85 Ganz still im abseits liegenden Hafen Frioul: Blick auf Marseille

Der sympathische Kat-Kapitän Marc gab uns den Tipp, nicht in den riesigen vollen Seglerhafen der Großstadt Marseille einzulaufen, sondern vorher auf die Burg zu zu steuern und „links“ von Marseille in den Hafen der Insel Friaul zu laufen. Ein sagenhafter Ort, ich bin hin und weg!!! Wir liegen am äußersten Platz des Pontons, vor uns NICHTS außer dem Meer, der Insel mit dem Castell und dahinter der Hügel, auf dem die Kirche mit dem hohen Turm thront! Nur 1x hatten wir so einen Traum-Blick: 1983,  Venedig, mit unserer 8m-Marion im edlen Seglerhafen San Giorgio, mit Blick auf den Campanile und San Marco… zum Markusplatz .. Joachim war 2 Jahre alt, Martin 6 Monate jung…

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Auch hier ein märchenhaftes Panorama, rechts die Hochhaussiedlung und das Stadion, links die Segelmasten, dazwischen das blau-graue Hochhaus. Am Abend wird es schon um halbneun dunkel: hier ein filmreifes Schauspiel, denn die Kirche ist angestrahlt, das Castell beleuchtet, alles spiegelt sich im stillen Meer…

Ich kochte im Wok ein leckeres Thaigericht: 2 Rinderfilets in Scheibchen-mariniert in Teriyaki-Soße, in Portionen gebraten in Öl mit viel Ingwer und Knoblauch,Paprika rührgebraten , breite Glasnudeln.

Hier noch Fotos von meinem Kurzhaarschnitt, selfmade.

84 An der steilen Felsenküste Les Calanques entlang bis Marseille…

Bizarr und meist vertikal ragen die 200 Meter hohen Felsen aus dem Meer in den blauen Morgenhimmel. Das Echolot zeigt 40-55 m Tiefe… Wie das Innere unsrer Tropfsteinhöhlen sind die konkaven Felswände gemasert, das Wasser rinnt abwärts und erzeugt wundersame Gebilde… Die oberen Felsen ähneln unsren Kalksteinmassiven, den Dolomiten, der Fränkischen Schweiz. Kletter-Reviere? Friedlich zeigt sich der Morgen, als wir von 9 bis 12 Uhr mit Gegenwind (anders als der Meteo!) mit Kurs 270 nach Westen motoren. Atemlos staunen wir diese Naturschönheit an, froh darüber, daß es ein Naturschutzgebiet ist. Nur Kanupaddler begegnen uns… Kletterer sichten wir keine, die Wanderer sind hinter dem Kamm unterwegs…

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Um 12. Uhr runden wir das Kap, hinten rechts noch das Felsenmaul Bec de l’aigle von La Ciotat
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Wie das Auge eines Elefanten, der Rüssel reicht zur Île Maire hinüber
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Ile Maire-viel Dünung schaukelt uns permanent, Segel stehen nicht mehr
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Voilà- Marseille!! Nach 110 Tagen ab Korfu erreichen wir die große Küstenstadt

83 Der Waldbrand vor uns: Calanques/Cassis

Port Miou bei Cassis windet sich als Schluchtschlauch, umgeben von hohen Felswänden einen Kilometer  ins Land hinein.

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Wir sind bei Anneli und Marcauf ihrem Katamaran  Sirocco zu Besuch. Brandgeruch lässt uns noch nicht gleich Besonderes ahnen. Aber man wird wachsam…Am westlichen Himmel zeigen sich graue bräunliche Wolken. Rasch verstärken sie sich. Bald scheint die Sonne wie bei ihrem täglichen Untergang rot durch die Rauchschwaden, gespenstisch…. Sie spiegelt sich als roter Schein auf den Wellen. Der Geruch ist nicht unangenehm, harzig wie bei einem Spaziergang im Kiefernwald. Wir erkennen: Das ist keine Kleinigkeit.  WALDBRAND!!! Die Gegend ist Naturschutzgebiet und unbewohnt. Aber die armen Tiere. ..  Die flinken können wohl flüchten, aber die Langsamen, die Kleinen? Wir sind bedrückt…

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Wir verabschieden uns. Uns ist nicht wohl. Der Rauch kommt näher. Ich versorge unser Beiboot an Deck. Die Mitarbeiter der Capitanerie fahren die Boote an und fordern uns auf, u.U. den Hafen zu verlassen. Sie würden uns dann auf VHF-Kanal 09 verständigen. Das geschieht kurz darauf. Für uns  sieht es nicht bedrohlich aus. Aber wer weiß, der Wind weht stürmisch in unsere Richtung. Schließlich entschließen wir uns auch, den schönen Hafen zu verlassen. Die Capetanerie empfiehlt den Skippern, sofort den nahen Hafen von Cassis. Man böte uns da Platz…Wir kennen ihn als sehr engen Hafen und gestern war er überfüllt. Bei Böen in Sturmstärke scheint mir das Manöverieren auch mit den anderen „Flüchtlingen“ zu gefährlich. So ziehen wir einen Ankerplatz im Schutz einer nahen Bucht mit genügend Raum vor. Im griffigen Sandboden hält unser Anker einwandfrei, auch wenn die Böen unsere EOS hart treffen. Der Wetterbericht (Lamma) sagt für die zweite Nachthälfte eine rasche Beruhigung voraus.

Löschflugzeuge tauchen immer wieder in den Rauchschwaden ein.  Aber bei fortgeschrittener Dunkelheit stellen Sie ihre Arbeit ein. Zahllose Blaulicht-Feuerwehrautos fahren hinauf und hinab. .900 Feuerwehrleute seien im Einsatz, um das Naturschutzgebiet zu schützen, und die Stadt Cassis. Bedrohlich leuchtet der Rauch in der Dunkelheit und die blauen Blinklichter der Löschfahrzeuge vermitteln die gewaltige Anstrengung der Feuerwehrleute aus der großen Region.

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Am folgenden Morgen: Der Wind weht nur noch als Lüftchen. Keine Wolke zeigt sich am Himmel. Und der Brandrauch? Keine Spur, als wäre nichts gewesen. Die Feuerwehrleute konnten das Feuer löschen.

http://www.flickr.com/photos/gerhards/sets/72157672420290702

Hier alle Bilder, auch von der Reise entlang der wilden Felsküste: Klick

Ein Zeitungsbericht über das Feuer:Klick

Und zuletzt in Google Map die Reise nach Port Miou: Klick

 

84 In den Gassen von Cassis

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Mit dem Schlauchboot motoren wir an den Steg der Stehpaddler in dem engen schlauchartigen Felsenschlund und wandern hinauf, wo wir einen herrlichen Blick hinunter auf unser Boot an der Boje haben.

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Gerhard im Beiboot an unsrer EOS

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Weiter vorne dann zur andren Seite der Felsenschlucht: Rundumblick auf das stürmische gischtweiße Meer… Dann wandern wir hinab ins Städtchen Cassis, kehren ein in eine Bar, deren Wirtin mich an Frau Balbina in unsrer Pension OLANDA in Locarno erinnert.img_1644

 

TAn der Promenade sind alle Lokale voll, es duftet um halbzwölf nach Fisch und Fritierfett. Ich hol mir lieber beim Bäcker eine winzige Quiche Lorraine. Im Kindergarten hört man die Kleinen keischen und lachen, in den meisten Gassen ist es menschenleer und still.

Am steilen Hang am Weg zurück zur Schlucht finden sich edle Villen mit riesigen Gärten, die Gärtner fällen und beschneiden Bäume und Büsche, manche alten Häuser sind abgerissen, daneben schon viele nackte Quader mit Glasscheiben-Balkons und bodentiefen Fenstern, Bauhausstil… Nicht so charmant und blumen-umrankt wie die alten…- aber schön ist, daß zwischen den Privatgrundstücken/Mauern immer mal ein steiler 2 m schmaler Weg zum Meer frei gelassen wurde! Da pilgern die Bikini-Schönheiten und die (knackigen) Jungs hinab

Traumhafte Durchblicke durch einen Zaun einer Villa…

Mit einem Patisserie-Kuchen besuchen wir Marc, Anneli und den schönen „belgischen Schäferhund“ Lara an Bord des Katamaran-Nachbarn Scirocco. Dann schnuppert Hund und Mensch: Feuer! Waldbrand… Der Abend wird zum Abenteuer. Die Capetanerie rast mit dem Motorboot zu jedem Bojenlieger und fordert auf, Funkkanal 09 einzuschalten. 5 Minuten später: Sofort weg hier, raus aufs Meer, vite-vite!! Es brannte von 5 bis nachts um 2…Wir waren sicher am Anker, bei 7-8 Windstärken, vor der Stadtbucht von Cassis. Gerhard schrieb einen Bericht dazu!

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Blick vom Ankerplatz

 

82 Von der Felsenbucht ins schöne La Ciotat

Ankerbucht La Moutte > Hafenstadt La Ciotat

GERDI schreibt:

Nun hat der September begonnen, das war so oft mein Schulbeginn, als Kind und als Hauptschul-Lehrerin;-)… Hier ist spürbar Saisonende, denn Franzosen und Italiener haben oft alle gemeinsam im August Ferien oder ihr Betrieb bleibt 4 Wochen zu. Die Schulkinder laufen mit Rucksack heim, Fastfood und Cola in der Hand, sie haben ja bis spät am Nachmittag Schule! Auch die Temperaturen sind nur noch so um 30°, aber die letzte Nacht vor Anker in der Felsenbucht La Moutte war kalt, bei 19° brauchten wir beide die Decke-und ich auch Wollsocken.

Bei uns an Bord gab’s gesunden griechischen Salat und Tzaziki aus Joghurt und Gurke zu Lammkeule-Scheiben vom Grill.

.Tzatziki +griech.Salat zum Lamm v. Grill

Donnerstag, 1. September: Nach sehr verschaukelter sternklarer Nacht in der starken Dünung am Anker…. begrüßt uns ein wunderschöner Urlaubsmorgen. Zum Schwimmen im nun blauen Meer nehme ich mir Zeit- es ist herrlich kühl und die Wellen wiegen einen beim Schwimmen… Die Wellen stürmen an die senkrechten orange in der Morgensonne aufleuchtenden Felsen. Ein gleichmäßiges Rauschen und Schweigen. Die netten Motoryacht-Nachbarn aus dem Hafen in Bandol fahren in die Bucht herein und fragen, ob alles gut geht mit dem neuen Motor. Gerhard putzt den Wasserrand am Bauch der EOS, der moosigen leicht-grünlichen Bewuchs hatte. Wellness für das Schiff. Nachdem wir wohl wegen der Dünung sicher am Abend alleine sind, beschließen wir, eine 2. Nacht zu bleiben, trotz Schaukelei…Schon mittags koch ich Hörnchennudeln für einen Nudelsalat.

Freitag, 2. September: unser 105. Törn-Tag

Um 9 Uhr brechen wir auf, zum Segeln fehlt heute der Wind. Wolkenlos. Wir freuen uns am Meer und der Küste, grün, viel Wald, mich erinnert es an die Adria, Kroatien, Höhe Peljecac, Hvar, Brac, Orebic, damals mit den Kindern Richtung Kotor… Schon vor 11 Uhr schwenken wir bei den großen Kränen der Werft Charlie Vivra in den weiten fast  runden Hafen von La Ciotat ein, imposant die (romanische?) wuchtige Kirche und der Turm an der Einfahrt, an der Promenade. Wir werden an die modernen Neubauten gelotst, vor den Club-Restaurants Sur les Quais, ähnlich wie in Konstanz „Steg 4“. Der Hafen erinnert an  Nizza, die Schiffe direkt vor den Häusern.

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Wir gehn gleich in die Altstadt zum Einkaufen beim Carrefour. Leider gibt es den Laden für Ghs Mobiltelefon-Aufladung nicht mehr, wir hatschen 2×3 km weit hinaus an den Stadtrand… Staubig, Auspuffabgase… Hier sind die Ladenzentren, Einkaufsmöglichkeiten, die Parkpätze, Kliniken, die Gymnasien, Sportanlagen, der Campingplatz, Mc Donalds, die Wohnsilos und feineren Wohnstraßen. Zurück in der Stadt kaufen wir ein Stück Schweinebraten (Sellerie u.Möhren hatte ich bereits). Dann nehmen wir bei einer jungen Chinesin vorgekochtes mit: Glasnudeln mit Mu-Err-Pilzen und scharfe Rindfleischpfanne mit Bambus und Gemüse. An Bord koche ich Basmatireis dazu.

 

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Die Schwüle ließ nach, so machen wir uns auf zu einem Altstadtbummel. In den engen Gassen ist es menschenleer, die schwarzen Müllbeutel liegen ordentlich zur Abholung vor den schmalen Türen. Sehr sauber auch hier, keiner wirft mutwillig oder gedankenlos was weg. Täglich hört man ab 5 die Müllautos und die Kehrmaschinen. Die Bewohner sind oft Migranten, alle Arten. Manche sitzen mit Küchenstühlen vor derEin- oder Zwei-Raum-Wohnung, mit Baby und Oma, Rollator und Rollstuhl, Kinderwagen und Laufrädle. Die heruntergelassenen Rolläden (Stahl-Jalousien, einbruchsicher)vor den Geschäften sind mit realistischen Bildern bemalt oder gesprayt, uns gefällt’s!

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Gh. hat einige Fotos  der Gemälde im Album, anschaun:-)am Artikelende!

Wir fühlen uns erinnert an die ähnlich engen Wohngassen in Venedig, Nizza, Palermo. Die Bewohner sind freundlich, einer der Maler will fotografiert werden vor seinem Werk. Bei den Kirchen öffnen sich schräge Ebenen, Plätze zum Versammeln, bei der großen Basilika wundere ich mich, daß an der Front neben dem Portal ein riesengroßes Kruzifix außen an der Fassade hängt!! Der Gekreuzigte Jesus vor der Kirche. An der andren Seite ist über dem Seiteneingang eine Madonna mit Kind, auch außen. Sonst ist die Kirche schmucklos, wie eine Trutzburg. Man sieht aber, auch nachts, daß es bunte Glasfenster sind. Inzwischen sind die Bars an der Hafenpromenade gut besetzt, man trinkt Roséwein, Longdrinks, Bière blonde. Beim MAMARA gibt’s Döner , alle 200 m raucht ein Holzofen: Pizza Au feu de  Bois, bei den Eisdielen Gelati alla Italia.

IMG_1632Wir trotten zurück zum Boot, duschen den Straßenstaub weg und dann folgt wie angeschrieben auf dem Restaurant-Schild : Café, Concert, Spectacle! Spectacle, ja…laute Musik non-stop… Hip-Hop, ausschließlich in französischer Sprache!!! Die ganze Nacht bis früh um 3 Uhr.. Vollbesetzt alle Stühle, man amüsiert sich, auch nur in reinstem Französisch, es gibt wohl keine anders-sprachigen Touristen mehr im September. Angenehm aber die Temperatur: nicht über 25°.

Samstag, 3. September 2. Tag in La Ciotat

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Nach gemütlichem Frühstück mit inzw. schon gewohntem frischem Baguette beginne ich, den Schweinsbraten zu zu bereiten. Zwiebel, Sellerie, Möhren, Majoran, Zimt, Senf,Pfeffer,  Paprika, 1 Tl Kümmel, Pfefferkörner, Wacholderbeeren, Lorbeer, Nelken, Knoblauch…Es duftet sooo lecker. Wir entschließen uns, die 2.Nacht hier zu bleiben. Und morgen vielleicht nach Cassis oder in die schmale Bucht Port-Miou, ein Wasserarm wie ein Fjord. Aber der Meteo kündigt Windstärke 6+ für Montag an… Abwägen!

Samstag: Wir blieben da, fanden um 6 abends noch einen Tunesier aus Djerba, der in seinem Obstladen Kartoffeln verkauft, tranken ein Schweppes und ein Achtele Wein in einer Eck-Bar, speisten Schweinsbraten, erkundeten neue Gassen in nächtlicher Beleuchtung. Eindeutig Date-Abend, der Samstag, die Bars vollbesetzt!

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Wir steigen die Treppen zum Quai-Restaurant oben hoch und Gh. fotografiert die EOS von oben und die Eisschlecker, deren Bank zum Hafen gedreht ist, nett. Beim Denkmal für die Stahlarbeiter der großen Werft stell ich mich dazu. Neben unsrem Schiff erstrahlt auch heute der große Kran in rot und blau im Wechsel, ein Spektakel, aber stumm. Im Club gibt es heute Salsa und Samba, durch die Scheiben kann ich dem braunen Tänzer zusehen, einfach schön…

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http://www.flickr.com/photos/gerhards/albums/72157673276213086

Hier die Fotos aus Ghs Flickr-Album: Klick

81 Weiter mit gutem Motorklang

Der Motorfachmann von Mecabateaux in Bandol hat gute Arbeit geleistet. Mit gesundem Klang verlassen wir den Hafen, setzen Segel und bergen sie erst wieder kurz vor Baie de la Moutte.

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Wieder ein Abend und eine Nacht, wie sie nicht schöner sein könnten. Die Lammscheiben vom Grill zart und gut (gegart nach System Schnierle in der Folie), Satziki ebenfalls, süffiges Bier und Brot von heute. Wir liegen in der Bucht. Sie ist gebogen wie ein Hufeisen. Steile, hohe Felswände, üppige Kiefernwälder um uns und nur ein Haus oben.

Felsen-Springer!
genau mittig steht ein Springer in blauer Bermuda,sprangen auch von links oben!..

Farbe des Meeres

Buben nutzen einen hohen Felsen um ihren Mut durch einen 10m Sprung (oder höher?) zu beweisen. Tagesgäste kommen mit ihren Motorbooten und ab Abend genießen wir die Bucht ganz alleine.

Das schöne Haus (800x533)

Und dann die Nacht! Sie macht die Sterne nach und nach leuchtend. Mars verschiebt sich immer weiter zwischen Saturn und Antares nach hinten, als würde er in einem Wettrennen schwächeln. Vega steht fast senkrecht über uns, ein treuer Begleiter unserer Reise, ganz oben am Firmament. Großer Wagen, Schwan, Scorpion, Kasiopeia wandern langsam gen Westen. Die  Sichel des zunehmenden Mondes wandert noch unter dem Horizont. Gut so, sie überstrahlt nicht die zarten Sternbilder.

50m höher gewährt ein Blick durch eine Baumlücke den Blick auf die beleuchteten Fenster der vorbeihuschenden Züge. Laut rattern die Nahverkehrszüge und dezent leise die TGW‘s. Der Wind schläft ein, sanft schaukelt EOS, leise rauscht die Brandung am Ufer. Ich werde jetzt mein Lager draußen in der Plicht aufschlagen.

Die wunderbare Natur umgibt uns und wir bleiben noch einen Tag hier. Bordwand putzen, Unterwasser fotografieren, lesen, essen. War keine so gute Idee, die ganze Nacht kräftige Dünung und damit schaukelt EOS lustig und sehr kräftig in alle Richtungen. Die Sterne fliegen nur so hin, her, vor und zurück.

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Hier alle Bilder (und Unterwasseraufnahmen) dieser schönen Bucht: Klick

Zum Schluss noch die Reisestrecke bis hier her: Klick

Motortaufe und Feiern

Bandol, 30. August:von Gerdi

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Am Nachmittag des vorletzten Tages im August fahren wir den neuen Volvo mit fast voller Kraft  vor dem Hafen in der Bucht, alles klappt…(mehr als 2000 U/min soll er nicht fahren, die Schraube (für die Donau eingebaut) ist zu schwer gängig für den dafür etwas zu kleinen Motor). Der excellent arbeitende Guillaume bekommt ein Trinkgeld und dann rollt der Werkzeugwagen ratternd davon, begleitet von Gerhard mit Papieren und dickem Geldbeutel:-) Nun müssen wir nicht mehr Vorglühen mit fest gehaltenemHebel und beim Abstellen nicht mehr die kleine Heck- Klappe öffnen und den Dieselhebel ziehen.

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Bei der Rückkehr des Skippers gilt der Trinkspruch beim kleinen Gin dem Neuen, dem Motor. Feierlich taufe ich ihn auf den Namen BANDOL, mit der Bitte um Gottes Segen für Motor und Schiff und Crew, um allzeit gute Fahrt. Dann schiebt Gerhard die Mahagoni-Treppe und Abdeckung am Niedergang vor unser neues „Familienmitglied“ und er verschwindet, als wäre nichts gewesen.

Am milden Abend wandern wir noch einml hoch zu dem Lokal „Cigale bleue“ beim Bahnhof und feiern mit einem Gläsle Rosè, einem trüben Pastis, einer Pizza Bergère (Schäferin, mit Speck, Ziegenkäse und rosa Zwiebeln) und Pizza quatre fromages bei einem kühlen Bier unsre Neuerwerbung.

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Kaum noch Touristen in der Stadt, die Gassen sind leer, etliche Lokale sind bereits geschlossen und die vielen Stühle und Tische sind weg geräumt. Saison-Ende! Die Erwachsenen müssen wieder arbeiten ab September, auch die Schulen beginnen.

Um 13 Uhr segelt die Eos endlich am 8.Tag aus Bandol los, erstmals mit neuem Motor, zur Ankerbucht Baie de la Moutte hinter Les Engraviers…Felsküste. Auf geht’s.“He-ho, he-ho, alle  Männer her an Bord. Setzt Segel, kappt das Tau, he-ho, he-ho“ hieß mein Kanon aus Lehrertagen…