Ein weiterer Tag in Stockholm

Man kann eine Stadt nicht in ein paar Tagen kennen lernen. Man besucht das ein oder andere Museum und erfährt ein wenig ( das man dann wieder vergisst). Heute haben wir  das Kunstmuseum besucht, sind mit der Untergrundbahn gefahren und konnten die riesige Baustelle der neuen Schleuse von oben sehen. Und wir haben wieder in “ Joe’s Juice Café“ seine besonderen Smoothies genossen. Köstlich!

War heute ein besonderer Tag? Die prächtige Königliche Militär-Musikkapelle und die Garde sind durch Stockholm marschiert, mit 4 stolzen Pferden.

Um ein wenig Gefühl für eine Großstadt zu bekommen, lässt man sich am besten durch die Strassen treiben und nimmt auf, was einem so begegnet. Eigentlich sollte man auch die Vorstädte besuchen, denn dort leben die Menschen jetzt. Das historische Zentrum von Stockholm ist die Gamla Stan: Die Altstadt auf der Insel. Sie entging mit knapper Not dem Wunsch, die Stadt zu modernisieren und ist jetzt ein Weltkulturerbe. Das Zentrum für die Bürger scheinen die Strassen im Bahnhofsbereich zu sein. Hochhäuser, Shopping-Center, jede Menge nicht gerade billige Restaurants und Cafés. Quirlige Menschentrauben, Besuchergruppen mit ihren Guides mit Rosen oder Schirmen, die Restaurants bieten kaum mehr Platz. Hier treffen sich die Schönen am Abend, edel gekleidet, Highheels, Lackschuhe+ Anzug bei den Herren. Stockholm ist eine wohlhabende Stadt. Aber auch hier werden Flaschen und Dosen aus den Papierkörben, Wertstoff- und Restmüllbehältern gesammelt. Schön ist, daß man sich an den gepflegten Imbiß-Pavillions und in Lokalen Trinkwasser aus Krügen in ein Glas zapfen kann.

 

 

 

 

 

 

 

Ein Sommertag in der Hauptstadt

Das Vasa-Museum.

Ein sonderbares Museum, das sich nur mit einem einzigen Schiffsunglück beschäftigt. Kaum aus dem Hafen sank dieses Prachtschiff. Es sollte Stolz und Macht des damaligen Schweden versinnbildlichen. Kein Erfolgsmodell. Das wurde es erst 500 Jahre später. Man hat das Schiff in Stockholms Gewässsern geortet, gehoben und konserviert. Ein Unternehmen, das so noch nie durchgeführt wurde. Jetzt hat die Vasa ein eigenes Museum und informiert über das damalige Leben auf Kriegsschiffen und natürlich über bildende Kunst am Schiffbau und über Stolz und Unsinn. Es saugt jährlich über 1,5 Millionen Besucher an. Ein posthumes Erfolgsmodell. Ein wunderbares Museum.

Der kleine Friedhof.

Einer der Friedhöfe. Er zieht sich einen schmalen Hügel am Ufer hoch und endet oben mit einem kleinen Schlösschen. Kapitäne, Kommandanten, Oberbefehlshaber werden auf den alten Grabsteinen genannt. Auch niederes Volk findet hier seine letzte Ruhe. Friedhöfe strahlen in einer quirligen Umgebung Ruhe aus. Ein altes Paar genießt diese Stille auf einem Bänkchen. Nicht unbedingt ein Ort für junge Leute.

Auch ein Friedhof gehört zur Stadt (Copy)

Joe’s Juice-Cafe´.

Mitten im modernen Stockholm. Es gibt alles was sich aus Früchten pressen lässt. Ich weiß den Namen nicht mehr, was ich bestellt habe. Etwas mit Tonic, Ingwer, Paprika und Pfeffer. Bestellung aufgeben, Namen sagen, die Fruchtkünstler pressen und mischen, Name wird aufgerufen und -genießen- Ein toller Laden, auch für Senioren

Das Fruchtsaftcafe` (Copy)

Spiegelbild der Seefahrer (Copy)

Schmecken wunderbar (Copy)

Der Antiquitäten-Laden in der Gamla Stan, der Altstadt

Da ist ein Buch „2000 Jahre Augsburg“ ausgestellt! Das bringt uns mit dem jungen Verkäufer ins Gespräch und er führt uns durch sein Geschäft. Alles vollgestopft. Kisten und Plastiktüten auch im Keller. Kaum zum Durchkommen. Im 2. Untergeschoß sieht’s genauso aus. Er möchte nächstes Jahr dort unten ein kleines Scenelokal eröffnen. Meinen mehr spaßig gemeinten Hinweis nach dem zweiten Fluchtweg entkräftet er durch den Aufstieg. Wir kommen an einer ganz anderen Stelle wieder ans Tageslicht und müssen zum Geschäft zurücklaufen.

Pause (Copy)

Der Arbeitsplatz (Copy)

Auf in die Metropole

Reiseweg(1) (Copy)

Gerhard:

Heute verlassen wir die Welt der Schären. Nein, stimmt nicht. Stockholm liegt ja mitten IN den Schären und belegt einige der 24000 Inseln und Inselchen. Nur begleitet uns nicht mehr Wald, sondern Großstadthäuser ziehen vorbei. Es regnet zum ersten Mal seit Beginn unserer Segel-Reise so richtig. Erstmals trage ich meine Gummistiefel und volles Ölzeug. Aber irgendwann gewinnen die Wolkenlöcher und es wird zwischendurch heller. Wieder steuern wir kurvenreich an Inseln, Inselchen, Felsen und unsichtbaren Untiefen vorbei. (Gerdi hat im vorhergehenden Artikel mehr Fotos eingefügt)

Die Route auf dem kleinen Smartphone weist uns den Weg. Irgendwann folgen wir nur noch gewissenhaft dieser schwarzen Linie und wissen gar nicht mehr wo wir wirklich exakt gerade sind. Ich muss die 1:50000er und die 1:25000er Papier-Seekarten mit dem Bild auf dem Smartphone abgleichen. Von da an weiß ich wieder, um welche Insel wir gerade kurven.

Immer dichter wird der Schiffsverkehr. Schöne weiße Fahrgastschiffe fahren vorbei. Kein Wald mehr,sondern Hochhäuser, Großbaustellen, Straßenverkehr, typisch für eine  Großstadt. Hinter uns schließt ein mächtiges, weißes Kreuzfahrtschiff auf. Groß und Klein kommen auf dem engen Fjord ganz gelassen klar. Wir biegen in den Navishamnen ein und gehen an eine der freien Bojen. Während draußen die vielen Schiffe unangenehmen Schwell erzeugen, liegen wir hier hinter dem schützenden Ponton ruhig.

In einem kleinen, netten Supermärktchen ergänzen wir unsere Vorräte und spazieren anschließend noch durch die Gegend. Es scheint, wir sind im Bereich der Traditionsschiffe, der Vergnügungsparks und der Museen angelandet. Die nächsten Tage werden wir die Hauptstadt Schwedens näher kennen lernen.

Wilder Naturwald Kvarnudden, 2.8.19

Kapellskär, Naturpfad Wald (11) (Copy)

Gerdi schreibt:

Im kleinen Naturhafen Kapellskär laufen wir über unsren Holzbrettersteg im Hafen zum Waldrand. Eine Tafel weist auf einen Pfad durch den der Natur überlassenen Wald hin, in dem die Kühe weiden. Wir biegen in die düstere grüne Wildnis ein und lassen  alle Zivilisation hinter uns. Nur noch wir und der Wald, die im Sturm umgestürzten Bäume, die senkrecht hochragenden ausgerissenen flachen Wurzelballen, die kirchen-hohen Stämme der majestätischen Laubbäume, himmelhoch. Die Kiefern hielten mit ihren tiefen Pfahlwurzeln dem Sturm stand.

Der Pfad ist schmal, ein Trampelpfad der Naturliebhaber, keine Bank, keine Info-Tafeln, nur das kleine Tierle auf Schildchen zu einem blauen Punkt auf den Baumstämmen weist uns weiter. Ich bin begeistert. So war das ganz früher mal: Ein Wald fürs Vieh, das hier Sträucher und Unterholz beweidet, ans Ried zum Saufen kommt und sich kreuz und quer durch den Wald bewegt. Ein Paradies. Wir klettern über umgefallene Stämme, unter tief hängenden Ästen wie Bögen durch, essen reife Himbeeren (die stacheligen Pflanzen rühren die zarten Kuhmäuler nicht an;-), Ameisen rasen herum, ganz winzige mm-flache Blättchen auf dem Waldboden, Flechten auf Brettern und morschen Ästen…

Über schlichte lange Bretterstege überqueren wir das Feuchtgebiet neben dem See mit hohem Riedgras und blühendem Schilf. Hagebuttensträucher, Mädesüß, bunte Disteln, entrindete Bäume, Opfer der Parasiten und Käfer.

Bitte in der Galerie das 1. Bild jeweils anklicken (vergrößern) und dann auf den rechts sichtbaren kleinen Pfeil klicken und die Serie weiter fördern.

„KVARNUDDEN wurde von 1700 an als Viehweide genutzt -eine magere Wiese auf trockenem Land. Im 119. Jh. wurde es von Laubwald dominiert. Eine Laubweide ist eine baum- und strauchreiche Wiese, auf der neben Heu auch Laub als Winterfutter für das Vieh geerntet. Heute wird die Weidehaltung fortgesetzt, um die Landschaft offen zu halten.Bis zu 50 Pflanzenarten pro Quadratmeter beherbergen diese Weiden, gedüngt vom Kuhdung, als einzige „Pflege“. Es gibt so eine eigene Flora, die vom Beweiden profitiert.“

Ein Paradies, ein Garten Gottes. Wir kehren berührt von dieser Naturbegegnung auf dem Rundweg zurück zum Hafen. Dann setzt sanfter Regen ein.

Zwischen Kühen und kl. Booten,0,5m Wasser unterm Kiel (1) (Copy) Die Kühe am Meeresrand… Erinnerungen an meinen Ostschwedentörn 1976… Da grasten sie auf Öland auch „neben“ der Segelyacht.

Eine Fahrt wie auf dem Fluss

Reiseweg(1)Man könnte die Strecke von Öregrund nach Stockholm auch „außen rum“, also zum großen Teil außerhalb der Schären fahren, das ginge sicher schneller. Wir haben aber Zeit. Quer durchs Land zu fahren bietet mehr Ausblicke und mir fehlen für das südliche Schärengebiet noch zwei Seekarten. Die soll es in Norrtälje geben.

Grisslehamn ist ein quirliger Hafen, besonders jetzt kurz vor der Ferienzeit. Der Ort hat zwei Häfen, einen auf der Schärenseite, wo EOS liegt, und einen auf der Seeseite, von dort hat Joachim die Fähre zu den Ålandinseln genommen zur Kajakfahrt.

Wir legen ab und fahren ein kurzes Stück mit Motor, dann biegen wir in den Vardö-viken ein und setzen Segel. Langsam lassen wir uns vor dem Wind durch den schmalen Sund treiben. Wie immer begleiten uns glatt geschliffene Schären und kleine schnuckelige, aber auch mächtige, ja protzige „Ferien“-Häuser. Auf dem Wasser begegnen wir langsamen Segelbooten und rasenden Motorbooten. Sie bringen uns zum Schaukeln. Es ist ganz normal hier, mit unverminderter Geschwindigkeit vorbeizufahren. Das Boot ist in diesem Revier mit den vielen Wasserwegen normales Transportmittel. Der Wind will uns necken, immer bläst er aus der Richtung, in die wir fahren. Schließlich bergen wir die Segel. Die erste Brücke stellt mit 17 Meter Höhe kein Hindernis dar. Zur zweiten Brücke in Älmsta kommen wir gerade zur vollen Stunde als sie geöffnet wird. Die dritte und letzte Brücke zeigt auch grünes Licht und ist zur Seite geschwenkt. Jetzt noch ein paar Minuten und wir biegen in den Granösundet, unsere Ankerbucht ein. Der erste Ankerversuch scheitert, irgendwie ist ein Hindernis unter Wasser im Weg. In einer anderen Ecke der Bucht klappt das Ankern. Wenn der Anker mit 1500 Upm rückwärts nicht ausbricht, hält er auch heftigem Wind stand.

Der Wetterbericht sagt 5-6 Bft voraus. Ich fahre den Anker nochmals mit 2000 Upm ein, sicherheitshalber. Gerdi brät feine Halsgrats, dazu gibt’s fränkischen Kartoffelsalat und ein Restbier aus Estland. Wie vorausgesagt frischt der Wind nachts auf, EOS aber schwoit sicher am Anker. Granösudet, die Blätter der Bäume am nahen Ufer rauschen angenehm. Wir haben ein gutes, sicheres Gefühl.

Am anderen Morgen, 30.7., starten wir mit kurzer Motorfahrt und wechseln dann zum gerefften Vorsegel. Der Wind kommt böig und seitlich. Dann die Abzweigung in den engen Vätö-Sundet. Wir verkleinern die Fock, brausen aber dennoch mit 5 Knoten dahin. Auf beiden Seiten Ferienleben, viele Häuschen, Anlegestege mit Motorschiffen. Jeder hat hier wohl seinen Wasserflitzer. Kein Wunder bei den vielen Wasserwegen. Draußen auf See wärs jetzt ungemütlich, hier aber haben wir den Wind, aber keine Wellen. Also lockeres Dahincruisen. Noch eine letzte Biegung, ein letzter Stein in Wassermitte drängt uns Segler ans Ufer, dann sind wir im breiten Fjord. An dessen Ende liegt unser Ziel Norrtälje. Der Wind frischt noch mehr auf. Der Hafen ist dem Wind voll ausgesetzt. Seegang. In den schmalen Hafen ohne Kenntnisse einzufahren ist zu riskant. Wenn etwas nicht klappt, haben wir keine Möglichkeit zu wenden. Wie am Bodensee zwischen zwei Pfählen an die Hafenmauer fahren wollen wir auch nicht. Wenn da etwas schief geht, stecken wir auch dort in der Klemme. Wie entschließen uns zurück zu fahren und uns an eine der Bojen vor dem Hafen zu legen. Da liegen wir dann in der tanzenden EOS und der Wind brummt in den Wanten.

Am anderen Morgen legt der Wind eine Pause ein und wir verlegen um 7 früh in den Gästehafen von Norrtälje bevor der Wind wieder zulegt. Auch in dieser Stadt hat sich „Lidl“ ausgebreitet. Wir können da nicht widerstehen und nutzen das deutsche Angebot. Nürnberger Rostbratwürstle, Emmentaler Käse, durchgebackenes Brot, gemischtes Schwein+Rind-Hackfleisch und haltbare H-Milch, die hat Gerdi in Schweden noch nie entdeckt, trotz Hausfrauenbefragung, unbekannt! Schwer bepackt treten wir den Rückweg an und wandern am Nachmittag in die entgegengesetzte Richtung zu einem Marine-Laden. Eine Seekarte, Reinigungszusatz für Toilettentank und Pillen für den Trinkwassertank.

Irgendwie ähneln sich die Städte um den Bottnischen Meerbusen.  Sie entstanden im 18. Jahrhundert und wurden im vorletzten Jahrhundert von den Russen oft niedergebrannt. Die Häuser der Stadtkerne sind aus Holz, die Strassen gepflastert. Alles macht einen heimeligen Eindruck. Außenrum breiten sich wie überall Wohnblöcke und Einkaufszentren aus. In Norrtälje plant man einen riesigen neuen Wohn-Park mit Appartementhäusern, Freibad, Liegewiesen, Hochhäusern und architektonisch gewagten Anlagen am Fluss.

Die warme Temperatur der letzten Woche ist ins Gegenteil umgeschlagen. Statt 30 Grad nur noch 14 Grad. Nur noch die ganz abgebrühten Schweden tragen kurze Hosen. Statt dessen sieht man die ersten Daunenanoraks. Shorts und Kurzarm-Hemden hängen zu Sonderpreisen vor den Läden.

 

Bootsbauer am Werk

Früher war der Gavlean an seiner Mündung ein lebhafter Handelshafen mit Lagerhäusern auf der einen Seite und Fabriken auf der anderen. Schiffe kamen und fuhren wieder. Aber Kleintransporte und manche Industrien lohnten nicht mehr. Jetzt ist die Mündung des Flusses schön sauber in Beton gefasst, Sportboote haben hier ihren ruhigen, zentralen Platz und auf der Nordseite wuchsen moderne Häuser. Die Südseite ist von Industrieruinen befreit und liegt brach. Wie lange noch? Halt, ganz am Ende des Flusses, dort wo er in das weite Hafenbecken mündet, hat sich ein besonderes Plätzchen erhalten. Kleine Schiffe, vor langer Zeit erbaut, haben hier ihren Liegeplatz gefunden und mit ihnen Menschen, die wenig mit uns modernen Skippern gemeinsam haben. Sie versuchen, ihr Schiff zu erhalten. Ob ihnen das gelingt, bezweifle ich manchmal. Einiges macht einen Eindruck als wären Profis am Werk. Anderes wiederum lässt Fachwissen vermissen. Es scheint auch nicht nur Arbeitsstätte zu sein, sondern auch Haus oder Wohnung. Die liebevolle Gestaltung an Deck und in der Umgebung lässt das vermuten. Wichtige Ausrüstungsteile, durch Wetter und Salzwasser gealtert warten auf Verwendung, nicht auf Abtransport.

Wie lange wird sich dieser aus der Zeit gefallene Ort halten? Sicher haben Immobilienfirmen ein Auge auf dieses Gelände mit der wunderbaren Aussicht geworfen. Vielleicht bleiben die Stadtväter und Stadtmütter noch lange standhaft. Ich wünsche es den Flussbewohnern.

Nebelfahrt

Die ruhige Wetterlage mit schwachen Winden hält an. Wenn wir erwachen, liegt seit 2 Tagen dichter Nebel um uns. Auch heute. Dann hebt sich die Nebeldecke, wir fahren noch zur Tankstelle und dann den  Mellanfjerden entlang aufs offene Meer zu. Unser Motor treibt uns durch die spiegelglatte See.  Das Inselchen Storhällen liegt auf unserer linken Seite. Rechts sichert eine Boje vor dem flachen Hammergrund und weiter südöstlich eine andere vor dem Flach der Britas klack. Dann wenden wir den Kurs in Richtung Süd. Von Osten her zieht eine weiße Wolkenwand.

Die Nebelwand nähert sich (4) (Copy)

Ein kalter Hauch umstreicht uns und lässt mich zur Jacke greifen. Das Festland im Westen, 10 Seemeilen entfernt, fehlt plötzlich. Ebenso die große Doppelinsel Jätt-Holmarna im Norden. Die Sonne zeigt sich als milchiger Ball am Himmel. Winzige Nebeltröpfchen huschen glänzend übers Schiff.

Bei Nebel nach Hölick (3) (Copy)

Im GPS habe ich die Durchfahrt zwischen Festland und der Insel  Balsön als Route eingetragen. Die ist aber schmal und kurvig. Was würde geschehen, wenn die GPS-Hilfe ausfällt? Ich ändere den Kurs um die Insel Balsön und den vorgelagerten Untiefen auf der östlichen Seite herum. Um auch bei Ausfall der Elektronik den genauen Standort zu kennen übertrage ich den Standort auf der elektronischen Karte auf die Papierkarte und das jede Stunde. Auch sehen wir nicht mehr nur gelegentlich nach vorne, sondern richten den Blick ständig in Schiffsrichtung. Die Insel Balsön liegt nur eine halbe Meile neben uns, aber wir sehen sie nicht. Einige Minuten später liegt die Insel hinter uns und wir können den Kurs auf Süd-Südwest ändern, immer noch eingehüllt in eine weiße Umgebung. Über uns wird der Himmel jetzt blau. Es erinnert mich an Skitour- Aufstiege, bevor wir die Nebeldecke durchbrechen und dann auf einmal die klare Bergwelt sehen. So entdeckt Gerdi auf einmal den weißen Leuchtturm auf der Klippe im Sonnenschein. Und neben uns fährt ein Segler auf gleichem Kurs. Die weiße Wolke löst sich auf, die Jacke wird überflüssig und die Küste liegt rechts vor uns.

Jetzt orientieren wir uns wieder an Küste und Inseln und umrunden die Südspitze der Halbinsel Hornslandet. Noch ein paar Seemeilen und wir machen EOS im Hafen von Hölik fest