Kein Hinweis im Internet, auch sonst nirgends. Wie vor 25 Jahren als wir hier waren, phosporiziert das Meer nachts.
Wir schwimmen nachts, jeder Schwimmzug hat eine grüne Leuchtspur zur Folge. Beim Paddeln mit der MICRO EOS wirft der Bug eine grüne Bugwelle auf. Auch ein Taucher bliebe in dieser Bucht nicht unbemerkt.
Auch sonst ein Erlebnis in der nächtlich dunklen Bucht bei spiegelglattem Wasser zu paddeln.
Leider unmöglich, dieses Ereignis zu fotografieren (auch nicht mit höchstem ISO- Wert.
Amfilochia, eine ganz normale Stadt mit einer schönen, nächtlichen Besonderheit.
Sonnenaufgang Lefkas D-Marina, zum Kanal freier BlickFast einsam liegt die EOS ganz am letzten E-Steg-EckHinter uns Mastenwald, viele Charter-Flotillen, Bavarias
Marinas sind nicht unsere Sache, zu quirlig, zu eng, aber wir haben einen Platz fast alleine ganz außen am Steg und da streicht der Wind durchs Schiff. Und zwischendurch brauchen wir auch mal eine Wäscherei, Strom und Wasser und eine Stadt in der Nähe. Also bleiben wir in der luxuriösen Marina Lefkas 3 (teure) Tage.
Weiter durch den Kanal von Lefkas. Eine „Fähre“ trennt die Insel vom Festland. Nur dem Gesetz nach ist es eine Fähre: FB Santa Maura. Sie dreht sich um einen Pfahl in der Kanalmitte. Somit wird Lefkas zur Insel und erhält Steuervorteile. Dann segeln wir ein Stück Meer und wieder durch eine gebaggerte Fahrrinne nach Preveza. Ankern hinter der Stadt.
Tags darauf langsames Motoren und herrliches Schmetterling-Segeln mit achterlichen 4-5 Bft bis zum Inselchen Vouvalos.
Einige noch kleinere Sandriffe umgeben unseren Ankerplatz. Nur selten verirrt sich eine Jacht in den hinteren Teil des Golfes, dabei ist er so schön! Etwa so groß wie der Bodensee, aber viel reicher gegliedert. Flussmündungen, Inseln, Buchten, Orte. Unsere Inselchen liegen weit draußen, kein Schiff, kein Ort weit und breit. Außerordentlich schön hier. Abends liefert der Grill 2 Steaks und Gerdi in der Küche einen bunten Salat. Ein wunderbarer Abend. Die feine Mondsichel erscheint am westlichen Horizont und dann das gewaltige Firmament, ungestört durch künstliches Licht. Ich schlafe auf dem Dach der Kajüte und möchte eigentlich nicht schlafen, sondern nach oben sehen. Der Wind streichelt, die Temperatur hat sich auf angenehme Werte gesenkt. Am Morgen das gewaltige Schauspiel Sonnenaufgang. Erst graut der Osten, dann wechselt es ins Rötliche über den Bergen, dann ins Blutrot, schließlich folgt Gelbrot und dann scheint die Sonne über den Horizont.
Mit MICRO EOS paddle ich auf die Insel. Ein weiter Kieselstrand, an den Enden Sandkliffs und dahinter eine spiegelglatte Lagune.
Zwischen mir und dem Sonnenaufgang schwimmt unsere EOS auf kleinen Wellen. Gerdi empfängt mich mit Flötenmusik bei der Rückkehr.
Gerdis Fotos: …..und danach der Rest v.Text
Wie der fliegende Hund in „Unendliche Geschichte“-wie hieß er?Ankern ist zauberhaft, am Abend wie am Morgen, auch wenn’s schaukeltTraumhaft, einsam, wunder-sam der Morgen-hinter dem schmalen Sandstreifen das Meer!erstmals Kotelett statt Halsgrat
Sonnenaufgang um 7Nein, kein Sonnenaufgang auf See ist „gleich“-immer ein Wunder!
Frühstück auf See, während der Automat die EOS übers leere Meer steuert. Ziel: Amfilochia. Hier waren wir mit den Kindern und MARION vor 25 Jahren. Durch einen unterirdischen Vulkanausbruch phosphorizierte damals das Wasser. Jeder Paddelschlag, jede Fischbewegung hatte eine grün leuchtende Spur zur Folge. Das Wasser in der Pumptoilette leuchtete grün. Ein einmaliges Schauspiel. Wie uns unser Segelnachbar sagt, gibt es dieses Schauspiel nicht mehr. Schade.
Am Samstag wollte ich das neu gekaufte Baby-Hösle verschicken. Aber nirgends konnte ich Briefmarken kaufen, bei keinem Postkartenladen, keiner Buchhandlung, keinem Souvenirshop- und die Post macht erst am Montag um 9 Uhr wieder auf.
Da lag es nun, das Geschenk zur Geburt des 1. Enkelkinds, so nett: mit der ganzen Familie Wal drauf appliziert: mama, Papa, Kind- die Sea-Family… und keine Chance, das Packerl nach Augsburg zu schicken 😦
Ich malte den kleinen Bub im Strampelanzug auf das große Couvert und lief zum Marina-Tower. Die junge Frau im Büro oben gab mir gleich zu verstehen: „We don’t sell stamps, Madam!“
Baby-Post…ohne BriefmarkenNun mit Briefmarken! und daneben das Täschle
Da legte ich den Umschlag mit dem Bild vor sie auf den Schreibtisch, erklärte, daß ich gerade Oma geworden sei- sofort leuchtete ein Lächeln in ihrem Gesicht, sie zog eine Geldbörse hervor, gab mir für 4,20 € Briefmarken – und nahm kein Geld. Nur den Namen der Segelyacht wollte sie wissen.
Herzlich bedankte ich mich für das doch unerwartete Geschenk.
Ich klebte gerade die 7 Marken auf- da forderte sie mich auf, noch zu warten. Sie würde was von oben holen – für größere Kids. Und dann schenkte sie mir einen kleinen Segeltuchbeutel mit farbenfrohen Fischen drauf.
Hätte ich das Bild nicht auf den Umschlag gemalt – und nur nach Marken gefragt- wäre ich um ein schönes Erlebnis ärmer geblieben.
Stürmisch das Meer-vor unsrem Boot, hinter der HafenmauerBerge in Wolken- nach 120 Tagen ein Schauspiel!Palairos: Wind+WolkenCumulus!Diese Wolken künden den Wind an!
In der Zalanda-Bay (das Dorf heißt Palairos) sah es zeitweilig aus wie in Deutschland am Bodensee: grauer Himmel, weiße Cumuluswolken, Regenschauer, viele Schirme, Leute im Regencape, Anoraks, Strickjacken, die Hungrigen aßen unter den tropfenden Zeltdächern ihr Gyros, wir tranken unseren (köstlichen) ESPRESSO innen in einer Café-Bar, dem Gormè.
Blitze erhellten die Nacht erneut, aber nun fiel kaum Regen, Lefkas war sekundenlang beleuchtet vom himmlischen Licht.
9/11 – ein furchtbarer Tag in unsrer Erinnerung… Die zerstörten Towers in N.Y.- ich bin am Abend froh, dass unser 1. Enkelkind nicht schon heute zur Welt kam, kein schöner Geburtstag…
Um 10.30 Uhr Ankerauf in Palairos, wo wir nun bemerken, daß die herbstliche Nachsaison begann. Viele reisen ab, aber manche starten bewußt erst nach der zu heißen Zeit. Wir segeln mit raumem Wind die Küste hoch unter Wolken, der Wind nimmt zu, als wir schon den Kanaleingang nach Lefkas-Stadt sehen können. Gleich schiebt die EOS kräftig Lage, nur unter der Fock zischt das Boot durch die Wellen. Alle Segler bergen nacheinander die doch so schön prall mit Wind gefüllten Segel: die ersten beiden Bojen der engen Fahrrinne begrüßen uns! Vorsicht ist ratsam, an den Seiten ist nur 1-2 m tiefes Flachwasser!!! Wie eine Lagune, Sand. Ein elegant wie in zeitlupe fliegender grauer Kranich grüßt uns- wie an der Donau vor 1 Jahr !
Südliche Einfahrt in den engen KanalNordwärts den Lefkas-Kanal hoch
Die D-Marina sahen wir erstmals auf dem Foto der feinen türkischen Didim-Marina in Turgut-Reis! Pontons mit Moorings, Wasser, Strom, mit Toiletten+Duschen, Tavernen, Marine-Läden an Land. Viele Österreicher kommen an mit Koffern und prallen Segeltaschen, viele Briten reisen ab. Meist treffen nun Senioren und ältere Paare ein, die die heißen Temperaturen scheuen…Mit Kleidern, Hut und handtaschen geht man am Abend zum Essen in die Lokale draußen, nun schon mit Wollstola und Merino-Jacke.
Wir probieren zum ersten Mal (!) unsere in Patras erworbene neue Bug-Leiteraus, mit der man, wenn man mit Bug am Ponton anlegt, auch tief runterklettern kann:
Lefkas gefällt uns wie früher, wir kennen es von 1985 bei unsrer 2-Mann-Überführung der SY „Sunrise“ Rhodos-Korinth- Brindisi,1987, 90, mit unsrer „Marion“, 2009 und 2011 mit der EOS, ein lebendiger pulsierender Ort, es gibt noch viele normale Geschäfte, Blumenläden, Zeitschriftenkiosks, moderne Metzgereien, Pâtisserien, Osterias für Einheimische, Schreibwarenläden (voll/ am 14. beginnt die Schule nach 3 Monaten Ferien!!).
Wir staunen über gut restaurierte Hotels, nach dem Erdbeben 2003 (?) wurde eine ganz neue Promenade und Uferstraße erbaut. Daneben zieht die geschwungene kleine Rialto-Holzbrücke viele Liebespaare und Selfie-Leute an fürs Foto „Sonne zwischen Kuß-Lippen“..:-)!!
Wir bummeln durch die Stadt, trinken einen Kaffee, zünden 3 Kerzlein an in einer goldglänzenden griech.orthodoxen Prunk-Kirche, kaufen einen entzückenden blauen Nicki-Strampelanzug fürs Baby und einen Versandumschlag mit Luftblasen ( aber keine Briefmarken dazu…) und einen Kefalonia-Rosé „Brillante“, der meinem empfindlichen Magen mal nicht schadet.
In einer Buchhandlung entdeckt Gerhard den unverzichtbaren englischen Rod Heikell-Band „Italian Waters Pilot“ (Navigation, Häfen, Bucht- u.Hafen-Fotos) und das Taschenbuch über den Trojanischen Krieg- auf deutsch! Nun sind wieder 3 Odyssee-Bände an Bord.
Unsere inzwischen wieder ca. 12 gelesenen Bücher tauschen wir in einem Community-Raum in der Marina: immer eine Sucherei, meist gibt’s nur Krimis und Frauenschnulzen, aber 10 wählen wir aus zum Tausch…! Für 2016, Korfu-Albanien-Apulien, Kalabrien, Sizilien. In Calighari auf Sardinien gibt’s erneut Büchertausch:-) Lesen ist sehr bedeutsam, ob bei Flaute, beim Segeln über lange Stunden (mit automat. Steuerung), im Hafen, bei Sturm-Stopps oder am Abend vorm Schlafengehn.
Ein Highlight iwar am Abend das Grill-Hendl, das Gerhard an Bord mitbrachte, nachdem ich rasch schön aufgedeckt und einen knackigen Salat gemacht hatte. Tags drauf eine köstliche indische Reissuppe mit 300g Hühnerbrust drin.
Wir haben einen so tollen Platz ganz außen, windig, luftig, keine nachbarn: wir liegen fast wie vor Anker, das Heck offen zum Kanal, auf dem laufend neue Yachten vorbeimotoren(80% Bavaria), entweder zum Stadthafen, oder in die Marina. Abends flötete ich Lieder in die Sternennacht…von Klassik bis „Kein schöner Land“, Greensleeves, Donna Klara und Schuberts „Schlafe, holder,süßer Knabe“ und das Brahms’sche Guten Abend, gut Nacht (die Spieluhr-Melodie des 1. Enkelkinds:-).
Wir beschlossen, noch einen Tag hier zu bleiben… Mußestunden.
PS: Wie ich zu Briefmarken kam fürs Strampelhösle ist im neuen Blog zu lesen;-)
…ist eigenartig. Jeder hat sie, sie steht immer zur Verfügung, ist so sicher wie Leben und Tod.
„Ich habe keine Zeit“ gibt es nicht. „Mir ist das jetzt nicht so wichtig“ ist besser, hört sich aber nicht so gut an und kann auch beleidigen. Wenn jemand „keine Zeit“ hat, dann erscheint er wichtig weil vielbeschäftigt und gefragt.
In die Zeit wird gepackt, was angenehm zu tun ist oder was das Gesetz erfordert oder wo ein anderer Zwang Ursache ist. Ein Schüler setzt sich unter Druck, er will das Schulziel erreichen. Ein Werktätiger ebenso, sein Auftrag soll ja gelingen.
Und ein Rentner? Rentner haben, was ich nicht verstehe oft keine Zeit. Sie drücken damit aus, dass man sie noch braucht. Das ist aber nicht der Fall, höchstens als Opa oder Oma oder sonst für soziale Hilfsdienste. Rentner haben ihre Zeit während ihres Arbeitslebens für die Gemeinschaft genutzt. Die Zeit danach ist ein Geschenk Gottes, das nicht jedem vergönnt ist. Jeder nutzt sie wie er will und soll sich viel weniger unter Druck setzen lassen wie früher. Junge Leute sind meist zeitnaher ausgebildet und haben Arbeit notwendiger als Ältere und übernehmen sie gerne.
Ob eine Arbeit erledigt oder ob ein Urlaub genossen wird, immer steht das Ende bevor und mindert den Genuss oder steigert den Druck. Und jetzt spreche ich für mich, der lange Zeit reist. Wir können große Strecken mit dem Schiff zurücklegen – wenn wir wollen! Wenn wir nicht wollen, können wir an einem schönen Ort ausharren, lesen, wandern, einen Ort durchstreifen, ein Auto mieten. Letztens waren wir in einer Bucht schon startklar, da haben wir uns entschlossen, zu bleiben. Oder in Patras: Die Hitze am Meer war so drückend, also ändern wir unsere Pläne und fahren eine Woche in die kühlen schönen Berge.
Wer nicht im Arbeitsleben steht, der ist viel Zeitflexibler und soll diese Möglichkeit auch nutzen. Auch das ist ein Geschenk, das nicht allen vergönnt ist und früher oder später endet. Es lohnt sich nachzudenken, was man in das Geschenk „Zeit“ hineinpackt.
Gerdi schreibt rückblickend, 4. Sept. Südostbay Kastos -Bucht bis 9.Sept. Dorfhafen Palairos/Zaverda Bay
Wenn der Skipper die Route gewählt hat, speist er die Daten in sein Smartphone vom GPS und wir können den Track auf dem kleinen Bildschirm kontrollieren. Wir aber haben auch noch historische papierne große Seekarten dabei, also Landkarten bzw. See-Karten von der Größe 120cmx70cm, gefaltet, so liegt sie dann am Kartentisch im Salon unten, vor Seewasser geschützt. Darauf sind noch unsere alten Bleistifteinträge zu lesen, als wir mit unsrer 8m-Stahlyacht Marion 1983-1990 Törns gesegelt sind und 2009-2011 zu zweit, Rhône bis Marmarameer und 2014 via Donau ins Schwarze Meer und via Istanbul bis Bodrum-Kos…
Die aktuelle ist gerade eine aus dem Jahr 1867. Am 10.Januar in London publiziert „under the superintendence of Captain G.H. Richards, hydrographer… New editions June 1872…1948….und noch 18 x bis 1987, da kaufte Gerhard unsere KARTE. Die Orte, die wir anlaufen, sind oft nur als 1-2 Häuslein verzeichnet, inzwischen aber britische Marinas für Neillson-Charteryachten oder stark expandierte kleine Städte mit Häfen, Ferienhäusern, Supermarkt und Tankstelle:-)!! Auch die Namen der Inseln und Orte sind zu heute unterschiedlich: Zante ist Zakynthos,unsere Bucht hier heißt auf der alten Karte Zaverda, der Ort aber heute Palairos.
Landleinen
In so tiefen Buchten, die in der Mitte wie ein Kar im Gebirge aussehen und 30-40 m tief sind, kann man nur bleiben, wenn man auf 12m ankert und sofort 2 Landleinen ans Ufer ausbringt und an den Felsen festmacht. Gerhard hat das mit dem Beiboot in der Türkei oft gemacht, nun also auch mal hier. Die Landleinen auf der Rolle sind 100 m m lang, er muß flott paddeln, ich halte die EOS am Platz, der Anker ist da schon bei 12m am Grund. In heißer Nacht bläst dann leider nicht der Nachtwind durchs Vorluk, denn die EOS kann sich nicht im Wind ausrichten. Sehr heiß war’s… Gh. schlief an Deck.Am Morgen bestieg er den Hügel und machte fantastische Fotos, siehe am Ende d.Artikels bei „klick“
Anker auf!
So blau, so herrliche FischleSieht nur so aus wie Schnee! In der Schweiz hat es aber schon Neuschnee!
Nudelsalat pikant aus eigner Kombüse
Mit Nudelsalat und gegrillten Souflaki hatten wir wieder gute Bordküche :-)Die grüne Ankerbucht Südostbay auf Kastos war wunderschön, fast reine Natur, keine Taverne, nur Ziegen! Nachts ankerten zwar dann doch 6 Boote, alle mit Landleinen wie wir auch. Aber als der Franzose nach 2 Stunden ratterndem Aggregat endlich sein Gedröhn abstellte, folgte ein sanfter Abend!
Nachts bei Wein u.Pistazien…
Sternenzauber
Wir saßen schweigend im Cockpit, über uns begann der allnächtliche Zauber der unbeschreiblichen Sternenzahl hoch über uns wie an einem tiefschwarzen Samtgewölbe. Nur sitzen und schauen, nur staunen und beten, und danken für das, was Gott uns schenkt! Die Milchstraße wie verschüttete Milch, eine lange breite Bahn im Dunkel – inmitten der funkelnden und flimmernden Sterne, viel mehr als man in Eriskirch sehen kann. Nur auf der Arflina in den lampenlosen Höhen der Fideriser Heuberge gibt es im Winter über den Schneebergen diese unermeßliche Fülle von Sternen. Joachim beherrscht die Kunst, dieses Sternenmeer zu fotografieren, ich nicht…
Ich liebe das Sternbild des Skorpion, den gelb leuchtenden Antares im Dreigestirn, den geschwungenen Bogen des Stachels rechts davon. Staunen. Erkennen..Die Cassiopeia, der große Wagen, im Finstern der Nacht seh ich auch das Reiterle auf der Deichsel, das Vati uns Kindern immer suchen ließ bei den nächtlichen sommerlichen Spaziergängen zwischen Leutershausen und Sachsen… Nicht satt sehen kann ich mich an dem Gefunkel. „Der Wald steht schwarz und schweiget“ – so spiele ich leise auf der Mundharmonika in die Nacht. Neben uns lag eine schöne alte engl. SY, Bj. 1950, immer wieder bewundernswert, wie diese Schönheiten gepflegt werden! Right Royal der stolze Name.Ganz ohne moderne Technik.
Die schöne Right Royal, Bj.1950, Bucht Ruda
Am Morgen segeln wir geruhsam zum Festland, die Küste von Kastos hoch.Raumer Wind, eine riesige rotweiße MINOAN-superfast-Fähre weckt Erinnerungen an unsere mehrfachen Fährereisen mit unsren 3 Kindern, zum Landurlaub auf der Mani/Peloponnes, Chrani, Dimitrios,…Venedig-Patras.
Erste Regenwolken nach 100 Tagen
Tags drauf segeln wir nach Mytika, gegenüber von Episkopi.. Kurs Nord: Immer ein Zeichen für das nahende Ende des Segeltörns…Nach 100 Tagen die ersten Wolken. Noch 33° im Boot, aber draußen keine Sonne. Wir kaufen ein, eindeutig ist schon Saisonende. Da freut sich der Wirt vom Glaros, daß wir 2 seine einzigen Gäste sind in seiner Taverne direkt am Meer.
Der Fisch ist vorzüglich, Ghs Fleisch-Casserole auch. Der Ort ist fast ausgestorben, nun sitzen vor den Häusern die schwarz gekleideten Witwen und die Rentner auf den Stühlen… Junge Leute gibt es wenig, man erkennt sie am Smartphone.
Wir hören im Wetterbericht von Regen 2 Tage lang. So brechen wir am 9. September auf und segeln mit raumem Wind, aufbrisend, an der Festlandküste nach Norden. Im kleinen Hafen von Palairos ankern wir und die EOS fährt trotz Seitenwind brav rückwärts zwischen die Yachten, die Gangway ist für mich zwar ein Zitterakt, aber der Landgang ist auch für die Beine wichtig Ein Gespräch mit dem Wirt einer Taverne (gutes Engl,7 J. Australien) bringt uns den Stolz der Griechen nahe: Das Olivenöl Griechenlands sei wie reines Gold, der Duft einer angeritzten Zitrone ist paradiesisch. Zurück durch leere Gassen zum Hafen, ab 21 Uhr soll’s regnen. Da werden wir uns mal mit dem Regenschirm aufmachen und Gyros unterm Tavernendach schmecken lassen hier drehn sich die Spieße, auch wenn wenige Gäste da sind.(Die Griechen fielen heuer zu 70% ganz weg! Ein Verlust für Ferienhausvermieter und Tavernen!!
Starkwind-Nacht und Stromausfall
Nachts um 2 schrecke ich auf durch grelle helle Blitze- husch, husch, die Luken dicht machen, die Lüfter zu, die Niedergangstüren eingesetzt…und dann geht es los: Wilde Böen, dumpfes Grollen, aufheulender Wind, in den Wanten der schon schräg geblasenen Boote heult und singt es in den höchsten Tönen. Tief der Dauerton des Starkwinds, 7? 8? Durchs Bugfenster sehe ich die Häuser taghell beleuchtet durch den dichten Regen, der auf Deck prasselt, das Land. Dann schwillt der Sturm an, ein Dröhnen, der Anker knarrt- aber er hält! Das Beiboot müssen wir kürzer anbinden, da es sich in den Ankerkette und Mooring des Nachbarschiffs verhakt hat. Gerhard zurrt die hölzerne Gangway 60 cm hoch über den Betonkai. Vor der nahen Hafenmauer schäumt und brodelt das aufgepeitschte Meer. Und dann ist es schlagartig stockfinster, Stromausfall in der ganzen Bucht. Nur die Solarleuchten an den Booten am schlingernden Charteryacht-Ponton sind kleine Lichtpunkte. Nur Autoscheinwerfer strahlen mal auf, sonst finster, und es lärmt gewaltig.Es stürmt, es pfeift, die Eos wird gegen das Nachbarboot gedrückt, die Fender quietschen, die Taue ächzen… Erst nach 3 Stunden geht die Lampe am Quai wieder an und das Dorf hat wieder Strom…Wir wachten, schliefen nur in kurzen Phasen… Auch das ist Segleralltag.
Der Motor hat keine Kraft mehr. Wenn ich einkupple, dann bleibt er stehen. Wir sind ziemlich nah unter Land gegenüber der Insel Kastos. Ausgerechnet jetzt weht kein, aber auch gar kein Lüftchen. Irgendwie zieht die felsige Küste das Schiff an. Nur noch 50 Meter bis dahin. Ich steige ins Schlauchboot und versuche die 5 Tonnen Schiff vom Land wegzuziehen. Kaum Erfolg. Das geht einige Stunden so. Es wird immer dunkler, dann ist es stockdunkel. Jetzt endlich fühle ich ein schwaches Lüftchen. Meine Pullerei hat ein Ende. Unter Segel schleichen wir auf den Hafen von Kastos zu. Gerdi steuert, aber der Motor lässt mir keine Ruhe. Ich öffne die Bodenbretter und versuche immer wieder zu starten. Plötzlich Wumm und eine Stichflamme. Gerdi springt auf, ruft Feuer! Sie holt die kleine Erika aus der Hundekoje, Joachim und Martin springen mit ihren Schwimmwesten in der Hand durchs Vorluk nach draußen. Ich gebe ein paar Schüsse mit dem Feuerlöscher ab und der Motor ist gelöscht und die Kajüte weiß wie von Schnee. Überall Löschpulver und es riecht nach Bratkartoffeln, Die Kartoffeln haben wir unter dem Tisch und über dem Motor gelagert. Alle treffen sich zitternd und mit großen Augen im Cockpit. Ein skurriles Bild. In den nächsten Tag treibt uns der Wind bis zum Kanal von Levkas. Dort schleppt uns eine freundliche Jacht durch den Kanal. Anderntags besieht sich ein Mechaniker den Motor. Nur der Verteiler hat sich verstellt. Eine Kleinigkeit. Da hätte ich auch draufkommen können. Nach 15 Minuten ist alles erledigt.
Heute, segeln wir an gleicher Stelle und uns geht dieses Ereignis vor 25 Jahren durch den Kopf.
Hier in Kastos hätte vor 25 Jahren unsere Segelreise mit den kleinen Kindern und der MARION beinahe ihr Ende gefunden
Die Bilder der Strecke, die uns hier vorbei geführt hat: Klick