42. Ankern vor Cefalu-Romantik pur

Gerdi am 5.Juli (inzw. in Termini Imerese)

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Cefalu von der Stadtseite
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Waldbrand-Schäden überall am Berg bis zum Strand
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Brand-Schäden….
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Der Kegel ist bei Termini Imarese, unsrem Ziel am 5. Juli
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Unser Ankerplatz in Cefalu
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Am Ankerplatz… traumhaft…
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Taucherparadies, oben das Hotel m.d. BossaNova-Musik am Abend

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Ein herrlicher Segeltag, mittags gibt’s eisgekühlte Wassermelone und Parmaschinken…. Lesen…nach 9 Stunden waren wir vor der fast theatralischen Felsen-Kusisse angekommen. Wir ankerten frei, vor  dem kleinen Hafen, im pittoresken Rund zwischen Felsnadeln und dem majestätischen Bergfels!

Baden im Meer, das türkisblau leuchtet, allerdings wiegt uns die EOS in der Dünung am Anker, aber für Linguine mit Parmesan reichts. Um 20 Uhr werden wir von hervorragend gespielter Gitarrenmusik vom weißen Hotel am Berg beglückt: rhythmischer Bossanova, Merenge, Salsa, live! 6 Yachten ankern mit uns.

Am Morgen zeigt der Bug bald zum Kap und unsere EOS umrundet Cefalu. Dort ankerten wir 2011 schon mal, nun segeln wir 3 Stunden an der Küste hoch. Mich machen die vielen abgebrannten Waldhügel richtig traurig! So viel braune kahle Bäume, so aschgraue Hänge… Mittags gibt’s Oliven, Parmesanscheible, Tomaten, Salume, ein Glas Wein. die kleinen Pfirsiche hab ich im Kühlschrank gekühlt. Dann schneide ich an Gerhards Lieblingshemd, dem langärmeligen Sonnenschutz-Shirt, den steifen Büro-Kragen ab und nähe schwarzes Schrägband dran.IMG_1177

Herrliches Segeln mit ungerefftem Groß und Fock (von 1974!!)

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Gegen 16 Uhr laufen wir in den Hafen von Termini Imerese ein, unter dem hohen Kegelberg, und finden einen Platz im kleinen Segelclub. Neben uns liegt eine große schwarze Yacht, an deren Unterwasserschiff schon kleine Wälder wuchern… wohl lange nicht gesegelt – an Deck viel Scirocco-Sand…, die 2 Moorings wie ein Garten bewachsen.

Gerhard geht mit den Documenti zum ufficio, 20 €/p. Nacht. Dann trocken ich die letzten feuchten Schapps, Gh. hat wieder Bärenhaut-Folie (die griech. Tischdecken) innen unters undichte Deck geklebt. Eos ist allmählich wie mit Pampers gewickelt:-) Wir schaffen das! Yes, we can!!!!! Unsren Segelspass lassen wir uns nicht verderben, nur beschatten:-) Und jetzt steigen wir die hohen Treppen (Marmor) hoch bis zur Oberstadt mit der mächtigen Kirche!!! Außerdem ist wieder mal Fare la spesa nötig, einkaufen. Wenn wir ab 17 Uhr einen nach der Siesta geöffneten Metzger finden, gibt’s was zum Grillen- morgen am Ankerplatz. Die Flugzeuge über uns fliegen wohl schon nach Palemo… kann warten;-)

41. Wanderung zum Bergdorf San Marco d’Alunzio

Gerdi, am 3. Juli 2016 wieder zurück im Hafen Sant’Agata-am Ende kommt Ghs Flickr-Album!

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Beim Fußballspiel wagten wir es in eine Taverne zu gehn, bestellten einen Calamari alla griglio, sprachen wenig… Die Italiener aßen üppig, 4-6 Gänge, sehr fein zubereitet und wirklich schön serviert…Die Deutschen hatten so lang den Ball, die Italiener verteidigten so toll… aber… die deutsche Nationalmannschaft ist am Ende im  Halbfinale… die Italiener weinten fast. Sie erkannten im Lokal irgendwann doch, daß wir die Namen der deutschen Spieler anders aussprachen als der TV-Reporter… Ertappt!  Kaum war der Jubel und der Schrecken beim 11-m-Schießen vorbei, standen alle 40 Gäste fast wortlos auf und gingen raus… Schon schade… wir hätten auch mit den Italienern applaudiert.

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Das Taufbecken vor d.Kirche, das Baptisterium

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Die Vulkanberge von Eoli, die äolischen Inseln Volcano+Lipari

Am Sonntagmorgen läuteten ab 6 Uhr viele Kirchenglocken vieler Kirchen. Um halbneun kam unser Taxi, das uns in das hochgelegene Bergdorf San Marco d’Alunzio brachte. Ein Idyll, fast ohne Autos (nur die Anlieger!), steile Treppen, fast alle aus dem roten Marmor der Region! Wir steigen immer höher, enge Gäßlein, wenige Leute sind schon auf, kehren die Treppe, grüßen uns. Ich bewundere die liebevoll gepflegten Pötte mit herrlich blühenden Blumen. Schwalben zwitschern, Tauben flattern auf, dann sind wir oben! Die Ruinen des  Castells sind 2500 Jahre alt…!!!

 

Die Museumsdame findet meine Blumen im Haar sooo schön…

 

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Typische Handarbeit von San Marco, als Gardine 🙂

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Heißer Asphalt, Serpentinen 8 km runter, grandioser Ausblick!
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Mandarinen+Zitronen am Baum
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Tiefe Schluchten
Ziel Art Café Torrenova (1)
Das Art-Café in Torrenova- kühl dank Klimaanlage!!!Modern, farbenprächtig.

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Wir genießen einen sagenhaften Panorama-Blick auf unsren Hafen, auf die Vulkaninseln, das blaue blaue Meer, das heute so scheinheilig ruhig ist…!!! Gegen 11 beginnen wir den Abstieg, ca. 600 Höhenmeter, alles auf der heißen Straße, aber mit märchenhaftem Blick!!! Welch ein Geschenk nach den vielen Starkwind-Tagen…:-) Mandarinen, Orangen, Zitronen, Feigen, Mirabellen säumen unsren Weg, immer mal rieche ich die Pferde, eine Stute mit Fohlen unter den Olivenbäumen. Dann ein tiefer Blick in eine wilde Schlucht. An einer Tränke singt eine Nachtigall! Eine purpurrote Libelle schaut mir zu, wie ich mich am Quellwasser erfrische:

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Es ist schon nach 14 Uhr, als wir in Strandnähe ankommen, ein Brunnen lockt zum Erfrischen. Keine Bar hat offen… Siesta… Dann öffnet einer eine Glastür: drinnen ein Art-Café, schick, modern, bunt, originell…- und kühl dank Klimaanlage. Wir rasten. Eine Cola (!), eine Teigtasche, später ein Eis und einen Mini-Cafè, einen Espresso. Dann ruft uns die Dame unseren Taxifahrer vom Morgen. Er bringt uns „heim“ zur EOS. Wir waschen mit dem kostbaren vielen Wasser aus dem Schlauch uns, das Hemd, das Kleid-herrlich. Ab 19 Uhr kommt ein fast kühler Wind auf und erlöst uns von der Juli-Hitze. Es gibt Brotzeit mit Melone, Parmaschinken, Pistazienkäse, Tomaten… Gut geht’s uns… Noch 11 Tage bis Palermo und den Crewwechsel.

Und hier Gerhards Fotos vom Flickr-Album: Klick

40. Vom Kap Orlando bis Santa Agata

Von Milazzo segelten wir mit 3-4 Wind gemütlich die lange Zunge vor – Blick auf den Stromboli, auf die Vulkkaninseln vor Lipari… dann rundeten wirdas Kap Milazzo- ein Zauber, nun plötzlich auf der Rückseite dieser hübschen Stadt und hinter dem mächtigen Castell auf dem Hügel zu ankern. Vor uns ein endloser Kiesstrand… Anker ab, er hält. Die Aussicht ist phänomonal: Die Vulkanberge. Und der erste Sonnenuntergang im Meer.

Am Morgen gegen 9 Anker auf. Anfangs noch mäßiger Wind, dann aber plötzlich heftiger Seegang von achtern. Reffen. Dazu voll in die Wellen halten, abfallen. Wir beschließen,nicht bis Cefalo durch zu fahren, sondern versuchen es bei der Großbaustelle Hafen Kap Orlando… Hier entsteht ein riesiger neuer Hafen, wohl auch für die Touristen-Schiffe zu den Liparischen Inseln, guckt euch das mal im Google an: Porto Kap Orlando. Bei hohen Wellen wage ich das Einbiegen, gleich sieht man: keine Anlegemöglichkeiten, das ist eine Riesenbaustelle. Die Fräser beißen die alte Hafenmole in Stücke, die Bagger schaffen Unmengen Steine heran, ein gr. Baggerschiff häuft Füllmaterial an, 8 Arbeiter befüllen eine 8m hohe Spuntwand mit flüssigem Beton… Sehr eimsig alle! Ein Ingenieur kommt im Schlauchboot zu uns und bittet uns, wieder rauszufahren, aber vor dem Hafen dürfen wir ankern.

Morgen mehr. Gh. hat tolle Fotos geschossen.

Wir segelten heute nur 3 Std., geborgen sind wir im Hafen von Santa Agata, am ewig langen Strand gelegen, unter spitzen Hügeln, Kegeln und bebauten Kuppen.

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Kap Orlando
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Die Wellen von achtern…

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Orlando
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Gib eine Beschriftung ein
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Santa Agata

Heute ist das Fußball-Spiel Italien:Deutschland…!!!!

39. Ankern vor Castell Milazzo und hinterm Kap

Gerdi schreibt über den29.+30.Juni.

Gerhards Aufsatz und Fotos zur Krönung am Schluß: Klick

Es ist einfach herrlich! Seit wir die Straße von Messina hinter uns gelassen haben, ist Wonnesegeln angesagt.

Im Bikini und kleinem Top kann ich an der Pinne sitzen, das blaue Meer hat keine weißen Gischt-Mützen und das Kreuzen macht so richtig Spaß… Wie ein Geschenk, ich bin dankbar, daß es noch richtig sportliche, sonnige, Blau-Meer-Tage gibt, bevor ich beim Crewwechsel aussteige in Palermo. Gestern und heute bin ich im Meer geschwommen, einfach wunderschön….

1.Milazzo als Ziel2.Gerhard,der Schöne4. Milazzos Raffinerie

Insel Volcano als Aussicht

Gestern war so wenig Dünung nach einem köstlichen Segeltag ab Palmi, daß wir gar nicht in den 65€ teuren Hafen mußten, sondern vor der Promenade und mit Blick auf das trutzige Castell von Milazzo den Anker fallen lassen konnten. Sogar was in der Pfanne braten war möglich!!! Der rumänische Bauchspeck, die rosa-violetten Zwiebeln, 4 Eier – und meinen griechischen Bauernsalat. mmmmh.

 

Die Nacht war ruhig, am Morgen weckte mich blauer Himmel überm Bug-Luk… Schwimmen…!!!!! Die Burg in ihrer ganzen Pracht… Wie ein Geschenk.

Gegen 11 ließen wir die Raffinerie hinter uns und segelten mit schönem 3er Wind zusammen mit den italienischen Opti- und Laser-Kindern die Küste hoch und an der Burg vorbei. Dann wünschte ich mir, nicht zur Insel Volcano zu segeln, sondern einfach „wie am ‚Bodensee‘ zu kreuzen. Eine helle Freude.

Nach einigen Stunden bog ich dann doch um das schmale lange fingerähnliche Kap Milazzo. Die erste Bucht zwischen Felsen gefiel uns nicht, 3 dicke Katamarane ankerten unter einer abgebrannten Steilküste. Aber hinter dem Kap Tono fand sich guter Ankergrund. Ein weiter Strand, wohl 2 km lang, war wenig bevölkert.

14.Anker ab am Kap, Brotzeit

Wir labten uns an einer ital. Brotzeit an Bord, dann wieder Schwimmen, Eos putzen, kleine -Reparaturen(der kl. Schalter an der Kanisterdusche war defekt, die 2. Positionsleuchte, diesmal die grüne an Stb. war korrodiert.

 15.Ratatouille+Risotto (1)16. Sehr gut gelungen! (2)17. Abend am Ankerplatz (2)

Dann machte ich mich mit Freude an das schöne Gemüse, die violette kugelrunde Melinzane Viola, die typische kugelrunde Auberginenart hier, Zucchini, Paprika rot und grün, Tomaten, rosa Zwiebeln, Kinoblauch, Kreuzkümmel, Chili, Zitrone vom Baum… Dazu machte ich rührend ein Risotto mit Safran und Kurkuma.

Es war ein köstliches Abendessen bis zum dramatisch schönen 1. solchen Sonnenuntergang, bisher verschwand die Sonne immer hinter Inseln, Felsen, Häusern- aber heute sank sie ins Meer…

17. Abend am Ankerplatz (1)17. Abend am Ankerplatz (3)17. Abend am Ankerplatz (4)18.Sonnenuntergang am Kap vor den Vulkaninseln (1)

18.Sonnenuntergang am Kap vor den Vulkaninseln (2)18.Sonnenuntergang am Kap vor den Vulkaninseln (3)18.Sonnenuntergang am Kap vor den Vulkaninseln (4)

Gerhards Aufsatz und Fotos zur Krönung am Schluß: Klick

38. Scilla & Charybdis verschonten uns

Gerdi am 28.Juni 2016

Palmi hinter Str.v (2)Palmi hinter Str.v (3)

Heute gilt’s!!! Heute fahren wir durch die Meerenge hinter Messina, ab 11 soll der Strom „für uns günstig“ sein, also nordwärts Richtung Thyrrennisches Meer. Noch ein Frühstück mit frischem Brot aus Sizilien, dann lösen wir die Leinen am schaukeligen Kai. Der Wind brist auf, wir verlassen kunstvoll den Hafen, werden fast auf die andren Segelboote gedrückt. Auf dem hintersten steht ein Papa, das winzige Baby in seinem Arm ist 6 Wochen alt, an Land hüpft das 2 jährige Brüderchen. Dann schwenke ich die Pinne Richtung Meerenge, Gehrard hat am GPS die genaue Fahrrinne links vom Verkehrstrennungsgebiet. Container-Riesen, ein MSC-Kreuzfahrt-Giga-Schiff, die Schnellboote der Ustica-Line, die 4 Schwertfischerboote mit ihren Spießen vorn am Bug, doppelt so lang wie die Bootslänge, der Mast mit Ausguckkorb für 4 Männer 15 m hoch. Exotisch. Die Schwertfische schlafen tagsüber knapp unter der Meeresoberfläche, eine leichte Beute, die Menschen sind heimtückische Jäger. nachts schwimmt der schöne Raubfisch 30 m unter Wasser…

Schwertfisch-Fischerei

Gleich vor uns die weißen Gischtkämme auf spitzen Höckern, total kabbelig im blauen Meer, aufgepasst, Pinne festhalten, der Gegendruck durch die Currente (Strömung wie Gezeiten) ist enorm. Die EOS prescht mit fast 6 Knoten, geschoben vom Gezeitenstrom, voran. Wir halten uns zum linken Ufer der Meerenge, vor mir der gewaltige hohe Mast der ehem. Stromleitung über den Sund, ich nenn die beiden Erzengel, sie stehen da wie Wächter. Dem Eiffelturm sind die beiden Pylonen nicht unähnlich.

Am Sandstrand der schmalen Nehrung am Kap vorne baden die Touristen. Als wir „um die Ecke“ sehen können, gischtet das Meer draußen- ha, wir fahren nach rechts! Brausemeer, du kannst mich mal!!! Gleich sind Fock und Groß, noch gerefft, hochgezogen- und dann braust die EOS, als wär sie glücklich den Strudeln entronnen, mit 5,6 sm/h nach Nordosten. An der kalabrischen Küste sieht man schon die Felsen vor Scilla. Im Heikell-Führer steht, daß ein schweres Erdbeben 1783 „altered the local typography „und das mäßigte wohl auch den gewaltigen Strudel. Auch Charybdis zieht heuzutage keine großen Schiffe mehr in die Tiefe. Die 6 Häupter der Scilla geiferten heute nicht und wir durften unbeschadet raus ins freie Meer segeln.

WONNE-SEGELN

Seit 38 Tagen erhoffte ich solch einen Tag auf See: blaues Meer, segelbarer Wind ohne Reffs, kein Ölzeug, aber Bikini und auch mal an Deck auf dem Kajütdach sitzen und fotografieren. Heute erst gelang das, was für ein Wunder. Ich danke Gott, Neptund und Poseidon dafür. Drei köstliche Stunden lang genießen wir dieses Urlaubsgefühl, unsere liebe EOS ohne Schläge der harten Wogen und ganz ohne Wassereinbruch übers kobaltblaue Meer zu segeln.

Wonnesegeln bis Palmi (8)Wonnesegeln bis Palmi (9)

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Am Küstensaum leuchtet diese unbeschreibliche grünblau, das die Farbe der Eilat-Edelsteine hat, die Mutti aus Israel mitbrachte. Das kann man nicht fotografieren.

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Die Autobahn benötigt bei den vielen steilen Tälern und Karen zahlreiche kühne Viadukte, mal aufgehängt,mal abgestützt…

Der Pylon der Meerenge zwischen Thyrrenischem und Jonischem Meer ist nur noch ein ferner Turm, auf zu neuen Ufern!

Die grüne Steilküste an Steuerbord erinnert an Irland! Wir steuern Palmi an, das wir von 2011 noch kennen. Leider erfahren wir gleich, daß der Biobauer und Azienda-Herr Trachini wohl nicht mehr zum köstlichen kalabrischen Abendessen einlädt. er ist nur noch Bauer, auch die Stege sind in neuem Besitz, heißen nach der Küste „Costa viola“. Ich geh zum 2. Mal in fast 40 Tagen im Meer schwimmen, auch wenn’s nur im Hafen von Palmi ist! Wun-der-bar.

Am Abendlaufen wir am Strand hinter massiven Schutzmauern zu den ersten Häusern, finden einen sehr ordentlich aufgeräumten Laden, können bissele einkaufen, auch köstliche chili-scharfe grüne Oliven mit viel Prezzomolo (Petersilie), eine Melinzane viola, diese kugelrunden pinkrot-violetten Aubergienen der Costa viola, Parmaschinken und „hot!“ Chili-Salami. Als wir gegen 21 Uhr an der wohl einzigen kleinen Pizzeria vorbeikommen, baumeln dort 20 bunte Luftballone: Tanti Auguri. Ein kleines sehr hübsch frisiertes Mädchen im rosa Tütü-Spitzenrock ist wohl die Hauptperson: sie hat ihren 7. Geburtstag und sieht aus wie 12 mit der tollen Hochfrisur mit Glitzerperlen und Silberkettchen. Sehr sehr selbstbewußt, die kleine bella Alessia. Mindestens 20 Kinder sind da und Tanten, Opa, Oma- eine wohl 50 Personen-Gästeschar, sie essen Pizza mit Pommes und Ketchup. Wir eine knusprige schlichte Vegetariana und eine deftige Diabolo. Zurück im Seglerhafen noch duschen- dann zählen wir Sterne.

Hier Gerhards Flickr-Album mit den Bildern v. Geb.tag: Klick

https://www.flickr.com/photos/gerhards/albums/72157669358178600k

37. Messina

Gerdi am 27.Juni:

Aber: Seht euch die Bilder an, ich füge sie erst am 2. Juli ein, Internet am Anker ging nicht. Am Ende dieses Blog-Artikels.

Blauer Himmel, blaues Meer, weiße Schaumkronen. Der Hafenmeister wirft mir 2 frische Croissants zu, als ich um 9 die Vorleinen löse in Reggio Calabria. Ölhose, Lifebelt- und schon segeln wir die 8 sm in einem Haken weiter, erst die Küste hoch, gegen den Wind motoren, dann 90° zur bb-Seite abfallen, Fock und Großsegel mit halbem Wind segeln -quer über die Str. v. Messina, zwischen Containerschiffen, Fähren, Kreuzfahrtschiff und Schnellboot Ustica. Nach knapp 3 Stunden sind wir drüben und legen längsseits am Kai in Messina an. Schaukelig!!!60€ p.Nacht. 8 Fender und 5 Leinen sichern unsere schwimmende Wohnung gegen das wilde Auf- und Nieder. Nach dem allerletzten Ouzo und den 2 Croissants gehn wir einkaufen.

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Am Nachmittag brist es auf, die kabbeligen schnellen Wellen deuten auf schnellen Strom hin, der Current der Stretto della Messina…. Mich fegt es fast vom Ponton, denn die Wellen spülen voll drüber, als ich vom Duschen komme.

Beim Stadtbummel gefallen mir die schattigen Alleen, wie in Budapest und Belgrad bei unsrer Donau-Reise mit der EOS. Aber es gibt auch die in die Stadtmauer hineingebauten Notwohnungen… und übervolle Müllcontainer in Schmuddelecken. Heute aber ist Hochstimmung: Italien gewinnt das Europa-Spiel gegen Spanien 2:0. Vor dem Theater edel gekleidete Gäste…

Beim Stadtbummel gefallen mir v.a. die Alleen, wie die Champs Élyssées oder Unter den Linden…, wie Budapest und Belgrad, schattenspendende hohe Bäume, auch in den Wohnstraßen. Die Boutiquen extra-vagant, die Lokale immer leer vor 21 Uhr… Aber heute ist Hochspannung: Italien gegen Spanien, und dann hopt und schreit es überall: 2:0 siegt Italien beim Europa-Cup. Am Samstag geht’s gegen Deutschland.

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Als es dunkel wird, kehren wir ein im edlen Hafenrestaurant, fein, Slow Food. Ich wähle Spirelli+Pulpo-Ragout, Gerhard Schwertfisch-Röllchen. Das Bier kostet 8€ pro Tulpenglas, aber das haben wir dank LegaNavale-Rabatt schon gespart. Das Dessert ist exquisit für Auge und Gaumen: Cassata mit frisch gebackener Waffel und Sizilianische Limone-Käse-Torte, als Mäusle dekoriert:

 

 

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leckere knusprige Waffelblätter…

Morgen früh geht’s weiter, auf der Straße zw. Messina und Kalabrien. Wir sehen schon den Riesenmast, nachts blinkt er mit vielen roten Lichtern, wie ein Wäschter steht er an der Meerenge. Ab 11 setzt der mächtige Strom mit 5 kn oder schneller in unserer Richtung: nordwärts. Wir werden uns dem Strudel der Charybdis stellen und hoffen, auch an Scilla wohlbehalten vorbei zu segeln. Schon leuchten die nicht allzu fernen Lichter von Palmi, das hoch oben am Hügel liegt, drüben an der Gegenküste. Da waren wir schon 2011, im damals nagelneuen kl. Hafen der Taucherfamilie und Öko-Azienda Trachini! Wär schön, wenn wir nochmal so delikat dort oben im Olivenhain speisen könnten. Ob sie sich an die EOS erinnern??

ZumSchluß noch was Originelles: der Prospekt von Messina ist spiegelverkehrt gedruckt, auch die lateinische Zeile auf dem Wahrzeichen des Hafens:

Wer kann Lateinisch?

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Vos et ipsam civitatem benedicimus…-??? begnadete Bürger?

Hier Ghs Album + Text: Klick

Seht euch die Bilder an, ich füge sie erst am 2. Juli ein, Internet am Anker ging nicht.

36. Mit viel Seegang von Taormina in die Str.v.Messina- Reggio Calabria

Gerdi schreibt am 26. Juni 2016 nur kurz. Ich lass die Fotos sprechen:

Am Abend an der Boje vor dem Postkartenidyll der Felsen vor Taormina gabs köstliche Halsgrat-Steaks vom Grill, Kirschen, Aprikosen, aber den Wein nicht: Gerhard will früh im Morgengrauen los fahren, 8-9 Std. durch die Straße von Messina höher nach Nordosten. Ob wir Messina oder Reggio Calabria erreichen, sird der Wind uns vorschreiben.

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Straße v Messina Kalabrien/sizilien Meerenge 1
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Meerenge 2

Beide konnten wir ab 2 nicht mehr schlafen, Gewell, Dünung.

3 Uhr früh, nachtdunkel.Da höre ich Gerhards forsche Schritte Richtung Bug über mir:

„Du….I fahr los!“ Und dann slipt die Leine aus der Boje, die gegen meinen Bug vorn bollerte…

Gar nicht meine Zeit… ich hab lieber die Nachtwache von 21 bis 3 Uhr. Mein Captain sagt: „Bleib liegen… wenn’s geht!!“. Luke dicht, mit Deckenrollen eingekeilt…Immer heftiger braust der Seegang von vorn aufs Schiff. Ein Lärm, die 2 Reifenfender springen hoch und landen hart an Deck, mehr als 5 bft und kabbelige Wogen klatschen auf die EOS…, die Wellen schlagen Kiel und Bug aggressiv und lassen das blaue Meer über den Bug stürzen, daß es von innen aussieht wie ein Wasserfall. EOS, das Submarine… nur nicht Yellow 🙂 In Strömen läuft die See über die kleinen Kajütfenster. Ich fotografiere nur mal von innen, außen wär die Kamera futsch.

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Seegangsmahl

Ein Mitsegler am Morgen (2)

Ein Mitsegler am Morgen (1)
Der Halbwind-Kurs wär uns auch lieber gewesen!!!!

Ein Mitsegler am Morgen (3)

Das Vorschiffluk läßt etwas Seewasser ein, ich lege flugs die griechische Bärenhaut-Folie auf die Kojen. Frühstück entfällt heute, Gerhard mach ich Nescafé, ich malme trockne Cracker…

Dann rauscht ein größerer Mitsegler vorbei, stolz gebläht das Vorsegel. Wir ändern den Kurs und laufen nun Reggio Calabria an, nicht Messina auf Sizilien. Fender raus, Leinen anbinden, nach mehr als 10 Stunden haben wir den uns schon von 2011 bekannten Hafen erreicht. Tanken, 36 l Diesel, daran sieht man, wie der Seegang die Motorleistung fordert…Der kleine Pontonhafen der Lega Navale ist unruhig, es zerrt und rupft an den Moorings und Festmacherleinen. 50 € will man von uns!! Nur 5 € Nachlaß für Lega Navale-Mitglieder. Das ist schade…170€ Clubbeitrag lassen sich da nicht in 6 Wochen abarbeiten. Danach kommt Korsika!

Gerhard erledigt das Lenzen der Bilge, ich wische die salzwassernassen Teppichfliesen mit Neutralseife und Essig…Lüfte die Betten (meins kann ich an 2 Karabinern windsicher aufhängen kann, die ich in an den Bezug genähte Leder-Ösen einhängen kann.

Typisch Sonntag: die Italiener joggen und springen mit Bikini und Badetuch in die vielen kleinen Motorflitzer. Wir machen uns ein Sonntagsfrühstück mit weichen Eiern, Mortadella, Parmaschinken, Quittengelee, Filterkaffee, grünem Tee und Weißbrot von vorgestern.

kunst am mann
Kunst am Mann

Über die 2 Kunstfiguren der griechischen Geschichte, die mir der Mann an der Tankstelle übergab, muß ich schmunzeln. Hab grad das Planschefoto vom Enkelchen Emil gesehn, der ist genauso schön.

Bilder und noch ein wenig Text vom Gerhard: Klick