35. Schäumend via Naxos bis Taormina

Nachts dröhnt und brummt wieder mal von 2-4 der kräftige Wind. Man erklärte uns, daß die mächtigen furiosen Fallböen um den Vulkan, 3350 m hoch, herum strömen und dann von beiden Seiten Aufs Meer fallen, gerade der Porto Riposta ist davon betroffen..

Am Morgen besucht uns der Lega Navale-Offizielle Giovanni Musmeci an Bord. Er bringt uns einen blauen Wimpel des italienischen Segelclubs Lega Navale mit, in dem wir gestern endlich erfolgreich Aufnahme fanden. Nun also sind wir Membro della Lega Navale… In manchen ihrer Häfen bekommt man den Liegeplatz günstiger.

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Lega Navale

Giovanni gibt uns die Adresse zum Erfragen der starken Strömung in der berüchtigten Straße von Messina:

Corrente della strette di Messina:

http://www.correntidellostretto.it

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Sollte das extrem langsame Internet der Region mitspielen, werden wir erfahren, in welchen 5 Stunden wir diese und in welchen 3 Std. wir jene Strömung erwarten müssen.Wir bekommen excellente Beratung über die möglichen Lega-Häfen und Namen der Ansprechpartner in Palmi an der Kalabrienküste hinter der Str.v.Messina, gegenüber von Scilla.

Um 12 Mittag verlassen wir den Hafen von Riposto. Anfangs noch behaglicher Seegang, wir setzen sogar kurz Segel, aber wir müßten quer zum Ziel kreuzen. Kaum ist die eisgekühlte Honigmelone verzehrt, geht es wieder los: weiße Schaumberge rollen an, hohe Wellen preschen auf den Bug, die EOS bäumt sich am Bug auf wie ein weißer Lippizaner Hengst in der Wiener Hofreitschule… 1 Stunde stellt sich das Schiff dem Seegang, nur 2-3 Knoten laufen wir noch bei 2000 U/min….Motorleistung.

Wir steuern die Luxus-Küste an:

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Taormina bella?
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Taormina
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Gegen 14 Uhr kommt ein Schlauchboot auf uns zu: Do you want a Boje? 30€ for a night, because you are Lega Navale-member! (sonst 50!!!!) Der smarte Engländer und sein Helfer und Kassier hilft uns, im Seegang die beiden Vorleinen an die Boje zu binden. Danke…

Vor uns die pittoreske Kulisse der steilen Felsen des Kaps von Taormina, exclusive große Hotels, auch das braune runde, bei dem wir parkten vorgestern. Um uns etliche Luxusyachten, sofort nach dem Bojenstopp wird mit 100en von Litern Wasser jeder Salzwassertropfen weggespült, alle Scheiben mit großen Wischlippen gewischt, alle Chromteile blank gespült, alle Relingstäbe poliert. Die Damen fotografieren sich in extremen fotogenen „Haltungen“ sexy verenkt am hohen Bug der golden oder anthrazit-farbenen Yachten… Dann rasen mit Höchsttempo diese wahnsitzigen water-dodoos um uns herum, macho-Popos hocken auf den Sitzen und jaulen im Temporausch.

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Wir trinken gemächlich unsren Kaffee, essen einen Keks und freuen uns, als ein Papa mit seinen 2 Kindern im Tender herkommt, um sich mit einer Schale Kirschen und Pfirsichen bei uns zu bedanken, daß wir im Seegang sein losgerissenes Schlauchboot aufgefischt, angebunden und ihm zugeführt haben. Auch er ein Lega Navale-Offizieller. Nett, er macht auch Kinderfilme, fürs Fernsehen. Ich dagegen warte auf eine Milderung des scharf-böigen Windes. Gerhard baut am Heck den Grill auf, ich kaufte gestern beim Metztger Halsgratscheiben senso osso-ohne Knochen. Er hatte auch einen Südtiroler Speck, selten an Bord. Ein Stückchen Heimat, wie von Frau Helm, eine 25 cm lange Scheibe…

Gegen 19 Uhr wird das Meer ruhiger, nun kann sich eine Steakscheibe vielleicht „halten“ auf dem Grillrost.

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grill steaks taormina boje
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Mit *****+Parkhaus im Fels…
Taormina, die 45m-Yacht
Der kann die große Klappe vorn öffnen!!!

 

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34. Auf den Ätna… und Taormina/Castellmola

Gerdi schreibt…aber  Gerhards Fotos kommen am Ende dieses Artikels 😉– 23.6./24.6.

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Auch heute winselt der Wind und die nicht gebändselten Fallen schlagen klirrend gegen den Mast an manchem der Nachbarboote… Es dürften schon 200 da liegen, auch mit norweg., schwed. und belg.Flagge dran. Die Eos kuschelt sich mal links und rechts an so kleine Geschwister wie sie selbst, 31-35 Fuß kurz.

Dieses nette Grafik-Bild von Rent-a-car soll auch die Leser zum Schmunzeln bringen. aber unser kleiner weißer Ford war etwas länger:-)

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Gestern haben wir  einen kleinen Ford 2-Türer gemietet und dann „mußte“ ich 120 km die italienische Fahrweise ertragen die einem fast den Glauben an die eigne Fahrkunst raubt. Überall steht das Schild: 50 oder 30 und dazu der Schutzmann als Bild, der mit Kamera-Überwachung Strafen androht. Überall steht an der rechten Fahrbahnseite das absolute Halt- und Parkverbot, dazu das Bild mit dem Abschleppwagen und dem Auto am Kranhaken. Und alles alles ist total zugeparkt, auch mal quer in die Lücke oder ganz schräg, wenn einer in die Enoteka will und Wein braucht oder nen Kumpel sieht und ihn umarmen muß, subito-sofort.

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Ich mußte mich durch engste Gassen eher wie eine Schlange durchzwängeln und wurde von hinten böse behupt, von vorne mit wilden Gestikulierungen für hoffnungslos unfähig erklärt, man deutete mit den Händen, daß es zu eng sei wo ich hin will, aber kein Ausweg bot sich an…Geschickt und damenhaft rücksichtsvoll wich ich allen Dränglern aus, gewährte Damen das Einfahren, ließ Stoßstangen ganz und beschimpfte keinen Macho, wenn ich rechts dem Parker auswich und leicht nach links steuerte, oft schoß ein Motorradfahrer oder Roller schneidig  aufheulend und fast auf Tuchfühlung am Seitenfenster meines Leihautos vorbei… Daß nichts passiert ist, grenzt an ein Wunder.

2016-06-23

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Dann folgte ich meinem Guide Gerhard und den vielen braunen Verkehrsschildern: ETNA SUD. Und schließlich begann der Berganstieg zum Vulkan! Steil, viele Kurven. Teils nur im 1. und max. im 2. Gang. Wohl eine Stunde höchste Konzentration am Steuer, dann erreichten wir wohlbehalten die Touristen-Ebene auf 1950m Höhe mit den großen Bussen (Kreuzfahrer, Urlauber aus Sizilien, lokale Busse), der Parkplatz voll von vielen Leih-PKWs. Stände mit Honig, Vino dell’Etna, Bibite… Alles wird vermarktet, sogar das Clo kostet 80 c.. Wir kaufen 2 Tickets für die Funivia, eine Kabinenbahn mit kleinen Gondeln für je 6 Personen. 30€/Person. Die Gäste sind international, alle in festen Schuhen,langen Hosen, Pullover, am Ausstieg auf 1930 m Höhe verleiht man Anoraks. Als wir zu der winzig kleinen Rifugia Sapienca laufen über schwarze Lava und braune erstarrte Brocken, lese ich erstaunt, daß die Skilift-Sesselbahn 2009 von Doppelmayer, Joachims Firma, erstellt wurde. Schon 3x wurde sie samt Touristenstation, Straße und Gondelbahn völlig verwüstet durch die Lavaströme, zuletzt 2001 und ganz schlimm 2002.Binnen weniger Tage war alles zerstört.

Das Panorama bis zum Meer ist atemberaubend, der Blick zurück zum Etna geht hoch hinauf auf 3350 m. Nur erfahrene Fahrer dürfen die Mercedes-Benz-Unimog-Geländewagen bis zur noch erlaubten Kraterregion lenken.

Wir bewundern die Marienkäfer auf den federleichten Lavasteinchen, die Korbblütler in weiß und rosa, die kreisrunde Blüh-Inseln bilden, die pinkrosa Blüten der Steingartengewächse wie Steinbrech &Co. Am ganzen Lavahang blühen diese bis 1/2 Meter hohen zauberhaften Blüten. Ich bring sie unsrer EOS mit an Bord;-)

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Dann nimmt uns die Gondel wieder auf zur Talfahrt. Ein Espresso, ein Stückchen Birnenkuchen in einer Bar am Nebenkrater von Vulkano Silvestri… Dann heißt es wieder aufpassen, denn die Leitplanken, die vor dem gnadenlosen NICHTS retten an den engen Kurven, fehlen auch an manchen Stellen…

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Im Tal wenden wir uns nordwärts, um an die malerische Hügelstadt Castelmola zu gelangen. Mörderisch die super engen, steilsten Serpentinen, autobreit die Durchfahrt zwischen Planke und Autoparkern. 13% Steigung – und keine Serpentine macht Hoffnung auf ein Ende dieser Höllenfahrt zum Gipfel-Dorf. Kein einziger Parkplatz zu finden, also mutig umkehren und runter- puh!!! Ein geradezu „irre“ an den Hang gepresstes Hotel-Konglomerat schmiegt sich braun wie Fels um den natürlichen Hang.. Riesige rund um die Klippe gefügte *****Paläste, Appartements mit nur 2m breiten  Betonterrassen mit Kunstrasen – hoch über dem Meer. Unten eine fast runde Bucht hinter den pittoresken Felsen: „Isola Bella“!! Wie Capri! Aber die Badegäste müssen steilste Treppen vom Strand-Rund hochsteigen und dann wie wir an der stark befahrenen Straße entlanglaufen…  Wir wandern unter einer schweizerisch anmutenden Steingalerie (Straße im Fels) zurück zum Parkplatz. Hier kann man senkrecht hinab sehen auf die Ankerbucht. Einer unser Mitsegler (Rüdiger mit Seepferd III) kommt von Roccela Jonico grade mit geblähten Segeln rein, ein Katamaran hängt an einer Boje und hat einen gebrochnen Mast und das Großsegel hängt vom Stumpf an Stb. ins Meer… Oje. Zu spät gerefft…??

Wir sind froh, bald wieder normal-breite Fahrbahnhälften zur Verfügung zu haben. Drei Autobahnen werben um uns, Palermo, Siracusa, Messina. Ich fahre lieber die kleine Landstraße…Endlich fand sich eine Farmacia, die mir für meinen inzw. auf 8 cm Durchmesser geschwollenen halbzentimeter-hohen Insektenstich am Arm(und 2 ähnliche am Bein) eine Salbe mit 0,5% Cortison verkauft…

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Zurück in Riposta: Juhuu! …ein freier Parkplatz vor dem frischen Obst und Gemüse. Stopp!!! Ich kaufe rote Ciliegii (Kirschen), goldgelbe albicochi(Aprikosen), Nektarinen, karminrote Äpfel, violett-rosa 12 cm große längliche Zwiebeln, Zucchini, kleine längliche Tomaten…

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Daneben würde der frische Fisch locken(Ghs Fotos ansehen!!! Toll! Unten auf das Wort Klick clicken.), aber jetzt um 8 haben wir keine Lust auf Pfanne und Kochtopf. So suchen wir noch die Lavanderia, man bringt die Wäsche um 9 und bekommt sie fertig nachm. um 4 pomeriggio.

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Ein ausgedehnter Spaziergang durch fast ausgestorbene Gassen, von orangenen Straßenlampen wenig erhellt, führt uns an geradezu barock verzierten alten Prachtbauten vorbei, wohl Villen aus reichen Zeiten von Handel und Wohlleben. Vergangen, 80% stehen leer, Gerhard fotografiert in ein offnes Fenster hinein, wunderschöner Stuck und reiche Deckenverzierungen- wie in Florenz in den Palästen der Medici…

In Hafennähe betreten wir ein Restaurant, fein gedeckt mit echtem Tuch. Sehr gut besucht ist die überdachte Terrasse direkt am Sandstrand. Gh. bekommt eine 30cm-Calcone, mir genügen Linguine alla Scampi-ich schaff nur die Hälfte. Dazu ein Vino bianco della Casa. Armomatisch wie ein Frankenwein! Dann bläst uns ein kalter Nordwind zum Boot zurück, eine köstlich Dusche (mit 20cm-Regen-Brausekopf wie in der Sauna in Meersburg)- es schwankt, draußen ist wieder Squillace-Seegang…

Wir bleiben noch 1 Tag, nicht nur um unsre Wäsche waschen zu lassen.(Hier liegen 100 dickste Winter-Zudecken, auch mit Schaffell:  frisch gereinigt in gr. Tüten zum Abholen. Die haben wohl keine Heizung im Winter in den Häusern?)

Auch die Aufnahme in die Lega Navale geht voran. Um 17 Uhr kommt ein Offizieller des edlen Clubs an Bord. Wir fragten in Englisch: Honest Mr. President… Heute half eine deutschsprechende Italienerin beim Vermitteln eines Vertragsgespräches samt Bargeldübergabe…. Als Dank schenken wir ihr natürlich ein „Regalo“: Lemoncello, den gelben Limonen-Likör.

Zitat aus der Email:

Gentile sig.Gerhard, abbiamo ricevuto il suo interesse per L’iscritione alla Lega Navale….Cordiali saluti, Antonio Messina, Tesoriere

Hier kommt Gerhards-Foto-Album: Klick

Unbedingt anschauen, schon der Fische wegen!

Ein Brief an Erika – Rückblick

Gerdi zum 21.+22.Juni

Aus Mamas Sicht: Segeln von Kalabrien nach Sizilien

Ein himmlischer Segeltag ließ uns wonnig schön von Roccela Jonico bis zu einem Ankerplatz vor einem langen Sandstrand vorm Kap segeln. Cananello: beliebt bei Wohnmobilisten, 20 stehen dort. Wir wollten grillen, aber gleich nach dem „Anker ab“ schaukelte sich die EOS in der Dünung so auf, daß daran gar nicht mehr zu denken war… Mir genügte ein Marmeladebrot, Gerhard gönnte sich sein Selbstmach-Lieblingsgericht: eine Dose Thunfisch mit viel Zwiebeln. Bald waren wir in der Koje, die EOS führte einen wilden Tanz mit mindestens 30-40° Ausschlägen nach beiden Richtungen aus… Als der Wind einschlief, wurde diese Schaukelei nur noch schlimmer. Ich machte zwar „ein Auge zu“- aber geschlafen hab ich nicht. Ich lag inzwischen quer im Vorschiff, später mit dicken Rollen mit Decke und Duschtuch neben dem Körper… keine Chance zu schlafen. Als es vor 4 Uhr sanfter wurde, kündigte Gh. im Schein des Leuchtturms vor uns an: „Ich fahr los!“ Und schon rasselte die Ankerkette. Tatsächlich konnte ich im mit Motor fahrenden nicht so stark schlingernden Schiff etwas schlafen. Um 8 Uhr sah ich gleich die weiße Wellenfront. Gh. unkte: Da kommt was auf uns zu. Jaja, die Straße von Messina, die Ungeheuer Scilla und Charybdis lauern schon!…. Statt Frühstück sprang ich ins Ölzeug, in die Gummistiefel, Südwester, Schwimmweste, Lifebelt-alles Gewohnheit, seit 40 Jahren… Ich wage es nicht zu beschreiben, welche Wellen und welcher Wind uns bis kurz vor 14 Uhr jagten… Gerhard machte ein Erinnerungs-Video, das ungefähr zeigt, was wir 5 Stunden da draußen erlebt haben.Kunstvoll sucht sich das Schiff den besten Weg durch die angreifenden hohen Wellen, die Gischt legt sich in langen Streifen auf die Wellentäler, die Kämme schneeweiß bekrönt…. Es lärmt, es tönt in der Luft wie Pfeifen. Eos rauscht mit 7 sm/h voran, ihre maximale Geschwindigkeit. Das GPS kündet: Noch 3 Stunden…!!!

Schnell legt der Wind zu, die Segel müssen zum 3. Mal verkleinert werden, das Boot krängt stark, rauscht mit der Seite durchs Wasser. Am Polster der Ledersitzbank läuft bereits wieder Salzwasser rein…bräunlich, durchs neue Deck… Beim Reffen muß ich (mit Motorhilfe) die arme EOS mitten in den Wind drehen, ein wahres Kunststück bei den hohen Wellen. Das Rollreff ist doch etwas tückisch, Gerhard kann das inzwischen aber, wenn es mir gelingt, das Boot trotz Wellen mit Hilfe des Motors zum Auf-Kurs-Halten genau im Wind zu halten, Schwerarbeit, Akkuratesse ist gefragt….bald waren beide Segel stark gerefft und die Fenster der Backbordseite blieben dank Reff knapp ÜBER den Seen. Fast chaotisch wühlte sich das Schiff durch die weißgischtige Dünung, wir konnten den erhofften Platz in einer Bucht zum Ankern nicht anlaufen. Also Kurswechsel und weiter an Taormina vorbei. Ich bete, singe in den Wind:

Herr, wir bitten, komm und segne uns,
lege auf uns deinen Frieden.
Schützend breite Hände über uns,
Rühr uns an mit deiner Kraft.

Und Gott hilft!

Vor uns der mächtige Vulkan Ätna… Nun mit achterlichen Seen, teils als Butterfly mit beidseitig ausgestellten verkleinerten Segeln…- wie gehetzt düste die EOS immer noch mit 6 kn voran. Gepeitscht von anrollenden Wogen. Kein reines Vergnügen, immer ist da die Angst, daß etwas zu Bruch geht…aber wir waren stolz auf das Boot und auch auf uns. Gegen 15 Uhr, nach 11 Stunden Segeltag, bog ich um den roten Poller mit dem Leuchtfeuer am Hafen von Riposto dell’Etna. Still das Meer, hinter der hohen Mauer keine Welle zu spüren. Ölzeug aus, ein Boot kommt und hilft uns mit Mooring und Vorleinen. Uff- geschafft. Unser Schiff liegt ausnahmsweise mal mit ähnlich kleinen Geschwistern, 31-35 Fuß(10-12m) am Ponton. Gh. verhandelt erneut für den Beitritt in die Lega Navale. Hoffnung.

Im Hafen liegen ganz große luxuriöse Motoryachten… Blau bescheinen unzählige Unterwasserlichter ihren Liegeplatz, es duftet nach Waschmaschinen und Trocknern. Die Mannschaft hat zu arbeiten, von den edlen Gästen ist nichts zu sehen in den 3-4 Etagen dieser Glanzriesen.

Soweit das Stimmungsbild, Segeln ist nicht immer nur romantisch…

Euch daheim wünsch‘ ich einen bald kommenden schönen Sommer.

Deine Mama

33. Im Eiltempo über die Straße von Messina

Gerhard schreibt zum 22.6.2016

Die Aussicht vom Ankerplatz gefällt. Der Strand, die kleinen Örtchen, ab und an rauscht ein Zug vorbei. Dahinter die Berge aus beigem Sandstein. Leider lässt eine Dünung aus Südost EOS arg schaukeln. Das Grill-Event entfällt, Hunger hält sich eh in Grenzen. EOS knarzt und die Dünung schaukelt uns in einen unruhigen Schlaf.

So richtig wohlig  fühle ich mich nicht, deshalb stehe ich um 4 Uhr auf und hole den Anker hoch.  Es geht noch 2 Stunden der Küste längs. Der Leuchtturm am Kap Spartivento sendet  seine 2 Finger waagerecht in die Luft und lässt 2 Lichtpunkte über die Hügel wandern, in stetem Gleichmaß.

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Kap Spartiventa
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Der Ätna, noch 100 km entfernt

Eine Bucht, eher nur eine Felsnase auf der anderen Seite der Straße von Messina soll unser Ziel sein, ca. 90 km entfernt. Langsam tritt das Land zurück und aus Nordwest wälzen sich immer größere Wellen entgegen. Auweh, das deutet auf kräftigen Wind vor uns hin. Über eine Stunde hüpft EOS über die kurzen, hohen Wogen und schaufelt mächtig Wasser. Dann erreichen wir das Windfeld. Hoch die Segel. Und mit schneller Fahrt fährt das Schiff von Welle zu Welle. Der Volvo hat Pause. Dann wird ein Reff im Vorsegel fällig und kurz darauf eines im Großsegel und dann nochmal beide Segel verkleinern. Unter kleinen Segeln läuft EOS über 7 Knoten. Uns bleibt nur im Schutz der Sprayhood zu sitzen und dem Spiel zuzusehen. Überall weiße Gischtkämme, es heult hell in der Takelage. Man merkt: EOS fühlt sich wohl. Immer mehr dreht der Wind.

Die Felsnase hinter der wir ursprünglich Schutz suchen möchten bietet vermutlich keine ruhige Ankernacht. Noch einmal so ein nächtliches Geschaukel? Wir drehen ab und steuern vor dem Wind den Hafen Riposta an, 10 sm weiter südlich. Er liegt direkt am Hang des Ätna und bietet alles was der moderne Segler glaubt zu brauchen. Die Preise sind entsprechend. Aber EOS liegt sehr sicher und wir können uns morgen ein Auto mieten, um zum Vulkan Ätna zu fahren.

Am Ende des Flickr-Albums kommt ein Video von der kabbeligen Squillage-Überfahrt und einige Fotos der chrom-glänzenden „Schönen(?) der Nacht“: riesige Motoryachten im Hafen Riposta.

Alle Bilder: Klick

32. Letzte Stationen auf dem Festland.

Von Gerhard! 21. Juni 2016

Delphine!

Heute sende ich Gerhards Eindrücke und seine Fotos vom Flickr-Album. Unter seinem Titel auf „mehr“ klicken und lesen:-)

Nach einem prachtvollen Segeltag von Roccela Jonico bis fast an die italienische Fuß-Spitze wirft uns nun die Dünung in unruhigem Seegang hin und her…

Wir schaukeln gerade mächtig mit 70-90° Ausschlag ankernd vor einem langen Sandstrand. Er liegt vor dem letzten Kap, bevor wir hinein fahren in die Straße von Messina! Noch schüttelt uns die hohe Dünung des ganztägigen Scirocco aus Afrika durch. Unser südlichster Punkt der langen Reise. Dann geht’s nach Sizilien, wohl mit dem angekündigten Nordwind morgen, Ziel: Taormina. Da waren wir noch nie.

Hier das Album: Klick

31. Wanderung vor türkisblauem Meer+zur Burg: Roccela Jonico

Gerdi schreibt:

Am Morgen des 20. Juni hören wir im BR Heimat wieder mal die nette Interview-Sendung „Habe die Ehre“. Heute ist Sonnwendtag, der längste Tag im Jahr, Tag- u.Nachtgleiche. Wir haben Vollmond. Was für ein Fest mag das sein in Schweden.

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Heiß, 3km lang, schattenlos….
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Azzurro… wie im Schlager! Wenn wir dorthin segeln, kommt Sizilien+die Straße von Messina
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Roccela Jonico, Regen gibt’s hier selten…

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Origineller Briefkasten

Gleich um 11 machen wir uns auf zum Städtle, dazu muß man ca. 3 km eine sehr sonnige Promenade tapfer entlang wandern. Üppige blühende Oleanderbüsche säumen den Weg, Gummibäume, gelbe Wandelröschen, das Meer ist von einem atemberaubenden Blau und Türkis. Der Sandstrand aber ist leer. Nur wenige Autos parken unter den wenigen Schatten spendenden Bäumen. Wir lachen über die Bank mit dem Scraffiti „Kiss the rain„- denn die Armen Deutschen haben sooo viel Regen, 5,50 m Wasserstand hat der Bodensee, sogar im Allgäu grau in grau. Erika sandte ein Foto aus Thun: winterlich schneebedeckte weiße Berge, und Chamonix alles in Wolken bei ihrer Fortbildung.

Am Ortsanfang schlecken wir ein Gelato im Cornetto. Pah, Gallipoli war um Klassen besser. Ein origineller Briefkasten mit einem radelnden Postboten gefällt mir. Wir wenden uns bergwärts und sind um die nahende Mittagsstunde die einzigen Fußgänger am Weg zum Castell.

 

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Die 2 Seefahrer auf Landgang am Gipfel
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Blick vom Castello: Ganz links liegt im Hafen die  EOS

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Links die neue Autobahn, mittig unser Hafen

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Gepflegte Vorgärten erfreuen mit Blumenpracht, auch aufgelassene Grundstücke mit zerfallenden ehemals schmucken Villen haben ihren Charme, denn die wilden Blumen blühen auch ohne Gießkanne, Fleißige Lieschen, Geißblatt, Feigenbäume tragen saftspritzende reife Feigen. Zur Burgruine mit dem runden Krug-Turm führt eine steile Stahltreppe hoch. Oben wird man ganz still bei der azurblauen Meerfläche, der weitreichenden Panorama-Aussicht… Die 2011 noch nicht fertige Autobahn ist inzwischen freigegeben, sie hat sogar 2 Röhren durch den Berg- wie in der Schweiz.

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Nur Esel und Touristen sind von 2-5 draußen als Fußgänger…

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Unten angekommen haben wie üblich um 2 alle Läden geschlossen Siesta, bis um 5.

Das Pfeifen eines Zuges lockt uns zu einer kleinen Bahnhofskneipe. Der luftige Wind kühlt uns wieder ab, die kalte froschgrüne „Aqua Menta“ schmeckt. Der Rückweg läßt mich, so allein wie wir wandern, wieder an den Satz der Griechen denken: „Zwischen 12 und 5 sind nur Esel und Touristen draußen unterwegs!“;-) Aber nun gibt es auch die Esel nicht mehr, nur noch uns zwei. Endlich kann ich ein paar frische Blütenstengel sammeln für unsere Blumenvase im Salon und am Heck (im Cockpit unterm Bimini, am Achterstag). Im Hafenrestaurant bläst auch der Wind durch die Halle davor, der Espresso ist ein guter Aufwecker.

An Bord schnappt sich Gerhard den Wasserschlauch und beginnt, die salzige EOS mit Süßwasser ab zu spritzen. Die Fenster sind wieder durchsichtig:-), auch die verschwitzten Hemden landen in der Wasserfülle der 3 Schüsseln.Der deutsche Nachbar überlässt mir 2 FAZ! Seit 9. Mai haben wir keine deutsche Zeitung mehr gelesen, es gab immer nur britische! Aber von dem afghanischen Talibanüberfall, von der nahenden Brexit-Abstimmung und von derzeit 65 Millionen Menschen auf der Flucht hörten wir via Smartphone als gesprochene Nachrichten. Man vermißt keine Nachrichten, eher die schönen Texte und die Kulturseiten.. Ich möcht‘ so gern mal wieder eine ZEIT lesen!!

Jetzt mach ich die grünen Bohnen aus Crotone, Gerhard leiht sich eins der Hafen-Fahrräder und radelt nochmal nach Roccela Jonico zum Einkaufen. Endlich mal wieder Radfahren-seine sonst tägliche Fortbewegungsvariante;-). Bis er heimkommt, steht das Essen auf dem Tisch. Originell: der rosa Bauchspeck ist importiert aus Romania, Rumänien also. Die 10 cm große violett-rote Zwiebel aber ist „tipico Calabrese“.

 

Die EOS von innen-wie alles funktioniert

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Wie kochst du? Was machst du bei Schräglage? Wo ist das Geschirr? Wo sind die Pfannen und Töpfe? Wie schlaft ihr? Wie geht das Clo? Habt ihr einen Kleiderschrank? usw.

Gerdi antwortet

Für unsere neuen Blog-Follower bringe ich heute mal das Innenleben der EOS im Bild.

Gewürz-Schubl. unterm Herd
Meine Gewürze

Das Geschirr ist in Mulden, das Besteck in Schubladen, die Laptops im Navigationstisch.

Die Schnaps- und Weingläser stecken in runden Aussparungen im Mahagonibrett im Barfach, da steht auch, seewasserfest, mein Musikzeug samt Flöte und Mundharmonika.

Musik im Barfach

 

Schlafen kann man auf 3 Kojen, bei der auf Stb. kann man die große Leder-Lehne waagrecht hochgeklappt festhaken, bei Ghs Koje auf backbord kann man die halbierte Lehne senkrecht ein Stück hochziehen um mehr Liegeplatz zu haben…(und notfalls auch waagrecht anbauen Richtung Tisch zum dann einen Meter breiten Bett. Den quadratischen Tisch hat Gerhard selbst gebaut: man kann ihn an beiden Seiten raffiniert mit Seilen auf- oder abklappen. Ich nähte 4 Tischdecken dazu, mit Gummistopp fixiert.

Küche, Geschirr seefest in Löchern u. zw. Stäben

Küche+Kühlschrank
Die Treppe ist der sog.Niedergang, wenn man sie wegnimmt, kommt man an den Volvo-Motor

Der Herd verbirgt sich unter der geteilten Arbeitsplatte vorm Geschirrfach (mit 2 Schiebetürchen). Die 2 Abdeckplatten kann man herausnehmen, eine Stange schützt die Töpfe vorm Abrutschen, bei starkem Seegang haben wir eine Art Topf-Klemme zum aufmontieren über den 2 Kochstellen. Frühstückseier, Topf festgeklemmtMan muss mit Spiritusflamme vorglühen und dann im genau richtigen Moment die Flamme oben entzünden, dann sieht das aus wie ein Gasherd. Der Optimus-Kocher (kennen wir seit 1980 von unsrer früheren SY Marion) wird mit gereinigtem Petroleum befeuert, es ist immer ein Problem, das am Mittelmeer zu finden, oft eine Odyssee an Lauferei und Fragerei, in der Türkei nannte man den Brennstoff Kerosin!!! Das kennt man in Deutschland als Name für Flugbenzin! Hier in Gallipoli fragte sich Gh. trickreich mit Hilfe eines deutsch sprechenden ehemaligen. Gastarbeiters durch und war erfolgreich bei seiner Suche: 5 Literdosen konnte er ergattern! Für 1 Liter Wasser braucht unser Herd 5 Min. bis es kocht.

Unter dem Herd sind Schubladen für Besteck und Küchengeräte, für ca. 30 Gewürzdosen… Daneben ist hinter zwei Klapptüren eine ca. 1 m lange flache Abstellfläche, auf der 4 Töpfe, Zitronenpresse, 3 gr. Pfannen+Wok, Schüsseln, mein Fissler- Dampfdrucktopf (Jg. 1989) Platz finden. Darüber hat Gh. ein waagr. Netz befestigt, in dem die kleine Pfanne, das Spätzlesieb und eine Keramikschüssel* aus Urzeiten mit  Seil angebunden „schweben“(*aus Ghs 1. Schiff, die LOUISA aus Eichenholz, Baujahr 1919). Ordnung ist das halbe Leben an Bord: auch Parmesanreibe, Pfannenwender für meine Pfannkuchen, die Gemüsereibe, die Schüsseldeckel und der Schöpfer für den Wok stehen senkrecht „angebunden“ neben den gestapelten Pfannen. Die Deckel hängen oben über der Arbeitsfläche –  über der Spüle, auch waagrecht mit einem straffen Gummistropp. Dahinter in einer Nische steht ein Flaschenkorb mit Balsamico-Essig, Olivenöl, Sonnenblumenöl, Menta-Sirup…Meist klemmt davor eine Blumenvase mit frischen Blumen und davor noch der Obstkorb und die Korkuntersetzer, dann kommt die Spüle 30x30cm, eine quadratische Schüssel, kein Ablauf, muss über Bord gehen. Die Wasserpumpe wird per Fußdruck bedient.Für 1x Spülen, kalt+Neutralseife, genügt 1,5 l. Wassersparen!

Unter dem Tisch ist über der Querstrebe ein Netz, dahinter findet in luftigen Weidenkörbchen frisches Brot  im Baumwollsäckle und Kohlkopf oder Melone Platz.

Im Vorschiff ist das Clo: Handpumpe für Ansaugen von Seewasser und Abpumpen in den Fäkalientank unter meinem Bett, kräftige Handpumpe für Ablassen auf offnem Meer-nur dort!).Eine Dusche gibt’s nicht. Im Heck bei den Fendern ist aber ein 20 Liter-Kanister mit von Gh. eingebauter kl. Pumpe, so daß man sich mal das Salzwasser abduschen kann. Hinter der Toilette ist der kleine 50cm-Kleiderschrank (leider nicht wasserdicht. seit dem neuen Deckaufbau 2014..),

gegenüber ein kleines Fach für Hygiene und Medizin, Schnellverband, Zahnputzzeug. Dahinter eine gr. Plastiktüte für meine Tops und T-Shirts( da dringt auch Seewasser ein…) Das davor früher mal eingebaute 2. Waschbecken auf der EOS hat Gh. ausgebaut, weil man es am Bodensee nicht braucht. Also mit der Schüssel vorn in der Küche Waschwasser holen und dann kann man sich „ungesehen“ auch im Vorschiff waschen. Eine Schiebetüre trennt die Schlafkoje ab vom Clo, eine KIapptüre trennt es vom Salon.

Navigationsplatz vor Hundekoje
aufklappbarer Navigationstisch, Logbuch, Foto, auf rutsch-hemmenden Matten
Niedergang, innen d.Dieselmotor
Eingang=Ausgang ins Cockpit, Steuermannsplatz, rechts wär die Hundekoje-5. Schlafplatz. Nun Segel, Stauraum, Bücher, Ghs Hygienekiste
Notebooks, ...im Navigationstisch
Navigationstisch, notebooks,…Funkgerät, GPS, smartphone

Salon, steuerbord, Eßtisch, 2-fach aufklappbar

Von Erika haben wir von daheim den schönen Kalender mit an Bord, ihre Gedanken sind lesenswert und in der Sprache voller Harmonie-bezaubernd ihre guten Fotos. Am Essplatz habe ich die blühenden Allgäuer Alpenrosen in den Bilderrahmen eingelegt, daneben mein Aquarell von CALVI, 2011 (Korsika).

Cockpitleuchte, handgenäht v. mir
Die Abendleuchte f.Cockpit, mit Perlen beschwert gegen Wind

Küche+Kühlschrank Wir sorgen für Gemütlichkeit, sei es mit der Petroleumlampe oder meiner Cockpitleuchte mit dem lachsfarbenen Stoffschirm, dem Halstüchlein aus Bozburun, mit Perlen beschwert, macht ein zauberhaftes Licht am Abend unter dem Sternenhimmel am Ankerplatz.

Der 3. Schlafplatz ist hinter dem Clo, im Vorschiff, eine dreieckige Fläche, die Lücke (unterm Luk) kann man durch Einlegen eines Mahagonibretts nebst dreieckigem Polster drauf schließen. Drüber ist eine waagrechte Luke. Zu beiden Seiten sind kojenlang zwei 15 cm schmale Ablageflächen, „Schwalbennest“ genannt. Das Bettzeug liegt gefaltet auf der Matratze, da das dafür vorgesehen Schrankfach im Bugspitz (hinterm Ankerkasten)leider Wasser reinlässt… da sind unsre 2 Rucksäcke in gr. Plastiktüten…

Gerhard bewahrt seine (wenige) Kleidung, Wäsche im ehem. 2. Frischwassertank unter den Bodenbrettern auf. Trocken!! Seine Bücher, Hygieneartikel, Medikamente sind in großen Obi-Klappkisten, in der nicht benützten Hundekoje unter der Backbord-Cockpitbank, Da sind auch Spinnaker, das 6m-Markisendach, der Windsack(fängt in heißen Häfen den kühlenden Wind am Vorluk und leitet ihn ins Schiff), Stangen, Schläuche,…). Unsere Seekarten für Donau, Schwarzes Meer, Marmarameer-Türkei, Ägäis, Kanal v. Korinth, Jonisches Meer, Adria, Apulien, Kalabrien, Sizilien, Sardinien, Korsika + Frankreichs Südküste + Flußkarten hat Gh. trickreich in ein selbstgebautes 15cm- Mahagonifach geschichtet, senkrecht zwischen Navigationstisch und am Fußende seiner Koje im Salon.

Schlafen kann man auf 3 Kojen, bei der auf Stb. kann man die große Leder-Lehne waagrecht hochgeklappt festhaken, bei Ghs Koje auf Backbord kann man die halbierte Lehne hochziehen (und notfalls auch anbauen Richtung Tisch zum ein Meter breiten Bett. Den quadratischen Tisch hat Gerhard selbst gebaut, man kann ihn an beiden Seiten auf- oder abklappen, ich nähte 4 Tischdecken dazu, mit Gummistropp fixiert. In einem waagrechten Fach neben dem Herd oben stehen kleine Körbe mit Kochzutaten, Zucker, Salz, Nescafé, grüner Tee, Bohnenkaffee, 2 Isolierkannen aus Stahl, Mehl, Suppenwürze,Grieß,Haferflocken, das Brotkörble. Die Vorräte mit Eßbarem wie Risottoreis, Nudeln, Spaghetti, Fischdosen, Kapern, Linsen, Tomatendosen und leere Tupperdosen sind unter dem Sofa auf der Stb-Seite. Da findet man auch unsere Ersatz-Bettwäsche: 2 Spannlaken, 2 Überzüge+Kopfkissen.und die leichteren Decken.

Im Vorschiff ist das Clo(Handpumpe, Seewasser, Fäkalientank unter meinem Bett), dahinter der kleine Kleiderschrank (leider nicht wasserdicht…), gegenüber ein kleines Fach für Hygiene und Medizin, Schnellverband, Zahnputzzeug. Dahinter eine gr. Plastiktüte für meine Tops und T-Shirts( da dringt auch Seewasser ein…)

Von Erika haben wir von daheim den schönen Kalender mit an Bord, ihre Gedanken sind lesenswert und in der Sprache voller Harmonie-bezaubernd die Fotos. Am Eßplatz habe ich die blühenden Alpenrosen in den Bilderrahmen eingelegt, daneben mein Aquarell von CALVI, 2011 (Korsika). Wir sorgen für Gemütlichkeit, sei es mit der Petroleumlampe oder meiner Cockpitleuchte mit dem lachsfarbenen Stoffschirm, dem Halstüchlein aus Bozburun, mit Perlen beschwert, macht ein zauberhaftes Licht am Abend unter dem Sternenhimmel am Ankerplatz. Die schweren Ordner mit all den techn. Unterlagen für Motor, Schiff, Elektrik, Versicherung, Schifffahrtspatente, unsre Impfbücher, Pässe, Anleitungen für Echolot, Solarzelle, GPS, Kamera, Mobiltelefon- all das ist in einem Fach über dem Stb-Sofa.

So funktioniert das Segeln auch bei Schräglage und heftigem Schlagen im Seegang, es ist noch keine Klappe von selber aufgegangen, keine Schublade rausgeflogen, kein Teller ist je zerbrochen.

Unter dem Tisch kann man eine Bodenplatte hochheben, dann sieht man im Kielraum ein schmales tiefes Fach, in dem eine Flaschenkiste unsere Wasserflaschen, Wein, H-Milch und Bierdosen seefest birgt.

Ganz viel Platz haben die Werkzeugkisten!! Sie lagern unter der stb-Cockpitbank. Da sind auch sämtliche chemischen Flüssigkeiten, Petroleum, Spiritus, Pflege für die EOS außen, Chromputzgel, ein gr. Vorrat für alle Unwägbarkeiten. Die Fender sind ganz hinten in der Heckklappe verborgen, auch Schnorchel, Flossen, seeigelfeste Badeschuhe, ein Kanister mit kleiner Pumpe zum Duschen an Deck. Die Festmacherleinen hängen sauber aufgeräumt an großen Haken im Achterschiff- unter der Pinne, einem weiteren Deckelfach. Dort wird auch die automatische Steuerung an der Pinne fixiert. Was ganz Praktisches ist unsere 2fach klappbare Badeleiter, die in den stabilen Heck-Korb integriert ist. Daran hängt noch ein kleiner von Gh. gebauter Sitz, aushängbar, Schön für die Freiwache. als Ausguck. Über dem Cockpit breitet sich unser UV-festes Bimini, ein Sonnendach-klappbar an Stahlgestänge. Und drunter baumelt immer ein frischer Blumenstrauß, in einer Flasche angegürtet am Achterstag.

Na, hat jemand Lust, mit uns zu segeln am Bodensee? 🙂 2017 ist die EOS sicher wasserdicht-mit neuem Teakdeck von der Werft Landoldt…