staunend wählen, sogar eine Fischeierpaste, Kalamari, Octopus… nur kein Fleisch gab’s. Gerhard hat ein Foto gemacht, gemütlich, lecker das Essen. Die ungebetenen Katzen jagte der witzige Wirt mit der Wasserpistole zur Tür hinaus. Wer nur am Shipyard oder im Bereich der Fähren bleibt, versäumt dieses Gassengewirr mit den kleinen Wohnhäusern, den alten schönen Türen, den Bänken daneben, den alten Laternen über den Eingängen, und die vielen Blumen in Pötten und Kästen. So schön.

Heute poliert Gerhard den weißen Schiffsbauch und das weiße Kajütdach.. Ich poliere mit Starbrite alles, was glänzt (Chromstahl, Relingstützen, Bug- +Heckkorb, Ankerkasten, Positionslichter, alle Lüfter, Badeleiter… Mittags gab Möhren-Kartoffeleintopf- und Gerhard holte einen Frappé in einem Lokal an der Schnellstraße. Draußen kam die AIDA an, gestern ein riesiger Viermaster. Auf der Arcadia-Webcam sah man unsere EOS vor Anker liegen! Siehe Foto Nr.1

Arcadia. EOS auf d.webcam!
Hier sieht man unsre EOS vor dem Shipyard ankern. Aufgenommen von der Webcam der ARCADIA.
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Unser Bord-Büro 🙂
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Nach, Venedig, Dubrovnik, Olympia, Cadiz-…Aida vitaCosta Deliciosa, Arcadia,…
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Großputz im Bug
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Gerh. poliert den Schiffsbauch
Nationalflagge einholen
Ich hole die Nationalflagge ein…
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Adieu, du blaues Meer… wir sind nun Landbewohner!

Weitere Bilder und ein Bericht dazu: Klick

Die Reisestrecke bis vor das Winterlager: Klick

…und die letzten Meter vom Wasser aufs Land: Klick

65. Mit achterlichen 6 Bft nach Korfu

Der Wetterbericht meldete 6 Windstärken. Und Regen. Und morgen 7 bft. …. – ….Was tun? Erstmal gemütlich frühstücken, Gerhard hat frisches Weißbrot geholt mit dem Beiboot im Dorf.

Ich mache den Vorschlag, auf die letzte Ankernacht vor Vaitu zu verzichten und den Wind für die Überfahrt direkt nach Korfu zu nützen. Schade, aber sicherer. Denn am Montag wartet die Seilwinde auf unsre tapfere EOS, da kommt sie raus aus dem Wasser und auf den Winter-Lagerplatz im Shipyard Korfu-Mitte.

Wir segeln mit durchstehend 6 Bft, aber Gottlob von achtern!!! Hohe Wellen, tiefe Wellentäler. Ich hab mal von der letzten Segelstrecke Fotos gemacht, dann könnt ihr in Gedanken mit uns segeln. Festhalten, es schaukelt heftig, hin und her…. Und die Wellen brechen schaumweiß…Durchs Kajütfenster: nur Meerwasser…!

Albanien! Unser Ziel Mai 2016
Albanien! Unser Ziel Mai 2016

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Korfu- unser Ziel 2015
Korfu- unser Ziel 2015

Als wir in die Marina Mandraki einfahren wollen, meldet die Stimme auf Funk: Completely full. Also weiter, auch der neue kleine Hafen vor dem Stadthafen unter der Burg: voll. Anthrazitgrau dräuen die tiefhängenden Regenwolken, irre Blitze zucken hernieder… 6 Segelyachten wollen in die Marina Gouvia!! Dann regnet es in Strömen, Donner, Blitz und Doria… Ölzeug an, raus! Ein Guide winkt uns, also mit Vollgas dem Boot nachgefahren, Regen nimmt die Sicht, rein in die enge Gasse zwischen den Booten. Ich spring an den Bug, wo Gerhard schon die Festmacherleinen vorbereitet hat, packe mit dem Bootshaken die am Steg rübergereichte Mooringleine, werfe die Festmacher rüber, belege sie an den Klampen, Regen peitscht ins Gesicht… Die Sprayhood ist nicht regendicht, die Stube also auch nass. Was soll’s- wir sind sicher im Hafen. Und dann gibt’s Kaffee und geröstete Brotwürfele und Zucchiniküchlein… Stilvoll mit Kerzenschein und Blumen am Tisch.

Und wir sind dankbar, daß dieser lange Törn ohne Unfall und Unglück bis hierher geglückt ist.

Zur Ankunft in Korfu Gewitter-Regen
Alles pitschnass…

IMG_9975 IMG_9976 Sivota+Zucchiniküchlein Zur Begrüßg in Korfu Vesper, Brotwürfele +Küchle

64 Eine kleine Bergtour am Morgen

63. Wilde Sturm-Nacht vor Anker und flott nach Sivota

Wir labten uns noch nichtsahnend an dem leckeren Hühner-Reis-Pilav, den ich nach dem Rausfahren in die große Bucht vor Anker gekocht hatte, da begann um 21 Uhr ein Pfeifen, Fauchen, Donnern, Blitzen und wildes Geschaukel. Die Eos bäumte sich auf wie ein Hengst vor einem Hindernis… immer wilder wurden die Böen, die Brecher donnerten von den Felsen draußen herein, der Wind kam auflandig und das Schiff riss und zerrte an der knarrenden Ankerkette. Kein Wetterbericht und Meteo-Bild hatte eine Warnung ausgespuckt: Regen, Wind 3-4 aus nördlichen Richtungen, also waren wir ja ungefährdet vor dem Sandstrand… Nun aber kam er aus Süden! Gift für Ankerlieger, ein zweites  Schiff mit deutscher und württembergischer.Flagge führte denselben irrwitzigen Tanz auf: Schräglage wie bei gesetzten Segeln, 30° oder mehr, mal nach der stb- Seite mal nach der Backbordseite sackte der Rumpf ins Meer und der Mast näherte sich den anrollenden Wellen, die  weiß beschäumt  auf uns zu rasten. Lautes Brausen, wildes Heulen, hohes Pfeifen und Singen, aufgepeitschte Wogen- das machen die Böen mit mehr als 7 Windstärken. Wir beide segeln seit 1974 und dachten, wir kennen das ja längst. Aber so ein unmäßiges Zur-Seite-Schaukeln (und zurück!!!!) in schnellstem Wechsel, wie eine Nußschale – das war auch uns neu. Der Wind kam von vorn, die Wellen aber warfen das Schiff von der Seite anpreschend fast um. Dann ein wilder Lärm am Bug… War der Anker ausgerauscht? Der Mast weg? Der Großbaum abgerissen? Gerhard im Lifebelt eilte zum Bug: die Ankerkette rauschte aus, die Ankerkralle, die die Ankerwinsch entlastet, hatte sich auseinander gebogen und gebrochen. 5mm dick sind die Stahlschenkel dieses Teils- aufgebogen als wär es Blech… Gh packte im Schein der Stirnlampe den Handhebel beim Ankerkasten, sicherte die Winsch und dann war die Kette wieder fix. Aber das wilde Taumeln und Schlagen ging bis um 1 Uhr. Taghelle Blitze rund um uns, Donnerschläge, dann fiel am Land der Strom aus. Finsternis. Nur die Wohnwagen hatten noch innen Licht. Wir saßen mit Ölzeug und Schwimmwesten im Cockpit, im Blitz sahen wir die Nachbarcrew genaus so. Der Wind blieb, aber drehte etwas auf Nord. Nun kamen die hohen Wellen nicht mehr so entsetzlich von der Seite…Stoßgebete… wir legten uns angezogen auf die 2 Liegen im Salon, bereit… Erst um 5 Uhr kurze Schlafphasen. Gerhard schmeckte um halbacht ein kleines Frühstück mit Grüntee, mir genügte ein Kamillentee, dann noch eine Mütze Schlaaaaf…

Fotos von dieser wilden Nacht haben wir nicht, nur 2 zur Erinnerung: Die Segeler legen die Montur ab…

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Endlich raus ausm Ölzeug…

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Am Morgen um 11 gehn wir Anker-auf und wagen es trotz des Seegangs mit achterlichem Wind nach Norden zu segeln.

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Die MINOAN LINES, die uns Spenglers so oft in den Süden brachte.

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Beim Ankern vor Sivota liegen viele vor Anker!

Es regnet. 24°C. Wir räumen nochmals alle Fächer aus, sprühen ein 2.Mal Ungezieferspray, putzen gleich das ganze Schiff samt Kielraum, Heck und dem weißen Himmel überm Petroleumherd, …es ist ganz still, als wir die Hühnersuppe löffeln- als würde sich der Wind schämen für die wilde Nacht. Friedlich der Abend. Gott sei Dank. Auch der „Kleine“ in Augsburg gedeiht…

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Alles muß raus- aus den Schapps und Fächern, unter den Bodenbrettern, unter den Kojen…( und danach alles wieder ordentlich rein) -Alarmstufe 1, Kerbtiere!!

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62. Frösche, Kröte, Kakerlak-und ein Baby für L&M

Rückblick Gerdi ,16.-19.Sept.

In Amphilochia hatten wir ein Date mit einer Meeresschildkröte.

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Ungebetener Käferbesuch: Im Hadesfluß Acheron kamen goldene 6-beinige flinke Kerbtierlein an Bord, die unglaublich schnell bei Licht in die engsten Ritzen flitzten…(Giftspray gekauft!! Wilde Jagd)

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Die niedlichen kleinen Fröschlein blieben beim Duschen am Holzsteg hocken!

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Zwillinge?

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Aber dann kam am  frühen Abend  das schönste Erlebnis:

Unser 1. Enkelkind kam auf die Welt: am 18.September 2015 in Augsburg!

EMIL TOMTE

Wir sind voller Dankbarkeit und… glückselig. Den Dreien wünschen wir Gottes Segen!

61. Zum sagen-umwobenen Fluß ACHERON

Heute ist der 18. September. Voller Spannung warten wir auf die Geburt des 1. Enkelkindes… Heute haben wir 30 Seemeilen vor uns. Inzwischen sind wir 2015 1820 km weit gefahren und gesegelt, die Hälfte unter Segeln!

Gerhard startet um 7, Frühstück auf See. Kein Wind. müssen den Volvo -Motor bemühen. Gegen Mittag nähern wir uns den uns schon von 2011 bekannten fast senkrechten Felsen am „Eingang“ zur großen Sandbucht. Ich biege ums Kap und da liegt vor uns die schmale Mündung des in der Odyssee beschriebenen Flusses STYXX, dahinter der Eingang zum Hades!

Mit Sorgfalt taste ich mich in die Flußmitte, 2 m Wassertiefe, Schilf zu beiden Seiten. Wir kennen das schon, es wird am Rand auch mal flacher. An den Fischerbooten tuckern wir vorbei   und sehen 3 Segelmasten zur Linken, ein neuer Ponton mit Edelstahlringen zum Festmachen. Das können nur Deutsche angelegt haben, so ist es auch.:-) Saubere Arbeit, sogar ein Wasseranschluß, 10€ die Nacht, sagt der Feriensiedlungsbesitzer. OK.

Das erste Bad im Süßwasser, bei 17°C ist das ein Erlebnis nach der 40°-Hitze und dem 26° warmem Meer draußen. Aber Festhalten ist wichtig in der Strömung. Man würde schnell abgetrieben im Fluß. Die EOS fängt an abzukühlen, es bildet sich Schwitzwasser im Topffach, an der Bordwand runter läuft es (innen) zum Kiel, der Teppich wird nass. Befremdlich, aber physikalisch logisch. Im Kajütbereich erfrischende 23°, aber schnell die Moskitonetze überall vorspannen, denn die vielen großen Schnaken kennen wir von der Donau 2014.

Wir bummeln zur Mündung und zum roten Sonnenuntergang…

Dann klingelt das Telefon!!! Unser Sohn, tief bewegt…

Das Baby ist da!!!!Emil Tomte.

Hoch soll es leben, Gottes Gnade soll es beschützen, die Eltern sollen ihre Freude bewahren.

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EMIL ist da,18,9,15

Zum Abendessen kehren wir in eine der vielen fast leeren Tavernen ein. Man sieht nur noch Deutsche. Wir lassen uns die zarten kleinen Calamari vom Grill schmecken, Vorspeise gegrillte kleine Paprikaschoten.

Am 19. Sept. fuhren wir mit Außenborder im Schlauchboot den Acheron-Fluß hoch und ich paddelte stromabwärts die 3 km  wieder zurück, mit weißen Reihern, türkisblauen Eisvögeln, einem flinken Biber, elegant kreisenden Greifvögeln, munteren Schwalben, Beutel-Meisen und ihren im Baum hängenden Beutel-Nestern, Libellen, Schmetterlingen, reifen Brombeeren zwischen Schwarzerlen, Weiden, Platanen und sogar Feigenbäumen bis ins Wasser, Totholz, abgestorbene Bäume, Seerosen- eine Mischung aus Schussen, Rednitz und Donau.

Die Fotos bis hierher, Klick

Die Reisestrecke: Klick

und schließlich die Flusstour: Klick

60. Von Amphilochia flott nach Preveza gesegelt!

Amphilochia. Wie 1987. Wir legten längsseits am Kai an, eine Schweizer Mietjacht mit uns. Die Promenade überrascht uns mit saftig grünen Rasenrabatten und Blumen. Wir bekommen in einem Supermarkt köstlichen frischen Feta aus dem Faß zum Probieren, wunderbar!

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Beim Rückweg entdecke ich einen besonders schmalen Kanister, der könnte in die Nische passen neben Hundekoje und Motorblock. Als Sammelcontainer für leere Bierdosen, PET-Flaschen, Milchtüten. Gerhard schnitt den Deckel oben ab-passt!!!

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image3Das Schwimmen im nachtdunklen Meer bescherte uns- nach der großen Schildkröte am Morgen!- noch das Wunder des hellgrünen Leuchtens, am Morgen legen wir aber ab um 9 und wir haben einen wunderschönen Wind ab 12 Uhr mittags!

Bei Seegang gibt's nur Feta+Oliven!
Bei Seegang gibt’s nur Feta+Oliven!
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Die Schweizer Crew mit Beatrice

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Groß und Fock, Schräglage, einfach himmlisch. Die Schweizer Crew segelt mit uns, fast wie eine Ragatta – und ich steuere die EOS von  an der Pinne, segle jede Bö aus- und trotz nachgeschlepptem Schlauchboot ist unser 41 . altes 6 t schweres Schiff bestens unterwegs. Fast überhole ich die graue stolze moderne Yacht. Das war ein Spass! Nach 8 Stunden beenden wir diesen sportlichen Segeltag und werfen in der Bucht vor Preveza den Anker. Ich koche köstlich gewürztes Ungarisches Gulasch mit Kartoffeln, in Butter braun geröstet. Zum Dessert schmausen wir süße griechische Weintrauben. Schöner Ankerabend vor den Lichtern von Preveza, ca. 12 Ankerer mit uns.

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