Karlskrona, II… wegen Starkwind da geblieben, am 7.9. Ankern vor Aspö

Der Wetterbericht meldet weiterhin viel Wind aus Süd. Keine Chance gegenan die 130 Seemeilen zur deutschen Küste rüber zu segeln. Also bleiben wir, wie auch alle anderen deutschen Boote…

Nachsaison. Unser Spaziergang zum Marinesektor ist vergeblich, denn die Reepbahn ist nicht mehr zu besichtigen. Das längste Gebäude Schwedens. Auch das Automobil- und Porzellanmuseum hat seit 1. Sep. geschlossen. Wir wandern an der Küste hoch und sehen die gelbe Trajektfähre zur nächsten Insel antuckern. So steigen wir ein und lassen uns kostenlos zur Insel Aspö fahren, vorbei an den wohl letzten Schärenfelsen unsrer Segelreise.

 

 

Insel Aspö. Beschaulich, ruhig, sonnig, windig, und süße Brombeeren am Wegesrand.

 

 

Zum letzten Mal Karlskrona+Aspö (8) (Copy)Das Castell ist gegenüber vom kleinen Hafen.

Zurück im Stadshamn schlage ich vor, unseren letzten schwedischen Tag mit einem Essen im Restaurang SJÖRÖK am Hafen zu beschließen. Festlich bei Kerzenschein, lecker mit Hering, Lachs, Shrimps mit Mango und 1 Crème brullé zu zweit. Dunkle Wolken verdecken den Halbmond, es regnet kurz. Die Sauna ist schon kalt. Zeit zum Schlafengehn.

Zum Abschied von Schweden (10) (Copy)Zum Abschied von Schweden (12) (Copy)Zum Abschied von Schweden (15) (Copy) Originell die Weinflaschen-Wand, die Theke mit Alkohol, den man sonst nur im Spezialgeschäft kaufen kann. 1 Fl. Wein ca. 80€… 1 Glas tschechisches Bier 6 €. Das Essen war sehr lecker.

 

 

Zum Abschied von Schweden (16) (Copy)

Romantisch beschließen wir unseren 141. Törntag, Meteo Schweiz sagt Wintereinbruch voraus, Polarluft aus Grönland, morgen in Karlskrona 4 kälter als heute; in den Alpen hat es Schnee, es kommen noch 20-40 cm dazu am Wochenende. Wir planen, am Sonntag die 30-40 Stunden-Überfahrt zu starten, Ziel Insel Rügen in Deutschland, nach fast 5 Monaten Segelreise.

Samstag um 12 fuhren wir die Eos bei lebhaftem Wind noch zur Ankerbucht vor Insel Aspö und zum letzten Essen in Schweden backe ich vor Anker Pfannkuchen.DSC_1548 Morgen früh um 5 starten wir zur Ostseeüberquerung… 130 NM, ca.35 Stunden. Um Mitternacht soll der Wind nach Wochen von Süd auf Nord und NW drehen.

DSC_1549DSC_1552

Karlskrona im Süden Schwedens,4.-7.8.

 

Karlskrona-Schärenstadt (1)

Schöner Wind schob uns nach Karlskrona, nochmal durch enge pricken-bestückte Fahrrinnen, an senkrechten Schärenfelsen vorbei und über die abgesenkten Zugseile einer Fähre…

Zuletzt segelten wir unter der Pfeilerbrücke durch und fühlten uns an die vielen Brücken unsrer 80-tägigen Donaureise (mit gelegtem Mast) erinnert.

Copy Karlskrona (8)

Just 10 Minuten vorm Hafen öffneten sich dann doch nch die schweren dunkelgrauen Regenwolken. Rein ins Ölzeug und in den Stadthafen steuern und dann alles auf Kleiderbügel und zum Trocknen aufhängen ist schnell erledigt.

 

Karlskrona-Schärenstadt (2) (Copy)

 

Ein Schulschiff für Schiffsjungen und ein Kriegsschiff…

Am Donnerstag liefen wir rüber zum Marine-Museum, erst 2014 eröffnet und sehr ansprechend und informativ eingerichtet. Kompliment. Das knallrote U-Boot, all die technischen Details vom Seiler über Torpedos und enge Schlafkojen(immer 1 für 2 Männer im Wechsel, die schönen Schiffsmodelle, ein gut besuchtes Büffet im Restaurant. Draußen das Segelschulschiff, ein Kriegsschiff, 10 Kutter aus Holz, erbaut von 1615 bis 1668-erstaunlich. Ein Besuch lohnt sich.

 

Bunte Bilder von Walen auf Turnhalle und Papageientaucher auf Segelschiff 🙂 -Schön!

Regentag und Ruhe in Sandhamn

IMG_6018 (Copy)SandhamnEs regnet. Gerhard nimmt sich eins der Hafenfahrräder und schaut sich in der Gegend um. Im Schiff wurde bei der Schräglage im Seegang manches nass, aber wir trocknen alles mit dem Heizlüfter. Am Nachmittag gibt’s eine Regenpause, wunderbar der blaue Himmel zwischen den dicken Regenwolken.

Ich  zaubere mit Huhn-Geschnetzeltem ein feines Thai-Curry mit roter Paprikaschote, Lauch, Teriyakisauce und Kokosmilch.

IMG_6019 (Copy)Sandh,FischerbooteIMG_6020 (CopySandhamnm, Regen)IMG_6021 (CopySAndhamn Räder f.Gäste)IMG_6022 (Copy)Sandhamn, Regenpause

Die beheizte Kajüte wird zum „Arbeitsraum“:Schapps trocknen unter der Koje, Blog, Navigation, Kochen…

Morgen wird uns der Wind die Route vorschreiben… Der ewige Südwind macht es nicht leicht, unser Ziel, die Insel Rügen zu erreichen. Gegenwind und Seegang stoppen die EOS doch sehr…Vorher könnten wir noch nach Utklippan oder Bornholm als Zwischenstation segeln…

dsc 1526
Wir sind oben rechts, noch 15 Seemeilen vor Karlskrona . In der Nähe waren wir mal in einem Gartenhaus im Urlaub. Die Region Blekinge ist die Heimat v. Astrid Lindgren+Michel v. Lönneberga…. 

9 Stunden gegenan bis Sandhamn-heftig…2.Sept.19

 

Da Wind 5 gemeldet war, beschlossen wir am Abend des 1. Sept., gleich früh am Morgen in Mörbilånga los zu segeln.

Gesagt, getan, um 7 Uhr Leinen los und raus in die enge Fahrrinne. Groß und Fock, Wind 4 bft. Hart am Wind. Schönes Segeln… dann drehte der so erhoffte West auf Südwest und zwang uns zu starkem Reffen, um 10 Uhr wohl 5 Windstärken, Reffs in die Fock und ins Groß das 2.Reff. Diffiziles Manöver in dem Seegang… Wir  steuern von Hand, da kann man die Böen beim Am-Wind-Kurs genauer aussteuern und die Höhe nützen. Der Skipper hat 3 Häfen vorgemerkt, der 1. nach 12 sm, der 2. nach 23 sm, der 3. bei 33 sm… Der Seegang nimmt zu, der Wind legt nochmal eine Stärke drauf. 5 oder mehr? Die EOS kämpft tapfer, ein starkes Schiff, sie setzt auch bei gemeinen Wellen noch weich ein und läßt sich mit rechtzeitigem Reffen gut führen. Nur für den Steuermann wird’s ungemütlich… Wir müssen kreuzen, das verlängert die Strecke…Wasser über, im Heck bildet sich eine Art volle Badewanne, die Abläufe schaffen es nicht mehr, ständig saust das am Bug aufgefasste Wasser – sss-schschsch- zum Heck. Schräglage, fast bis zu den Fenstern steigt das Meer ein….Weißer Schaum zu beiden Seiten des Schiffs, EOS als Schneebesen. Die EOS schafft keine Geschwindigkeit mehr, Auf und nieder… Welle und Wind von vorn gegen uns…Um 12.30 müssen wir die Fock bergen, und kurz darauf auch das Großsegel. Gerhard nimmt den Motor als Antrieb, sonst kommen wir da drüben nie an vor 6 Uhr.  Mit 1500 UpM läuft das Boot nur mit 2-3 kn, die Welle bremst, das Boot ist langsam wie ein Fußgänger … Der Bug hebt sich und klatscht ins Wellental. Die Sprayhood, die wir fast nie aufgeklappt fahren, schützt uns vor dem Spritzwasser der Wogen. Heftiger Seegang, weiß das Meer. Nur noch 2 Segler sehen wir… Dabei wäre dieser Sonnentag traumhaft zum Segeln…-wenn der Seegang nicht wär‘.

An den beiden ersten Zielen saust die Eos vorbei. Unser Optimismus siegte, wir dachten nicht, dass der Seegang so sehr stoppt und behindert und hofften auf Wind von leicht seitlich. Immer wieder ändert Gh. den Kurs, kreuzen, an neuen Untiefen vorbeischlängeln, 4 m, 6 m, 12 m Wassertiefe… Inzwischen haben wir schon fast 40 Seemeilen (ca. 75 km) gesegelt…

Um 15.50 Uhr biegt unsre „Schiffschaukel“ brav ab und vorsichtig lenke ich die EOS an den Untiefen-Pricken vorbei und auf die Richtbasen zu –  hinein in den Fischerhafen von Sandhamn, an der südlichen Festlandsküste. 2 Segelboote liegen schon längsseits vertäut an der hohen Steinmauer-Pier. Deutsche, Schweizer, wir gehn zwischen sie…

Vom Festhalten und Abstützen doch erschöpft räumen wir alles auf, einige Fächer haben sich entleert, irgendwo drang 1/2 l Wasser ein und muss aus der Bilge entsorgt werden. Ich koche einen Pott Lauchsuppe, da kommt ein Anruf um 17.15 Uhr:

Martin+Luci verkünden:

Anni Ida ist geboren!!!!!! Unser 2. Enkelkind!

Welch ein Wunder, ein Geschenk Gottes. Gesund und mit dunklen Haaren. 50 lang und schön. Mama und Kind wohlauf. Wir sind sehr dankbar.

Stora Alvaret auf der Insel Öland

Reiseweg(1)

Nur ein kurzer „Sprung von Kalmar nach Morbylånga auf der langezogenen schmalen Insel Öland. Am Abend beim Essen noch Pularbeit mit den guten Skampi.

 

Vor einigen Tagen wusste ich nicht, was eine Alvar ist. Gestern waren wir zu Fuß am Rande dieser Kalkstein-Hochebene. EOS haben wir in Mörbylånga gelassen. Ein fast schnurgerader Weg führt zuerst 4 km durch Ackerland. Heiß brennt die Sonne. Danach, am Hang zieht sich ein kleines Dörfchen entlang. Nette Häuschen, aber auch technisches Bauerngerät, das nicht mehr gebraucht wird. Dann die Ebene, die Stora Alvaret (Große Alvaret). Wir finden erst keinen Zugang vor lauter Weidezaun. Erst zwei Bewohner zeigen uns den Weg dort hin und erklären uns, dass wir ruhig das Gatter öffnen können und wir die Kühe und sie uns nicht stören.

Da liegt das Alvaret, bretteben, nur niedere Büsche, Wacholder, Hagebutten und die winzigen, linsengroßen, uns völlig unbekannten Blümchen. Alles hat sich an diese besonderen Lebensbedingungen angepasst. Heiß und trocken im Sommer, kalt und außerordentlich windig im Winter. Die letzte naturbelassene Alvarebene Europas und die größte der Welt. Unbekannt und fürs Auge unscheinbar und Weltnaturerbe. Glatt geschliffene Findlinge hat der letzte gestorbene Gletscher hier abgelegt. Fast das gesamte 40 km lange und bis 10 km breite Gebiet wird von Kühen beweidet. Nichts Großmächtiges, aber doch etwas Wunderbares und Seltenes.

Der Rückweg dann wieder vorbei an riesigen Feldern mit Mais und niedrigen gelben Bohnen. Aber wo bleibt in diesen Feldern der Nebenbewuchs? Vielleicht sagt der Bauer dazu Unkraut und setzt Chemie ein? Lerchen und Milane scheinen sich aber doch hier wohl zu fühlen. Die Lerchen mit ihrem schwingenden Flug und der Milan, der geschickt den starken Wind zum Segeln nutzt.

Wieder in Mörbylänga, kehren wir zum Fischessen im nahen Lokal ein. Der Hafen ist seit heute, ersten September, geschlossen. Natürlich kann man ihn nutzen, aber ohne Service. Kost aber nixxx mehr. Strom liefert die Solarzelle, Toilette haben wir und waschen können wir uns auch am Schiff. Der Hafenmeister erklärt uns, nur einen Monat von Mitte Juli bis Mitte August sei wirklich Betrieb.

 

Schön, dass wir hier in diesen etwas abgelegenen Hafen gefunden haben. Gepflegte Blumen, Bänke, ein Badeplatz mit Leiter, sehr schön das Clubhaus mit Dusche.

Gerdi 1.9 (2) (Copy)

 

Nur auf Öland gedeihen die Braunen Bohnen, weil das Klima frostarm und mild ist.

Braune Bohnen v. Öland