Ein großartiges Bauwerk, ein Meisterstück der Ingenieurskunst! Rettung des Dorfs vor Sturmflutschäden. Seit 2015 steht es zum Schutz der Region bereit. Wir wanderten auf dem nun erhöhten Weg auf dem Deich zum alten Dorfkern Wiek. Einige Reetdachhäuser stehen „noch“, wohl denkmalgeschützt. Teils liebevoll mit Blumen umgeben, einige aber auch noch ganz so wie zu grauen DDR-Zeiten… Hotelzimmer werden angeboten. Cafés locken Gäste an. Fischsemmeln gibt’s und frische Räucherfische in schmucken Fischläden.
Die Kirche hat ein großes Solardach! Suchet den Frieden und jaget ihm nach… Wie passend der Spruch der Bibel angesichts der Kriegsdrohung in den Nachrichten (Iran, Saudi-Arabien, USA) Die Mehmelorgel war leider wegen Restaurierungsarbeiten verborgen unter Planen. Selten gibt es so einen lebensgroßen JESUS in den Kirchen.
Am Rückweg ging es wieder über die hölzerne Klappbrücke von 1887 und dann 5 km entlang des Flusses Ryck am Deich zurück nach Greifswald. Bei den Museumsschiffen liegt die „Hedi“, auf ihrem Namensschild steht mein Geburtsjahr 1948.
Ein sanfter Sonnenuntergang bei 14°C wird uns am letzten Abend in Greifswald geschenkt. Morgen segeln wir den Fluss hoch hinaus auf den Bodden und wollen in der Nähe von Neuhof ankern. Frischer Lachs wird uns dort als Abendessen aus meiner Pfanne munden.
Der große Marktplatz ist umgeben von stattlichen Häusern, teils noch im typischen Stil der Backsteingotik erhalten oder re-noviert, teils von den stolzen Besitzern in den Jahrhunderten umgebaut, höher oder mit neuen Fassaden, Giebeln, Erkern und Gaupen verändert errichtet worden. Im 30 jhr. Krieg nahm die Altstadt Schaden, Napoleon verwüstete die Altstadt, aber im 2. Weltkrieg blieb sie von Bomben verschont. Der Bürgermeister und eine Delegation übergab die Stadt im Mai 1945 kurz vor dem Einmarsch der Russen kampflos an die Rote Armee und rettete sie nachts um 2 Uhr… weiße Fahnen aus den Fenstern, die Stadt war gerettet. In DDR-Zeiten waren viele Häuser unbewohnt und heruntergekommen. Man ließ 52% der historischen Bausubstanz abreißen, um Wohnraum in Plattenbauweise zu errichten.
1456 war bereits die Universität gegründet worden – im Wettstreit mit Stralsund um den Standort. 1535 kam die Reformation und die Stadt wurde evangelisch. Seit 2005 heißt die Stadt auch wieder Universitäts- und Hansestadt Greifswald! Verlor sie nach der Wende ca. 12000 Einwohner durch Wegzug, so sind es inzwischen wieder fast 60.000 Einwohner und davon 10.000 Studierende! Eine sehr junge Stadt- mit grünem Bürgermeister(Bündnis mit SPD, Linke + Piraten). Die Straßen sind noch wie bei Stadtgründung, der Wind fegt durch die Stadt und es ist immer „frische Luft“. Viele Straßen sind mit kleinen quadratischen Steinwürfeln gepflastert, auch die Gehsteige, und sie sind autofrei, 44% der Bürger nutzen das Fahrrad täglich. So ist Greifswald Fahrradhauptstadt- noch vor Freiburg!
Wiek ist eigentlich die Dänische Wiek, eine Ausbuchtung der Küste, ganz flach, eine Lagune im 514 km² großen Bodden! Die Stadt liegt nur auf 3-7 m ü.MH. Der höchste Hügel ist 27 m hoch.. Keller gibt es nirgends, das Trinkwasser kommt von einem Ort aus ca. 5 km Entfernung, heute in Rohren, früher mit Fuhrwerken. Am Marktplatz erinnern 2 Säulen mit Trinkwasserhahn an diese Zeiten. Damals wurde für jedes Haus nach Braurecht Bier gebraut, das sparte Wasserlieferungen…. Auch gab es schon ganz früh Latrinen, kein Kot+Urin wurde (wie sonst noch üblich) auf die Straßen und Gassen gekippt. Auch entstand die erste Gebärstation, da ein Arzt erkannt hatte, dass die Frauen bei den Hausgeburten an Blutvergiftung starben. Der Wettstreit zwischen Geld (Kaufleute) und Klerus (Kloster, Kirchenobrigkeit) führte zu der verschiedenen Entwicklung der Stadtteile um St. Nikolai und Marienviertel. Die Universität wurde immer bedeutsamer, v.a. für Jura, Kirchenrecht und Theologie, Medizin, Physik+Mathematik, Sternwarte.
Ein berühmter Sohn der Stadt ist der Maler Caspar David Friedrich.
Beim Wiederaufbau bemüht man sich erfolgreich, den Stil der Gassen und die Art der früheren Häuser zu bewahren. Man findet noch alte runde Steinrosetten in neuen Hausfronten, man gibt den Häusern frische bunte Farben, die Fensterform wird nachgeahmt, die Türen aus Abbruchhäusern wurden wieder in neue Bauten eingefügt. Es gibt Gaupenreihen oder kleine Fensterchen in den 2 Obergeschossen, die aussehen wie früher die Lagerraum-Etagen der Kaufmannshäuser. Aus Grabplatten alter aufgelassener Friedhöfe baute man Steintreppenstufen.
Die Kirche St. Marien hat eine gotische Kanzel (aus 60 Holzsorten!), zu der man auch im Raum zwischen Kanzel und Altar in den neuen protestantischen Zeiten auf den Pfarrer oben sehen konnte, indem man die Rückenlehne drehbar gemacht hatte. In einem abendlichen Orgelkonzert mit Bach und Rheinberger waren wir begeistert vom zarten weichen Klang der Mehmelorgel der Romantik, die die Kantorin mit Bravour spielte und pianissimo und con brio herausholte-atemberaubend die Akustik in der hohen Halle.
Originell sind 2 ganz flach gehaltene Brunnen, die ein moderner Künstler am Rubenowdenkmal und hinter dem Rathaus gestaltete. Im Sommer ein Platz für planschende Kinder, mit Figuren aus Erz, Fischern, Fischerfrau mit Kind. Lebensnah.
Zum Ausklang lassen wir uns wieder Fischsuppe und warmgeräucherten Lachs mit Bratkartoffeln schmecken im Fischkutter Schwalbe II – im Fluß.
Hier nun die Bilder als Galerie: Die einzelnen Galerien anklicken und nacheinander betrachten.
Am roten Rathaus beginnt unsere Stadtführung, die 1 1/2 Std. dauert. Spannend!
Nachempfundene Speicher im Dach wie in alten KaufmannszeitenKunst mit gebrannten Lehmziegeln
Nach der 25 Std.-Überfahrt Schweden-Sassnitz und dem stürmischen Tag im Hafen freuen wir uns auf ein schönes Segeln bis Greifswald. Um 10 Uhr Leinen los in Thiessow, der Hafen ist voller Gischt vom stürmischen Meer. Wieder tasten wir uns hinaus zwischen engen Pricken und müssen draußen gleich 2 Reffs einbinden in Groß und Focksegel. Dann aber segeln wir mit kräftigem Schub am Wind zur Ansteuerungstonne Greifswald.
Beim Einbiegen kommt die blaue HANSE-SY „Happy our“ der netten Leipziger vor uns.
Alle Boote müssen in den Fluß Ryck einfahren, bis zur Hebebrücke mit dem Hochwasserschutzbollwerk des Fischerdorfs Wiek. Wir fühlen uns fast wie auf der Donau 2014, da fuhren wir 80 Tage im Fluß-2200 km bis ins Schwarze Meer….
Nach 1 Stunde Motorfahrt zwischen Schilfufern finden wir gegenüber dem himmelhohen alten (eingefallenden) Speicher mit dem großen Greif auf dem Ziegelmauerwerk einen freien Liegeplatz am rechten Ufer, am Innensteg. Ein Graureiher wartet nach unsrer Anmeldung beim Hafenmeister direkt am Steg vor der EOS!
Mich erfreuen bunte schmale Giebelhäuser in langer Reihe, fast wie die Grachtenhäuser in Amsterdam. Vor unsrem Boot entdecken wir „slubes“, winzige Betonwohnröhren, mit Stockbett, 2 ÜN f. 2 Pers. für 135 €…seltsam. Ohne WC oder Kochmöglichkeit.
Beim Gottesdienst in der großen Domkirche St. Nikolai danken wir am Sonntag für die Bewahrung auf unsrer langen Seereise. Es findet eine Taufe statt und wir alle tragen ein Fläschchen Taufwasser zum Taufbecken und gießen es ins Taufbecken, auf dem alle Taufkinder-Namen eingraviert waren. Ein schöner Brauch.
Die Altstadt wurde nach der Wende wunderbar wieder hergestellt, auch Plattenbauten rückgebaut. Ein Schmuckstück! Man bemühte sich beim Wiederaufbau, die Eigenart der Stadthäuser zu bewahren, mit Fensterart, alten Türen, Gaupen am Dach, mit Lagerflächen im 3. Stockwerk, mit den hohen Parterres (mit Einfahrt f.d. Pferdekutschen und Lastenfahrzeuge mit Waren, die erst im Hinterhof entladen und an Kranhaken ins Dach gezogen wurden). Die Läden klein und abwechslungsreich, keine C&A-Riesen oder Mc Donalds-Einheiten…
Ein Augenschmaus sind die 45 historischen Museumsschiffe am Ufer der Ryck, meist renoviert und gepflegt, viele noch im Einsatz als Fischerkutter oder als große Gaffelsegler. Die Geschichten sind aufregend: gekentert, versenkt, gefunden, von Minen getroffen, von Fischern gehoben und wieder zum Fischen benutzt. Auch in der alten Werft floh der Besitzer 1953… aber als VEB ging’s weiter und heute werden hier die schönen alten Holzschiffe renoviert und auch neue gebaut.
Beim Stadtrundgang besuchten wir auch die Kirche mit dem dicken Turm mit 4 m-dicken Mauern, genannt „dicke Marie“, die Marienkirche. Ein Wal war vor 500 J. gestrandet, verirrt im Ryck. Den malten die Bewohner an die Kirchenwand.
Eine köstliche Matjessemmel oder warmgeräucherter Lachs mit knusprigen Bratkartoffeln im Fischkutter „Schwalbe II“ ersetzte uns täglich das Mittagessen. Dann fegte stürmischer Wind über die Stadt, es hagelte und regnete… Schwere Sturmböen meldete der NDR, Bahnverkehr teilweise lahmgelegt… wir werden 3 Tage hier ausharren und erst Freitag weiter segeln können…
Am Mittwoch werden wir eine Stadtführung mitmachen und ein Orgelkonzert mit Bach und Rheinberger in der Marienkirche besuchen. Ihr gotischer Altar besteht aus 60 verschiedenen Hölzern, deshalb bleibt sie unbeheizt, auch im Winter. Wunderschön die Wandbemalung in frischen Farben, spielerisch, romantisch, ähnlich der Kirche in Überlingen.
Nach der 25-stündigen Überfahrt freuen wir uns auf einen Wandertag. Vorher verlegen wir die EOS vom zu großen Liegeplatz auf einen kleineren, besser vorm Wind geschützten Platz am Schwimmponton. Nach dem pausenlosen Regen holen wir uns beim alten ehemaligen Fischkutter Räucherfisch. Lest mal seine Geschichte! Sooo frisch und lecker, an Bord verzehrt.
Dann nehmen wir in Sassnitz den (leeren) Linien-Bus zum Königsstuhl.
Das Weltkulturerbe nimmt einen sofort gefangen: das üppige Grün der Wälder und das frisch sprießende Gras, Löwenzahn, Brennnesseln – nach monatelanger Dürre im Osten. Zauberhaft tritt man ein in den Buchenwald mit seinen kirchhohen kerzengeraden glatten Buchenstämmen-wie „heilige Hallen“.. Vor 800 Jahren eroberte die stolze Buche die Halbinsel. 100 Moore, Bäche, Quellen nähren sie. Die Jasmundbuchen, oft 500 Jahre alt und gezüchtet als ast-armes feines Holz für Furniere feiner Möbel und Parkettböden… Nun sind sie unter Naturschutz, keine Buche darf mehr gefällt werden. Fast ehrwürdig wölbt sich das Laubdach hoch oben über den Wanderern auf den Gehwegen im Wald. Wo das Moor zurückweicht, treten Stelzenwurzeln in den Tümpeln zu Tage. Exotisch anmutend. Wir ersteigen eine alte zig-meter hohe Ringwall-Anlage aus der Slawenzeit, die sich vor einem See erhebt. „Wilde unberührte Natur und letzte Rückzugsgebiete für Tiere und Pflanzen“- Perlmuttfalter, Sonnentau, Rotbauchunke…. 🙂 aber 1/3 der Besucher sind angeleinte Hunde.
Schließlich der Höhepunkt: die weißen Kreidefelsen vor dem blauen Meer. Wind, Wasser und Brandung halten die Kliff-Küste ständig in Bewegung. Die regelmäßigen Abbrüche lassen die Kante so weiß leuchten. Der Publikumsliebling ist die eintrittspflichtige interaktive Erlebnis-Ausstellung mit Audioguide, Welterbe-Kino u.ä.! Wir verzichten und laufen zum alten Aussichtspunkt Viktoriafelsen. Eine grandiose Aussicht. Sogar unsren riesigen Windflüglerpark sieht man von da oben!
Versteckt im Wald hat eine aus sicher hier liebenswerter DDR-Zeit stammende kleine Gaststätte überdauert. Eine Matjessemmel, ein Bier. Nett…
Zurück zum Bus 3 km und zur EOS. Am Abend trotten wir im Regen zum Restaurant Kutterfisch.
Die Fischsuppe, klar und mit Muscheln und Krabben, war köstlich und die in Butter gebackene Scholle mit knusprigen Bratkartoffeln war vorzüglich. Es regnet. Unter unsrer Sprayhood sitzen wir noch und lassen den Abend ausklingen -der Vollmond ist nicht zu sehen.
Überfahrt im Sonnenschein in den Bodden bis Kurort Thiessow, Donn.12.9.
Die Fischer säuberten am Abend ihre Netze, am Morgen zeigt sich im Hafen Sassnitz die Nachsaison. Hier ist es sonst voll von Segelyachten.
Hier folgen 2 Videos:
Start zur Überfahrt zum Bodden
8.45 Uhr: Leinen los in Sassnitz, gleich 2 Reffs in Groß und Fock. 5 kn Fahrt… Seegang…
Plötzlich flattert eine junge graue Möwe überm Cockpit. Sie guckt uns an und bittet, ob sie mitfahren darf, ihr ist wohl der Wind zu stark geworden und sie wurde immer weiter abgetrieben. Sie hockt sich auf unsere grüne Persenning und versucht das Gleichgewicht zu halten. Dankbar blickt sie uns an… Wohl eine Stunde sitzt sie am Bimini, 30 cm über unsren Köpfen. Möwe Jonathan?! Wir kreuzen ein Stück raus um dann wieder auf den GPS-Strahl segeln zu können.
Dann müssen wir exakt der Fahrrinne folgen, nehmen die Segel runter und steuern kraftaufwendig an der Pinne entlang des Nationalparks Jasmund. Schutzzone. Heftige Wellen kippen den Bug fast 45° in die Wogen und werfen das Schiff wieder zurück. Seegang klingt zu sanft… Der Motor jault, das Wasser wird vorn aufgeschöpft und saust zum Heck, wo es sprudelnd wie in einer Wanne hin und her schwappt. Lärmend kämpft sich die EOS durch Gegenwind und hohe Wogen.
Von 14 Uhr bis 14.30 dauert die unruhige Partie… Dann fast wieder „zurück“ auf Kurs 62°, um zu der nun ganz schmalen Fahrrinne in den kleinen Fischerhafen im Bodden zu gelangen, sehr langsam tasten wir uns nach den Richtbasen zwischen den Bojen vorwärts… Thiessow, ein Badeort.
14.45 Uhr: Geschafft. Der Hafen bietet 4-5 Schiffen längsseits Platz, wir haben Glück als 4. Schiff und der Hafenmeister hilft beim Leinen-Annehmen. Wir spazieren zum FKK-Campingplatz, an Hunderten von schwarzen Jung-Rindern auf der großen Weide vorbei. Ein Deich zeugt von den Gefahren hier… Viele Ferienwohnungen, Gasthäuser. Ich koche eine deftige Suppe. Radio NDR Kultur! Mal wieder deutscher Rundfunk 🙂
Hier noch Gerdis Fotos: Verzeiht den Tippfehler unter den Galeriefotos… , es muß Thiessow, nicht Thiessen heißen;-(
Links unten ist Greifswald grad verstecktAbschied von Sassnitz und Kreideküste
Wunderschöner Spaziergang am Freitag, dem 13. , es hat 6-7 bft und als wir die Sandwege hoch zum kleinen Zicker laufen, breitet sich vor uns das Boddenmeer ganz weiß aus, sturmgepeitscht fliegt die Gischt in langen Straßen von den hohen Wellenkämmen. Schmuck die Reetdachhäuser, überall Ferienwohnungen. Eine herrliche Landschaft, es soll wieder 10 000 Kegelrobben geben hier. Ein Geschenk an die Natur, dieses große Schutzgebiet.
Der Wetterbericht meldet weiterhin viel Wind aus Süd. Keine Chance gegenan die 130 Seemeilen zur deutschen Küste rüber zu segeln. Also bleiben wir, wie auch alle anderen deutschen Boote…
Nachsaison. Unser Spaziergang zum Marinesektor ist vergeblich, denn die Reepbahn ist nicht mehr zu besichtigen. Das längste Gebäude Schwedens. Auch das Automobil- und Porzellanmuseum hat seit 1. Sep. geschlossen. Wir wandern an der Küste hoch und sehen die gelbe Trajektfähre zur nächsten Insel antuckern. So steigen wir ein und lassen uns kostenlos zur Insel Aspö fahren, vorbei an den wohl letzten Schärenfelsen unsrer Segelreise.
Insel Aspö. Beschaulich, ruhig, sonnig, windig, und süße Brombeeren am Wegesrand.
Das Castell ist gegenüber vom kleinen Hafen.
Zurück im Stadshamn schlage ich vor, unseren letzten schwedischen Tag mit einem Essen im Restaurang SJÖRÖK am Hafen zu beschließen. Festlich bei Kerzenschein, lecker mit Hering, Lachs, Shrimps mit Mango und 1 Crème brullé zu zweit. Dunkle Wolken verdecken den Halbmond, es regnet kurz. Die Sauna ist schon kalt. Zeit zum Schlafengehn.
Originell die Weinflaschen-Wand, die Theke mit Alkohol, den man sonst nur im Spezialgeschäft kaufen kann. 1 Fl. Wein ca. 80€… 1 Glas tschechisches Bier 6 €. Das Essen war sehr lecker.
Romantisch beschließen wir unseren 141. Törntag, Meteo Schweiz sagt Wintereinbruch voraus, Polarluft aus Grönland, morgen in Karlskrona 4 kälter als heute; in den Alpen hat es Schnee, es kommen noch 20-40 cm dazu am Wochenende. Wir planen, am Sonntag die 30-40 Stunden-Überfahrt zu starten, Ziel Insel Rügen in Deutschland, nach fast 5 Monaten Segelreise.
Samstag um 12 fuhren wir die Eos bei lebhaftem Wind noch zur Ankerbucht vor Insel Aspö und zum letzten Essen in Schweden backe ich vor Anker Pfannkuchen. Morgen früh um 5 starten wir zur Ostseeüberquerung… 130 NM, ca.35 Stunden. Um Mitternacht soll der Wind nach Wochen von Süd auf Nord und NW drehen.
Schöner Wind schob uns nach Karlskrona, nochmal durch enge pricken-bestückte Fahrrinnen, an senkrechten Schärenfelsen vorbei und über die abgesenkten Zugseile einer Fähre…
Zuletzt segelten wir unter der Pfeilerbrücke durch und fühlten uns an die vielen Brücken unsrer 80-tägigen Donaureise (mit gelegtem Mast) erinnert.
Just 10 Minuten vorm Hafen öffneten sich dann doch nch die schweren dunkelgrauen Regenwolken. Rein ins Ölzeug und in den Stadthafen steuern und dann alles auf Kleiderbügel und zum Trocknen aufhängen ist schnell erledigt.
Ein Schulschiff für Schiffsjungen und ein Kriegsschiff…
Am Donnerstag liefen wir rüber zum Marine-Museum, erst 2014 eröffnet und sehr ansprechend und informativ eingerichtet. Kompliment. Das knallrote U-Boot, all die technischen Details vom Seiler über Torpedos und enge Schlafkojen(immer 1 für 2 Männer im Wechsel, die schönen Schiffsmodelle, ein gut besuchtes Büffet im Restaurant. Draußen das Segelschulschiff, ein Kriegsschiff, 10 Kutter aus Holz, erbaut von 1615 bis 1668-erstaunlich. Ein Besuch lohnt sich.
Bunte Bilder von Walen auf Turnhalle und Papageientaucher auf Segelschiff 🙂 -Schön!
Es regnet. Gerhard nimmt sich eins der Hafenfahrräder und schaut sich in der Gegend um. Im Schiff wurde bei der Schräglage im Seegang manches nass, aber wir trocknen alles mit dem Heizlüfter. Am Nachmittag gibt’s eine Regenpause, wunderbar der blaue Himmel zwischen den dicken Regenwolken.
Ich zaubere mit Huhn-Geschnetzeltem ein feines Thai-Curry mit roter Paprikaschote, Lauch, Teriyakisauce und Kokosmilch.
Die beheizte Kajüte wird zum „Arbeitsraum“:Schapps trocknen unter der Koje, Blog, Navigation, Kochen…
Morgen wird uns der Wind die Route vorschreiben… Der ewige Südwind macht es nicht leicht, unser Ziel, die Insel Rügen zu erreichen. Gegenwind und Seegang stoppen die EOS doch sehr…Vorher könnten wir noch nach Utklippan oder Bornholm als Zwischenstation segeln…
Wir sind oben rechts, noch 15 Seemeilen vor Karlskrona . In der Nähe waren wir mal in einem Gartenhaus im Urlaub. Die Region Blekinge ist die Heimat v. Astrid Lindgren+Michel v. Lönneberga….