Schärensegeln bis Gävle, 22.-24. Juli 19

Ade Badebucht Otterhälan,23.7 (2) (Copy) Ade Badebucht Otterhälan,23.7 (1) (Copy) GERDI :

Am Montag trug uns der Wind in 6 1/2 Stunden – teils mit Regen – zu einer Waldbucht: Trödjefjorden, wieder erfreut uns das Schwimmen bei fast 20° im Meer! Am Abend koche ich Steinpilz-Risotto. Morgen wollen wir bis zur Stadt GÄVLE segeln und da mal ein paar Tage bleiben. Dienstag mit Sonne, Himmelsblau und Glitzerwellen, um 10 Leinen los. Bis 14 Uhr wechseln sich Waldinseln, Leuchttürme, Felsen mit Möven und vor Gäfle wieder mit stinkenden Kormorankolonien ab. Leichtwind mal raum, mal gegenan. Der Yttrefjorden mittags verlangt erhöhte Aufmerksamkeit, Motor an und ganz exakt steuern und hinein in den Fluß. Strömung beachten! Wir legen an am linken Flußufer, neue Gast-Fingerstege, imposante architektonisch schöne Wohnhäuser zur Rechten. Gefle = Gävle gefällt mir sofort.

Es duftet nach etwas Geröstetem: aha, eine große Kaffeerösterei! Ganz neu der Gästhamn, ganz modern die Schweizer Waschmaschine+Trockner. Sofort versenke ich unsre Bettwäsche u.a. in der Trommel und dann laufen wir in die Stadt Gevle zum Einkaufen. Wunderbar die Alleen mit Lindenbäumen, die am Abend dann so betörend dufteten.  An Bord zaubere ich im Wok ein Thai-Gericht mit Gemüse und einer Hühnerbrust, so lecker.

Am Abend in Gävle (3) (Copy)Am Abend in Gävle (2) (Copy)

Um 21.30 bummeln wir am andren ganz neu ausgebauten Ufer zur Innenstadt (wie ein Strand aber in Kaihöhe neben dem Fuß- u. Radweg). Ich bin begeistert von den roten Klinkerhäusern, Lagerhallen. Nur durch schräg gestellte oder bogenförmig angebrachte Ziegelsteine ergeben siech graphische Muster und Simsverzierungen. Galerie anclicken und Fotos einzeln ansehn.

Am Abend in Gäfle (1) (Copy)Am Abend in Gäfle (2) (Copy)Am Abend in Gävle (1) (Copy)

Überraschend waren die Stelen auf dem Stortorget-Platz: realistisch aus Ton vom Bildhauer dargestellte für Gävle typische Szenen: das Flößen von Baumstämmen, die Arbeit der Fischer, die gut besuchte Kirche am Sonntag, originell die Zöpfe!

Am nächsten Morgen, 24.7., laufen wir bei sommerlichen 27°C zum GAMLA GÄFLE, einer auf Druck der Bürger nicht mit Wohnblöcken bebauten alten Stadt, sondern liebevoll erhaltenen kleinen Häusern und mit runden Flußkieseln gepflasterten Idylle, wo früher Handwerker, Fischer, Seeleute und später Kapitäne wohnten. Ein Glücksfall.

Gegen 11 laufen wir 3 Stunden lang mit wachsender Begeisterung im riesigen naturbelassenen Stadtgarten, einem Paradies entlang dem Fluß Gavleån. Hohe Kiefern, Birken, Erlen, Linden, dazwischen Badeplätze, Seerosen, vor dem Musiktheater 5 musizierende Engel im Park, wo früher Badestellen im Fluß eingerichtet waren. Um halbeins lassen wir uns einen Strömling schmecken in einem Parklokal mit Bänken im Schatten, ein süßer Brathering mit Preiselbeeren!

Gäfle, Park am Fluß 24.7 (12) (Copy) - KopieGäfle, Park-wanderweg 24.7 (7) (Copy) - KopieGäfle, Park-wanderweg 24.7 (8) (Copy) - KopieGäfle, Park-wanderweg 24.7 (9) (Copy) - KopieGäfle, Park-wanderweg 24.7 (10) (Copy) - KopieGäfle, Park-wanderweg 24.7 (11) - KopieGäfle, Park-wanderweg 24.7 (1) (Copy)

 

Es blieb den ganzen Tag so warm, wir genossen danach die Dusche im Gästhamn…und bedauern die Deutschen in der 38°-Hitzewelle…. Meine Skiunterwäsche ist verstaut, das dünne Nachthemd liegt bereit. Schlafen mit offenem Vorschiffsluk… Herrlicher schwedischer Sommer- endlich!

Von der Salzpfanne zu den Otterhallen… 20.Juli – 93. Törntag

20. Juli: Von Hölick zur Saltpann / von Gerdi


 

 

Zum 1. Mal seit 6 Wochen (Helsinki, 7.Juni) ist es beim Segeln warm!!! Sonne-Wonne-Leichtwindsegeln! Ich ziehe die Skiunterwäsche und Stiefel aus und tausche sie- oh Wunder- gegen T-Shirt und Reebok-Laufschuhe…. Sonnen, liegend  am Deck neben dem Schlauchboot-Paket…

 

Mal Fotos von mir, wo ich nicht an der Pinne sitze…

GERDI Deckfotos (13) (Copy) Segeln zu Saltpan Ankerbucht (9) (Copy)

Segeln zu Saltpan Ankerbucht (1) (Copy)
noch um diesen Wald rum und durch die Schären und dann in die Ankerbucht…

Zwischen bewaldeten Schären durch…die rote Pricke zeigt an, wo wieder ein Fels unter Wasser droht… und dann mit höchster Aufmerksamkeit durch Felsen und Steine… Das GPS zeigt euch wie das aussieht…Hellblau sind Untiefen mit 0,5 bis 5 m WT… _Weiß etwas mehr Wasser unterm Kiel. Die feinen Linien sind wie Höhenlinien auf der Bergwanderkarte, sie zeigen an wie flach es da wird…

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Nach 5 Stunden schlängeln wir uns an den letzten Steinen vorbei und biegen ein in eine zauberhafte Waldbucht!!  Wir ankern auf 3,5 m Wassertiefe…Schilf, Felsen, Möwen…

Segeln zu Saltpan Ankerbucht (2) (Copy)Segeln zu Saltpan Ankerbucht (3) (Copy)

Ich lasse das Badethermometer ins Meer ab und staune: warme 18,5 °C hat das Meer hier, und dann schwimme ich 14 Minuten in dem wundervollen „Bodensee-warmen“ Meer…

Vor uns hängt die Hamburger Yacht, die wir von der Sägewerksbucht kennen, an der einzigen Boje, die „Happy our“.

Wir geniiiießen die Bucht. Und uns.

Am Abend wirft Gerhard zum ersten Mal (am 93. Törntag!!!) den Heckgrill an und grillt die 2 Halsgratsteaks, dazu gibt’s den Rest arabische Linsen als pikanten Salat. Stille Nacht. Herrlicher Sonntagmorgen mit Ei zum Frühstück und klassischer Musik, via Smartphone ,aus dem Internet. Am liebsten wär ich noch einen Tag hier geblieben, aber nach Ghs Berechnung sollten wir täglich ca. 15 Seemeilen segeln bis Ende Sept. und die Ruhetage in Häfen brauchen wir zum Einkaufen, Waschen…


Sonntag, 21 Juli 2019:


Zu den OTTERHALEN in der SEGELVIK-BUCHT in den Schären

Um 10 Uhr Anker auf,nach Morgenschwimmen …:-) Draußen gleich kalter Südostwind,, Gischtkämme, Seegang….  Voll gegenan, dann müssen wir doch motoren… Gh entdeckt, daß ein Wasserzuführschlauch am Bord-WC undicht ist. Ein Leck…? Naja, wir ankern, da wird man sehen… Lappen rum wickeln…weitersegeln.

Seegang (1) (Copy)Seegang (7) (Copy)

 

 

Bald auffrischender Wind, 4 bft. Fock einrollen, raumer Wind, Groß zieht uns mit 4-5 kn. Immer dichter liegen nun die Felsen, wir konzentrieren uns beide 100%-ig… da ist die rote Pricke, dann ein Segelhafen, aber wir steuern in die Bucht an die Boje. Gerhard will die Toilette reparieren-ohne Zuschauer;-) Um 14 Uhr nach 4 Stunden und 15 sm= ca. 28 km Leine fest an der Boje. Am Ufer Ferienhäuser.

an der Boje, Otterhälan (3)
Zoomt mal das Türmchen: ich finde, es lächelt (durch die Girlanden)

an der Boje, Otterhälan (2)

Otterhälan (3) (Copy)Otterhälan (4) (Copy)

Schwimmen bei 19°, dann türmen sich dunkle Regenwolken auf vor der Bucht. Aber es regnet NICHT.

Gewitterwolken an der Boje Otterhälan (4) (Copy)Gewitterwolken an der Boje Otterhälan (2) (Copy) Gewitterwolken an der Boje Otterhälan (1) (Copy) WC-Reparatur Ansaugrohr abdichten (Copy)…Der Schlauch an der Toilette ist mit doppelter Rohrklemme abgedichtet. Hatte sich wohl gelockert beim Einbau der neuen Wasserpumpe vor einer Woche… Seegang lässt die EOS heftig rütteln und schaukeln, die Erschütterungen haben Folgen. Heute hat der Ingenieur Gerhard auch gleich den Motor überprüft, alle Schrauben sind fest, der Wasserfilter gereinigt. Alles paletti..

Am Abend kocht der Kapitän: Spaghetti mit Olivenöl, Parmesan und gerösteten Pinienkernen, die ich im Rucksack mitbrachte nach Helsinki 🙂

Uns erstaunt, dass es nun nach dem Abendessen doch fast dunkel wird!! Die Sonne geht unter um 21.57 Uhr. Um 4 Uhr geht sie erst wieder auf, 6 Std. statt 3 Std. „Pause“ wie bei Tallin und Helsinki, bei Vaasa und Umea …. Ich bin heute früh um 3.30 Uhr von Fischplatschern und Vogelkonzert aufgewacht in der stillen Ankerbucht: Ein Zauber: der Himmel war sanft orange getönt… und die Waldvögel haben gesungen und gezwitschert wie daheim.

Sandiges Natur-Reservat Hölick, 19. Juli

Gerdis Eindrücke vom Naturschutz-Gebiet Hölick:IMG_5249 (Copy)IMG_5247 IMG_5248 (Copy) Nach dem Nebelsegeln folgte die Überraschung: Sandstrände! 14.45 Uhr: Wir fummeln uns ganz vorsichtig an der rechten Hafenmole herum und ich steuere die 1. Nische zwischen den Fingerstegen für Gäste an, klappt gut. Es haben nur 6 Boote Platz. Bald schmiegt sich die gemütliche 2-Master-Motorsegelyacht QUADRANT aus Gevle neben uns  und gleich stehen dort 2 kühle Roséweingläser am Tisch….. Sehr nettes schwedisches Ehepaar, sie spricht feinstes Englisch und der Käpt’n berät Gh über Ankerbuchten und kleine nette Häfen am Weg in den Süden. Er schenkt Gerhard sogar sein Club-Hafenhandbuch und wir revanchieren uns mit einem feinen „Meersburger Sonnenufer Weißwein“.

Wir machen uns auf zu einer wunderbaren Wanderung zum nahen Föhrenwald. Sandige Pfade, weich der Nadel-Boden… Erinnerung an zahlreiche Wochenenden im Nürnberger Land, auch unter Kiefern und auf weichen Nadeln…Gleich neben der Kirche auf den Felsen (Jg.1929 v.d. Fischern) findet Gh gleich ganz reife süße Blaubeeren. Was duftet da so paradiesisch?? Walderdbeeren, ganz rot und köstlich!!

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(Fotogalerie anclicken und in groß ansehn:-)

Der Schlüssel zur Kirche hängt am oberen Türbalken, innen weiße Bänke, ein Altarbild vom himmel-fahrenden Jesus, darunter ein Schiff, das Meer und der hiesige Leuchtturm. Der Notenständer ist aus 2 Lyras geschreinert, fürs Abendmahl wie in Helsinki eine samtbezogene runde Kniebank. Alte Lieder-Zahlen… Ein Truhenorgel, daneben ein großer Heizlüfter:-) Am Ausgang die Nummer fürs bargeldlose Einzahlen der Kollekte!!!

 

 

Durch den Kiefernwald führt ein meter-breiter gepflegter Wanderweg zum Leuchtturm. Unterwegs ein Zeitungsauszug von einer Katastrophe. Was da wohl war? Ist ein großer eiszeitlicher Steinblock heruntergestürzt…auf 2 junge Männer?1984… Wir können kein Schwedisch.jWeiter steigen wir hoch zum Lotsenhaus und zum Leuchtturm. Wie Riesenspielzeug türmen sich riesige Felsen um den zierlichen weißen Turm mit den rot-grünen Scheiben. Daneben 10-12 cm große runde Steinkugeln, mehrere Meter hoch aufgetürmt. Das sahen wir schon, als wir aus dem Nebel kommend am nahen Ufer vorbeisegelten und uns wunderten über die tief ins Land farblose graue Wüste: nur Steine, wie eine Schütt unter hohen Felsen im Hochgebirge, wohl ein Werk der Eiszeit…

Ghs Fotos Hölick (1) (Copy)Ghs Fotos Hölick (7) (Copy)Ghs Fotos Hölick (8) (Copy)Ghs Fotos Hölick (12) (Copy)IMG_5243 (Copy)

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Steine, nichts als Steine , kilometerweit…

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Gerdis Gegenlicht-Traum
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Vorsichtig um die Steine rum geht’s rechts in den kleinen Hafen

Zauberhafter Weitblick von da oben.

Dann wenden wir uns der großen runden Sandbucht zu und wandern den schmalen Pfad zwischen Stranderbsenblüten in pink-rot und violett, gesäumt von meterhohen strohgelben Strandähren (zopfähnliche Ähren). Weicher tiefer Sand unter den Füßen, am liebsten wären wir ja barfuß gelaufen, aber wer kennt das Getier hier…?

IMG_5244 (Copy)IMG_5260 (Copy)IMG_5262 (Copy)IMG_5263 (Copy)IMG_5264 (Copy) 4000 Natur-Reservate hat Schweden! Hier wieder eine Hinweistafel für Interessierte:

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IMG_5267 (Copy) Auf der EOS koche ich endlich mal unseren geliebten orientalisch gewürzten Linseneintopf! Mit Nelke, Muskat, Kardamom, Ingwer, Knoblauch, Zimt, Chili, Wacholderbeeren, Pfeffer, …Mmmmh. Auch die Frau von der Quadrant findet ihn köstlich. Der Rest – als Salat kalt mit Balsamico-Essig und Öl- schmeckte uns Tags drauf gut, nach einem traumhaften sanften Sonne-Wonne-Segeltag zwischen vielen -Felsen und Schären…in der idyllischen Ankerbucht SALTPANN, in der ich 15 Min. schwimmen konnte, bei 18,5°C im Meer.

Nebelfahrt

Die ruhige Wetterlage mit schwachen Winden hält an. Wenn wir erwachen, liegt seit 2 Tagen dichter Nebel um uns. Auch heute. Dann hebt sich die Nebeldecke, wir fahren noch zur Tankstelle und dann den  Mellanfjerden entlang aufs offene Meer zu. Unser Motor treibt uns durch die spiegelglatte See.  Das Inselchen Storhällen liegt auf unserer linken Seite. Rechts sichert eine Boje vor dem flachen Hammergrund und weiter südöstlich eine andere vor dem Flach der Britas klack. Dann wenden wir den Kurs in Richtung Süd. Von Osten her zieht eine weiße Wolkenwand.

Die Nebelwand nähert sich (4) (Copy)

Ein kalter Hauch umstreicht uns und lässt mich zur Jacke greifen. Das Festland im Westen, 10 Seemeilen entfernt, fehlt plötzlich. Ebenso die große Doppelinsel Jätt-Holmarna im Norden. Die Sonne zeigt sich als milchiger Ball am Himmel. Winzige Nebeltröpfchen huschen glänzend übers Schiff.

Bei Nebel nach Hölick (3) (Copy)

Im GPS habe ich die Durchfahrt zwischen Festland und der Insel  Balsön als Route eingetragen. Die ist aber schmal und kurvig. Was würde geschehen, wenn die GPS-Hilfe ausfällt? Ich ändere den Kurs um die Insel Balsön und den vorgelagerten Untiefen auf der östlichen Seite herum. Um auch bei Ausfall der Elektronik den genauen Standort zu kennen übertrage ich den Standort auf der elektronischen Karte auf die Papierkarte und das jede Stunde. Auch sehen wir nicht mehr nur gelegentlich nach vorne, sondern richten den Blick ständig in Schiffsrichtung. Die Insel Balsön liegt nur eine halbe Meile neben uns, aber wir sehen sie nicht. Einige Minuten später liegt die Insel hinter uns und wir können den Kurs auf Süd-Südwest ändern, immer noch eingehüllt in eine weiße Umgebung. Über uns wird der Himmel jetzt blau. Es erinnert mich an Skitour- Aufstiege, bevor wir die Nebeldecke durchbrechen und dann auf einmal die klare Bergwelt sehen. So entdeckt Gerdi auf einmal den weißen Leuchtturm auf der Klippe im Sonnenschein. Und neben uns fährt ein Segler auf gleichem Kurs. Die weiße Wolke löst sich auf, die Jacke wird überflüssig und die Küste liegt rechts vor uns.

Jetzt orientieren wir uns wieder an Küste und Inseln und umrunden die Südspitze der Halbinsel Hornslandet. Noch ein paar Seemeilen und wir machen EOS im Hafen von Hölik fest

Vom Sturmhafen zur Nebelbucht im Björköfjord, 17. 7.19

Am 90. Segeltörn-Tag, 17. Juli 2019-  54. reiner Segeltag

Am gestrigen Abend legte sich der Sturm, der noch beim Barschfilet-Braten wütete…So wanderten wir  -wie viele Feriengäste der kleinen Sommerhäuser- hinaus auf die äußeren Felsen beim Leuchtturm, wo wir die heranrollenden hohen Brecher anstaunten, mit gewaltigem Lärm preschten sie an die Felsen…
Ab 21 Uhr wurde es stiller, die durchgeschüttelten Bäume sahen nicht mehr aus „wie im Film“, das laute Gebrause ebbte allmählich ab, nach 15 Stunden hörte der Regen auf….
Am Morgen Leinen los, Ziel Skatan neben Insel Brämön. Malerisch hinter einem engen Einschnitt liegt wie ein See eine schöne Bucht zum Ankern: Björköfjorden, wie umarmt von der Halbinsel Björkön.

ruhige Fahrt (Copy)Fast unvorstellbar, dass dieses heute friedliche glitzernde Meer gestern so wütete… Wir segeln mit raumem Wind und das Großsegel zieht uns bis vor die Einfahrt zu dem beliebten Feriengebiet Björköfjärden. Sogar ein Segler kommt uns mal entgegen, sonst nur „familien-besetzte“ Motorboote und die üblichen hoppelnden Vollgas-Motoscooter mit ihren angeberischen Wasserfontänen, wie wilde Reiter die Männer im Sattel… daheim wohl oft nur am Computer.
Wir tasten uns zwischen roten und grünen Pricken durch die enge Furt, wo es zwischen den Steinen und Felsen 2,5 bis max. 8 m Tiefe hat…. Zur letzten Durch-Fahrt zum Ankerplatz braucht es schon mehr Mut, 0,9…0,8…0,6 m WT unterm Kiel. Gerhard ermuntert mich aber, es seien überall 2,5 m und „die Eos braucht doch nur nur 1,5 m“;-)  “Und gib bissle Gas, sonst treibt’s uns ab…!“
Wir kreisen aus dem sehr seichten Sektor aufs Ufer zu, wo die Seekarte wieder mehr Wassertiefe anzeigt. Auf 3 m Anker ab! Schilfufer, Kiefern, Birken, 4 Möwen, Bauernhäuser mit schrägen gemähten Wiesen davor, keiner stört die Stille…
Wir sitzen im Cockpit, kühl der Wind- im Schutz der Sprayhood gibt’s belegte Brote.

Nebel am Ankerplatz (2) (Copy)Nebel am Ankerplatz (1) (Copy)Nebel (Copy)Plötzlich ist die Sonne weg und alles wird ein-farbig…!!! Nebel rollen über den See, wabern auf den Waldrand zu… und bald ist die Insel weg im dichten Nebelgrau! Ein seltenes Schauspiel Mitte Juli…
Schnell wird es herbstlich kalt, aber es ist schön, so ankern zu können… Viel schöner als im Hafen… Zur Beschreibung der sagenhaften Stille jetzt um 21.30 Uhr fehlen mir die Worte. Göttlich…
Inzwischen 1520 nautische Meilen, dh. x 1,852 km=2815 km Törnstrecke
Ich zieh zum 1. Mal das Vaude Merino-Shirt an und stell die Bord-Heizung an. Gerhard baut eine neue Aufhängeeinrichtung für die Ankerketten-Rolle am Heckanker, mit kleinen Ketten statt Bändseln und seitlich zum Aushängen, wenn die Kette draußen ist und das 30 m lange Ankerseil ausrauschen soll. Sonst gibt es Wooling neben der Solarzellen-Verankerung und dem Heck-Relingstab an Deck…

Lachs in Sahne (Copy)

Am Abend bin ich wieder der Chefkoch. Ich hab 4 kleine Lachs-Steaks aufgetaut, brate sie behutsam mit Butter und Olivenöl, Knoblauch, Dill und Peperonischeibchen in der großen Pfanne an, etwas Soße mit Sahne, Milch und Mondamin ist schnell gemacht. Dazu brodeln Bandnudeln im Topf und um 19 Uhr gibt es delikates feines Essen. Da verzieht sich der Nebel und ich halte die Bucht schnell im Bild fest. Ruhe, nur 2 Tauben gurren. Diese Stille… – Ein Geschenk. Bei Nebel macht unsere Solarzelle mal Pause und kann kein Sonnenlicht in elektrische Energie umformen. Hier in Schweden sieht man die Solarzellen öfter, immer an einer T-förmigen Stahlrohrhalterubg, schwenkbar. Wir überlegen, uns solch eine zu kaufen. Unser gebogenes Rohe ist ein übriges Restrohr aus einer kleinen Werft im italienischen Corallo -mit Verstärkungsschienen aus dem Baumarkt im rumänischen GALATI, wo wir nach 80 Tagen und 2200 km Donaufahrt den horizontalen Mast stellen ließen, am 600 t-Kran….🤔😏

Am Donnerstag, 18. Juli früh nur 13° und Nebel. Erstmals wie am Bodensee, auch im Schiff nasse Kajüt-Decke in der Bugkoje und beschlagene Fensterscheiben innen. Wir  gehen Anker auf um 9.30 Uhr, Ziel Mellanfjorden, mit Bojen für Gastboote. Kaum Wind. Alles Grau verhangen… farb-los. Kein Sonnenstrahl. Wir machen die Vorleinen am Stegrand direkt vor den Restauranttischen fest…🤔

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Rettender kl. Hafen vor dem Starkwind: Lörudden

Der Fischer Michal ließ uns an seinem Kutter anlegen- es hätte keinen einzigen Platz gegeben…alles nur kleine Motorboote mit großen Yamaha-Motoren dran… noch 50 cm Wasser unterm Kiel. Dann kam der angesagte starke Wind… hier noch einige beschauliche Fotos von Gerdi.

Danach unser Festmahl : der Fischer Mike brachte uns frische filetierte Barsche, ich hab sie in Butter in der Pfanne gebraten. Danach überraschte uns ein rosa Abendhimmel und der einschlafende Starkwind:

 

Nach dem Sturm, Lörudden,16.7. 22 Uhr (1) (Copy)Nach dem Sturm, Lörudden,16.7. 22 Uhr (2) (Copy)Nach dem Sturm, Lörudden,16.7. 22 Uhr (3) (Copy):