Inselbucht Höko-Oxelösund, Savö-Engstelle. 16.8.19

Gerdi schreibt:

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Um 9.15 Uhr Anker auf, inzwischen Bordroutine. Es soll 3-4 bft geben, S und SO, also Segelwind von vorn. Gh refft das Großsegel.

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Um 10.30 Uhr passieren wir im Schleichgang die Engstelle bei Savö. Eindrucksvoll… Erinnerungen an die Flußfahrt und den Donaudruchbruch mit unsrer EOS 2014… Noch durch 2 solche engen Stellen schiebt sich unser Schiff, der Volvo hilft teilweise brav, exakt in der engen Rinne zu bleiben zwischen den roten und grünen Pricken…! Savö (1) (Copy)

Savö (2) (Copy)
Ganz nah die Felsen: ehem. Lotsenhaus

Savö (3) (Copy)

Dann umgeben uns immer mehr düstere Regen- und Gewitterwolken. Wir legen Ölzeug an, Südwester, Gummistiefel. Schräg saust die EOS durch die Wellen… Und es regnet NICHT! Gereffte Fock, bissige Wellen von vorn, Eos kämpft. Da ändert Gerhard unsren Kurs zur Ankerbucht um und legt unsre GPS_Route etwas mehr zwischen die Schären. 12.30 Uhr, Ruderwechsel, der Käptn steuert nun in die düsteren Wolken.

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Bis 16.20 segeln wir hart am Wind … dann biegen wir in eine große Bucht ein, am Ufer Wohnwagen, Bootsanleger… Wir ankern lieber im Arkosund, im Lindöfjärden.

UNGLAUBLICH  !! Da kann man durch segeln…teilweise nur 3 m tief und weniger…

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Tiny-House schwedisch. auf engstem Raum

 

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Oben links in der hellblauen Bucht (flach) liegen wir im Lindöfjord

Statt Sturzregen und Gewitter lösen sich die Wolken alle auf!! Ich bade im 18°C kalten (brrr) Meer, wir sitzen im sonnigen Cockpit und lesen… Um 20.35 Uhr geht die Sonne unter, noch sind wir es gar nicht gewöhnt, dass es so früh dunkel wird…

Vom Schärenfels zur Bucht Laxkroksholmarna zum Ankern, 15.8.19

Ruhig war die Nacht – am Felsen vertäut. Weiter geht’s: Vorhersage 3-4 bft aus Süd. Heute segeln wir das erste Mal mit der reparierten Fock! Gleich dreht Gerhard aber ein Reff ins Groß… Gegenwind mit 4 und 5 Windstärken.

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Rechts am Achterliek die geflickte Stelle in der Fock (Rechteck)

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Reine Segelfreude, wir wechseln uns alle 2 Stunden an der Pinne ab…

Herrliches Segeln, die Fock funktioniert gut. Gischtweiß umschäumt segeln wir mit großer Sportsfreude gute 4 Stunden und biegen dann ein in die unaussprechliche Bucht Laxkroksholmarna. Umgeben von niedrigsten nackten Felsen und runden höheren Schären. Wald am Ufer… zwei Ausblicksöffnungen zwischen den Steinen geben den Blick frei aufs Gischtmeer… Wir aber ankern und liegen geschützt. Ein Hoch auf den Navigator, der immer eine Bucht unter Hunderten raussucht im Schären-Paradies.

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Ein Traum von einem Ankerplatz… aber Quallen im Meer…
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Gleich neben der EOS wird es ganz flach… 😉 !

Am Abend ankert noch die große Zweimaster-Yacht „ROLAND VON BREMEN“ neben uns, eine Oldtimer-Schönheit mit schlankem überm Wasser schwebendem Heck  und hoch in elegantem Bogen aufragendem Bug, Baujahr 1931, ein Prachtstück: 18 m lang, 2,70 m Tiefgang. Die Crew paddelt an Land.

Wir genießen die Ruhe…  einfach herrlich so ein stiller Abend vor Anker… Wir sind sehr dankbar.

Bei uns wird an Bord wieder mal fein gekocht: Lendenscheiben mit Sahnesauce, bunter knackiger Salat mit 1 Tasse voll mit frischen Kräutern, Natur-Reis.

Was fehlt uns im Vergleich zum Mittelmeer? Die Hitze nicht, aber das viele frische Obst in der Türkei und den griechischen Inseln, die Lässigkeit der Griechen im Kafenion, die Türken mit ihrem Raki und dem Backgammon vor sich, die roten Sonnenuntergänge nach der Gluthitze des langen Sonnentags, die klaren dunklen Sternennächte und der Nachthimmel bei den Nachtfahrten oder vor Anker, die Abende im Cockpit bei Rotwein und Pistazien

… Aber der Norden hat uns inzwischen verzaubert mit seiner Andersartigkeit: der endlose Wald, die Ruhe in den Buchten, die durchweg kleineren Boote hier oben,  wir mögen die Kühle… auch wenn ich fast immer Skiunterwäsche, Wollsocken und Anorak anziehe… 🙂

Inzwischen sind wir 4000 km im Norden gesegelt, 120 lange Tage…- ein Geschenk!

Zurück… zur Segel-Reparatur in Nynäshamn

Wir müssen wieder ein Stück zurück, 8 km von der Felsenbucht zur Stadt Nynäshamn. Gleich früh um 6.30 Uhr motoren wir rüber, tanken, telefonieren. Der antelefonierte Segelmacher hat Ferien. Aber der Schuhmacher könnte das Segel auch nähen. 🤔😕Ach je, das kennen wir schon von 1985 in Brindisi (SUNRISE-Überführung Rhodos-Brindisi) und von Carloforte auf Sardinien, 10 Std. Handarbeit, 100€…)

Fok, gerissen (Copy)

Als wir im Clubhafen in Nynäskär anlegen, bekommt Gh. von Regattaseglern den Tipp, es bei einer Segelmacherin im Ort zu versuchen. Sie kommt mittags gleich vorbei. „Na klar, das kann man flicken. Aber am besten auch gleich einen UV-Schutzstoff an Unter- und Achterliek drauf nähen, dann hält das Segel noch lange!“

„Wie lange brauchen Sie dazu?“fragt Gh vorsichtig. Da lacht die fröhliche patente Fachfrau: „Bis morgen nach dem Mittagessen!“ Sie packt unsere Fock im Sack ins Auto und weg ist sie. In der Werkstatt muß sie das Segel vermessen, die Stoffmenge bestimmen, die Flickstelle und die Arbeitszeit berechnen. Dann nennt sie uns den Preis: 350€. Geht klar, das hätte es daheim in Überlingen auch gekostet. Wir können die Segelmacherin empfehlen: Anneli Bergfeldt, +467333367937

Im Hafen vor uns lebhaftes Treiben: Kanu-fahren, Opti-Kentern u. wieder aufstellen, Segelunterricht auf den Optis, für Kids zwischen 6 und 10 Jahren. Im „Umkleideraum Damen“ helle Aufregung. „Huch, eine fremde Frau!!!“ Die Kleinen kommen aus der Sauna und gleich hocken 8 nackte Mädle qunter den 2 Duschen…:-) Da geh ich lieber wieder. Gerhard spaziert zur Stadt und zum andren Hafen, wo wir früh nur kurz tankten und die großen Fähren nach Gotland fahren. Er bringt von der Rökerei geräucherte Fischstückle mit, Fingerfood kalt für ein mittägliches Vesper.DSC_1480Wir laufen am milden Abend auf dem Strandvägen in die Stadt, es hat sommerliche 19°C. Richtig schöne Häuser, mit geknickten Walm-Dächern und originell eingefügten Gaupen. Architekten haben hier gute Ideen gehabt, die Dächer wirken beschützend und heimelig, die Fronten zeigen Wohlstand und Stolz der Bewohner. Ein Park mit gewundenen Pfaden und Rosenbeeten und einem plätschernden Bach lädt zum Verweilen und Laufen ein, die Prachtgänse futtern aber eifrig den Rasen ab (und kacken die Wege voll…)

Ganz oben auf dem ca. 50 m hohen Felsrücken thront eine rote Kirche, elegant der zierliche (später zugefügte) Turm mit dem girlandenhaften Bogen als Verzierung. Christen haben Geld gesammelt, bis genug für den Bau der Kirche da war, ca. 1930. Der Ausblick ist großartig, der ganze Hafen mit den Segelbooten als Panoramarund.

Wir kehren bei der kleinen Gaststätte der Rökerei ein und ich spar mir heute das Kochen: leckere geräucherte Lachsflossen, eine Makrele, 8 geräucherte Röker (Scampi) -die Platte zu zweit für 16€. Lecker.DSC_1478

DSC_1475DSC_1477 Dienstag, 13. August: Mauerbau 1961. So oft waren wir an diesem Gedenktag mit dem Boot auf Törn… Heute wachte ich mit Migräne auf😖😕…die blieb bis Mitternacht😟…

Trotzdem: Waschmaschine befüllen, 1,5 km nach Nynäshamn laufen zum Coop. Einkaufen, auch Hühnerschenkel und Gemüse und Kräuter für eine feine Hühnersuppe am Abend. Im Drucktopf ist sie in 20 min. fertig😉. Der Wäsche-Trockner (Bosch) hat auch funktioniert.

Um 15 Uhr kommt die Segelmacherin Annelie und bringt das reparierte Vorsegel mit. Genial, Sonderlob für saubere Arbeit und prompte Hilfe. Trotz Kopfweh bergen wir in einer Windpause die große Genua und setzen um 19 Uhr die Fock. An Land legen wir die Genua nach dem Tipp von Annelie raumsparend zusammen und packen den Segelsack unter die BB-Koje im Bug.

Morgen wollen wir weiter nach Süden und im Schärengarten mit Heckanker ankern und mit Landleine an einem Felsen oder Baumstamm festmachen. Es soll wieder 5 Windstärken haben, bei SSW also gegenan segeln. DSC_1479

DSC_1481 DSC_1484 Die Hühnersuppe war köstlich, reicht gut noch für morgen.

Acht Stunden gegenan… 11.+12. August ’19

Gerdi schreibt

Mit 5 bft gegenan bis Ankerbucht vor Nyneshamn,11.8 (3)
Grau sind Meer und Himmel… es regnet und stürmt

Mit 5 bft gegenan bis Ankerbucht vor Nyneshamn,11.8 (2)

In der Bucht Kalnäsviken auf Ormö brummte uns noch der Kopf vom Motorfahren. Hier seien im Sommer so viele Boote an Felsen und frei ankernd, dass man schwer einen Platz bekommt. Es regnete. Daher nicht so voll.

Rückblick

Törnstrecke: 1832 sm =  3425 km. Davon nur knapp 300 Std. unter Motor in 4 Monaten…

114. Törntag, Gerdis 62. Törntag. Reine Segeltage: 70.

*Wir beginnen das zweite Logbuch!*

 

Sonntag, 11.August 2019. Anker auf um 9.30 Uhr, Ziel Ostseite Bedarön, dichte Wolken, Ölzeug, wir müssen bei 5 bft aus SSW voll gegenan segeln. Gleich draußen empfängt uns lebhafter Gegenwind, begleitet von unangenehmem Seegang und erstem Regen. Lange weiße Gischtfahnen legen sich aufs Meer, wie Straßen mit Schnee…

Düster die Schären, EOS kämpft in den Wellen und mein akkurat die Navigation planender Käpt’n ändert um 11.30 Uhr den Kurs nach weiter innen, um im starken SW-Wind etwas Milderung durch die Landabdeckung zu erhalten zwischen den Schären. Die Wogen werden etwas niedriger und die EOS steigt nicht mehr so hoch am Bug wie ein bäumender Hengst.

Wir fahren an einem großen „Militärischen Sperrgebiet“ entlang. Kriegsflotte, riesige Tunnels in die Felsen gesprengt, Fotografieren streng verboten…

Mit 5 bft gegenan bis Ankerbucht vor Nyneshamn,11.8 (4)

Mit 5 bft gegenan bis Ankerbucht vor Nyneshamn,11.8 (5)
2 Busen-Inseln wie in Ciftlik in der Türkei:-)

Mit 5 bft gegenan bis Ankerbucht vor Nyneshamn,11.8 (6)

Mit 5 bft gegenan bis Ankerbucht vor Nyneshamn,11.8 (21)

Der Regen nimmt die Farben… schade, dass wir nicht mehr voll segeln können, der 5er aus SSW kommt fast immer von vorn. Nur wenige „sehr schräg“ kreuzende Segler sind heute draußen. Die Fähren fahren nach Gotland.

Mit 5 bft gegenan bis Ankerbucht vor Nyneshamn,11.8 (11)Mit 5 bft gegenan bis Ankerbucht vor Nyneshamn,11.8 (10)Mit 5 bft gegenan bis Ankerbucht vor Nyneshamn,11.8 (8)

 

Seezeichen säumen unsre Route, sie erinnern an Zeiten als es noch kein GPS gab…

Als ich nach 4 Stunden meine 2. Wache an der Pinne starte, riss unsere Fock am Achterliek ca. 1 m überm Schothorn ein… etwas zu dicht geholt, gab das mürbe Gewebe nach… ein „faden-scheiniges“ Loch ;- im UV-gepeinigten Segelrand: ein Schaden verursacht durch 6 Jahre Mittelmeertörn!

Mit 5 bft gegenan bis Ankerbucht vor Nyneshamn,11.8 (22)
Eng ist die Durchfahrt gewesen…und grad mal 2- 3 m WT…
Mit 5 bft gegenan bis Ankerbucht vor Nyneshamn,11.8 (19)
Fast senkrecht wie die 3 Zinnen, im Fels blüht Erika
Mit 5 bft gegenan bis Ankerbucht vor Nyneshamn,11.8 (24)
Seltene Begegnung auf unruhiger See…

 

Mit 5 bft gegenan bis Ankerbucht vor Nyneshamn,11.8 (26)
14 Uhr…fast senkrecht ragen die Schärenfelsen aus dem Meer, an der Nase geht’s  nach bb,

Zuletzt- copy- zur stillen Ankerbucht ) (26)

Und dann darf ich vorsichtig einbiegen in die friedliche waldgesäumte Ankerbucht:Zuletzt zur stillen Ankerbucht (2)EOS ruht  zwischen Wald, Inselchen, Holzhäuschen, Felsrücken…. ein Paradies:

Unser friedvoller Ankerplatz: BEDARÖN, Ostseite

Zuletzt- copy- zur stillen Ankerbucht ) (32)
15 Uhr: Eng und wenig tief ist die Durchfahrt beim Ankerplatz… Ein Russe ankert schon…
Zuletzt- copy- zur stillen Ankerbucht ) (31)
Das ist unsere Aussicht vom Ankerplatz aus, vorn rechts waren 2 andere Segler
Zuletzt- copy- zur stillen Ankerbucht ) (30)
2,5 – 2,7 m unterm Kiel neben diesen senkr. Felsen… dichtes Seegras u.ä., aber der Anker hält!

Zuletzt- copy- zur stillen Ankerbucht ) (28) Nur noch abgeschwächter Wind…Dunkle Gewitterwolken künden Regen an… Wir montieren am Bug an der Rollfockrolle die große Genua, ziehen sie zum Masttopp und scheren gewissenhaft die Schoten ein. Morgen suchen wir einen Segelmacher für den Riss in der Fock.

In der Nacht regnete es wieder…

Zuletzt- copy- zur stillen Ankerbucht ) (29) Eine asiatisch pikant gewürzte Gemüsesuppe gibt es für den Start in den Feierabend. Regen. Stimmung wie am Bodensee im September.

Wir machen uns beim Longtörn fast täglich die Freude eines selbst gekochten Mahls: In Stockholm war’s Chili con carne, gestern frischer Lachs mit Crème fraîche+Dill, heute der Eintopf:

 

Am Abend beschließen wir, doch zurück zu fahren in einen Hafen von Nynäshamn, um das Segel zur Segelmacherin zu bringen und ein längeres Heckankerseil zu kaufen, damit wir an den Schärenfelsen direkt anlegen können, wie das die Schweden gerne tun. Allerdings haben die am Heck eine flache 30 cm-Rolle mit dem flachen Band, das zum Heckanker führt… Vorne mit Seil an einen Baum an Land oder in einen Ring im Felsen. Originell fand ich zuletzt in Kalnäsviken, daß eine Baumstammscheibe vor einem Bug auf dem Felsen stand. Der war für die Bord-Katze, die da vom Bugkorb aus hinunter springen konnte… damit es nicht gar zu hoch ist, v.a. beim Zurück-an-Bord-Hüpfen:-)

Am frühen Morgen des 12. August stehen wir schon um 6 auf und motoren um halbsieben rüber zum Stadthafen zum Tanken und fahren dann weiter in den gemütlichen Clubhafen, der nur 6 Gastbooten Platz bietet. Opti-Regatta der Jüngsten, die nachher von den 2 Segeltrainerinnen auf 1,2,3 an Füßen und Händen geschwungen ins Wasser geschleudert werden. Welch ein Spaß.

Um 13 Uhr kommt die Segelmacherin und nimmt unsere Fock mit: “ Jaja, das ist ein typischer Sonnenbrand-Schaden… nur am Achterliek, der Randstreifen, der sich am Rollfock-Vorstag unbedeckt aufwickelt und der UV-Strahlung voll ausgesetzt war!“

Typisch? Beim Langzeittörn ist die Fock immer ohne Persenning ( daheim am See wird der blaue Persenningschlauch im Hafen über die aufgerollte Fock gezogen). Dadurch wird der Stoff dort mürbe, der Rest ist noch gut, meint die Segelmacherin Anneli Bergfeldt beim Anfassen. Sie wird einen breiten Schutzstreifen draufnähen, in ganzer Länge am Unterliek und am Achterliek. Ca. 350 €.

Mit 5 bft gegenan bis Ankerbucht vor Nyneshamn,11.8 (12)
Der eingerissene Stoff ist aber ca. 30×30 cm zerrissen, nicht die Naht. Für die Segelmacherin kein Problem…

Bei SSW mit 5 bft gegenan, und dann…

Gerdi:

Um 11.15 hörte ich ssssssschsch…die Fock war eingerissen. Eos hielt sich bei 5 bft  genau von vorn und unter Motor prima, aber nach 5 Std Stampfen im Seegang reicht’s jetzt auch wieder.DSC_1469.JPG

Wir bergen die Fock u.setzen am Ankerplatz unsre Genua. Am Abend koch ich Gemüsesuppe mit asia-Gewürzen und frischer Petersilie. Der SSW-Wind 4-5 soll bis Freitag so blasen😏DSC_1472.JPG

Unser Ankerplatz: Nähe Nyneshamn,

Von der Großstadt in die lauschige Ankerbucht

Wir haben in den vier Tagen in Stockholm ein wenig Gefühl für die Hauptstadt Schwedens bekommen. Gelassen, gut organisiert und sehr sauber.

Jetzt möchten wir wieder segeln. Daraus wird aber nichts, der Wind kommt genau von vorne und das Fahrwaser ist schmal. Kurz nach Stockholm zweigt ein schmaler, tiefer, von hohen Schären umgebener Fjord nach Süden ab, Üppige Villen an beiden Seiten. Lange Treppen führen zu den Bootsstegen hinunter ans Wasser. Die Wellen der vorbeifahrenden Schiffe können sich an den steilen Schären nicht totlaufen. Die Eigner heben deshalb ihre Boote mit elektrischen Liften aus dem Wasser. Bevor der Fjord wieder breit wird, durchfahren wir noch eine enge, flache Strecke mit verringertem Tempo. Dann bläst uns der Südwind wieder von vorne an. Nix Segeln. An unserem ersten geplanten Ankerplatz greift der Anker nicht: Steingrund.

Vorbei am Schloss auf Rägholmen. Dann eine Kurve um Erstholms Südwestspitze und nun regnet es leicht. Aber voraus sehen wir die enge Einfahrt in die Kolnäsviken. Die Bucht ist so schön und sicher, dass sie andere auch schon kennen. Um uns Wald und Fels. Wir ankern mit zwei anderen Seglern inmitten der Bucht. Andere Segler legen sich mit dem Bug an eine Schäre. Der Anker greift sofort und nur gelegentlich schafft es eine Böe bis zum Wasser. Gerdi bereitet den Lachs zu, Das Abendessen ist immer ein später Höhepunkt des Tages. Der Regen rauscht ganz leise auf die Kajüte. Sehr heimelig hier auf unserer EOS.DSC_1464

Lachs, Sauce, Karoffeln sind dann wirklich gut! Die feinen Regentropfen summen auf dem Kajütdach, nur gelegentlich von einem kurzen Schauer unterbrochen. EOS bewegt sich leise am Anker vor dem rabenschwarzen, nahen Wald. Irgendwann nach Mitternacht schütten die Wolken alles was sie noch haben auf uns. Irgendwann schlafe ich bei dem wilden Trommeln ein.

Und am Morgen? Die Sonne scheint, mildes Licht umgibt die Bucht. Kein Laut (auch kein Vogel). Das Wasser ist badewarm. Was bringt der neue Tag?

 

Stockholm im Regen: mit Tram, U-Bahn und Schiff zu Tea-house, Espresso house+“Messing Mäster“

Gerdi erzählt:

Am Freitag, den 9. August fahren wir um 10 mit der Tram wieder zu der Slussen, denn da ist das Teehaus, wir brauchen Grüntee. Einmalig die Atmosphäre… herrlich der Duft nach blumigem Tee, Bergamotte und Darjeeling.

Aus d. Regen ins Teehaus) (1) (Copy)Ein Inder(?) füllt den Tee ab…Aus d. Regen ins Teehaus) (2) (Copy)Aus d. Regen ins Teehaus) (3) (Copy)

Aus dem Regen zum Teehaus (Copy)
Schöne Perspektive … vis-à-vis vom Teeladen

Wir steigen hoch zu Maria Hissen (Himmelfahrt) und staunen über die architektonischen Ideen, in Etagen übereinander in aller Enge Wohnungen zu schlichten… Die runden Kiesel bilden oft schöne Muster auf den alten Straßen am Berg.

Weit geht der Blick über die Altstadt, zum Stadthaus, zum Mälarensee… Unvergesslich. Fast wie der Blick vom Segelhafen San Giorgio in Venedig mit unsrer MARION rüber zum Markusplatz mit dem Campanile und den Arkaden am Dogenpalast…bei Maria Hissen droben (4) (Copy)der Ausblick v. oben, Maria Hissen (2) (Copy)der Ausblick v. oben, Maria Hissen (3) (Copy)der Ausblick v. oben, Maria Hissen (4) (Copy) Eck-Haus-Bar (Copy)Es regnet. Wir flüchten in ein kleines Joe & the Juice-Lokal und stärken uns mit Frucht-Vitamin-Smoothie…-ein Lokal ohne WC! Viele Damen suchen vergeblich mit Regenschirm und Cape…. Richtig schick die Ladies, keine ohne Knopf im Ohr und alle mit Smartphones oder Tablets…

Joe&the juice (Copy)

Neue Regenschauer locken uns unter ein Dach: in ein EH, ein „espresso house“. Hier arbeiten viele an ihren Tablets, oft bequem im Schneidersitz.  Originell die Anordnung auf einer Stufentreppe mit Polstern und kleinen Tischlein… Filmlampen, Hocker, dazu Kaffeeduft vom Feinsten. Es gibt große Bowls mit Salat, Kardamomschnecken, Sandwiches aus Roggenbrot… Die Gäste bleiben auch „stundenlang“ und zum Glas Kaffee können sie Leitungswasser aus einem Spender zapfen…

Espresso house als Regenschutz (1) (Copy)Espresso house als Regenschutz (2) (Copy)Espresso house als Regenschutz (4) (Copy)Espresso house als Regenschutz (5) (Copy) Regenpause. Wir tigern weiter und suchen den Messingmaster, der alle Lampen und Petroleumleuchten hat, denn unser Docht an unsrer alten Schiffslampe brennt nicht mehr richtig. Eine wahre Schatzkammer ist dieser Laden…

Lampenladen Messing Mäster zum Dochtkaufen (2) (Copy)Lampenladen Messing Mäster zum Dochtkaufen (3) (Copy) Die modernen Bauten schrecken zunächst ab, doch sie haben auch ihren Reiz bei den möglichen Durch-Blicken… Ob das mit den 1000 Stäben das Casino ist??

Wir laufen zum grandiosen Stadthuset, und viele Touristen mit uns… Die Kreuzfahrtschiffe spucken sie ohne Pause aus, Chinesen, Japaner, Amerikaner, Deutsche, Italiener, Spanier…Herrliche Mischung. Dazu die Stockholmer, alle Hautfarben, Frisuren, in Sari, afrikanischen Wickeltüchern, in glänzender Seide die Roma, schwarz-weiß die Dressmen und Manager.. alles da, viele Kinderwagen, Hausfrauen auf Fahrrädern, viele Leute auf den E-Rollern flitzen auf den eignen Radwegen unbehelligt von den Autos… am Zebrastreifen bleiben alle Autos sofort stehen. Einmalig.

Klickt 1 Foto an, dann erscheinen alle als Folge einzeln.

Stadthuset (14) (Copy)
Ein wenig wie Dresden…
Stadthuset (13) (Copy)
Alt neben neu…

Nirgends kann ich eine Wochenzeitung in schöner deutscher Sprache kaufen, auch nicht am Central-Bahnhof, wo wir aus der U-Bahn austeigen. Die Rolltreppen, die Glasdächer, die Blumen, die frischen Gemüse in den kleinen Imbißtheken… Großstadt!

U-Bahn-Kunst -Centralbhf(2) (Copy)

U-Bahn-Kunst -Centralbhf(3) (Copy)
Hauptbahnhof und Bus-Terminal draußen…

Am Weg zum Schiff zurück zum Djurgården finden wir einen feinen Fisch-Laden. Wir kaufen uns für den Ankerplatz morgen frischen Lachs, ganz große Matjes-Sill, ein Stück schwedischen Kräuter-Käse. Ein Schatzkästlein. Scampi, Krebse  und Muscheln lassen wir den feinen Damen, die hier einkaufen.Fischladen (Copy) Der Regen hat aufgehört. Wir fahren ein letztes Mal mit dem Passagierschiff zum Tivoli und zur EOS… Stockholm adieu.Zurück viaTivoli Grönalund Stockholm (3) (Copy)Zurück viaTivoli Grönalund Stockholm (4) (Copy)DSC_1456Am Abend duftet es nach Chili con carne an Bord…🤗