52. Von Sami nach Efimia(Kefalonia), Segeln nach Ithaka

Gerdi blickt zurück am 4. September

Nach unserem imposanten Landausflug und 170 km  mit dem Mietauto, einem alten Opel Astra, verließen wir unseren gemütlichen kleinen Fischerhafen, nachdem doch noch eine Art Port-Authority  5 € pro Nacht wollte, schon recht so.

Uralte Eukalyptusbäume geben den Tavernen auf Sami Schatten und Seele
Uralte Eukalyptusbäume geben den Tavernen auf Sami Schatten und Seele
Die Tavernen haben erst ab 21 Uhr Gäste
Die Tavernen haben erst ab 21 Uhr Gäste
Scampi in Samis kleiner Fischertaverne
Scampi in Samis kleiner Fischertaverne
Die Wirtin soendierte frische kalte Trauben!
Die Wirtin spendierte frische kalte Trauben!

Unser Ziel war nicht weit, nur 7 km.

Am Anker

In Efimia war die Bucht fast zugeparkt von Anker-Yachten und am Kai auch eng aneinander die britischen Charterboote. Unser Schlauchboot brachte uns an Land, ein Spaziergang- trotz Hitze, ein kaltes Cola in einer beschatteten kleinen Bar, dann zur Agora, eine Blutdruckmessung in einer zur Apotheke (+Thermometer kaufen, mein Fieber war fast vorbei), Obst kaufen, Brot, 2 Hühnerkeulen für eine gute Suppe.

Am Abend kochte ich mit Möhren, Kartoffeln, frischen Daphniblättern (Lorbeer v. Baum) und köstlichen orientalischen Gewürzen eine feine Suppe, die Keulen in Olivenöl angebraten, Zwiebeln, Knoblauch, Kardamom, Zitrone,Rosmarin…Es blieb nix übrig 🙂

Am Donnerstag 3.Sept., hatten wir einen wunderschönen Segeltag mit Blauwasser, beständigem Wind von vorn, aber herrlich zum Kreuzen mit vollen Segeln- ungerefftem Groß und straffer Fock! Wir konnten die Schräglage genießen in vollen Zügen, steuerten weiße Strände in kleinen Buchten vor Kefalonias Küsten an, schnelle Wende und rüber ging’s rauschend an die grünen Küsten der Insel Ithaka. Erinnerungen an 1987, wo wir mit den 2 kleinen Söhnen früh um 5 mit dem Taxi hoch auf den Gipfel fuhren, ein kloster besuchten, und Kekse mit kleinen Ameisen kredenzt bekamen von der Nonne. Ich flötete damals Morgenlieder mit dem grandiosen Tief-Blick auf das ferne blaue Meer da unten…fast 30 Jahre ist das her

Fast konnten wir uns nicht entschließen, eine Bucht anzulaufen, so viel Spass machte das Segeln. Aber es lockte der Abend: ich hatte Souflaki vom Metzger gekauft und der Grill wartete…!

Ithaka, Ankerbucht Polis
Ithaka, Ankerbucht Polis
Stolze polnische Jozefine
Stolze polnische Jozefine
Ithaka, Ankerbucht Polis
Ithaka, Ankerbucht Polis

Leichte Brise Sorry, unser Segel muss zum Segelmacher EOS in der Bucht von Polis

Polis. Ankerbucht.Vorher aber bestiegen wir den Hügel, Serpentine um Serpentine wanderten wir hoch zum Dorf, die Scala über der Bucht von Polis. Eine Plastik zeigte Europa und die Stationen der Odyssée, daneben Ithaka als 3 Meter hohe Plastik  mit den Punkten all der berühmten Sage-Orte. Wir kauften Brot und frisches Gemüse, sprachen mit einem lebhaften Griechen, der nach 17 Jahren als KFZ-Bauer in Deutschland nun hier als Imker Honigbienen hat und einen Kessel für gebrannte Zuckermandeln erfand und baute. Noch ein Drink auf der atemberaubenden Panorama-Terrasse des Lokals „Sunset“- dann wanderten wir einsam wieder runter an den kleinen nun verlassenen Strand. Die Sonne war hinter den Waldhügel gekrochen, das Baden im fast eiskalten (25°!!) tiefen Wasser, so blau wie der Himmel.

Eine sehr feuchte Nacht, Tau! Am Morgen schwamm ich fast 40 Minuten in diesem herrlichen Meer, Gerhard war nochmal hochgelaufen zum Laden. Schönes Frühstück, Lesen, Herdputzen. Um 14 Uhr packte mich die Kochlust und aus 2 Eiern zauberte ich Apfel-Zimt-Pfannkuchen. Danach war Gh. so gestärkt, daß er an Land ruderte und für Martin Olivenholz zum Schnitzen suchte und fand.

Zint+Apfel Zimtapfelpfannkuchen

Zimt+Apfel-Küchle Zimt+Apfel-Pfannkuchen

Ich hänge heute mal restliche Fotos an, die wir knipsten beim Essen in der hafen-Taverne in Sami und im Hotel in der Stadt Poros beim Autoausflug: Saftige Pizza!

Pizza im Hotelrestaurant Odysseus, Stadtplatz Poros,Kefalonia Pizza spezial, sooo saftig!

Alle Bilder und etwas Text: Klick

51 Auf der Insel cruisen/Auto

50. Echte Volksmusik in der Taverne-mit Sängern und Akkordeon

        Sonntagmorgen, am 30.8.:

Rückblick auf den Abend in der Taverne..die Kellner laufen mit schweren Tabletts quer über die Straße von der Küche zu den Tischen an der Promenade, am Meer, da ist nachts die Durchfahrt f.Fahrzeuge gesperrt.(ab 21 Uhr wird viel gegessen!)

Nach der täglichen Herrnhuter Losung, Musik aus ‚BR Heimat‘, Nachrichten, den Worten unsres evang.Landesbischofs Bedford-Strohm zum Flüchtlingsproblem und den wüsten Anschlägen… folgte das Sonntagsfrühstück mit Filterkaffee und weichem Ei, Schafsjoghurt mit ‚Local honey‘ und Pfefferminztee hat es wieder 36°C. Trotzdem schreibe ich vom überraschenden Nachterlebnis.

Da ich nicht ganz gesund war, zauberte ich nach „Mutti-Art“ eine in Butter braun angeröstete Grießsuppe mit frisch geriebenemr Muskatnuß, dazu sanft gedünstete Zwiebeln in der Pfanne, etwas Bacon (gekocht, mögen die Briten hier) und 3 verrührte Eier drüber. Um 21.15 Uhr bummelten wir Richtung Dorfzentrum, „nur Müll wegbringen“…ohne Plan. Dann lauschte Gerhard: „Du, das sind wieder die guten Sänger von Argostoli…!“ Und wirklich erlebten wir eine echte Überraschung. Bei den Tavernen mit „traditional cooking“ hörten wir beim „Paradiso“ wieder jene Sänger mit Akkordeon, die wir schon am Ankerplatz in Argostoli gehört hatten.

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Und wir fanden die 3 in einer Taverne, sie sangen so harmonisch, 3 stg. , begleitet mit kleinem mit weißem Perlmutt/ Schildpatt bedecktem Akkordeon(auch ein hervorragender Sänger!) und einer jungen Frau an der Gitarre. Eine wohlklingende Musik, flotte Lieder, Walzer, Schnelles, auch Sirtaki (da klatschen alle im Lokal mit). Die Harmonien beim 3-stimmigen Gesang erinnerten eher an den jungen  Montanara-Chor, also herzhaft und sehr ausdrucksstark, Der Tenor sang wie ein Opernsänger auf der Seebühne in Bregenz, alle waren begeistert. Bei den Trinkliedern am Ende kamen fast alle Dorfnamen v. Kefalonia vor, die Verse reihten sich aneinander eher wie unsre Schnadahüpferl… Nun schon angeheitert vom Wein und Ouzo …da klangen die frivolen Anspielungen an, auch ohne die griechische Sprache ganz zu verstehen: die Frauen erröteten und kicherten oder schlugen schon mal die Hände vors Gesicht, was die Männer noch mehr anstachelte, lebhafte Augenbrauen und Schnalzen mit der Zunge.). Bald sang das halbe einheimische Publikum mit!Kinder tanzten auf Tisch und Opa-Schoß rhythmisch im Takt. Vor Mitternacht sind alle Kinder immer dabei, die größeren auf den Fahrrädern…  , .Wir saßen bis 24 Uhr entspannt bei einer Flasche „Brillante“, einem Rosé der Insel Kefalonia und einem Teller roter Wassermelone…

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Die 3 waren wohl Lokal-Musiker. Sehr sehr schön! Aber unsere Stubenmusikgruppe oder die Salonmusik  hätte ihnen sicher sofort gefallen …auch ich hätte fast alles ihrer Folklore mitsingen können. Nur beim Englisch taten sie sich schwer, SANTA LUCIA dagegen war einsame Spitze mit Schmelz und Herzblut und viel Gesten und Körpereinsatz …Herzlich bedankte ich mich, wie erfreut war der Leiter, daß er eine Musikantin gefunden hatte im Publikum, und eine die Geige spielt, Schulchöre leitete und wohl 400 Kindern das Flötenspiel beigebracht hatte…- gleiche Wellenlänge, wie so oft bei aktiven Musikern.

Schade, daß wir das Video nicht hochladen können. Also „nur“ die Truppe als Foto und noch das gestrige Abendessen  in der am Hafen gelegenen Taverna.

Calamar vom Grill und Spieß
Calamar vom Grill und Spieß

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49. Kefalonia: Ankerbuchten, Kapumrundung, Sami

Unser 41. Segeltag, der 86. Törntag, Donn. 27. August/Gerdi schreibt.

So selten: gemütlich segeln ohne wilden Seegang! Wind 3 bft
So selten: gemütlich segeln ohne wilden Seegang! Wind 3 bft
Insel Ithaka, da warn wir mit den Buben 1987 md.d Taxi um 5 ganz oben beim Kloster zum Sonnenaufgang
Insel Ithaka, da warn wir mit den Buben 1987 md.d Taxi um 5 ganz oben beim Kloster zum Sonnenaufgang
Insel Astokos-auf deutsch Hummer
Insel Astokos-auf deutsch Hummer
Grün bewaldet wie im Süden der Türkei
Grün bewaldet wie im Süden der Türkei

Wieder ließen wir den Anker fallen, vor der schönen weiten Bucht Katallion, am Strand italienisch besuchte kleine Ferienhotels, Tavernen. Kleine Autos. Sommerlaune. Es flattert die hellblaue Umweltfahne am Sandstrand, viele Müllcontainer stehen bereit. Eine wohl wichtige Straße den Hügel hoch ist stark frequentiert (bis in die späte Nacht)..
Wir segelten von 7 bis 13 Uhr. Mit ungerefftem Groß+Fock! Wie selten das doch ist…Bei der Herfahrt aus Süden beutelte uns hier ein heftiger 6er Wind und scheußliche hohe Wellen ließen unsren Bug steigen und fallen wie einen geifernden Hengst…
Leider fühl ich mich nicht gesund, Hitzewellen, schwindelig.Gh segelte viel allein. Um 13 Uhr machen wir uns das ausgefallene Frühstück im Salon.
Am Abend geht’s mir etwas besser, ich schnipple das 1. Weißkraut in diesem Segeltörn für den 1. Krautsalat- sooo oft aßen wir das in den 80 Tagen auf der Donau!!

...wieder mal Krautsalat!
Es hat fast Vollmond.man sieht viel weniger Sterne (und Schnuppen) als am dunklen Nachthimmel. Nachts messe ich 37,8° Fieber. 1 Stunde sitze ich am windigen Bug…
Freitag, 28.August 2015, Bucht Katellios bis Sami Fischerhafen
Um 8.30 gibt’s nach dem herrlichen Schwimmen im türkisblauen Meer ein schönes Frühstück mit Joghurt mit Honig, Weintrauben, Kaffee und grünem Tee.
Felsnadel gegen Kiel!
Gleich nach den ersten Metern „küßt“ eine Felsnadel unseren Kiel: Rummmmms. Am Echolot wurden 3,5 m angezeigt nach dem Ankerholen, dann 1,9 und schon tat es einen Schlag… hier sind wohl senkrechte Felsen unter Wasser… Der Holländer in Argostoli berichtete ebenfalls von Grundberührung mit seiner Bavaria 35…
Der Wetterbericht sagt 3-4 voraus, am Nachmittag aber 4-5. Wir runden mit Motor das Kap, halten gut Abstand vor dem felsenreichen flacheren Teil vor der Südküste, dann segeln wir mit 3 Schlägen raus Richtung Ithaka und Inselchen Astokos (zu deutsch Hummer), um die Segel voll Wind zu haben, denn der kommt von vorn. Schön, 7 sm können wir segeln- danach hilft uns der Motor nach Sami.

Da! Delfin!! Wieder mal grüßt uns eine rabenschwarz glänzende Rückenflosse, wenn sich im hellen Mittagslicht der gebogene Körper wie in Zeitlupe aus dem blauen Meer erhebt. Von 13 bis 16 Uhr tuckert der Volvo. Dann steuern wir wieder den uns aus Herbststürmen und Dauerregen in Erinnerung gebliebenen kleinen Fischerhafen von Sami an(„reserved for local boats“)…

Wir fummeln unser 10m-Boot in eine 12m-Lücke am Kai hinter einem britischen „Dauerbewohner“ und freuen uns, nicht im lärmigen größeren Stadthafen sein zu müssen. Wir sind geduldet. Weitere 3 kleine Segler mit Österreich.Flaggen liegen auch da.Gerhard zapft gleich mal den Wasserhahn an, um die Kanister und den Tank aufzufüllen, immer ein kleines Abenteuer, welche Teile passen…

Sami, im kl. Fischerhafen vor der Taverne Wasser bunkern Wassermeister Gh. am Wasserhahn (1) Wassermeister Gh. beim Umfüllen in d.Tank
Landgang. Auf ein Cola, das die in der erneuten 34°-Hitze ermatteten Lebensgeister weckt. Stadtrundgang, diesmal viele Touristen(damals war’s Mitte Oktober und viel schon geschlossen).

*** Ghs Foto vom Calamar

In der Taverne vor unsrer EOS gehen wir mal zum Essen: ganz frischer großer Calamar vom Grill (noch mit den typischen weinroten Pünktchen auf der Außenhaut), Gerhard wählt einen Shish, einen Fleischspieß mit Paprika und Zwiebeln. Als Nachtisch teilen wir uns ein Stück Baclava mit Vanille-Eis. Erst ab halbzehn kommen große Familiengruppen zum Abendessen. Viele Teenager und Kinder, oft Italiener, aber auch Wiener und deutsche hungrige Senioren. Eine Dusche mit dem Schlauch am Kai, und als Gerhard sich zum Schlafen legt, beginnt am Gegenufer die laute Live-Musik: Gesang, Bratsche, Klarinette… jetzt beginnt das (Nacht-)Leben an Land, die Touristen starten in die Abendunterhaltung. Ich hätte mal Lust auf ein Konzert. Folklore? Kirche? Bei der Musik erinnert man sich hier oft an die türkische Musik.
Samstag, 29. August. SAMI

Heck-Luk versetzen
Beim Übersegeln entdeckte ich, daß unser (un-dichtes) Heck-Luk, die 50×60 cm große Klapp-Luke, nicht symmetrisch montiert wurde in der Werft in der Türkei.  Erst JETZT fällt uns das auf!!! Die Klappe ist nicht mittig auf der Öffnung im GFK-Schiffkörper, sondern um ca. 3 cm nach links versetzt montiert. Am Morgen schraubt Gh. das große teakbedeckte Luk ab, bohrt, schraubt die Scharniere um, versetzt das Schloß hinterm Cockpitrand… Jetzt sind wir gespannt, ob weniger Wassermassen ihren Weg hinein in den Rumpf finden, wenn die Wogen vom Bug 10m nach hinten zum Heck schießen und da 10cm hoch wie in einer Wanne herumschwappen und bei jedem Wellenschubbs doch wohl unterm (geschlossenen!) Luk hineingepresst werden. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Es sind bereits „aufgeschnittene“ Schläuche -auf den dünnen Rahmenrand geschoben -als weiterer Damm angebracht. Es bleibt das Geheimnis der EOS, wie das Wasser hinein kommt und in der Bilge auftaucht….
GUTE GEDANKEN
Wir denken jetzt ganz viel an die Luci! Alles alles Gute für das große Ereignis in den nächsten 2 Wochen. Und Gottes Schutz euch beiden.

48. Einkauf, Wasser, Wäsche. Müll- der Alltag am Boot

Die frisch gewaschne Wäsche v.d.Laundry!
Wenn man monatelang auf dem 10m-Boot lebt, spielt sich eine Routine und Arbeitsteilung ein wie bei Campingurlaubern. Vordringlich sind Dinge, die daheim nebenbei erledigt werden- oder automatisch.
Gerhard muß Wasser holen, mal mit Kanistern auf einem kleinen Rollwägele, mal mit dem Schlauch in (selten!) Häfen mit Wasser am Quai. Auch die Wasserblase zum Duschen, die sich unterm Luk am Heck im hinteren Schiffsbauch befindet, wird dann gefüllt, ein 10 l-Trinkwasserkanister und die Kunststoffblase für ca. 35 l unterm Cockpit. Immer kommt Micropur zur Abtötung von Keimen dazu, in Pillenform.
Das Clo hat zwar eine Handpumpe zum Spülwasser hochpumpen, aber die Fäkalien werden unter meine Vorschiffskoje in einen Stahltank geleitet. Da muß man abschätzen, wann er „voll“ ist, also auf offner See rechtzeitig ans Abpumpen ins Meer denken. Fürs Grundreinigen und Desinfizieren mit Sagrotan an den beiden Pumphebeln u. dem PorzellanWC fühle ich mich zuständig.
Wäschestücke, Frottées, Waschlappen, Geschirrtücher, Putzlappen, Shirts, Hemden, Bettbezug, … all das sammeln wir in einem luftigen Gitterbeutel (Wäschesack m. Reißberschluß) im Bereich von Toilette u. Hygiene/Arzneifach im Vorschiff in einem kleinen (schrägen)Schrank. Wird der allmählich voll, planen wir eine Hafenstadt ein, wo wir nach einer Laundry fragen. 10-15 € kostet diese große Erleichterung. Beim Waschen an Bord verbraucht man viel zu viel Wasser, man spült zu wenig. Trocken wird die Wäsche in der Salzluft nicht! Herrlich ist es, das Bett mit frischem Laken, Bettbezug und Kopfkissen zu beziehen…
Müll sammeln wir getrennt, also Alu-Dosen, Glasflaschen, Plastik.Auch wenn an Land noch nichts getrennt entsorgt werden kann 😦 …. Der „feuchte Abfall“ v.a. vom Kochen, kommt in einen kleinen Mülleimer. Penibel achten wir darauf, regelmäßig alles an Land zu entsorgen, dh. mit dem Schlauchboot an Land bringen am Ankerplatz oder in Dörfern früh beim Brotholen immer mitnehmen und einen Container finden…!

Nach dem Einkauf lockt bei 36° der Ventilator +1 Frappé
Nach dem Einkauf lockt bei 36° der Ventilator +1 Frappé

Brot, Milch, Joghurt, Butter, Marmelade, Käse, Wurst, Clopapier, Küchenrolle, Bier, Wein, Reis, Spaghetti? Erdnüsse, Pistazien, einige Kekse für den obligatorischen Nachmittagskaffee, 6 gr. Flaschen Wasser, Grillkohle – das ist immer am Einkaufszettel- Ghs Job. Ich schaue in Läden nach Frischkost: Tomaten, Gurken, Paprikaschoten, Trauben, Äpfel, 2 Nektarinen (mehr hält sich bei der Hitze nicht an Bord bei 36°C), Zwiebeln, Zucchini-Aubergine, Fleisch für Spießle… Dann sind auch unsere 2 Rucksäcke voll und es wird alles an Bord geschleppt und gerudert.
In größeren Orten suchen wir immer nach technischen Teilen und Sachen, die am Schiff defekt wurden, mal ein Schalter für die Ankerwinsch, ein Hobel zum Auslösen der undichten Sikaflex-Fugen am Teakdeck, neue Festmacherseile, Schäkel, die Teile für unsre einfache aber gold-werte „Dusche“(elektr. Lampenschalter, Schlauch, Brause…) oder Chromputzmittel und Duschgel.
So ist alles wohl organisiert, wir segeln seit 1980 zusammen und vieles ist Bordroutine. Mit unsren 2 kleinen Buben meisterten wir im 8m-Schiff auch alles, sogar die Schule an Bord, und später mit dem 3.Kind. Dafür sind wir dankbar, und wenn ich am Abend in einer Bucht mit der Flöte meine Lieder spiele, ist mein Glück echt! Was mir nicht mehr so recht bekommt, ist die Hitze, bei 35°+ beginnt mein Kreislauf zu wackeln und mir ist öfter schwindelig. Jaja, das Alter…;-)

Hier noch Gerdis Fotos von Argostolion:

Der Quai von Argostolion
Der Quai von Argostolion

Die Bucht v. Argostolion

So schöne Blumenläden!
So schöne Blumenläden!
EU-Münzen der Touristen
EU-Münzen der Touristen
Unsere EOS -zum Einkaufen u. Wassertanken am Kai
Unsere EOS -zum Einkaufen u. Wassertanken am Kai
Stürmischer Seegang bis Argostoli...
Stürmischer Seegang bis Argostoli…

47 Das Mirakel von Argostoli

Das rätselhafte Wasserrad

Nahe am Kap Theodoron, wo der Segler scharf nach rechts in die Bucht von Argostoli einbiegt, steht ein Wasserrad. Das Rad wird vom Meerwasser angetrieben, das in einem Kanälchen zufließt. Ein paar Meter hinter dem Rad mündet das Wasser in ein paar Felsbecken. Und das Rad dreht sich ständig in die gleiche Richtung! Das Wasser versickert in den Becken, aber wie kann das sein? Ein Loch im Meer? Es gibt doch hier nichts tieferes als das Meer. Ein Schild informiert: Das Wasser käme 14 Tage später auf der anderen Inselseite beim Ort Sami wieder heraus. Wie so etwas möglich ist, bleibt mir rätselhaft.
In Argostoli kaufen wir mächtig ein und tanken Wasser.

Im Rock Cafe

Dazu ankern wir am Ka, verschwinden abends aber wieder wegen der windlosen drückenden Luft. Außerdem wollen wir grillen und das geht wegen der Nachbarschiffe nicht. Also lassen wir den Anker draußen in der Bucht wieder ab und haben angenehmen Wind

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46 Vom Lesen auf langen Reisen

Das Lesen auf langen Reisen mit kleinem Schiff ist so eine Sache. Könnte ich mich mit E-Book anfreunden, wäre das ganz einfach: Eines der vielen gespeicherten Werke abrufen und lesen… .
Momentan sind mir aber Bücher aus Papier lieber. Irgendwann geht aber der üppige Lesestoff in unsrem Bücherregal an Bord zur Neige und ich bin auf der Suche nach Neuem. Meist in Buchläden, aber die haben hier in Griechenland -und vorher in der Türkei – nur selten Werke in deutscher Sprache. Und wenn, dann nur komische Krimis. 2 Ausnahmen: Ein Buchladen in Canakkale/Türkei. Der ist im Keller vollgestopft mit alten Büchern, die riechen so angenehm nach altem Papier. Da sind auch deutsche Werke dabei. Davon greife ich mir einige, leider zu wenig. Dann der Buchladen in Kalávrita, mitten auf dem Peloponnes. Der führt kleine Bücher über die griechische Mythologie in deutscher Sprache. Da nehme ich leider nur eines und das war bald ausgelesen. Auf der Rückreise hat er nur noch eines, „Die Götter des Olymp“. Alle anderen sind verkauft. Schade. Die Götter beschäftigen mich jetzt. Aber dann? Es liegen noch ein Krimi über den Missbrauch des modernen Internets und ein Psycho-Thriller ungelesen im Schiff. Ich habe den Eindruck, seit dem Niedergang der Sowjetunion suchen Schriftsteller verzweifelt nach Themen. Manchmal liegen in den Marinas Bücher zum Tausch auf, aber wir besuchen selten Marinas und dort liegen meist nicht gerade die besten. Ein 600 Seiten starkes Werk über den Trojanischen Krieg, das die Beteiligten die Ereignisse aus ihrer Sicht schildert das hätte ich gerne noch einmal gelesen, aber ich habe es leider letztes Jahr eingetauscht. Dieses Werk lag in einem Marina- Bücherregal auf der Insel Samos…
So bleibt mir jetzt nichts anderes übrig, als jeden Buchladen, den ich sehe, aufzusuchen und jedes Bücherregal, falls wir in eine Marina kommen. Und natürlich benachbarte Segler einen Tausch anzubieten, denn die-  wohl die älteren – müssten das gleiche Problem haben.