…ist eigenartig. Jeder hat sie, sie steht immer zur Verfügung, ist so sicher wie Leben und Tod.
„Ich habe keine Zeit“ gibt es nicht. „Mir ist das jetzt nicht so wichtig“ ist besser, hört sich aber nicht so gut an und kann auch beleidigen. Wenn jemand „keine Zeit“ hat, dann erscheint er wichtig weil vielbeschäftigt und gefragt.
In die Zeit wird gepackt, was angenehm zu tun ist oder was das Gesetz erfordert oder wo ein anderer Zwang Ursache ist. Ein Schüler setzt sich unter Druck, er will das Schulziel erreichen. Ein Werktätiger ebenso, sein Auftrag soll ja gelingen.
Und ein Rentner? Rentner haben, was ich nicht verstehe oft keine Zeit. Sie drücken damit aus, dass man sie noch braucht. Das ist aber nicht der Fall, höchstens als Opa oder Oma oder sonst für soziale Hilfsdienste. Rentner haben ihre Zeit während ihres Arbeitslebens für die Gemeinschaft genutzt. Die Zeit danach ist ein Geschenk Gottes, das nicht jedem vergönnt ist. Jeder nutzt sie wie er will und soll sich viel weniger unter Druck setzen lassen wie früher. Junge Leute sind meist zeitnaher ausgebildet und haben Arbeit notwendiger als Ältere und übernehmen sie gerne.
Ob eine Arbeit erledigt oder ob ein Urlaub genossen wird, immer steht das Ende bevor und mindert den Genuss oder steigert den Druck. Und jetzt spreche ich für mich, der lange Zeit reist. Wir können große Strecken mit dem Schiff zurücklegen – wenn wir wollen! Wenn wir nicht wollen, können wir an einem schönen Ort ausharren, lesen, wandern, einen Ort durchstreifen, ein Auto mieten. Letztens waren wir in einer Bucht schon startklar, da haben wir uns entschlossen, zu bleiben. Oder in Patras: Die Hitze am Meer war so drückend, also ändern wir unsere Pläne und fahren eine Woche in die kühlen schönen Berge.
Wer nicht im Arbeitsleben steht, der ist viel Zeitflexibler und soll diese Möglichkeit auch nutzen. Auch das ist ein Geschenk, das nicht allen vergönnt ist und früher oder später endet. Es lohnt sich nachzudenken, was man in das Geschenk „Zeit“ hineinpackt.
Gerdi schreibt rückblickend, 4. Sept. Südostbay Kastos -Bucht bis 9.Sept. Dorfhafen Palairos/Zaverda Bay
Wenn der Skipper die Route gewählt hat, speist er die Daten in sein Smartphone vom GPS und wir können den Track auf dem kleinen Bildschirm kontrollieren. Wir aber haben auch noch historische papierne große Seekarten dabei, also Landkarten bzw. See-Karten von der Größe 120cmx70cm, gefaltet, so liegt sie dann am Kartentisch im Salon unten, vor Seewasser geschützt. Darauf sind noch unsere alten Bleistifteinträge zu lesen, als wir mit unsrer 8m-Stahlyacht Marion 1983-1990 Törns gesegelt sind und 2009-2011 zu zweit, Rhône bis Marmarameer und 2014 via Donau ins Schwarze Meer und via Istanbul bis Bodrum-Kos…
Die aktuelle ist gerade eine aus dem Jahr 1867. Am 10.Januar in London publiziert „under the superintendence of Captain G.H. Richards, hydrographer… New editions June 1872…1948….und noch 18 x bis 1987, da kaufte Gerhard unsere KARTE. Die Orte, die wir anlaufen, sind oft nur als 1-2 Häuslein verzeichnet, inzwischen aber britische Marinas für Neillson-Charteryachten oder stark expandierte kleine Städte mit Häfen, Ferienhäusern, Supermarkt und Tankstelle:-)!! Auch die Namen der Inseln und Orte sind zu heute unterschiedlich: Zante ist Zakynthos,unsere Bucht hier heißt auf der alten Karte Zaverda, der Ort aber heute Palairos.
Landleinen
In so tiefen Buchten, die in der Mitte wie ein Kar im Gebirge aussehen und 30-40 m tief sind, kann man nur bleiben, wenn man auf 12m ankert und sofort 2 Landleinen ans Ufer ausbringt und an den Felsen festmacht. Gerhard hat das mit dem Beiboot in der Türkei oft gemacht, nun also auch mal hier. Die Landleinen auf der Rolle sind 100 m m lang, er muß flott paddeln, ich halte die EOS am Platz, der Anker ist da schon bei 12m am Grund. In heißer Nacht bläst dann leider nicht der Nachtwind durchs Vorluk, denn die EOS kann sich nicht im Wind ausrichten. Sehr heiß war’s… Gh. schlief an Deck.Am Morgen bestieg er den Hügel und machte fantastische Fotos, siehe am Ende d.Artikels bei „klick“
Anker auf!
So blau, so herrliche FischleSieht nur so aus wie Schnee! In der Schweiz hat es aber schon Neuschnee!
Nudelsalat pikant aus eigner Kombüse
Mit Nudelsalat und gegrillten Souflaki hatten wir wieder gute Bordküche :-)Die grüne Ankerbucht Südostbay auf Kastos war wunderschön, fast reine Natur, keine Taverne, nur Ziegen! Nachts ankerten zwar dann doch 6 Boote, alle mit Landleinen wie wir auch. Aber als der Franzose nach 2 Stunden ratterndem Aggregat endlich sein Gedröhn abstellte, folgte ein sanfter Abend!
Nachts bei Wein u.Pistazien…
Sternenzauber
Wir saßen schweigend im Cockpit, über uns begann der allnächtliche Zauber der unbeschreiblichen Sternenzahl hoch über uns wie an einem tiefschwarzen Samtgewölbe. Nur sitzen und schauen, nur staunen und beten, und danken für das, was Gott uns schenkt! Die Milchstraße wie verschüttete Milch, eine lange breite Bahn im Dunkel – inmitten der funkelnden und flimmernden Sterne, viel mehr als man in Eriskirch sehen kann. Nur auf der Arflina in den lampenlosen Höhen der Fideriser Heuberge gibt es im Winter über den Schneebergen diese unermeßliche Fülle von Sternen. Joachim beherrscht die Kunst, dieses Sternenmeer zu fotografieren, ich nicht…
Ich liebe das Sternbild des Skorpion, den gelb leuchtenden Antares im Dreigestirn, den geschwungenen Bogen des Stachels rechts davon. Staunen. Erkennen..Die Cassiopeia, der große Wagen, im Finstern der Nacht seh ich auch das Reiterle auf der Deichsel, das Vati uns Kindern immer suchen ließ bei den nächtlichen sommerlichen Spaziergängen zwischen Leutershausen und Sachsen… Nicht satt sehen kann ich mich an dem Gefunkel. „Der Wald steht schwarz und schweiget“ – so spiele ich leise auf der Mundharmonika in die Nacht. Neben uns lag eine schöne alte engl. SY, Bj. 1950, immer wieder bewundernswert, wie diese Schönheiten gepflegt werden! Right Royal der stolze Name.Ganz ohne moderne Technik.
Die schöne Right Royal, Bj.1950, Bucht Ruda
Am Morgen segeln wir geruhsam zum Festland, die Küste von Kastos hoch.Raumer Wind, eine riesige rotweiße MINOAN-superfast-Fähre weckt Erinnerungen an unsere mehrfachen Fährereisen mit unsren 3 Kindern, zum Landurlaub auf der Mani/Peloponnes, Chrani, Dimitrios,…Venedig-Patras.
Erste Regenwolken nach 100 Tagen
Tags drauf segeln wir nach Mytika, gegenüber von Episkopi.. Kurs Nord: Immer ein Zeichen für das nahende Ende des Segeltörns…Nach 100 Tagen die ersten Wolken. Noch 33° im Boot, aber draußen keine Sonne. Wir kaufen ein, eindeutig ist schon Saisonende. Da freut sich der Wirt vom Glaros, daß wir 2 seine einzigen Gäste sind in seiner Taverne direkt am Meer.
Der Fisch ist vorzüglich, Ghs Fleisch-Casserole auch. Der Ort ist fast ausgestorben, nun sitzen vor den Häusern die schwarz gekleideten Witwen und die Rentner auf den Stühlen… Junge Leute gibt es wenig, man erkennt sie am Smartphone.
Wir hören im Wetterbericht von Regen 2 Tage lang. So brechen wir am 9. September auf und segeln mit raumem Wind, aufbrisend, an der Festlandküste nach Norden. Im kleinen Hafen von Palairos ankern wir und die EOS fährt trotz Seitenwind brav rückwärts zwischen die Yachten, die Gangway ist für mich zwar ein Zitterakt, aber der Landgang ist auch für die Beine wichtig Ein Gespräch mit dem Wirt einer Taverne (gutes Engl,7 J. Australien) bringt uns den Stolz der Griechen nahe: Das Olivenöl Griechenlands sei wie reines Gold, der Duft einer angeritzten Zitrone ist paradiesisch. Zurück durch leere Gassen zum Hafen, ab 21 Uhr soll’s regnen. Da werden wir uns mal mit dem Regenschirm aufmachen und Gyros unterm Tavernendach schmecken lassen hier drehn sich die Spieße, auch wenn wenige Gäste da sind.(Die Griechen fielen heuer zu 70% ganz weg! Ein Verlust für Ferienhausvermieter und Tavernen!!
Starkwind-Nacht und Stromausfall
Nachts um 2 schrecke ich auf durch grelle helle Blitze- husch, husch, die Luken dicht machen, die Lüfter zu, die Niedergangstüren eingesetzt…und dann geht es los: Wilde Böen, dumpfes Grollen, aufheulender Wind, in den Wanten der schon schräg geblasenen Boote heult und singt es in den höchsten Tönen. Tief der Dauerton des Starkwinds, 7? 8? Durchs Bugfenster sehe ich die Häuser taghell beleuchtet durch den dichten Regen, der auf Deck prasselt, das Land. Dann schwillt der Sturm an, ein Dröhnen, der Anker knarrt- aber er hält! Das Beiboot müssen wir kürzer anbinden, da es sich in den Ankerkette und Mooring des Nachbarschiffs verhakt hat. Gerhard zurrt die hölzerne Gangway 60 cm hoch über den Betonkai. Vor der nahen Hafenmauer schäumt und brodelt das aufgepeitschte Meer. Und dann ist es schlagartig stockfinster, Stromausfall in der ganzen Bucht. Nur die Solarleuchten an den Booten am schlingernden Charteryacht-Ponton sind kleine Lichtpunkte. Nur Autoscheinwerfer strahlen mal auf, sonst finster, und es lärmt gewaltig.Es stürmt, es pfeift, die Eos wird gegen das Nachbarboot gedrückt, die Fender quietschen, die Taue ächzen… Erst nach 3 Stunden geht die Lampe am Quai wieder an und das Dorf hat wieder Strom…Wir wachten, schliefen nur in kurzen Phasen… Auch das ist Segleralltag.
Der Motor hat keine Kraft mehr. Wenn ich einkupple, dann bleibt er stehen. Wir sind ziemlich nah unter Land gegenüber der Insel Kastos. Ausgerechnet jetzt weht kein, aber auch gar kein Lüftchen. Irgendwie zieht die felsige Küste das Schiff an. Nur noch 50 Meter bis dahin. Ich steige ins Schlauchboot und versuche die 5 Tonnen Schiff vom Land wegzuziehen. Kaum Erfolg. Das geht einige Stunden so. Es wird immer dunkler, dann ist es stockdunkel. Jetzt endlich fühle ich ein schwaches Lüftchen. Meine Pullerei hat ein Ende. Unter Segel schleichen wir auf den Hafen von Kastos zu. Gerdi steuert, aber der Motor lässt mir keine Ruhe. Ich öffne die Bodenbretter und versuche immer wieder zu starten. Plötzlich Wumm und eine Stichflamme. Gerdi springt auf, ruft Feuer! Sie holt die kleine Erika aus der Hundekoje, Joachim und Martin springen mit ihren Schwimmwesten in der Hand durchs Vorluk nach draußen. Ich gebe ein paar Schüsse mit dem Feuerlöscher ab und der Motor ist gelöscht und die Kajüte weiß wie von Schnee. Überall Löschpulver und es riecht nach Bratkartoffeln, Die Kartoffeln haben wir unter dem Tisch und über dem Motor gelagert. Alle treffen sich zitternd und mit großen Augen im Cockpit. Ein skurriles Bild. In den nächsten Tag treibt uns der Wind bis zum Kanal von Levkas. Dort schleppt uns eine freundliche Jacht durch den Kanal. Anderntags besieht sich ein Mechaniker den Motor. Nur der Verteiler hat sich verstellt. Eine Kleinigkeit. Da hätte ich auch draufkommen können. Nach 15 Minuten ist alles erledigt.
Heute, segeln wir an gleicher Stelle und uns geht dieses Ereignis vor 25 Jahren durch den Kopf.
Hier in Kastos hätte vor 25 Jahren unsere Segelreise mit den kleinen Kindern und der MARION beinahe ihr Ende gefunden
Die Bilder der Strecke, die uns hier vorbei geführt hat: Klick
Nach unserem imposanten Landausflug und 170 km mit dem Mietauto, einem alten Opel Astra, verließen wir unseren gemütlichen kleinen Fischerhafen, nachdem doch noch eine Art Port-Authority 5 € pro Nacht wollte, schon recht so.
Uralte Eukalyptusbäume geben den Tavernen auf Sami Schatten und SeeleDie Tavernen haben erst ab 21 Uhr GästeScampi in Samis kleiner FischertaverneDie Wirtin spendierte frische kalte Trauben!
Unser Ziel war nicht weit, nur 7 km.
In Efimia war die Bucht fast zugeparkt von Anker-Yachten und am Kai auch eng aneinander die britischen Charterboote. Unser Schlauchboot brachte uns an Land, ein Spaziergang- trotz Hitze, ein kaltes Cola in einer beschatteten kleinen Bar, dann zur Agora, eine Blutdruckmessung in einer zur Apotheke (+Thermometer kaufen, mein Fieber war fast vorbei), Obst kaufen, Brot, 2 Hühnerkeulen für eine gute Suppe.
Am Abend kochte ich mit Möhren, Kartoffeln, frischen Daphniblättern (Lorbeer v. Baum) und köstlichen orientalischen Gewürzen eine feine Suppe, die Keulen in Olivenöl angebraten, Zwiebeln, Knoblauch, Kardamom, Zitrone,Rosmarin…Es blieb nix übrig 🙂
Am Donnerstag 3.Sept., hatten wir einen wunderschönen Segeltag mit Blauwasser, beständigem Wind von vorn, aber herrlich zum Kreuzen mit vollen Segeln- ungerefftem Groß und straffer Fock! Wir konnten die Schräglage genießen in vollen Zügen, steuerten weiße Strände in kleinen Buchten vor Kefalonias Küsten an, schnelle Wende und rüber ging’s rauschend an die grünen Küsten der Insel Ithaka. Erinnerungen an 1987, wo wir mit den 2 kleinen Söhnen früh um 5 mit dem Taxi hoch auf den Gipfel fuhren, ein kloster besuchten, und Kekse mit kleinen Ameisen kredenzt bekamen von der Nonne. Ich flötete damals Morgenlieder mit dem grandiosen Tief-Blick auf das ferne blaue Meer da unten…fast 30 Jahre ist das her…
Fast konnten wir uns nicht entschließen, eine Bucht anzulaufen, so viel Spass machte das Segeln. Aber es lockte der Abend: ich hatte Souflaki vom Metzger gekauft und der Grill wartete…!
Ithaka, Ankerbucht PolisStolze polnische JozefineIthaka, Ankerbucht Polis
Polis. Ankerbucht.Vorher aber bestiegen wir den Hügel, Serpentine um Serpentine wanderten wir hoch zum Dorf, die Scala über der Bucht von Polis. Eine Plastik zeigte Europa und die Stationen der Odyssée, daneben Ithaka als 3 Meter hohe Plastik mit den Punkten all der berühmten Sage-Orte. Wir kauften Brot und frisches Gemüse, sprachen mit einem lebhaften Griechen, der nach 17 Jahren als KFZ-Bauer in Deutschland nun hier als Imker Honigbienen hat und einen Kessel für gebrannte Zuckermandeln erfand und baute. Noch ein Drink auf der atemberaubenden Panorama-Terrasse des Lokals „Sunset“- dann wanderten wir einsam wieder runter an den kleinen nun verlassenen Strand. Die Sonne war hinter den Waldhügel gekrochen, das Baden im fast eiskalten (25°!!) tiefen Wasser, so blau wie der Himmel.
Eine sehr feuchte Nacht, Tau! Am Morgen schwamm ich fast 40 Minuten in diesem herrlichen Meer, Gerhard war nochmal hochgelaufen zum Laden. Schönes Frühstück, Lesen, Herdputzen. Um 14 Uhr packte mich die Kochlust und aus 2 Eiern zauberte ich Apfel-Zimt-Pfannkuchen. Danach war Gh. so gestärkt, daß er an Land ruderte und für Martin Olivenholz zum Schnitzen suchte und fand.
Ich hänge heute mal restliche Fotos an, die wir knipsten beim Essen in der hafen-Taverne in Sami und im Hotel in der Stadt Poros beim Autoausflug: Saftige Pizza!
Es wäre schade, würden wir Kefalonia nur von der Wasserseite aus kennen. EOS liegt im sicheren Hafen von Sami und wir mieten für 2 Tage ein Auto.
Höhepunkt für uns als Freunde der Berge ist das Ainos Gebirge. Ab 1000 Höhenmeter wachsen mächtige Kiefern und von ganz oben bietet sich ein überwältigender Blick aufs Meer. Vor ein paar Tagen segelten und ankerten wir dort.
Rückblick auf den Abend in der Taverne..die Kellner laufen mit schweren Tabletts quer über die Straße von der Küche zu den Tischen an der Promenade, am Meer, da ist nachts die Durchfahrt f.Fahrzeuge gesperrt.(ab 21 Uhr wird viel gegessen!)
Nach der täglichen Herrnhuter Losung, Musik aus ‚BR Heimat‘, Nachrichten, den Worten unsres evang.Landesbischofs Bedford-Strohm zum Flüchtlingsproblem und den wüsten Anschlägen… folgte das Sonntagsfrühstück mit Filterkaffee und weichem Ei, Schafsjoghurt mit ‚Local honey‘ und Pfefferminztee hat es wieder 36°C. Trotzdem schreibe ich vom überraschenden Nachterlebnis.
Da ich nicht ganz gesund war, zauberte ich nach „Mutti-Art“ eine in Butter braun angeröstete Grießsuppe mit frisch geriebenemr Muskatnuß, dazu sanft gedünstete Zwiebeln in der Pfanne, etwas Bacon (gekocht, mögen die Briten hier) und 3 verrührte Eier drüber. Um 21.15 Uhr bummelten wir Richtung Dorfzentrum, „nur Müll wegbringen“…ohne Plan. Dann lauschte Gerhard: „Du, das sind wieder die guten Sänger von Argostoli…!“ Und wirklich erlebten wir eine echte Überraschung. Bei den Tavernen mit „traditional cooking“ hörten wir beim „Paradiso“ wieder jene Sänger mit Akkordeon, die wir schon am Ankerplatz in Argostoli gehört hatten.
Und wir fanden die 3 in einer Taverne, sie sangen so harmonisch, 3 stg. , begleitet mit kleinem mit weißem Perlmutt/ Schildpatt bedecktem Akkordeon(auch ein hervorragender Sänger!) und einer jungen Frau an der Gitarre. Eine wohlklingende Musik, flotte Lieder, Walzer, Schnelles, auch Sirtaki (da klatschen alle im Lokal mit). Die Harmonien beim 3-stimmigen Gesang erinnerten eher an den jungen Montanara-Chor, also herzhaft und sehr ausdrucksstark, Der Tenor sang wie ein Opernsänger auf der Seebühne in Bregenz, alle waren begeistert. Bei den Trinkliedern am Ende kamen fast alle Dorfnamen v. Kefalonia vor, die Verse reihten sich aneinander eher wie unsre Schnadahüpferl… Nun schon angeheitert vom Wein und Ouzo …da klangen die frivolen Anspielungen an, auch ohne die griechische Sprache ganz zu verstehen: die Frauen erröteten und kicherten oder schlugen schon mal die Hände vors Gesicht, was die Männer noch mehr anstachelte, lebhafte Augenbrauen und Schnalzen mit der Zunge.). Bald sang das halbe einheimische Publikum mit!Kinder tanzten auf Tisch und Opa-Schoß rhythmisch im Takt. Vor Mitternacht sind alle Kinder immer dabei, die größeren auf den Fahrrädern… , .Wir saßen bis 24 Uhr entspannt bei einer Flasche „Brillante“, einem Rosé der Insel Kefalonia und einem Teller roter Wassermelone…
Die 3 waren wohl Lokal-Musiker. Sehr sehr schön! Aber unsere Stubenmusikgruppe oder die Salonmusik hätte ihnen sicher sofort gefallen …auch ich hätte fast alles ihrer Folklore mitsingen können. Nur beim Englisch taten sie sich schwer, SANTA LUCIA dagegen war einsame Spitze mit Schmelz und Herzblut und viel Gesten und Körpereinsatz …Herzlich bedankte ich mich, wie erfreut war der Leiter, daß er eine Musikantin gefunden hatte im Publikum, und eine die Geige spielt, Schulchöre leitete und wohl 400 Kindern das Flötenspiel beigebracht hatte…- gleiche Wellenlänge, wie so oft bei aktiven Musikern.
Schade, daß wir das Video nicht hochladen können. Also „nur“ die Truppe als Foto und noch das gestrige Abendessen in der am Hafen gelegenen Taverna.
Unser 41. Segeltag, der 86. Törntag, Donn. 27. August/Gerdi schreibt.
So selten: gemütlich segeln ohne wilden Seegang! Wind 3 bftInsel Ithaka, da warn wir mit den Buben 1987 md.d Taxi um 5 ganz oben beim Kloster zum SonnenaufgangInsel Astokos-auf deutsch HummerGrün bewaldet wie im Süden der Türkei
Wieder ließen wir den Anker fallen, vor der schönen weiten Bucht Katallion, am Strand italienisch besuchte kleine Ferienhotels, Tavernen. Kleine Autos. Sommerlaune. Es flattert die hellblaue Umweltfahne am Sandstrand, viele Müllcontainer stehen bereit. Eine wohl wichtige Straße den Hügel hoch ist stark frequentiert (bis in die späte Nacht)..
Wir segelten von 7 bis 13 Uhr. Mit ungerefftem Groß+Fock! Wie selten das doch ist…Bei der Herfahrt aus Süden beutelte uns hier ein heftiger 6er Wind und scheußliche hohe Wellen ließen unsren Bug steigen und fallen wie einen geifernden Hengst…
Leider fühl ich mich nicht gesund, Hitzewellen, schwindelig.Gh segelte viel allein. Um 13 Uhr machen wir uns das ausgefallene Frühstück im Salon.
Am Abend geht’s mir etwas besser, ich schnipple das 1. Weißkraut in diesem Segeltörn für den 1. Krautsalat- sooo oft aßen wir das in den 80 Tagen auf der Donau!!
Es hat fast Vollmond.man sieht viel weniger Sterne (und Schnuppen) als am dunklen Nachthimmel. Nachts messe ich 37,8° Fieber. 1 Stunde sitze ich am windigen Bug… Freitag, 28.August 2015, Bucht Katellios bis Sami Fischerhafen
Um 8.30 gibt’s nach dem herrlichen Schwimmen im türkisblauen Meer ein schönes Frühstück mit Joghurt mit Honig, Weintrauben, Kaffee und grünem Tee. Felsnadel gegen Kiel!
Gleich nach den ersten Metern „küßt“ eine Felsnadel unseren Kiel: Rummmmms. Am Echolot wurden 3,5 m angezeigt nach dem Ankerholen, dann 1,9 und schon tat es einen Schlag… hier sind wohl senkrechte Felsen unter Wasser… Der Holländer in Argostoli berichtete ebenfalls von Grundberührung mit seiner Bavaria 35…
Der Wetterbericht sagt 3-4 voraus, am Nachmittag aber 4-5. Wir runden mit Motor das Kap, halten gut Abstand vor dem felsenreichen flacheren Teil vor der Südküste, dann segeln wir mit 3 Schlägen raus Richtung Ithaka und Inselchen Astokos (zu deutsch Hummer), um die Segel voll Wind zu haben, denn der kommt von vorn. Schön, 7 sm können wir segeln- danach hilft uns der Motor nach Sami.
Da! Delfin!! Wieder mal grüßt uns eine rabenschwarz glänzende Rückenflosse, wenn sich im hellen Mittagslicht der gebogene Körper wie in Zeitlupe aus dem blauen Meer erhebt. Von 13 bis 16 Uhr tuckert der Volvo. Dann steuern wir wieder den uns aus Herbststürmen und Dauerregen in Erinnerung gebliebenen kleinen Fischerhafen von Sami an(„reserved for local boats“)…
Wir fummeln unser 10m-Boot in eine 12m-Lücke am Kai hinter einem britischen „Dauerbewohner“ und freuen uns, nicht im lärmigen größeren Stadthafen sein zu müssen. Wir sind geduldet. Weitere 3 kleine Segler mit Österreich.Flaggen liegen auch da.Gerhard zapft gleich mal den Wasserhahn an, um die Kanister und den Tank aufzufüllen, immer ein kleines Abenteuer, welche Teile passen…
Landgang. Auf ein Cola, das die in der erneuten 34°-Hitze ermatteten Lebensgeister weckt. Stadtrundgang, diesmal viele Touristen(damals war’s Mitte Oktober und viel schon geschlossen).
*** Ghs Foto vom Calamar
In der Taverne vor unsrer EOS gehen wir mal zum Essen: ganz frischer großer Calamar vom Grill (noch mit den typischen weinroten Pünktchen auf der Außenhaut), Gerhard wählt einen Shish, einen Fleischspieß mit Paprika und Zwiebeln. Als Nachtisch teilen wir uns ein Stück Baclava mit Vanille-Eis. Erst ab halbzehn kommen große Familiengruppen zum Abendessen. Viele Teenager und Kinder, oft Italiener, aber auch Wiener und deutsche hungrige Senioren. Eine Dusche mit dem Schlauch am Kai, und als Gerhard sich zum Schlafen legt, beginnt am Gegenufer die laute Live-Musik: Gesang, Bratsche, Klarinette… jetzt beginnt das (Nacht-)Leben an Land, die Touristen starten in die Abendunterhaltung. Ich hätte mal Lust auf ein Konzert. Folklore? Kirche? Bei der Musik erinnert man sich hier oft an die türkische Musik.
Samstag, 29. August. SAMI
Heck-Luk versetzen
Beim Übersegeln entdeckte ich, daß unser (un-dichtes) Heck-Luk, die 50×60 cm große Klapp-Luke, nicht symmetrisch montiert wurde in der Werft in der Türkei. Erst JETZT fällt uns das auf!!! Die Klappe ist nicht mittig auf der Öffnung im GFK-Schiffkörper, sondern um ca. 3 cm nach links versetzt montiert. Am Morgen schraubt Gh. das große teakbedeckte Luk ab, bohrt, schraubt die Scharniere um, versetzt das Schloß hinterm Cockpitrand… Jetzt sind wir gespannt, ob weniger Wassermassen ihren Weg hinein in den Rumpf finden, wenn die Wogen vom Bug 10m nach hinten zum Heck schießen und da 10cm hoch wie in einer Wanne herumschwappen und bei jedem Wellenschubbs doch wohl unterm (geschlossenen!) Luk hineingepresst werden. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Es sind bereits „aufgeschnittene“ Schläuche -auf den dünnen Rahmenrand geschoben -als weiterer Damm angebracht. Es bleibt das Geheimnis der EOS, wie das Wasser hinein kommt und in der Bilge auftaucht….
GUTE GEDANKEN
Wir denken jetzt ganz viel an die Luci! Alles alles Gute für das große Ereignis in den nächsten 2 Wochen. Und Gottes Schutz euch beiden.