Es ist heiß, auch am 11. Juli. Vor unsrem Hafen ein Brautpaar, im eleganten Kleid und 11cm-Stilettos…sie kann kaum laufen, der Schleier verfängt sich. Daneben die Fischauktionshalle. Schon früh um halb-fünf hörte ich die Händler ihre Preise schreien.
Wir haben es sehr heiß an Bord, aber um 20 Uhr liefen wir dann doch in die Altstadt. Beim Cioscho alle frutti lacht uns köstliches frisches Obst an, man kann es als Smoothie bestellen, und schon hackte der Chef die ganz frische Kokosnuß in mm-dünne Scheibchen. Der Ananassaft hat goldgelbes Fruchtfleisch, Eiswürfel dazu- bei 38° Hitze ein Genuß und Kühlung von innen.
Wir hörten dabei schon sizilianische Musik und ein lautes Gespräch, Kinder, eine keifende Frau, ein Mann. Als wir 100 m zur Piazetta weitergehen, sehen wir die Bühne und die Volksschauspieler, auch viele Kinder, Mädchen in langen Röcken, eine tanzt mit dem Tambourin die Tarantella. In Palermo feiert man gerade 4 Tage lang die Fiesta della Rosalia. Die Straßen erstrahlen von glitzernder Festbeleuchtung (bewegliche Lichter, digital, bunt) . Wie bei uns an Weihnachten:-)
Nach einer ausgiebigen Wanderung durch fast menschenleere Gassen mit viel Müll an allen Ecken aber auch romantischen gelben alten Laternen, die ihren milden Schein auf das schräg verlegte glänzende Steinpflaster werfen, finden wir ein Lokal mit Fisch. Die Bocadino mag ich aber dann nicht, dicke Maccaroni mit grünem sizilianischem besonderem Pesto, etwas grünes, stacheliges, krautiges. Meine Vorspeise aber ist fein: gegrilltes Gemüse, Aubergine, Zucchini, Radicchio, Paprika, Zwiebel. Dann suchen wir uns vomn Fang des Tages 2 Fische aus. sie kommen gegrillt mit Limonen auf der Platte. Es gab nur 7 kleine Windhauch-Schübe, also sehr heiß… Aber die ital. Gäste futtern ihre 5-6 Gänge, bestellen ihr Eis und Zabbaione, uns genügt ein Caffè…, der Eßlöffel Wach-Wach-Droge….
Hier Gerhards flickr-Fotos und Impressionen ( oben nach dem Titel auf „mehr anzeigen “ klicken): Klick
Gh hat die Fischversteigerung fotografiert!
Am 12. gehn wir beide um 11 zur Stazione, im heißen Sonnenschein zum Bahnhof. Ein Stück wählen wir den Pfad durch den Botanischen Garten, in dem Bäume mit ungewöhnlichen verzweigten Stämmen wuchsen wie in Neuseeland. Ein Taxifahrer wird beauftragt, uns morgen früh um 10 am Hafen abzuholen. Die Hitze des Mittags läßt uns Bus und Zug vergessen, … ich muß um 11 dort sein, um 4 geht der Tui-Flieger….
Gestern Abend habe ich zum ersten Mal im Freien gekocht! Es hatte 38° und so fing ich im Cockpit an, all das Gemüse unter freiem Himmel zu schneiden. Die violette Augbergine, die Zucchini, die rosa Zwiebel, 6 Zehen Knoblauch, die Tomaten, rote und grüne Paprika… Dann hievte Gh. den Optimus-Kocher hoch ins Cockpit, er reichte mir von der heißen Kombüse nach Ansage Origano, Pfeffer, Chilisamen, Sumac, Paprika, Brühwürfel, Zucker, Zitrone, Tomatenpüree und Kreuzkümmel hoch… und nach 15 Minuten war mein Essen fertig. Lecker, knackiges Gemüse, nur zum Reis war’s mir zu heiß (2. Flamme)
Zum Nachtisch bummelten wir ins Dorf, ein Eis im Becher, und dann auf dem Dorfplatz das EURO-Fußball-EM-Endspiel. Ach je, der Ronaldo auf der Bahre… die Bleues spielten so schön, aber der Torwart der Portugiesen war einfach zu gut… Uns tun die Franzosen leid, die italienischen Leute hier bleiben ungerührt…
Was uns an Palermo 2011 erinnert, sind die hohen Müllbeutel-Berge überall, an jedem Papierkorb stapelt man auf, an jedem Container (zu wenige!!) Berge von 15×5 Metern… auch schon am Hafen in Termini, wo alles so topp-sauber war im Club. Ein Glas Wein an Bord.Am Morgen segelten wir aus dem mit Motorbooten überfüllten Hafen San Nicolo raus, der ägyptische Schüler und Club-Helfer Ibrahim kommt zum Ciao-Sagen.
Bald kam schöner Wind auf und es war eine helle Freude, an meinem letzten Segeltag mit Fock und Groß bei halbem Wind über das unbeschreiblich BLAUE Meer zu segeln. Ich bin sehr dankbar und genieße es 6 Stunden lang.
Ich fotografierte einige letzte Segel-Gerdi-Fotos aus der Hand…
Die Bergsilhouette ist fantastisch! Zuerst dieses seltsame Zafferano, in der Mitte wie eingesunken, außen das steile Kap, dann die landwirtschaftlich bearbeiteten steilen Hänge, später die fast alpinen Formen (nimmt man unten das Meer „weg“ erinnert es an Fideris!) und bald hört man schon den brummenden Dauerton der verkehrsreichen Gr0ßstadt Palermo. Im 1.Lega-Hafen Arinella war alles voll,k so ging’s zurück zur Stadt, Lega Navale Centrale! Wirkllich im Zentrum! Viele Clubs wollen die 50€ pro Nacht.Mutig fahre ich eine einzige Lücke an, Gh. fischt die Mooring. Neben der EOS Jollen, ein Drachenboot. Wir hören später, daß die Lega Navale in Palermo Sozialprojekte macht: Gefangene aus dem Gefängnis dürfen segeln, Blinde, Handicap-Leute, wunderbar! Nur hier!
Der Hafen ist voll. Auch andere Nationalitäten haben hier festgemacht, Neuseeland, Frankreich, viele aus Rom. Am Ufer wird ein Brautpaar fotografiert, die Braut mit pumuckl-roten Haaren und im langen weißen Kleid mit 11cm-Stilettos, er kleiner. Ein Fauxpas…
Hier unser derzeitiger Panorama-Blick 🙂 im Hafen von Palermo. Am Abend kam ein mehrsprachiger Lega-Mann: wir dürfen 5 Tage hier bleiben!!! Und 2 zahlen. Als Mitglieder.
Da wir keine Antwort auf unsere mail-Anfrage bekamen und auch Sa+So am Telefon keiner rangeht in Palermo Centrale beim Lega Navale, bitten wir den netten Nachbarn am Ponton, Claude aus Belgien (olebt in Ancona) uns mit seinem besseren Italienisch zu helfen. Keiner da- Sonntag! So erzählt er uns, daß er früher bei der Minensuch-Marine war, daß sein Sohn mit Erasmus ein 6-monatiges Stipendiat in Tübingen machte und seine Doktorarbeit mit 200 Seiten über Hölderlin geschrieben hat und am Neckar in einem der wunderbaren alten Häuser wohnte- und fließend Deutsch spricht. Das wäre ein Gesprächspartner für Pfarrer Fentzloff in Französisch, Deutsch, Italienisch und Hölderlins poetischer Sprache;-)! Immer wieder nett: Fast alle Langzeitsegler kennen Bozburun in der Südtürkei. Claude war 1979 dort, da gab es nur Sandwege und man brauchte 4 Stunden bis Marmaris. Heute 1 Std. mit dem kleinen Bus. Auf feinen Asphaltstraßen.
Gegen Mittag kommen wir endlich los und wir verlassen den schönen so friedlichen Lega Navale-Steg in Termini Imerese. Unser Blick gleitet die Hänge entlang, wo irgendwo das traumhafte Haus von Maria steht. Kein Wind, alle Segelschiffe motoren, auch wir. Heißßßß ist es wieder, wohl über 35°… Nach knapp 2 Stunden biege ich ein in die kleine Hafeneinfahrt des von vielen kleinen Motorbooten bevölkerten Hafens von San Nicolo l’Arena. Laute Musik auf allen kleinen Flitzern, keiner zeigt uns einen freien Platz, überall Leinen. Dann endlich ein braungebrannter Helfer. Er weist uns einen Platz an, wo ein Franzose heute nicht da ist. Gut. Ich fahre unser Schiff um den Ponton herum, ziele auf den Steg neben einem dicken Motorboot. Gerhard ist am Bug und übergibt die Vorleinen, dann angelt er die Mooringleinen. Bald zerrt unsre heiße EOS an 2 Mooringleinen. Es ist fast unerträglich heiß, bei uns gäb’s ein Gewitter!!! Wir wissen, jetzt ist bis 5 Uhr Siesta, keine Documenti vorerst. An Land aber gibt’s alles: Döner, Gelati, Pizza,… und sizilianische Spezialitäten und Fisch dort drüben, in der Osteria. Mal sehn… – ich hätte Auberginen, Zucchini, Paprika, Tomaten als Ratatouille.. aber es ist so heißß.
Zuerst breiten wir die 6m-Plane über unser heißes Schiff. Gerhard repariert die abgebrochene 1/10 mm dünne Düsennadel am Optimus-Kocher… Soll ich …???Kochen? Gestern verpassten wir im SPAR das letzte Brathendl. So kochte Gh. Spaghetti con pesto+Parmesan…
Vorleinen zum Steg, und dort ist ein Wasserschlauch!!!! Herrlich.
Die Segelstoff-Plane ist sooo wichtig. Dank an den Albaner Julian 2009 in Glifada/GR, der sie genäht hat.
Endlich fand ich den Text des so oft auf der Flöte gespielten italienischen Lieds!
Mir fehlte immer die letzte Zeile;-)
Maria erzählte, daß man das Lied in Italien nicht mehr singt oder in der Schule lehrt. Schade, im bayerischen Schul-Liederbuch bis 2000 war es noch als tyisches Tanzlied drin. Auch meine fast 400 Flötenschüler lernten es gerne.
Ma come balli bene bimba bella bimba bella bimba ma come balli bene bimba come balli balli ben!
Danza al mattino danza alla sera sempre legera sempra volar!
Guarda che passa la villanella Agile e snella saben ballar!
Gerdi schreibt zum Freitag, 8. Juli, Termini Imerese
Gerhard hatte am Steg des Segelclubs die nette Bekanntschaft mit einer ausgezeichnet deutsch sprechenden Lehrerin gemacht. Ihre Töchter absolvierten den Segelkurs auf der 420er-Jolle. Sie lud uns ein, am Abend zu ihnen ins Sommerhaus zu kommen. Vorher erfreute uns eine junge Seglerfamilie mit ihrer kleinen Aurora.
Wie unsre kleine Erika 1990 beim Törn Ancona-Brindisi-Korfu-Aegina-die Adria hoch bis Venedig…da war sie eineinhalb.Und ich gab Schule an Bord, für Martin(6) und Joachim(8), 1.+2.Klasse.
Um 19 Uhr erwarteten wir Maria mit ihrem Mann , ich im kleinen schwarzen Kleid mit buntem Schal. Im Auto fuhren wir die engen Straßen kreuz und quer in und um die Hügelstadt, auch an großen Mietwohnungsblöcken vorbei… Dann fanden wir uns in einer Art Garten- und Eigenheim-Gegend zwischen Palmen, Olivenhainen, Oleander- und Jasminbüschen und herrlichen Schatten spendenden hohen Bäumen wieder: Grün, Grün, Grün…Duftender rosa und weißer Oleander, betörender Jasmin. Zuletzt führte eine kleine auto-schmale Brücke hoch droben über das Bahngleis und die Leitungen(!) zu den meernahen Hang-Villen, dann noch ein paar Meter Kurve und Pfad… und schon eröffnete sich uns das Meer im goldnen Abendschein- märchenhaft der Meer-Blick von der großen Terrasse am Hang, bis hinüber zu der Silhouette der Felsformation von Zafferano. Unbeschreiblich…
Die hübschen Töchter (10-18 J.) und die nette Cousine hatten auf der Terrasse liebevoll ein kleines Buffet mit typischen italienischen Köstlichkeiten vorbereitet, in sizilianischen hand-getöpferten grünen Keramikschüsseln, mit Wein und Wasserkrug, so schön! Es gab die lange Salume, frische weiße Mozzarella-Bällchen, Ziegenkäse, Spinatgebäck mit Käse, von Mama früh fein gerührtes Pesto mit Basilikum und Kapern auf Baguette(mmmh!), Mortadella, hellrote sizilianische Kirschen… Ein paradiesischer Anblick.
In Royalblau Maria,hinter ihr der Ehemann,rechts die Architektin
So hübsch, so gescheit, so sympathisch, Viva ItaliaDie Terrasse und der einmalige Ausblick, im Baum der Mond…! 🙂 !
Die sehr sympathische Gastgeberin MARIA hat auch 4 intelligente, auffallend hübsche Töchter, die älteste hat heute ihr Abitur mit Bestnoten gefeiert, zum Stolz der Eltern… Welt-offen, neugierig auf feine Art- das Fremde will erkundet werden. Sie wollen wissen, wie man auf ao einem kleinen 10 m Schiff 6 Monate lebt, wie es war, auf der Donau hinab zu fahren… Serbien?Rumänien? Bulgarien? Mare negro, Istanbul? Flüchtlinge? Griechische Ägäis und die Inseln…So interessant die Themen, die Gespräche. Die Große war 1 Jahr in China und spricht gut chinesisch(!), die Verwandte war 1 Jahr als Architektin in Spanien, jetzt bereitet sie sich auf die Biennale in Mailand vor. Sie restauriert alte Gebäude- ausschließlich mit Naturmaterialien der Region, aber auch modern und mit viel Licht. Ich erzählte von Nürnbergs Altstadtfreunden und deren ehrenamtlicher Handarbeit und vom Pellerhaus, dem wohl schönsten Rennaissance-Bauwerk mit Innenhof in Europa! Dann schwärmte ich von Venedig, Florenz, Dresden… ein unerschöpfliches Thema. Auch die Töchter fragten uns vielseitig nach Deutschland, nach ökologischer Ernährung (die Große ist pure Vegetarierin)…Wir hörten, dass man in Italien immer noch 13 Jahre bis zum Abitur brauchen „darf“, dass die Schulklassen nur max. 24 Kinder zählen( in Deutschland Klassenteiler 28!!!), dass man nur 1,4 Kinder hat im Durchschnitt, dass die Arbeitslosigkeit v.a. bei den jungen Leuten enorm hoch ist. Der Brexit schockt und Angela Merkel ist nicht grad beliebt. Man will weltoffen sein und bleiben, sorgt sich um Klimawandel und Umwelt, findet meine Arbeit bei einer politischen Öko-Partei /seit 1998/ lobenswert.
Auffallend für uns Deutsche, wie liebevoll und zärtlich die Teenager miteinander umgehen, nicht nur das zarte „bacio“ zur Begrüßung für jeden, sondern auch das schwesterlliche In-den-ArmNehmen, Streicheln, miteinander lachen- schade, daß Deutsche inzwischen da etwas prüde oder verklemmt sind. Eine liebenswerte Begegnung- mir würde das gefallen… und gut tun, sich auch mal zu berühren. Bewahrt euch das, ihr noch emotionalen Italiener und Italienerinnen. Einfach schön! Bitte nicht
Das Haus ist zauberhaft, es erinnert uns an Commissario Brunettis Wohnung in Venedig im Krimi-Film von Donna Leon, ein Vertiko mit Schnitzerei und Säulchen, Sessel mit weißen Hussen, ein lang gezogener großer Salon mit hohen Wänden, ein großer Eßtisch, Naturboden aus Steinfliesen. Edel, rustikal, gemütlich… wir würden hier sofort Urlaub machen. Wie wohl die zahlreichen (Schlaf-)Zimmer aussehen, luftig, hell, zum Meer und in den Garten? Der Plan ist auch für die Familie, hier in Tantes Haus mal zu wohnen, am Hang mit Blick auf Zafferano und mit dem täglichen Sonnenuntergang über dem Meer,orangegelb bis rot und zauberhaft. In den Zweigen der Pinie gaukelte der zunehmende Sichelmond.
Non lo so, ich weiß nichts Schöneres.
Grazie mille a te, Maria. Complimenti per la tua casa, Grazie per la sera e la cena magnifica. Grazie alla Famiglia Ciofalo! Indimenticabile!
Wir haben 34-38° Hitze. Nach der 1 Ankernacht ging’s zurück in den Hafen von Termini Imerese – aber an den Lega Navale-Steg. Weil wir ja Mitglieder sind (170€ im Jahr) dürfen wir kostenlos liegen. Die Zugfahrt nach Cefalu (um 18 Uhr hin, um 21 Uhr heim)hier in Bildern. Und dann hab ich noch welche, mit den 4 cm kürzeren Haaren. Ohne Figaro! Eigenbau.
Heute Abend hat uns eine reizende Deutschlehrerin eingeladen, mit ihrem Auto einen Ausflug zu machen. Wir werden die Ohren spitzen, was sie uns alles erzählen kann.
Gerdi: Mit leichtem achterlichen Wind sind wir gut hier angekommen, Gh. klebte unterwegs mit Bärenhaut das Backbord-Fach innen ab, wo die Tasche und die Beutel sind, Paß und Dokumente…inzw. ist der 7. Juli…
Am Ende wieder Ghs Album mit Text u. Fotos!
Am Abend des Ankunfttages am 5. Juli im kleinen sauberen Segelclub (Lega Navale daneben sahen wir erst von Land aus!!!) machten wir uns am Abend bei inzwischen „nur noch 33°C“ auf zu einem Spaziergang. Bei Städten am Hügel heißt das hohe Steintreppen laufen, ca. 2-3 km bergauf, die Gässlein eng und schattig, sehr einfache Wohnungen, Wäsche flattert vor den Fenstern, auch immer die (verschwitzten) großen Tücher, die als Zudecke dienen. Wir hörten, daß 90% der Jugendlichen keine Ausbildung haben, keinen Job, sie wohnen bis 40 bei Mama und Papa… Das gr. Fiatwerk gab mal für 4500 Menschen Arbeit, es hat geschlossen….Keine Alternative bot sich, nur „nach Berlin“, nach Pforzheim, nach Stuttgart arbeiten gehn.
Ragazzo : Schick zum Rendezvous?Kieselsteine als Pflaster bis an den Gipfel
Anno 1683Dasselbe Haus….war früher ein schöneres Haus…Blick von unten ab PortalIl Duomo, bizarr riesigZafferano, das nächste Ankerziel
Abendkühle ab 20.30 Uhr. Blick zum nächsten Ankerziel: Zafferano
Alles Handarbeit: Pflaster natur.
Am Morgen empfahl die Clubdame uns, das typische Colazione/Frühstück zu essen:
In der Gelateria: Eine weiche süße Hefeteig-Brioche und innen ganz viel Eis… Ich wählte ein kleines Gebäckteil mit Vanillepudding drinnen. Müsliist mir lieber. Ein Cafè doppio mit einem Becherle kaltem Wasser dazu hinein weckte die Lebensgeister. Dann folgte der Großeinkauf, immer eine Schlepperei. Aber ein SPAR hatte gute Auswahl, die Früchte und Gemüse bekommt man auf der Straße am Stand neben den Fischern.
Am Abend kam ein Fischerboot herein, sie erkannten die deutsche Fahne, ahh, Tedesco! Eine lachend gezeigte Halsabschneider-Geste zeigte: Ihr habt die Italiener aus dem Europacup geschmissen. Dann winkte er- Fischle. Geschenkt. Wir verließen den Hafen, ankerten draußen in der Bucht, der Blick auf die Hügelstadt-wie ein Scherenschnitt! Dann packte mich die Kochwut: 2 Pfannen, Herdflammen, die wohl 44° in der Kombüse bereiteten, dann Öl und mit dem großen Löffel die erste Charge…
Gerhard erbarmte sich meiner:-) und stand dann selber als Smutje am heißen Herd und nach 45 Min. waren diese 2-4 cm winzigen Fischlein gebraten. Heißßßßß. Nur Zitronensaft drüber, ohne Salz. Speisen im Cockpit, Blick auf die Silhouette von Termini- traumhaft. Unser eingeplantes kleines Rindersteak vom Grill gab’s dann um halbneun… Als die hohe Dünung reinkam, die den Bug aufsteigen und fallen ließ, bereute ich die fettgebratenen Winzlinge, oft wachte ich auf. Aber es muß schon mal sein, was Landestypisches.
Die Aussicht am Ankerplatz war grandios:
Heute nach einer Nacht mit (für den fischreichen Magen nicht ganz gute) Dünung motorten wir um 11 nochmal in den Hafen, aber nun an den für Mitglieder für 1 Nacht kostenfreien Steg der Lega Navale. Gegen 19 Uhr wollen wir mit dem Zug nach Cefalu „zurück“ fahren, um es von Land aus zu bewundern. Morgen weiter nach Zafferano, das seht ihr schon am Foto, ein ausgesprochen selten geformter Fels. Wir ankerten da schon mal… und da war auch der unter Wasser befindliche Fels, auf dem 2011 die Möwen saßen, grad noch rechtzeitig bemerkt vorm Aufsitzen…