In einer anderen Welt

Die Flusskarte findest Du hier

und die Bilder hier

 

Wir verlassen den Hafen von Cernavoda nachdem uns die Werftmeister noch zu 2 Fachmärkten in die Stadt gefahren haben. Dem vergangenen Wolkenbruch hat EOS nicht standhalten können und ich musste Dichtmasse beschaffen. Es war mir nicht möglich eine Gegenleistung auch für den Liegeplatz zu geben. „Wenn wir Ihnen helfen konnten, dann ist das genug“. Wir sind immer wieder über die Hilfsbereitschaft überrascht.

Dann fühle ich mich wie in einer anderen Welt. Linksseitig begleitet uns der Urwald, flach, rechts sanfte Hügel und dann wieder senkrechte sandfarbene Felswände. Trockenes Grasland, steppenartig. Pferde, Schweine und Kühe weiden am Ufer, mal ein Auto und immer wieder Pferdewagen.

Viele Pferdefuhrwerke

Ab und zu ein Dorf oben am Hügel. Eines heißt Dunarea. Ob es der Dunarea ihren Namen gegeben hat? Ich stehe an der Pinne und nehme die Ruhe der Gegend auf, obwohl das gleichmäßige Pochen des Motors ja alles übertönt. Eigentlich hätte der Strom noch 60 km zum Schwarzen Meer, aber die Hügel, an die er sich drängt zwingen ihn zu einem Umweg von 170 km nach Norden. Er hat auch seine enorme Breite wieder verloren, nicht mehr als 1 km misst er von Ufer zu Ufer. Die kleinen Boote haben Bug und Heck hochgezogen.

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Der Wind wirft hier erhebliche Wellen auf. Und die Boote haben keinen Motor, sondern werden mi schweren Riemen gerudert! Dennoch findet ein reger Verkehr von Ufer zu Ufer statt. Bei km 263 biegen wir in einen Seitenarm ein um zu ankern. Fröhliches Reden und Lachen umfängt uns und immer das Gebell der vielen Hunde. Dann wieder der lockere Galopp eines Pferdefuhrwerks am nahen Ufer. Wir fragen einen Ruderer nach Fischen, können uns aber wohl nicht verständigen. Ersatzweise kocht Gerdi eine herrliche Grießnockerlsuppe.

Die Mücken sind ohne Chance, das Netz über dem Cockpit hält sie ab. So verfolgen wir wie’s Nacht wird. Die fröhlichen Geräusche der Leute verstummen, dann ein kurzes Froschkonzert, ein Tiergeräusch, das wir nicht zuordnen können und wie immer die nimmermüden Hunde. Gerdi spielt noch auf der Mundharmonika und vielleicht öffnen wir noch eine Flasche Wein.

Wir schlafen gut in der kühlen Nacht. Am Morgen liegt Nebel über dem Strom. Das Tuck Tuck Tuck eines unsichtbaren Schiffes verklingt ganz langsam. Ein vollkommen vergessenes Geräusch wird lauter: Das Rattern von Wagenrädern und der Galopp eines Pferdes. Gleich darauf ist beides wieder verklungen. Zwischen den Büschen hinter der Insel blinzelt die rote Sonne durch. Immer noch fliegen die Mücken gegen unser Netz an.

Cernavoda – Eindrücke von GERDI

Die Bilder von Gerdi: Klick

Vor Anker in einem der vielen Nebenarme (um eine schmale Flußinsel der Donau herum)…40km nördlich von Cernavoda, wo wir nah am Atomkraftwerk lagen und ich dauernd „Cernobyl“ statt Cernavoda(Schwarzes Wasser ) „dachte“, eine unheimliche Stadt, nachts sahen die ca. 10 aneinandergebauten Plattenhochhäuser aus wie ein Hundertwassergemälde, weil die Fenster beleuchtet waren, aber tags doch marode, geflickt und zusammengeschustert mit Mörtel, Alufolie und Abfallholz, die Fenster oft kaputt und mit Klebeband geklebt. Viele viele Strampelhösle an den Leinen vor den Fenstern, Denn Kinder „kriegt man immer“- um Adenauer zu zitieren…

Cernavoda

An den Müllplätzen tummeln sich Katzen aller Farben und Lebensalter, akrobatisch heben sie zum Sprung an und mit bangem Blick prüfen sie, ob sie oben in den tiefen Schlund des Stinkemülls runter sollen, aus Hunger, aber wie wieder hoch und raus? Man hat immer 4 Müllcontainer, wohl eigentlich für Plastikflaschen, Metalldosen, Papier und Restmüll (ménagerie)…aber man trennt fast nicht…Ähnlich ist es im Taxi: man hat Gurte, vorn und  hinten, aber keiner außer uns legt einen an.

In Cernavoda war Stadtfest, wohl 3 Tage ab Mariä Himmelfahrt… und dann goß es einen halben Tag wie aus Kübeln, Wasserfälle sprudelten über die maroden Straßen, auf den  Kanaldeckeln stand das Wasser, bald waren Plätze, Höfe und der ganze Park 50 cm unter Wasser, nur noch die Bühne mit der toll aufgebauten Diskoband schaute raus. Abbruch der Veranstaltung…. Die Straßen hatten am Sonntag Mulden und Abbruchstellen mit ausgespülten Gräben, 50 cm breit, 30 cm tief, nur noch Geröll. Der Taxifahrer lapidar: That’s Romania!!! Am Morgen Fortsetzung des Fests: Kühlschränke wieder raus, Grillfleisch in Wannen hergeschafft, Sonnenschirme aufgeklappt,  dann wischten alle geduldig die 100 Bierbänke, bauten ihre Grillroste wieder auf und ein Junge schippte mit einer Schneeschaufel (!!) das Pfützenwasser vorm Trampolin in einen Putzeimer u. Papa kippte ihn auf die nahe Straße. Der Sonntag war gerettet, nachts um 10 gab’s sogar 10 Minuten Feuerwerk.

An Bord der EOS war auch nicht alles wie sonst: Erstmals zeigte unser liebes Schiff Alterserscheinungen. Nein..keine Falten, aber Inkontinenz! Das 40 Jahre treu dienende Teakdeck hielt nicht mehr überall die Verbindung zum GFK der Schale, das herabprasselnde Regenwasser im Hagelunwetter suchte sich einen Weg „unten durch“ und im Nu war auf dem Bug-Bett ein gr. Fleck, wie ihn nicht mal unsere 3 Kinder je machten. Dann ging alles ganz schnell, es lief an einer Stelle munter wie aus einem kl. Schlauch, Schüssel drunter, Gerhard kämpfte wacker mit Lappen und Schwamm gegen das eindringende holzbraune Wasser.

Am Vorschiff zeigt sich entlang der Bugkante des Aufbaus, daß da die allererste, 80 cm lange Sicaflex-Fuge nicht mehr dicht ist, es regnet in Strömen, tritt man auf diese 1 Planke, sprudelt es leicht in Blasen. Aha. Stelle entdeckt. unteriridisch dann rein und durch die Lämpchen fließt es wie ein kl. Bach.

Auch in der Küche lief es hinter dem Topffach an der inneren Bordwand entlang und ich merkte es, als ich beim Kochen auf einem schwamm-nassen Teppich stand… Bei uns an der Marienschlucht hatte es auch schon lange Stunden Regen, aber die „Marion“ war nur „draußen“ nass und nicht innen! Bei näherem Untersuchen zeigte sich gesplittertes GFK, schon mal in den Ecken notdürftig vom Vorbesitzer nachgeklebt…Auch im Schrank lief Wasser rein und „ergoß“ sich über die paar Kleider auf den Bügeln. Bei Meerwasser wär alles voller Salzränder… Gh. klebte aufgeschnittene, großflächige Mülltüten unter das „Dach“, auch da scheint das Deck undicht zu werden.

Nun macht uns Sorge, daß bald Salzwasser beim Segeln in den Meereswellen reinkommt. Gerhard hat nun kleine Mahagoni-Holzkeile formgerecht „geschnitzt“ und mit Sicaflex in diese maroden Ecken geklebt… Müßte dicht sein. Wären wir schon in der Werft ( in Fischbach) auf diese marode Stelle unterm Bug-Luk aufmerksam geworden oder auf das doch nicht mehr gute Teakdeck, hätten wir so bequem alles neu machen lassen… nun aber? Törn unterbrechen? Eine türkische Werft finden, die Gulets baut? Wir überlegen…

Nicht vergessen möchte ich, daß alle alle Rumänen unbeschreiblich freundlich sind, hilfsbereit, ja sie fahren einen mit dem eignen Auto dahin, wo Hilfe möglich sein könnte…aber sie nehmen niemals einen Geldschein oder Zigaretten als Dank , sie lehnen Bier und Slivovitz ab („im Dienst“, freuen sich riesig, wenn sie ihr bissele Deutsch anwenden können („Ich gearbeitet in Deutschland!!“) und sprechen ein gewandtes Englisch. Ein junger Forstingenieur hat sogar in Dtld. studiert (in engl.Sprache) und seinen Ing. gemacht. Fließendes Englisch. Sie wollen immer helfen, und sie behandeln uns wie Bruder und Schwester! Ist wohl wirklich eine Sache der Gene bei den südöstlichen Völkern. Die können gar nicht anders.

Heute sind wir ein sehr originelles Donaustück gefahren, 40 km stromab – nun umgibt uns die Dombrudscha, eine Steppenlandschaft mit Sandufern senkrecht fast aus der Donau ragend, hellgelb und fremdartig, das andre Ufer grün von Erlen und Weiden, alle Stämme stehen metertief im Hochwasser. Im Steppenland viele Pferde, Rappen,. Schimmel, oft braune Fuchsstuten. Ohne Zaun weiden sie an den Ufern, besuchen die Rinderherden, die brusttief im Fluss baden. Einmal war eine dicke Sau mit rosa Ohren beim Baden am Ufer, dahinter giebeldach-artig geschichtete braune Heublöcke.. Eine neue Farm hatte nun bereits wie bei uns jene zu riesigen Rollenwalzen aufgerollten Grasballen, gestapelt unter einem Blechdach.

Wir hatten heute 5-6 Windstärken, fuhren mit Motor gegen meterhohe aggressive Wellen an, dazu hatten wir Fischerhemd und Pulli an, denn nach Tagen mit 40° war die Temperatur sturzartig auf nur 20° gefallen!!! Weiße Gischtkämme zierten die Wellen, das Steuern war echte Arbeit und ich fühlte mich fast wie am Meer. Gerhard telefonierte mit einer Werft in GALATI, die unsren Mast stellen soll. Geht nicht, aber man vermittelt uns eine 2.Werft am Ort. Scheint doch sehr selten zu sein, daß ein Segler kommt!

Heute möchte ich mal was Nettes zitieren:

Auf einer Tafel „HEIDI“-Schokolade (wie die feine Lindt-Orangen-Schokolade dark 85% Kakao aussehend) eines rumänischen Herstellers stand folgender Vers:

HEIDI Dark Orange is about seeing the colours

    where others only see shades of grey“

 

Über die Dombrudscha-Landschaft steht im Donau-Flußführer:

Die Dombrudscha erstreckt sich bis zum Schwarzen Meer und behindert die Donau auf ihrem Weg nach Osten.

Ihre grasbewachsenen Sandhügel kann der müde gewordene Fluß nicht durchbrechen. Er fließt deshalb weiter nach NORDEN (!!),

um schließlich gen Osten ins Meer zu münden. (Das ist für uns in Sulina)

Wären wir an Land, kämen wir nun durch in der öden mit feinem Gras bewachsenen Steppe an kleine Lipowanerdörfer mit ihren weißen Kirchen und den silber-glänzenden Kuppeln . Die Lipowaner wurden im 18 Jh. vom Zar aus Russland vertrieben, strenggläubige Orthodoxe, mit blonden Haaren, blauen Augen, dicken Zöpfen  und langen Bärten. Sie leben in ärmlichen Hütten,  sind aber gute Fischer, auch im Delta.

Wir ankern gerade nahe dem Dorf TOPALU. Leider sind die Wellen zu hoch und der Wind zu heftig, um an dem im Fluß sooo seltenen Anlegerponton festzumachen, zu gefährlich mit dem am Bug lang überragenden Mast! So ankern wir in einem Flußarm, wenige Wellen nur, um 2 machte ich eine gr. Schüssel frischen knackigen Weißkohlsalat mit Estragon und roter Zwiebel, wir leben ähnlich wie die Flußleute: Kohl und Weißbrot. Aber ein Ruderer in einem teerschwarzen Kahn verstand uns: „Du willst Fisch? OK. Warten. du schlafen hier? Gut gut!“ Auch er hat mal in Dtld. gearbeitet.

Wie immer: freundlich und zu jeder Hilfe bereit.

Noch 260 km bis zum Meer…

(Die Fotos sind ganz am Anfang 🙂

Strombauten mit EU- Hilfe

Alle Bilder

Wir hatten ja ganz oben zwischen Straubing und Deggendorf große Probleme mit dem Tiefgang. Dort darf die Donau den naturgegebenen Weg wählen und ist zeitweise flach. Ähnlich hier zwischen km 500 und km 300. Ganz besonders  nach Stromkilometer 345. Hier zweigt ein riesiger Flussarm ab, der Bala- Arm, der nach 75 km wieder in die Donau mündet. Den nehmen die Schiffe bei wenig Wasser, wenn sie zu den Seehäfen nach Braila und Galati wollen. Unglücklicherweise nimmt die Donau einen Umweg nach Norden, bis sie bei Sulina ins Meer mündet. Cheaucescu hat darum einen Kanal geschaffen, der den nördlichen Umweg abschneidet und Binnenschiffen erlaubt bis nach Constanta ans Meer zu fahren. Dort werden die Waren von Seeschiffen vom Mittelmeer kommend auf Binnenschiffe umgeladen. Das spart 240 Flusskilometer. Jetzt müssen die Seeschiffe nicht mehr 150 km bis Galati oder Braila die Donau hochfahren, außerdem können größere, für die Donau nicht geeignete Seeschiffe im Seehafen Constanca umgeladen werden.

Aber: Der Tiefen- Engpass durch auf der Donau unter der Abzweigung zum Bala- Arm bleibt. August 2009 hätte es dort nur 30 cm Wasser gegeben, so informiert die Flusskarte! Darum fallen uns die vielen großen Baggerschiffe und Sandschuten auf.

Baggerarbeiten (2000x1500)

Und auch die Tafeln mit den blauen Euro- Sternen. Jetzt wird, wie auch im Oberlauf der Donau auch, ein Flussarm abgeschnitten und die Zufahrt zum Bala Arm verengt. Dadurch soll mehr Wasser dem Hauptarm der Donau zugeführt werden und so die Wassertiefe erhöht werden und damit die Abladetiefe über das ganze Jahr erhöht werden. Bei den riesigen Maßen der Donau hier im Unterlauf kostet das viel Geld und das wird auch mit unserer Finanzhilfe ermöglicht.

Gerade dieser Stromabschnitt mit seiner seeartigen Ausdehnung hat seinen besonderen Reiz. Wir haben ihn bei vollkommener Windstille erlebt. Ein Pelikan, viele Möwen, gelegentlich Silberhreier und anb und zu mal eine Boje.

 Auch Vögel gehen auf Reise (2) (2000x1500)

Bojen fangen das Treibholz (2000x1500)

Giurgiu bis Bukarest – von Gerdi

Zur Flusskarte gehts hier

Noch 500 km bis zum Delta… (Rückblick am 15. Aug. )GERDI

Fragt mich wer nach Höhepunkten, so wird die Antwort bescheiden…: Wir haben einen Silberreiher in 3m neben uns stlzen sehn beim Ankern neben einer im Hochwasser fast versunkenen Sandinsel. An einer roten Untiefentonne sonnte sich ein großer Pelikan… Ein Highlight im dauergleichen Flußab-Fahren zwischen grünen Laubufern und so seltenen roten Walmdach-Häuser-Dörfern in Bulgarien drüben.. Der Fluß ist die Grenze.

Wir bekamen 6 frisch geangelte Flußfische geschenkt. In Giurgiu durften wir bei den Hafenarbeitern deren köstliches Trinkwasser holen, im Kanister. Ohne Chlor, also Kaffee und Tee wie daheimJ. Bei 41°C besuchten wir die quirlige Hauptstadt Rumäniens – unbeschadeit … Wir sind unfallfrei 2000 km die Donau runter geschippert und außer dem abendlich traditionellen Schnakenüberfall gab’s keine gesundheitliche Beeinträchtigung. Wir haben nie Durchfall, obwohl unser Wasser ja oft 6 Tage lang im Kanister und dem 40l-Beutel unter der Cockpitbank dümpelt, bei 35° in der Kajüte, aber mit Micropur-Tabletten (Silberjod) 1 auf 5 l.

Daheim brate ich Bodensee-Felchen in der Pfanne. Saibling und Lachsforelle essen wir bei unsren EOS-Ausflügen vom Grill. Hier ist der Fisch, dessen Namen wir nicht kennen, mit 5mm-breiten Tigerstreifen überm Rücken oder auch gleichmäßigen Silberschuppen wie bei uns Barsche, etwas fad im Geschmack, hat nach dem Zitronebad aber ganz weißes festes Fleisch. Da ich 6 auf 1x bekam, kochte ich eine Fischsuppe, was ich daheim selten mache: Gut, wenn man Wurzelgemüse in Tupperware-Dosen an Bord hat, eigentlich für Eintopf. Karotte, Sellerieknolle und –Grün, Zwiebeln mit 3 Nelken drin, 2 Petersilienwurzeln, 1 Tl Korianderkörner, Senfkörner, 3 Lorbeerblätter, ½ Zitrone, 1/8 Rosé-Wein, Salz, Olivenöl, Dill, Petersilie, 3 Wacholderbeeren, Pfefferkörner,  Chili, 1 Ochsenherztomate, 2 Paprikaschoten, etw.Zucker, 3 Würfel Hühnerbrühe. Aufkochen, die 2 Fische in 4 cm-Stücke schneiden. Im Schnellkochtopf in 10 Min. fertig. Lecker.

Die restlichen 4 Fische, teils 30 cm lang, wanderten in das kleine Gefrierfach unsres nur teilweise noch dienenden Kühlschranks, der Elektronikregler ist kaputt, der Thermostat fiel aus(er liefe also wohl auf Stufe 5 ohne Pause durch, was die Batterie stark belastet. So bringt er ca. 18°C und im TK-Fach(-18°C) bleibt der Fisch ein paar Stunden eisgefroren) Wir stellen nun den Kühlschrank, wenn wir an Bord sind, 6-7 Std. an und dann wieder aus. Die Butter und die Milch „überleben“ also. Gemüse wandert unter die Bodenbretter über den Schiffskiel…

Die 4 großen Fische hat Gh. geschuppt, ich marinierte sie in Zitrone, füllte sie mit Dill, Fischgewürz, Knoblauchscheible, Pfeffer und 1 Tl Butter, wickelte sie in geölte Alufolie und Gh.. grillte sie am Heck der EOS.

Seit Giurgiu, gegenüber der bulgar. Stadt Rousse (eine Brücke führt hinüber) ist lebhafter Schiffsverkehr, ca. 160 m lange Schubverbände fahren rauf und runter. Sind sie unter ukrainischer Flagge, winken und hupen sie fröhlich. Sie wissen nicht, daß wir eigentlich Odessa und die Krim, Anya und Bogdan besuchen wollten bei Beginn der Reiseplanung. Kommen Zöllner längsseits und kontrollieren die Papiere und Pässe, spiele ich den Rumänen die Europahymne auf der Mundharmonika vor und sie freuen sich, wenn  wir „Welcome in EU and good luck!“ wünschen.

In der deutschen Presse lesen wir ja oft von den vielen wilden Hunden. Wir sehen es hier bestätigt, im Hafenbezirk leben unzählige Mischlinge, die Weibchen haben Junge, dicke Zitzen und man sieht auch die Welpen aller Farben, zutraulich und niedlich. Die Hafenarbeiter geben wohl vom eignen Suppentopf die Knochen ab, die Hunde schlafen im Schatten ohne verjagt zu werden. Auf der Straße aber Revierkämpfe, die Tiere gehen über die Fahrbahn, bleiben- auch nachts!!- unvermittelt in der Mitte stehen und die Autofahrer bremsen, hupen, man weiß nie, auf welche Seite der Hund sich wenden wird. Nachts sind Radfahrer ohne Licht unterwegs, Helm trägt keiner. Im Taxi gibt es vorne Gurte (die nur der Gast anschnallt) aber am Rücksitz sind die Schlösser „weg“ hinter der Rückenlehne, nie benützt. Im Omnibus (Girgiu-Bukarest) sind zwar am Sitzpolster Gurtschlösser, die Gurte fehlen. Aber es gab Klima-Anlage, die 20° im vollbesetzten Bus fühlen sich aber wie 30 an…

Sehr geduldig und ihrem Schicksal ergeben sitzen die Rumänen Körper an Körper, beladen mit Einkaufstragetaschen, oft Kinder am Schoß, schweißnass aber brav, nur die Babies quengeln, auch in den Lokalen, es ist einfach zu heiß. Sehr freundlich und an Gesprächen interessiert alle Erwachsenen, stolz auf kleine Englisch-Kenntnisse, kauderwelschend im Vodafone-Shop, beim Bäcker(sie schüttelte gleich bei 4 Sorten Keksen den Kopf „nu, nu!“ und empfahl wohl ihre Lieblingssorte), will ich nicht den 20cm-großen Kohlkopf, räumt sie   1m-hohen Sack aus und sucht einen kleineren… Und immer ein leuchtendes Gesicht bei der Frage: „You like ROMANIA????“ Und wir bejahen begeistert.

Motoren wir an rumänischen Sanduferstränden vorbei, stehen hinter den bunten Sonnenschirmen meist ziemlich neue dicke Autos. Waren es in Serbien noch verrostete uralte Yugo, Fiat 500, Ford und Opel der 60er Jahre, kann man sich im Rumänien dieser Tage ein Auto leisten. In Bukarest auf den 3 spurigen Boulevards und den Autoschlangen hinter den Ampeln fast nur „neue“ Autotypen wie bei uns, im Regierungsviertel dicke Mercedes, deren Fahrer jeden Vogelschiß ansprayen und die Stäubchen wegpolieren. Die Ober in der Hauptstadt in Schwarz-weiß, die Speisekarte international, die Innen-Salons eiskalt auf 18° gekühlt, die Toiletten mit Clobrille und erstmals einer verriegelbaren Tür eine Oase der Entspannung, mit Seifenspender, Musik, sauberem !!  Kachelboden. Hinter der Kirche (beim OmnibusStopp)am Friedhof dagegen war’s echt ganz orientalisch: ein Loch im Boden, sirrendes Fliegenheer, Gestank… Erinnerung an Omas Bretterhäusle mit dem Plumpsclo und dem runden Deckel, aber da gab’s noch Zeitungspapier an der Schnur aufgefädelt… hier natürlich nicht.

Kirchentor 1 (1200x1600)

A propos orthodoxe Kirchen: Sie glänzen in Gold und Silber, die Ikonen zu Hunderten wohlgepflegt, Lüster mit Muranoglas, enorme Kuppeln voller Gemälde, Engel ohne Zahl, auch schon in der Eingangshalle, den Bögen zwischen den Rundsäulen. Ein Ort der Stille voller Prunk und Himmelssehnsucht, der Pope Andreas  mit langem Pferdeschwanz in schwarzer bodenlanger Kutte, aber mit modernem neuestem Modell VW-Limousine wie ein Mercedes…

verborgene Architektur (1580x933)

Bukarest! Eine 2 Mio-Hauptstadt, der Triumpfbogen wie in Paris wird gerade renoviert, die vorgehängten Tücher zeigen seine Eleganz. Es gibt einen Place-de-Gaulle-Platz, große Museen in renovierten historischen schmuckreichen Gebäuden, man weist uns (auf Englisch nur) im Doppeldeck-Bus auf die sehr alten Viertel der Türken, Griechen, Juden hin, einst prächtige Häuser, aber in ganz engen Gassen, nun dem Zerfall preisgegeben. Ciaocescu wollte diese prachtvolle Vergangenheit wohl auslöschen. Vor dem riesigen Präsidentenpalast Busse und Heere von Touristen, die hineinwollen. Ich will nicht. Ich stelle mich in die Sprühkaskaden der Rasensprenger, um die Hitze zu ertragen.

Das Parlament von Bukarest (2000x1500)Über den Palast des Volkes kann ich nur staunen. Ein Gebäude, das in seinen Dimensionen alles Vernünftige sprengt. - Kopie

Im Bus alle Sitze belegt. Nach 1 Std Bus und Taxizurück im Hafen… (da mußte uns nachts der Nachtwächter auf Zuruf und Klopfen das mit rostigem Draht zugebundene Tor am Hafen öffnen), wieder über alle Schiffe klettern und  dann trau ich mich in die „…“-Brühe ins Hafenbecken steigen, Schweiß abwaschen, Nescafé und 1 Glas Wasser, dann fahren wir los, weg zu einem Ankerplatz 11 km hinter der Insel Albina, früh um 8 weiter…die Marina zum Maststellen gibt’s nicht mehr, nach fast 80 km Anker ab auf fast 8m WT am Hochwasserufer der Donau. Viele Schiffe nachts, Sternenhimmel über uns, wir schlafen im Cockpit im Wind unterm Schnakennetz… Noch 400 km bis zum Delta!

Hier die Bilder: Klick

 

Impressionen von fremder Sprache, Stimmungsbilder bei Nacht und Tag(Gerdi)

7.-11.August.

Da mein Gespür für Sprachen eher über Klangfarbe und Vokale Emotionen auslöst, notiere ich heute mal einige besonders musikalische Insel- und Ortsnamen aus diesem mir fremden Rumänischen. Eindeutig verwandt ist es zur romanischen „Sprachfamilie“, wenn ich auch kein Wort auf rumänisch sagen kann (auch kein Wörterbuch habe oder gar eine Art Lautschrift mir sagt, wie z.B. dieses flotte „Guten Tag“= „Buna ziua“ ausgesprochen wird!!), kann ich doch mit einigen französischen Wörtern und Sätzen oder italienischen Begriffen mich verständlich machen, ein Leuchten im Gesicht, ein Auflachen zeigen, dass das Gegenüber, ebenfalls keiner Fremdsprache mächtig, verstanden hat. Ein netter hilfreicher Selbstversuch! Frigatore defetto, der Kühlschrank ist kaputt. Merci=Danke, Cu plâcere=bitte, Mi piace=ich mag…es gefällt mir(ital.) Scuze=Entschuldigung.(Im Italienischen ruft man den Ober auch „Scusi!“ Ciao= Auf Wiedersehn, Tschüss(oder „la riverdere“ wie im Italienischen.

Gestern wollte ich mit einem Glas Apfelsaft(der Hafenbeamte verweigerte Schnaps und Bier=Alkohol im Dienst) dem andren zuprosten, also „Naroc!“ auf rumänisch. Großes Gelächter! Naroc nur bei alkoholischen Getränken, aber – hahaha!-doch nicht bei Saft oder Limo!! „Da!“ heißt“ ja!“ wie im Russischen+ Serbischen und „Nu“ nein. „Ajutor!“ Wie im Ital. Ajutare für Hilfe! „Cât costa“ Was kostet es? Weltsprache „nota“ für Geldnote oder „Zahlen bitte“. Intrare=‘Eingang, aber Ausgang ganz anders: Jesire.

In Vidin sah man  hinüber nach bulgar. Simeonovo/Botevo. Wie Musik! Noch einige Inselnamen:  Belene, Milka, Berzina Mica, Goliama Berzina, Gradina, Cioara, Papadia. Im bulgar. Oriahovo ließ man uns nicht ohne vorher in Rumänien auszuklarieren an Land. Also werden wir nur noch ankern auf der bulgar.Seite, die Donau ist internationale Wasserstraße! Die letzte Anlegestelle hieß ZIMNICEA!

Im Stromarm Papadia hatten wir auf 7,5 m Wassertiefe ankerten wir mitten im Strom. Es rauschte wie ein Wasserfall um die EOS, obwohl sie vor Anker ja „still steht“ wie auf einem Parkplatz. Die Strömung war mit 4 kmh derart stark, daß man schon sehr aufpassen musste an der Badeleiter beim Baden, festgekrallt an den runden Stahlstäben! Ein unbedachter handgriff, eine Wespe die sticht, man wär im Nu weg getrieben, der Partner könnte den Anker aufholen, wenden, Motor an und in die Richtung des abtreibenden„Verlorenen“ nachfahren… Ein Schreckensbild… Im Stromarm abseits der von langen Frachtern befahrenen Fahrrinne zu ankern, ist immer ein großartiges Erlebnis! Die Ufer oft steil und düster, beim Hochwasser stehen die Baumstämme im Strom. Fast immer ruft der Pirol seinen typischen Septim-Ruf mit dem neckischen Auftakt. Als ich klein war, lernte ich in der eisig kalten fränkischen Schwarzach das Schwimmen, Höhlen im Prallufer, auch da der Pirol in den Kiefernkronen. Das Gebüsch ist mit allerlei nur hörbarem Getier bewohnt, Schlangen wären lautlos, aber die Frösche, die unvermittelt alle auf einmal ihr Quak-Konzert starten oder die nimmermüden Grillen, die hoch tasteten unsrufenden eleganten Seeschwalben, die sich am Mast der EOS die dicksten Spinnen holen , ein Häher, ein Reiher im Ufergrün…

Unvermittelt kann aber das Donau-Ufer plötzlich seine eintönige Buschufer verwandeln: steile Sandfelsen, senkrecht wie beim Kloster Weltenburg, rötlich oder weiß wie die Kreidefelsen auf Rügen oder vor Dover(gesehen bei der Studien-Ende-Fahrt 1970). Sogar eine Kapelle entdeckte ich in einer 10 m überm Felsfuß gelegenen Felshöhle, mit Glasfenster. Die rumänischen Strände erinnerten an Sardinien+Italien: laute Discomusik, Autos, Sonnenschirme. Ruhe dagegen am bulgar.Ufer… Wir tasteten uns am 9.8. bedachtsam hinter ein Inselchen, tuckerten auf 5-6m Wassertiefe grad so weit vor, bis wir einen traumhaften Ausblick auf diese pittoresken steil aus der Donau aufragenden Felsen hatTauben flatterten mit rasselndem Flügelschlag auf, der Pirol rief, flinke Schwalben umschwirrten unsre EOS. Draußen im Fahrwasser zieht das schon mehrfach gesehene Kreuzfahrschiff AURELIA unter der roten Schweizer Flagge vorbei… Dann erhob sich wie aus dem Meer der riesige silberne Vollmond! Ein schmales glitzerndes Lichtband wanderte über den Fluß zu uns. Ein Zauber! Kein Laut mehr, nur kurz die Frösche im mindestens 1 m im Wasser stehenden Laubwald der Insel. Wären nicht die lüsternen Schnakenheere, wäre solch eine Nacht ein Traum…Ganz schnell das große Moskitonetz ausbreiten und am gelegten Mast fixieren…!!!!!!

Km 590! Keine 600 km mehr zum Delta! Große Strudel kreiseln um das Schiff, heben und senken es im Trudel als würde ein Wassergeist den Kiel heben… Gespenstisch. Viele Untiefen und Inselchen, die Flußkarte „stimmt nicht mehr“, ganz neue Fahrrinnen wurden gelegt mit an ganz andren Stellen gesetzten Untiefentonnen. Plötzlich muß man südlich um die langgestreckten Donau-Sand-Inseln herum oder ganz nah an ein Waldufer fahren und fast 80° an einer Tonne wieder abbiegen… Fährt ein langer Frachter vor mir, sieht es aus, als läge er „quer“ und versperrt die Wasserstraße völlig…!! „Ändert sich oft! Nur Tagfahrt!!“ schrieb der Flußkapitän schon 2008 in die handgezeichnete Flußkarte.

Bäume „fahren“ mit uns, etwas langsamer als die EOS. Peng! macht es am Bug, wenn ein kleiner Ast mal unter Wasser noch an seinem Stamm hängt!! Es braucht schon riesige Bagger und Kräne, um die Donau schiffbar zu halten! Vor Zimnicea ankerte ein großer Schubverband, am frisch weiß lackierten (statt toatal rostig-braunen) Kajütaufbau erkennt man sofort, wenn es ein deutscher, österreich. oder niederländ. Frachter ist. An Deck der „KREMS“ stand ein wohl 25 m hoher neuer gelber Kran!

In Zimnicea kündete das Handbuch von einem Anleger. Alles belegt durch 3 Polizeiboote, eine große weiße Yacht und eine ähnlich edle gepflegte 15m-Motoryacht… Als ich deshalb in heftiger Strömung an einem Rostfrachter anlegte(immer ein Nervenkitzel, weil am Bug ja 2m lang der Mastfuß vorsteht!!!)und alle 8 Fender „rollten“, folgte ich meinem Skipper mit bangem Blick, als er von Bord kletterte und an Land zum Polizeiposten lief. EOS tänzelte wie ein Araberhengst in der aggressiven Strömung von vorn, Pinne legen, zurück, ein Kampf. Aha, wir müssen da weg, aber an der großen Yacht, die wohl dem Agro-Magnaten gehört, dürfen wir längsseits gehen. Gewagt, gewagt… doch der für all die Schiffe verantwortliche Capetan versteht seinen Job, er hilft fachmännisch, die EOS zu vertäuen, daß der Mast NICHT in das edle silbernglänzende Relinggestänge spießt…Er besorgte uns Voda potabile, denn Trinkwasser gibts hier nicht. Mit dem Auto bringt er Skipper und 2 20l-Kanister zur Tankstelle und zurück. Uns fährt er noch zum Supermarket. Auf dem breiten Boulevard promenieren die Einheimischen, es gibt nur ein einziges Lokal wo man was essen kann. Nur Spaghetti… Da der Ober keine Telefonverbindung zum Taxi hinkriegt, laufen wir von 21 bis 22.15 Uhr im Stockfinstern eine enge Straße zum Hafen, bedrängt von kolossalen Erntefahrzeugen… Gespenstisch. Und schwülheiß.

Fische auftauen Flußfische in Alu f.d.Grill, mit Butter+Dill Gemüse rüsten f.d.Fischsuppe Gut gewürzt, auch am Schiff Leckere Fischsuppe zu Mittag

Zum Abschied schenkt uns der Hafenmann 6 Fische. Früh um 9 koche ich Fischsuppe, köstlich. Um 4 tauen wir die restl. gefrorenen Fische auf, sie wandern in Alu auf den Grill…

Nichts für Eilige…

Die Flusskarte, da könnt Ihr unsere Reise verfolgen: Hier

Auf dem Strom hier, einige Hundert Kilometer vor seiner Mündung und nur mehr 20m über dem Meer fühlen sich ungeduldige Menschen nicht wohl (Ausnahme, wer mit einem schnellen Flitzer Zeit und Strom durchmessen will). Wir sind den Landverkehr gewohnt, Autos eilen, Radler auch, Züge ebenso.

Wir liegen hier abseits der Fahrrinne an einer der seltenen Sandinseln (Der Strom führt gerade Hochwasser).

Wir ankern weit abseits des Fahrwassers

Träge, im Fußgängertempo wälzt sich das braune Wasser vorbei. Auch draußen im Strom treiben Äste, Wurzelwerk, ja, ganze Bäume vorbei. Aber alles langsam.

Reisende Möwen auf Treibholz

Dennoch ahne ich die Kraft, die hinter dieser Gemächlichkeit steckt. Wehe dem Skipper, der auf Grund gerät. Sein Schiff wird erbarmungslos auf Sand gedrückt. Kommt ein Bergauf- Fahrer um die Kurve, dann scheint es, er würde stehen. Aber er verschiebt sich ganz langsam gegen den Hintergrund. Besonders eindrücklich erscheint mir das bei einem Schubverband. 3, 4, oder gar 6  flache Schuten nebeneinander! Das macht bis zu 66m! In der Mitte hinten das Schubschiff. Das sieht aus als käme eine riesige Pistenraupe auf mich zu.

Powerschub-Bis zu 64 m breit

Es kann eine Stunde dauern, bis er wieder verschwindet. Anders die Talfahrer: Gegenüber dem Bergfahrenden eilen sie. In ein paar Minuten sind sie den Blicken wieder entschwunden. Dennoch spielt sich alles ganz langsam ab.

Gesten habe ich einen Verband mit 3 Schuten, hochbeladen mit Schrott beim Wenden beobachtet. Auf meiner Höhe hat er durch Rückwärtsfahrt gebremst. Ca. 300m weiter hat er sich zu drehen begonnen und in etwa 1 km Entfernung hat er das Manöver beendet. Der Vorgang hat etwa 20 Minuten gedauert. Das anschließende Anlegen dann nochmals fast eine Stunde.

Auch EOS darf beim Anlegen keine Eile zeigen. Erst mal am gewählten Anleger zweihundert Meter vorbei,  Leinen und Fender vorbereiten, dann einschwenken und sich gegen den Strom dem Anleger nähern. Fast parallel zum Anleger mit 1 oder 2 Meter  Abstand auffahren und nun gaaaanz langsam sich fast quer dem Ponton nähern. Vorsicht. Der Mast steht 3m vorne über dem Bug vor! Leider haben wir vorgestern zu spät bemerkt, dass unmittelbar am Ponton der Strom gegen die Flussrichtung steht. So schnell konnten wir gar nicht reagieren und schon hat die Mastspitze die EOS wenig sanft an einem Holzpfosten des Anlegepontons abgebremst. Rainer, danke für die stabile Mastverzurrung!

Hier, 500 km vor dem Meer, verbreitert sich die Donau auf 1 bis 3 km. In unserem Handbuch steht die Anmerkung “ Hier wird die Navigation spannend!“ Das stimmt. Der Strom verzweigt sich und bildet viele große Inseln. Die Kilometermarken am Ufer werden selten, die Bojen ebenfalls. Sie sind oft nur mit dem Fernglas auszumachen. Uns kommt aber der hohe Wasserstand zugute(danke für den tagelangen Regen im Nordwesten).

So ists auf unserer  Reise. Wir wissen nicht, was uns hinter der nächsten Kurve oder am nächsten Anleger erwartet.