Wieder im Heimatland

Ein paar Tage liegen wir in Karlskrona um ein günstiges Wetterfenster für die Überfahrt nach Deutschland abzuwarten. Bisher seit Wochen nur Südwind über 4 Bft. Ab Samstag soll der Wind günstig auf Nord drehen. Das tut er auch.

Eine letzte Ankernacht vor der Insel Aspö und nach Sonnenaufgang „Anker auf“.

06.15: U-Boot-Sperren bei Drottningskär passiert (da hat sich 1981 ein sowjetisches U-Boot „verlaufen“, wohl auf der Suche nach dem Schwedischen Militär-Marinehafen)

Abfahrt von Schweden(Copy)

06.45: Der Motor hört sich plötzlich wie ein Traktor an und die Kühlwassertemperatur steigt. Ursache ist ein verschlissener Kühlwasserpumpen-Impeller. Austausch nach 30 Minuten erledigt. Erkenntnis: Impeller regelmäßig wechseln!

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Um Bft 6 im Bereich der Boddengewässer zu vermeiden, müssen wir bis Montag am Mittag in Sassnitz sein. Deshalb lassen wir den Motor zum Großsegel mitlaufen. Wind 2 Bft direkt von achtern. Die schwedische Küste wird immer kleiner. Eine sehr schöne Segelzeit in diesem besonderen Revier geht zu Ende. Der Steuerautomat hält EOS auf Kurs, muss aber wegen der achterlichen Wellen und dem heftigen Schaukeln kräftig arbeiten. Wir möchten ihn nicht überlasten und steuern von Hand. Wachwechsel alle 2 Stunden.

14.00: Wind weiterhin genau von achtern, höhere Wellen, ein Reff ins Großsegel. Eine Bullentalje verhindert ein Überschlagen des Segels. Dauerndes von Hand Steuern bei diesem Wind ist unangenehm.

14.30: Wir ändern den Kurs, um das Verkehrstrennungsgebiet schneller zu queren. Jetzt, entlang, aber außerhalb dieses Großschiffahrtsweges begegnen uns Frachtschiffe wie auf einer Perlenkette aufgereiht. Was sich da so alles auf dem Wasser bewegt! Stückgutfrachter, Autotransporter, Containerschiffe, undefinierbare Spezialboote. Die Insel Bornholm kommt in Sicht und sie begleitet uns stundenlang an Backbord.

18.00: Abendessen: Von Gerdi vorbereitete breite Nudeln mit Schinken. Für diese Zeit steuert der Automat und wir beide essen gemeinsam in der Kajüte. Eine schöne Dämmerung. Bornholm löst sich langsam im Dunkeln auf, nur der Leuchtturm von Rönne sendet weiter seine Blitze zu uns und der Lichtschein der Stadt leuchtet in den Wolken.

Copy v.Schaukelei 25 Std. Karlskrona bis Sassnitz (22) (Copy)

02.00 Uhr: Gerdi weckt mich wegen starkem Schiffsverkehr. Ein weiteres eigenartiges Erlebnis: Hunderte von roten und weißen Lichtern blinken im Takt. Ein tolles Bild nächtliches Bild liefert so die Baustelle von ENBW an diesem neuen riesigen Offshore-Windpark. Die GPS-Route führt uns nahe daran vorbei. Leider haben wir keine Zeit, dieses skurrile Bild zu genießen. Drei undefinierbare nahe Schiffe und einige Bojen erfordern volle Aufmerksamkeit und Kurskorrekturen. Das Funkgerät liegt für eine Kommunikation bereit. Erste Müdigkeit durch das konzentrierte Steuern. Es beginnt zu regnen, richtig fest. DAS ERSTE MAL SEIT BEGINN DER REISE VOR FAST 6 MONATEN.Copy v.Schaukelei 25 Std. Karlskrona bis Sassnitz (19) (Copy)

04.30: Mit Leuchtfeuer Puttgarten begrüßt uns die Insel Rügen. Weiterhin anstrengendes Handsteuern bei Bft 4, jetzt Gott sei Dank der Wind etwas seitlicher. Stockdunkle Nacht. Fähren mit ihrer Christbaumbeleuchtung tauchen auf und verschwinden wieder im Regengrau. So eine Nachtfahrt in belebtem Seegebiet ist irgendwie schön und doch auch unheimlich. Man sieht nur Lichter, aber man weiß was sie bedeuten und mit Hilfe der Seekarten werden die Situationen (meistens) klar. Und es vertreibt die gefährliche Müdigkeit. Wir sind nur zu zweit…

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05.30: Es dämmert ganz langsam. Zuerst wird der Horizont schwach sichtbar, dann zeichnet sich das Segel gegen den Himmel ab. Eine Stunde später tauchen die hohen Kreidefelsen an Steuerbord auf. Alles grau im Regen. Die Lichter vom Zielhafen weisen nun den Weg. Gerdi kommt ans Steuer. Segel einholen, Leinen an Bug und Heck und weiter mit Motor um den grünen Leuchtturm an der Hafeneinfahrt von Sassnitz.

07.00: Nach 130 Seemeilen (240 km) und 25 Stunden nonstop Leinen fest an Pollern und Steg. Wir sind wieder im Heimatland.

 

Stora Alvaret auf der Insel Öland

Reiseweg(1)

Nur ein kurzer „Sprung von Kalmar nach Morbylånga auf der langezogenen schmalen Insel Öland. Am Abend beim Essen noch Pularbeit mit den guten Skampi.

 

Vor einigen Tagen wusste ich nicht, was eine Alvar ist. Gestern waren wir zu Fuß am Rande dieser Kalkstein-Hochebene. EOS haben wir in Mörbylånga gelassen. Ein fast schnurgerader Weg führt zuerst 4 km durch Ackerland. Heiß brennt die Sonne. Danach, am Hang zieht sich ein kleines Dörfchen entlang. Nette Häuschen, aber auch technisches Bauerngerät, das nicht mehr gebraucht wird. Dann die Ebene, die Stora Alvaret (Große Alvaret). Wir finden erst keinen Zugang vor lauter Weidezaun. Erst zwei Bewohner zeigen uns den Weg dort hin und erklären uns, dass wir ruhig das Gatter öffnen können und wir die Kühe und sie uns nicht stören.

Da liegt das Alvaret, bretteben, nur niedere Büsche, Wacholder, Hagebutten und die winzigen, linsengroßen, uns völlig unbekannten Blümchen. Alles hat sich an diese besonderen Lebensbedingungen angepasst. Heiß und trocken im Sommer, kalt und außerordentlich windig im Winter. Die letzte naturbelassene Alvarebene Europas und die größte der Welt. Unbekannt und fürs Auge unscheinbar und Weltnaturerbe. Glatt geschliffene Findlinge hat der letzte gestorbene Gletscher hier abgelegt. Fast das gesamte 40 km lange und bis 10 km breite Gebiet wird von Kühen beweidet. Nichts Großmächtiges, aber doch etwas Wunderbares und Seltenes.

Der Rückweg dann wieder vorbei an riesigen Feldern mit Mais und niedrigen gelben Bohnen. Aber wo bleibt in diesen Feldern der Nebenbewuchs? Vielleicht sagt der Bauer dazu Unkraut und setzt Chemie ein? Lerchen und Milane scheinen sich aber doch hier wohl zu fühlen. Die Lerchen mit ihrem schwingenden Flug und der Milan, der geschickt den starken Wind zum Segeln nutzt.

Wieder in Mörbylänga, kehren wir zum Fischessen im nahen Lokal ein. Der Hafen ist seit heute, ersten September, geschlossen. Natürlich kann man ihn nutzen, aber ohne Service. Kost aber nixxx mehr. Strom liefert die Solarzelle, Toilette haben wir und waschen können wir uns auch am Schiff. Der Hafenmeister erklärt uns, nur einen Monat von Mitte Juli bis Mitte August sei wirklich Betrieb.

 

Schön, dass wir hier in diesen etwas abgelegenen Hafen gefunden haben. Gepflegte Blumen, Bänke, ein Badeplatz mit Leiter, sehr schön das Clubhaus mit Dusche.

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Nur auf Öland gedeihen die Braunen Bohnen, weil das Klima frostarm und mild ist.

Braune Bohnen v. Öland

Windkraft

Wenn wir im Kalmarsund zwischen dem Festland und der langen, schmalen Insel Öland segeln, fallen die vielen Windmühlen auf der Insel auf. Der Wind wurde schon lange Zeit zum Mahlen des Korns, das dort angebaut wird, genutzt. Klar, die Hochfläche ist voll dem Wind von der Ostsee ausgesetzt und nur wenige Bäume mindern auf dieser Hochfläche die Windkraft. Ich kann mir vorstellen, dass damals die Müller während kräftiger Winterwinde in ihren zugigen Mühlen ihrer harten Arbeit nachgingen. Kräftiger Wind war wohl nötig um die schweren Flügel, hölzernen Achsen und Getriebe und die Mühlsteine in Bewegung zu setzen. Wie grazil sehen nebenan die riesigen hohen modernen Windräder aus. Kein Mensch ist vor Ort notwendig, die erzeugte Kraft wird über Leitungen nach andenorts übertragen und genutzt.

2000 Bockmühlen dieser Art solls gegeben haben, jetzt stehen noch 400, habe ich gelesen. Manche schön erhalten, andere verfallen langsam. Ist es nicht gut, dass der Wind immer noch, ja verstärkt auf die Art unserer Zeit genutzt wird?

 

Mit voller Anspannung in die schöne, stille Bucht

Pricken, Echolot und GPS im Blick

Unsere Ankerbucht ist unheimlich. Erst beim zweiten Versuch greift der Anker. Der Wind weht kräftig vom bedeckten Himmel und trägt Schwell und das Grollen der nahen See in die Bucht. EOS schaukelt.  Anderntags brechen wir um 07:30 Uhr auf. Wir möchten dem starken Wind, der im Laufe des Vormittags einsetzen soll, zuvor kommen.

Das Fahrwasser verläuft nahe den äußeren Schären und windet sich um Steine die sich unter Wasser verbergen. Manche sind durch grüne und rote Pricken markiert. Das Echolot-Bild zeigt ein wirres Gebirge. Die Tiefe springt von 15 Meter auf 1,8m. Das belastet die Nerven. Wir reduzieren die Geschwindigkeit auf ein Minimum. Rechts und links begleiten uns flachgeschliffene Felsen, die gefährlichere Sorte begleitet uns unsichtbar unter Wasser. Dann verlassen wir das aufreibende Fahrwasser für einige Meilen vorbei an Oskarshamn. Noch einmal die gleiche anstrengende kurvenreiche enge Strecke. Diesmal begleiten uns schmucke Ferienhäuser. Vor den meisten weht der lange blau-gelbe Wimpel.  Das GPS ist eine großartige Hilfe, zeigt es doch metergenau unseren Standort auf der elektronischen Seekarte. Dort sehen wir alle verborgenen Steine und Inselchen und die Wassertiefe in verschiedener Färbung. Was muss das aufwendig gewesen sein, als es noch keinen GPS-Standort gab! Jede passierte Pricke und jede Schäre abhaken. Hat man sich verfahren, wie fand man dann wieder heraus? Und die bösartigen Unterwassersteine? Respekt, wer sich dort zurecht gefunden hat! Auch kein Weg bei starkem auflandigem Wind. Brecher und Strömungen müssen dann brutal sein.

Wenn Ihr diesen Link öffnen könnt, dann seht Ihr bei starkem hineinzoomen, wie kompliziert der Fahrkurs ist.

Die stille Bucht

Vorsichtig kurven wir in unsere Ankerbucht. Auch hier warten ein paar Unterwassersteine. Testweise fahren wir eine Schäre an. Ein Handbuch sagt: So steil wie die Schäre ins Wasser ragt, geht sie unter Wasser weiter. Stimmt! Im zweiten Anlauf senken wir den Anker und binden EOS mit zwei Leinen am Ufer fest. Toll, dieses Schären-ankern! Da haben in einer Bucht viele Boote Platz. Wir sind aber in dieser großen Bucht wie meistens alleine. Wir steigen ans Land und durchwandern die moosweichen Pfade und glatten Schären. Im letzten und vorletzten Jahrhundert war hier ein großer Granitsteinbruch. Abbruchkanten und Abfallsteine findet man überall. Hinweistafeln informieren über die harte, entbehrungsreiche Arbeit. Die alten Fotokopien zeigen schmale, knochige Männer. Der Bodymaßindex war wohl bei diesen Arbeitern kein Problem. Was ist mit den rotbraunen, dürren Kiefern los? Bei manchen löst sich die Rinde vom Stamm und Käfergänge zeigen sich. Borkenkäfer? Der trockene vergangene Sommer?

Heute gibt’s Ratatouille. Gerdi ist fleißig dran und ich freue mich aufs Abendessen! Und es schmeckt danach auch gut.

Das Firmament zeigt volles Programm

Wir sehen kein künstliches Licht in unserer Bucht. Der Wald zeigt sich als gezackter Schatten gegen den Horizont. Darüber breitet sich das Firmament in voller Pracht aus. Die hellen Sternbilder Großer Wagen und Castor und Pollux  dominieren. Die Milchstrasse durchzieht als milchiges Band die Sternbilder. Die mächtigen Planeten Jupiter, Saturn und Mars stehen noch unsichtbar unter dem Horizont. In den hohen Breiten haben wir zugunsten des langen Tages auf dieses Schauspiel verzichtet. So legen wir uns zufrieden in unsere Kojen.

 

Eine steinreiche Bucht

Die Insel Alö verzweigt sich an ihrer Ostseite in eine vielarmige Bucht mit vielen sichtbaren und unsichtbaren Steinen. Mit Schleichfahrt steuern wir in der Einfahrt um die ersten Unterwasser-Felsen. Dann fesseln uns die Möglichkeiten hier in dieser Bucht. 6 Meter zeigt das Echolot, dann 3, dann 0,7. Voller Rückwärtsgang, aber zu spät. Ein Schlag, EOS schüttelt sich und steht. Da haben wir einen Fels übersehen. Er ist als winziges Kreuz in der Seekarte vermerkt. Ärgerlich, man darf sich nicht gleichzeitig mit zwei Problemen befassen: Den sicheren Weg wählen nach einem Ankerplatz Ausschau halten und dazu noch Reden. Gut dass die stabile EOS so einen Schlag mit einer kleinen Delle am Kiel wegstecken kann. Nach einigem Suchen steuern wir äußerst vorsichtig eine passende Schäre an, senken den Heckanker und sichern den Bug mit den Leinen an zwei Kiefern. Gerdi stellt den Motor ab und nun ist Stille um uns. Wie angenehm! Der Blick in die Runde. Vor uns die hohe, dunkle Schäre, etwas Schilf, Kiefernwald und ein Zweig über dem Bug unserer EOS. Vier Schiffe teilen sich die große Bucht. Flache Riffe ragen kaum aus dem Wasser. Rundum Fels und Wald.

Das Schiff zu verlassen ist einfach. Ein Sprung vom Bug und man steht auf dem Felsen. Bei meinem Spaziergang nehme ich diesmal das GPS mit. Der wilde Wald ist überall gleich. Vor ein paar Tagen habe ich mich in ihm fast verlaufen. Ich blicke von der hohen Schäre nahezu senkrecht auf unser Schiff herunter. Gerdi spielt Flöte und ich höre die Musik beim Laufen. Bäume und Felsen sind mit vielen Arten von Flechten und Moosen überzogen. Was alt ist fällt um und vermodert. Der harte, von Gletschern der Vergangenheit glatt geschliffene Granit bietet den Schuhen besten Halt. Zurück am Schiff umfängt mich wieder die Stille. Nur die Wipfel der Bäume rauschen leise im Wind. Diese Ruhe vermisse ich am Bodensee. Gegen Abend färben sich Fels und Wald rötlich, das Rot der höheren Breiten, bei uns im Süden ganz selten und nur im Winter. Das Ufer spiegelt sich im vollkommen stillen Wasser. Unglaublich schön hier. Gerdi zaubert Selleriebrätlinge zum Abendessen. Dazu gibt’s rote Linsen und das dünne schwedische Bier. Schmeckt auch (noch).

Die Nacht ist jetzt wieder dunkel, Planeten und Sterne ziehen ihre Bahn. Das volle Programm der Gestirne fehlt noch, dazu sind wir um diese Jahreszeit doch noch zu hoch im Norden.

In stiller Bucht an der Schäre

Vom Arkö-Sund nach Halsö sind es 32 Seemeilen. Wir wählen nicht den bei diesem starken Wind gefährlicheren direkten Weg durch die äußeren Schären, sondern den Umweg an der inneren Seite. Dort können wir zumindest 1/3 des Weges ganz hart am Wind segeln. Den Rest müssen wir den Volvo nutzen. Bei so einer langen Motorfahrt gegen den Wind und ohne Sonne hält sich die Freude in Grenzen.

Am Ziel in der Bucht auf der Nordseite der Insel Halsö fängt es an zu regnen. Wir legen Heckanker und lange Landleinen bereit und steuern langsam eine Schäre an, die es erlaubt, direkt vom Schiff auf den Fels zu springen. Ein freundlicher Schwede vom Nachbarschiff nimmt trotz des Regens die Leine in Empfang und gibt gute Infos zum Ankern an einem Fels. Wir sind ja noch fast Neulinge bei diesem Anlegemanöver. Der schräge Fels ist nach dem Regen rutschig. Vorsicht beim Übersteigen! Im Wasser ziehen die schönen unangenehmen kleinen Quallen vorbei. Morgen wird das Meerbad wohl entfallen.

Schäre m. Leinen+Quallen (1)

Draußen auf der Insel nur Natur. Alles wächst und vergeht wie die Natur es vorsieht. Nordlandfauna mit Krüppelkiefern, Heidelbeersträucher, viele Sorten Moose und Flechten. Die Insel ist schmal. Nach ein paar Minuten stehe ich auf der anderen, dem Wind ausgesetzten Seite. Uns auf der anderen, von hohen Bäumen geschützten Seite streift nur ab und zu eine Böe. Zum Abendessen macht Gerdi Spagetti mit Tomatensauce und zum Nachtisch Joghurt mit Pfirsichen. Dann setzen wir uns noch mit einem Glas Rotwein nach draußen. Dumpf dröhnt das Meer von der anderen Seite herüber. Langsam verlieren sich die Farben und die Inselkonturen sind nur noch als schwarze Schatten zu erkennen. Der Himmel zeigt nur einige wenige hellere Löcher im gleichmäßigen Dunkelgrau.

 

Beim ersten Foto kann man sehen, wo die Segelmacherin die Fock geflickt und den Verstärkungsstreifen angenäht hat.

Durch enge Fahrwasser an den Schären-Ankerplatz

Windfinder sagt für heute- und für die nächsten Tage auch- Windstärke 5-6 aus der Richtung in die wir fahren möchten, voraus. Und er hat recht! Gut, dass wir uns innerhalb der Schären bewegen, da entwickeln sich keine zu unangenehmen Wellen. Kaum aus dem angenehmen Vereinshafen von Nynäshamn heraus, empfangen uns Schaumkrönchen. Nur kurz, denn uns erwartet die erste gewundene Engstelle, wie gewohnt durch Bojen gut abgesichert. Dennoch erfordern diese Engstellen volle Konzentration und verminderte Geschwindigkeit. Dann ein kurzes Gegenwind-Stück und der Dragets Kanal liegt vor uns. Das war früher eine Tragestelle (Schiffe über Land), darum der Namensteil „Dragets“. Im 17. Jahrhundert wurde dieser kurze Verbindungsweg dann aus dem Fels gebrochen. Gegenverkehr. Wir warten, denn mit 4 m Kanal-Breite kann man sich keinen Gegenverkehr erlauben. Dann ein Warnton aus der Blas-Tröte und Gerdi steuert vorsichtig in den schmalen Kanal. Rechts und links Felsen und Wald. Jetzt biegen wir in das Buchtensystem Rasavikar ein. Nochmal wird’s zwischen Schilfufern eng, dann können wir uns auf unseren Ankerplatz direkt an einer Schäre vorbereiten. Heckanker klarmachen und zwei lange Vorleinen anschlagen. Ankern ist dort möglich und üblich, weil sich die Felsen sofort in tiefem Wasser fortsetzen. Gerdi fährt behutsam an die Schäre heran, ich lasse den Heckanker fallen und lasse das Ankertau nach. Kurz vor der Schäre übernimmt Gerdi das Ankertau am Heck und wenn EOS fast den Fels berührt springe ich mit einer Vorleine an Land. Diese und die zweite Leine werden an Bäumen befestigt und auf passende Länge gebracht. Gerdi holt das Ankertau straff, fertig! Es hat zwar nicht ganz geklappt, aber fürs zweite Mal (den ersten Versuch vor ein paar Wochen haben wir abgebrochen) gings recht gut. Auch das muss man lernen.

Draußen Urwald. Ich seh mich dort um und hätte mich bald verlaufen. Nur Wald und keine Sicht nach außen und die buckeligen Schären sind verwirrend. Aber irgendwann sehe ich doch EOS‘ Mast. Ein ruhiger Nachmittag beginnt. Abends sind wir die einzigen Menschen in dieser zauberhaften Bucht in der absolut nichts von Menschenhand Geschaffenes zu sehen ist.

Die VIDEOS wurden mit doppelter Geschwindigkeit hochgeladen! Gerdi steuerte die EOS langsam und behutsam durch die Engstellen…!!