Ålandinseln…bis Uusikaupunki

7 Sunden Segeln mit Rundumsicht auf Wälder und flache Schären…bis Uusikaupunki.☺ Hafen.

Ein toller Name, heißt “ Neustadt“ Nystad. Unglaublich fremd die finnische Sprache…

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_20190619_215239 Beten und Singen in den beiden Kirchen. Am Abend genießen wir allerfeinsten Lachs, kaltgeraucht, geräuchert, und Matjessillfillet und Gurke. Mmmmmh. Morgen nach Rauma.

Traumreise zwischen Felsen und Wald. Ankern in Buchten

Gerdi, 16. und 17.Juni

Wir segelten am 16.6.  fünf Stunden durch die zahllosen grün bewaldeten Schären. Bis Lillandet. Am Abend kochte ich in der Ankerbucht im Wok Hühnchen-Curry mit Gemüse und Basmatireis, was wir stilvoll mit Stäbchen verspeisten. (Gh ruderte erstmals das Schlauchboot ans Ufer und erstieg den Felsen.)

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Am Montag, 17.Juni, segelten wir acht  Stunden im Sonnenschein, wir sind so dankbar für das sommerliche Wetter. Ich putze nach 3 Stunden am Ruder das Innenschiff gründlich mit Neutralseife, Zahnbürste, Wildleder…, die Noppen am Lederpolster sind gemein verstaubt… Alle Fenster erstrahlen… Zur Belohnung der konzentrierten Pricken-Reise  fanden wir erneut einen schönen Ankerplatz, östlich der Insel Langstet. Unbeschreiblich diese Stille…. Nur Seeschwalben und ein Taubenpaar hört man….. Es gab meinen orientalisch gewürzten Linsen-Eintopf, vegetarisch… Beim Baden ist’s mit 16° noch recht kalt…

In 4 Tagen ist Juhannu, Sonnwendfest.DSC_1268

 

Nebel, Sonne, Ankerglück

Gerdi, am Samstag, 15. Juni 2019, im Nebel….

Als ich um 7 aufwache und zum Bugfenster rausschaue… seh ich gar nichts. Alles ist grau. Nebel, so dicht, dass ich nicht mal die Hafeneinfahrt erkennen kann. Keiner läuft aus. Gerhard fährt mit einem Leihrad in die Stadt und will den doch nicht für den Optimus-Kocher geeigneten Brennstoff (10 Liter) im Malerladen zurückgeben. Der hat zu… Ein Lidl lockt mit frischen Croissants, Brezen, Ciabatta… und es gibt sogar Nürnberger Rostbratwürstle.

Ich laufe zum Duschen, eine Deutsche von der 12m-Yacht Lucy berichtet, dass sie den ganzen gestrigen Nebeltag von Helsinki hoch nur nach GPS und mit Radar ohne Sicht nach Hanku gefunden hatten. Nie so dichten Nebel erlebt, auch nicht am Weg hoch zu den Lofoten…

Sollen wir bleiben oder doch raus?

An der Tankstelle fragt Gh. erneut nach Petroleum, und, o Wunder, ja, das hat er immer da…! Für die Schiffsheizungen und Kocher… Schon sonderbar, dass das bislang keiner in Finnland wusste. Der große 10 l-Kanister mit der rosa Flüssigkeit wird noch mit uns an den Bodensee zurückreisen:-)

Mittags um 12 sehen wir ein Boot nach dem andern im Nebel durch die enge Einfahrt zwischen den Felsen kurven, in S-Kurven eng um die Pricken… Da lösen auch wir unsere Festmacher vom Steg und laufen aus, die Vindö Lilo vor uns. Vorsichtig um die Stäbe rum…Draußen kaum Sicht, fast beängstigend, wie mal hier mal da kleine Inseln oder runde Felsrücken aus dem Nichts auftauchen und wieder verschwinden. Wind NW 1… Keine Gefahr…Da links kommen uns 2 Segelyachten entgegen, rechts ein Motorboot. Kein Laut, der Nebel verschluckt alles…. Exakt nach der von Gh. programmierten blauen Linie auf dem kleinen Smartphone (fixiert auf dem biegbaren Dreifuß/Klammeraffe eines Kameraständers) steuere ich die EOS mit Motor an dieser Lebenslinie entlang. Beide Augenpaare blicken hoch konzentriert in das weiße Nichts… Pricke rechts, Pricke links lassen, da vorn müßte eine schwarzgelbe kommen, pass auf, siehst du schon eine rote?

Um 13.30 T querab, Fock und Groß gesetzt. …um 14 Uhr O querab, Der Nebel ist weg!!! Wie ein Wunder: zum ersten Mal blaues Meer wie in der Ägäis…!!!! Raus aus dem Ölzeug!

Klar präsentieren sich die pittoresken rosabraunen Schäreninseln im Meer…. ein Traum! Wechsel an der Pinne, Gh. löst mich ab. Voller Glück saugen wir diese herrliche Ansicht in uns auf- unter weißen Segeln zieht die EOS ihre Bahn, nun ist sie voll in ihrem Element. Ich kredenze Kaffee mit Buttercroissants. 16.20 Arngrünnan querab, Bft 1-2 W. Wunderschön…- sprachlos begeistert. Nach 25 sm steuern wir eine flachere Bucht zum Ankern an. Rundum dichter Wald aus Fichten vorn Kiefern und fast bis zum Schilfrand weißleuchtende Birken, ein Weißkopfadler kreist über uns und breitet seine riesigen schwarzen Schwingen aus, ein zweiter kommt, 2 Seeschwalben attackieren sie im Flug… Anker ab nach 5 ½ Std. Fahrt, Stille. Noch 2 sm dann hat die EOS 1000 Seemeilen gemeistert.

Die Sonne scheint warm, 22 °C…ich messe sofort die Meerestemperatur: 15 °C. Raus aus den Kleidern, rein ins Wasser an der Badeleiter. Herrlich! Erfrischend! Klar wie Quellwasser, kaum salzig, aber zum Schwimmen zu kalt. Wir lassen uns in der Sonne trocknen…Gh heizt den Grill am Heck an für die Bratwürstle, ich bereite Gurkensalat mit viel frischem Dill und Griechischen Salat mit roten Zwiebeln, Paprika,Tomaten und Gurke zu. Blumen am Tisch, richtig festlich. Wir beten und danken, dass Luci wieder von der Klinik heim durfte (Norovirus).

Im Cockpit flöte ich noch eine halbe Stunde Volkslieder aus dem bayerischen Liederbuch… Abendstille. Ein riesiger Vollmond steht gegenüber der Sonne, die um 22.30 in die Baumspitzen taucht. Es ist auch jetzt um 23 Uhr richtig hell… Das Vollmondbild ist um 00.20 fotografiert!

Und hier kommt die Foto-Galerie von Gerhard!

Zum Schluß die Bucht im Sonnenschein, ganze Nacht.

Mystischer Novembernebel

Gerdi am Morgen um 6:

DSC_1241DSC_1240.JPG Nur 13’C, Nebel, feucht, keine Sicht. In Deutschland 32’C…. Es ist fast wie an Allerseelen… Heizung läuft in den Duschen und Lokalen, und teils auch auf der Eos.

Am Nachmittag wandern wir fast 3 Stunden über die Felsen am Ufer. Wunderbare Blütenpracht! Königsblaue Lupinen, weißleuchtende Margeriten, blauviolette Hornveilchen, lila Schnittlauch, Maiglöckle, pinkrote Heckenrosen, gelbes Johanniskraut… Und alles in dem 3 Monate kurzen Sommer.

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Schon 24 Stunden Sturm… In Hanko im SO von Turku

Gerdi am sm.phone: Die Wetterstation hier bestätigte unsere Eindrücke während der letzten 18 Std. Sturmlärm, Pfeifen, Heulen u.nie erlebten Vibrationen über Mast u. Schiffsrumpf, die einen in der Koje scharf rüttelten zum Brummen und Poltern und teils Regengeprasssel und mich mit Herzklopfen im schwankenden gestoßenen Schiff kaum schlafen ließen: 8-9 bft, in Spitzen Windstärke 10 vor Hanko… Nachts kam noch eine SY 32 rein und legte neben uns an… Wenig Appetit beim Frühstück, das Gh liebevoll um 9 mit dampfendem Filterkaffee und Lachs auftischte…😍DSC_1233 Hanku mitte-links unten

Gh bekam um 1 eine Waschmaschine reserviert und pilgert nun zu einem Laden, wo er evtl.Petroleom für den Optimuskocher bekommt… Ich leg mich nochmal aufs müde Ohr… inzwischen noch immer geschätzte 6-7 bft um 14.30 Uhr…

PS:  Er fand es als “ Malerbensin“!!! im Malergeschäft…

8 Stunden durch Wald und grünes Inselreich, am Ende 7-8 bft…

Schöner Morgen, 6 bft Wind gemeldet. Wir können meist mit dem gerefften Vorsegel segeln. Ich bin von 8 bis 14 Uhr am Ruder… grüne endlose Wälder säumen die Fahrspur, große rosa Felsen engen die Sicht ein, Vogelinseln, am Rücken mit erikafarbenem Heidekraut wie bekleidet… Viele schlichte rote Sommerhäuschen mit verzierten Sprossenfenstern, oft laden schneeweiße Stühle zum Verweilen ein, Holztreppen führen über die runden Felsbuckel zum Meer …mit Boje und Badeleiter… Kleine Boote an Land hochgezogen… Feine Lebensart der naturliebenden Finnen. Sportlich umrunden wir zahllose Inseln, mit gereffter Fock. Dann böiger … Unsere Eos saust in heftigem Starkwind durch die Inseln, Gottseidank nie von vorn😉, nach 5 Std. stark zunehmend auf 7 bft, Pfeifen, langgestreckte Gischtfahnen auf den Wellen… Trotz stark gereffter Fock für mich kaum mehr steuerbar an der Pinne, mächtiges Schaukeln im Seegang… Dann Hafen Hanko…kaum rein zu kommen…im Hafen genauso bei 7 bft… Kein Mensch kommt und hilft die Leinen anzunehmen…echt wild das Anlegen im Sturm am Fingersteg u. dann raus mit der Leine, Vollgas gegen den Wind in der Liegeplatzbucht… puuuh. Eos‘ 6 Fender werden an den Holzsteg gepresst und bekommen Taillen… Aber es ist alles gut gegangen. Wir sind beide erfahren als Hochseesegler. Der Skipper wird unsre gute Teamleistung später mit Seekarte beschreiben. 35 Seemeilen in knapp 9 Stunden… Kalt, laut, aggressives Pfeifen und Heulen. Noch ein paar Marktstände … Gerauchter Lachs, Sill im Glas, frisches Roggenbrot, karelische Teigschiffle mit saurer Sahne, Tomaten. Kleine Gurken und frischer Dill, Eier… Ein Syrer lässt uns köstliche Falafel kosten… An Bord koche ich mit viel Zwiebeln, Knobi, Möhren eine feine Hausmacher-Tomatensauce zu Nudelhörnchen, dazu knackiger grüner Salat und grünen Tee. Höllenlärm vom Wind..🤔😕DSC_1226.JPG

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Angekommen in den Schären

Reiseweg(1)

Es war nicht einfach, uns statt im offenen Meer zwischen vielen Inseln, Inselchen und Felsen zurechtzufinden. Lauter Sticks stehen im Wasser, schwarz-gelbe, gelb-schwarze,  schwarz-gelb-schwarze und gelb-schwarz-gelbe. Und natürlich rote und grüne und rot-weiße. Ein Verwechseln wird u.U. nicht verziehen. Aber jetzt, den dritten Tag  Slalomfahren, fühlen wir uns sicherer. Wir sind in den Schären geistig angekommen.

Brauner Fels, Wald und überall die schmucken rot-weißen Holzhäuschen begleiten uns am Ufer. Manuel hat uns einen Ankerplatz empfohlen, den steuern wir an. Unser neuer Anker fällt zum ersten mal hinter dem Inselchen Tallholm und er greift! Motor aus, Ankerball ins Vorstag, Logbucheintrag und Ruhe. Ein Ankerbier. Ringsum Wald, Fels und die Häuschen. Der Wind bläst mächtig. Ab und zu flitzt ein Motorboot vorbei und bringt wohl jemand zu den vielen Hütten auf den Inseln. Der Wind wird später zum lauen Lüftchen, sehr angenehm. Abends deftige Gemüsesuppe, lesen, die Reise für morgen vorbereiten. Die finnischen Seekarten bieten einen vorgeschlagenen Längsweg durch die Schären in grüner Farbe an. Er sichert eine Wassertiefe von 2,5m zu. Ich übertrage die Wendepunkte auf das GPS, es sind über 100! So wird die elektronische Seekarte zum guten Führer, sie lässt sich ja zoomen. Die Papier-Seekarten sind hervorragend. Jede Pricke ist vermerkt. Was war das früher ohne GPs für eine Arbeit um den Standort nicht zu verlieren! Jede Pricke mit Bleistift abhaken! Jetzt zeigt eine gelbe Linie im GPS den Fahrtverlauf. Aber wehe, die Elektronik fällt aus. Darum vermerke ich immer wieder den Standort auf der Papierseekarte.

Dienstag, 11. Juni

Sonne um 6. Kurzes Bad im 17′ kalten Meer. Der Wind kommt uns heute entgegen und so sind die 31 Seemeilen  von Motorgebrumm begleitet. Am ersten Ankerplatz will sich der Anker erst an einem Stein einkrallen, aber das ist nicht sicher. Ein paar Seemeilen weiter und er hält in einer kleinen Bucht. Um uns wieder die schöne Waldgegend, ab und zu kommt ein Segler vorbei, man grüßt sich. Am flachen Ufer Schilf, was machen wohl die Schnaken mit uns? Noch fehlen sie… Gerdi kocht Dhal, indisch gewürzt.