48. Einkauf, Wasser, Wäsche. Müll- der Alltag am Boot

Die frisch gewaschne Wäsche v.d.Laundry!
Wenn man monatelang auf dem 10m-Boot lebt, spielt sich eine Routine und Arbeitsteilung ein wie bei Campingurlaubern. Vordringlich sind Dinge, die daheim nebenbei erledigt werden- oder automatisch.
Gerhard muß Wasser holen, mal mit Kanistern auf einem kleinen Rollwägele, mal mit dem Schlauch in (selten!) Häfen mit Wasser am Quai. Auch die Wasserblase zum Duschen, die sich unterm Luk am Heck im hinteren Schiffsbauch befindet, wird dann gefüllt, ein 10 l-Trinkwasserkanister und die Kunststoffblase für ca. 35 l unterm Cockpit. Immer kommt Micropur zur Abtötung von Keimen dazu, in Pillenform.
Das Clo hat zwar eine Handpumpe zum Spülwasser hochpumpen, aber die Fäkalien werden unter meine Vorschiffskoje in einen Stahltank geleitet. Da muß man abschätzen, wann er „voll“ ist, also auf offner See rechtzeitig ans Abpumpen ins Meer denken. Fürs Grundreinigen und Desinfizieren mit Sagrotan an den beiden Pumphebeln u. dem PorzellanWC fühle ich mich zuständig.
Wäschestücke, Frottées, Waschlappen, Geschirrtücher, Putzlappen, Shirts, Hemden, Bettbezug, … all das sammeln wir in einem luftigen Gitterbeutel (Wäschesack m. Reißberschluß) im Bereich von Toilette u. Hygiene/Arzneifach im Vorschiff in einem kleinen (schrägen)Schrank. Wird der allmählich voll, planen wir eine Hafenstadt ein, wo wir nach einer Laundry fragen. 10-15 € kostet diese große Erleichterung. Beim Waschen an Bord verbraucht man viel zu viel Wasser, man spült zu wenig. Trocken wird die Wäsche in der Salzluft nicht! Herrlich ist es, das Bett mit frischem Laken, Bettbezug und Kopfkissen zu beziehen…
Müll sammeln wir getrennt, also Alu-Dosen, Glasflaschen, Plastik.Auch wenn an Land noch nichts getrennt entsorgt werden kann 😦 …. Der „feuchte Abfall“ v.a. vom Kochen, kommt in einen kleinen Mülleimer. Penibel achten wir darauf, regelmäßig alles an Land zu entsorgen, dh. mit dem Schlauchboot an Land bringen am Ankerplatz oder in Dörfern früh beim Brotholen immer mitnehmen und einen Container finden…!

Nach dem Einkauf lockt bei 36° der Ventilator +1 Frappé
Nach dem Einkauf lockt bei 36° der Ventilator +1 Frappé

Brot, Milch, Joghurt, Butter, Marmelade, Käse, Wurst, Clopapier, Küchenrolle, Bier, Wein, Reis, Spaghetti? Erdnüsse, Pistazien, einige Kekse für den obligatorischen Nachmittagskaffee, 6 gr. Flaschen Wasser, Grillkohle – das ist immer am Einkaufszettel- Ghs Job. Ich schaue in Läden nach Frischkost: Tomaten, Gurken, Paprikaschoten, Trauben, Äpfel, 2 Nektarinen (mehr hält sich bei der Hitze nicht an Bord bei 36°C), Zwiebeln, Zucchini-Aubergine, Fleisch für Spießle… Dann sind auch unsere 2 Rucksäcke voll und es wird alles an Bord geschleppt und gerudert.
In größeren Orten suchen wir immer nach technischen Teilen und Sachen, die am Schiff defekt wurden, mal ein Schalter für die Ankerwinsch, ein Hobel zum Auslösen der undichten Sikaflex-Fugen am Teakdeck, neue Festmacherseile, Schäkel, die Teile für unsre einfache aber gold-werte „Dusche“(elektr. Lampenschalter, Schlauch, Brause…) oder Chromputzmittel und Duschgel.
So ist alles wohl organisiert, wir segeln seit 1980 zusammen und vieles ist Bordroutine. Mit unsren 2 kleinen Buben meisterten wir im 8m-Schiff auch alles, sogar die Schule an Bord, und später mit dem 3.Kind. Dafür sind wir dankbar, und wenn ich am Abend in einer Bucht mit der Flöte meine Lieder spiele, ist mein Glück echt! Was mir nicht mehr so recht bekommt, ist die Hitze, bei 35°+ beginnt mein Kreislauf zu wackeln und mir ist öfter schwindelig. Jaja, das Alter…;-)

Hier noch Gerdis Fotos von Argostolion:

Der Quai von Argostolion
Der Quai von Argostolion

Die Bucht v. Argostolion

So schöne Blumenläden!
So schöne Blumenläden!
EU-Münzen der Touristen
EU-Münzen der Touristen
Unsere EOS -zum Einkaufen u. Wassertanken am Kai
Unsere EOS -zum Einkaufen u. Wassertanken am Kai
Stürmischer Seegang bis Argostoli...
Stürmischer Seegang bis Argostoli…

47 Das Mirakel von Argostoli

Das rätselhafte Wasserrad

Nahe am Kap Theodoron, wo der Segler scharf nach rechts in die Bucht von Argostoli einbiegt, steht ein Wasserrad. Das Rad wird vom Meerwasser angetrieben, das in einem Kanälchen zufließt. Ein paar Meter hinter dem Rad mündet das Wasser in ein paar Felsbecken. Und das Rad dreht sich ständig in die gleiche Richtung! Das Wasser versickert in den Becken, aber wie kann das sein? Ein Loch im Meer? Es gibt doch hier nichts tieferes als das Meer. Ein Schild informiert: Das Wasser käme 14 Tage später auf der anderen Inselseite beim Ort Sami wieder heraus. Wie so etwas möglich ist, bleibt mir rätselhaft.
In Argostoli kaufen wir mächtig ein und tanken Wasser.

Im Rock Cafe

Dazu ankern wir am Ka, verschwinden abends aber wieder wegen der windlosen drückenden Luft. Außerdem wollen wir grillen und das geht wegen der Nachbarschiffe nicht. Also lassen wir den Anker draußen in der Bucht wieder ab und haben angenehmen Wind

Alle Bilder dieses Reiseabschnittes: Klick

46 Vom Lesen auf langen Reisen

Das Lesen auf langen Reisen mit kleinem Schiff ist so eine Sache. Könnte ich mich mit E-Book anfreunden, wäre das ganz einfach: Eines der vielen gespeicherten Werke abrufen und lesen… .
Momentan sind mir aber Bücher aus Papier lieber. Irgendwann geht aber der üppige Lesestoff in unsrem Bücherregal an Bord zur Neige und ich bin auf der Suche nach Neuem. Meist in Buchläden, aber die haben hier in Griechenland -und vorher in der Türkei – nur selten Werke in deutscher Sprache. Und wenn, dann nur komische Krimis. 2 Ausnahmen: Ein Buchladen in Canakkale/Türkei. Der ist im Keller vollgestopft mit alten Büchern, die riechen so angenehm nach altem Papier. Da sind auch deutsche Werke dabei. Davon greife ich mir einige, leider zu wenig. Dann der Buchladen in Kalávrita, mitten auf dem Peloponnes. Der führt kleine Bücher über die griechische Mythologie in deutscher Sprache. Da nehme ich leider nur eines und das war bald ausgelesen. Auf der Rückreise hat er nur noch eines, „Die Götter des Olymp“. Alle anderen sind verkauft. Schade. Die Götter beschäftigen mich jetzt. Aber dann? Es liegen noch ein Krimi über den Missbrauch des modernen Internets und ein Psycho-Thriller ungelesen im Schiff. Ich habe den Eindruck, seit dem Niedergang der Sowjetunion suchen Schriftsteller verzweifelt nach Themen. Manchmal liegen in den Marinas Bücher zum Tausch auf, aber wir besuchen selten Marinas und dort liegen meist nicht gerade die besten. Ein 600 Seiten starkes Werk über den Trojanischen Krieg, das die Beteiligten die Ereignisse aus ihrer Sicht schildert das hätte ich gerne noch einmal gelesen, aber ich habe es leider letztes Jahr eingetauscht. Dieses Werk lag in einem Marina- Bücherregal auf der Insel Samos…
So bleibt mir jetzt nichts anderes übrig, als jeden Buchladen, den ich sehe, aufzusuchen und jedes Bücherregal, falls wir in eine Marina kommen. Und natürlich benachbarte Segler einen Tausch anzubieten, denn die-  wohl die älteren – müssten das gleiche Problem haben.

45 Der Acheloos, ein schöner Platz

IMG_9777 IMG_9783 IMG_9775

Flüsse haben es uns angetan. Schließlich befuhren wir  2014schon die ganze schiffbare Donau. Bei Winden aus dem nördlichen Sektor schützt das flache Land um die Mündung gut. 1500 Motorumdrehungen rückwärts versichern uns: Der Anker hält. Im Norden flaches Marschland um den Acheloos. So hieß der geschätzte Flussgott in der Mythologie, Sohn der Oceanos. Und jetzt besuchen Spenglers diesen besonderen Ort! Der Wind weht mit 5 bis 6 Bft und sorgt für eine unangenehme Dünung, die unsre EOS schaukeln lässt. Bis weit nach Mitternacht hält der Wind an. Ich klappe die Sprayhood zurück und lege mich in der Plicht zum Schlafen. Zum Schlafen zu schade. Kaum Lichter stören den gewaltigen Sternenhimmel. Die Milchstrasse zieht als Band über den Mast und der zunehmende Mond versinkt rechtzeitig um nicht durch sein Licht zu stören. Am Morgen ist’s, als würde ein Stern nach dem anderen ausgeknipst, bis der rote Osten den neuen Tag grandios ankündigt. Noch einen zweiten Tag bleiben wir, um mit dem Beiboot den Fluss zu befahren. Die Mündung ist ganz flach und wir verfahren uns zuerst. Als Ersatz schließt sich ein Spaziergang über diese Naturlandschaft an. Dann nehme ich das GPS zu Hilfe und mit ihm finden wir über die flache Barre den grünen, breiten Fluss, umgeben von Büschen, Binsen  und hohem Schilf. Roter Oleander sorgt für Farbtupfer. Wir tuckern flussauf und lassen die MICRO EOS an einer Sandrampe. Sumpfgras, Schilf und salzresistente Büsche prägen die Landschaft hinter der Sandnehrung. Eine Qualmwolke macht uns aufmerksam.  Ein Grill wird angeheizt. Ein kleines Gasthaus, ganz einfach. Wir wollen 2 Fische. Auf den Tisch unter Wellblech und Schilf kommen dann 5 Fische, ein Griechischer Salat, eine Traube und viele frisch geprlückte Feigen und 3 Bier. Es kostet dann statt 10 zwar 20 Euro, ist aber immer noch günstig. Der Wirt versteht sein Geschäft und grillt hervorragend. 2 Fische nehmen wir mit zum Schiff. Das Abendessen 🙂 unter rotgoldnem Himmel:

IMG_9786

Mittlerweile ist es rabenschwarz, wir werden noch etwas Wein trinken und dann schaukelt uns die Dünung in einen hoffentlich friedlichen Schlaf und über uns die ganze Größe des Alls.

Die Bilder: Klick

Die  letzte Reisestrecke: Klick

44. Segeln von Patras via Krioneri nach Mesalongion

    Zurück auf der EOS. 17.August.
Nach einer eindrucksvollen Heimfahrt durch den lieb gewonnenen waldreichen Peloponnes mit seinen markanten Bergformen und tiefen Schluchten kamen wir nach ca. 170 km mit dem Mietauto wieder zur EOS, die wohl behalten in der Marina wartete! Vorher hatten wir noch in Kalavrita eingekauft, und so war nach 1 Stunde alles wieder an seinem Platz. Erstaunlich mit wie wenig man 10 Tagelang auskommt – wir planten ja nur 4 Tage… Es hat sich wirklich gelohnt, das Auto, die Route, das Geld, der Hitzehölle entronnen, genießerisch und erlebnisreich entspannt.
Dieses Bergland bei Dimitsana möchte ich irgendwann mal wieder besuchen. Zauberhaft, frische Luft, nie heiß, pittoresk die alten Dörfer (Dimitsana ist das antike Thetis), gastfreundlich dieses Hotel Koustenis Village! Nach Bona werden wir Sehnsucht haben 

Weiter durch den Golf von Patras nach Nordwesten(bis 20. Aug.)

Patras,1.Mal wieder Salat an Bord 17.8.
griech. Salat an Bord!
Neues Samsung Hy 20.8.
Das neue Samsung löst E’s ab, es ließ sich nicht mehr laden

neue Bugleiter, Patras 17.8.15

Nach dem ersten nun wieder selbstgemachten Griech.Salat an Bord und einer von fröhlichen Cafébesuchern belebten Nacht im Hafen fand Gerhard am Morgen in einem Marine-Shop eine längere Bug-Trittleiter für tief liegende Pontons, damit ich ohne Hilfe auch 1 m „absteigen“ kann vom Bugkorb vorne. Wir segelten mit flotter Fahrt mit 5 kn nordwestlich und ankerten unter einem imposant senkrecht 900 m aus dem Meer aufragenden Felsen: Kryroneri! Kalte Wasser zu deutsch.

900m Fels vorm Ankerplatz
Krioneri

Souflaki an Bord

Auf dem Grill (1024x598)

Am Land Schilf, Moorgeruch, Wohnmobile, Badegäste, Zelte. Ich kochte Paprikagemüse und Pilav (Risotto mit Safran). Auch der nächste Tag bescherte uns herrlichen Wind, nur der Ankerplatz vor der teils nur 2 m tiefen großen Bucht (wo es übel stank) ließ uns wieder umkehren und nach Mesalongion Kurs nehmen. 30 Minuten lang fährt man vorsichtig die ausgebaggerte Fahrrinne entlang, an Stb die lange Straße entlang dieses Kanals, wie in Lefkas, an Backbord die sumpfige Lagunenküste mit kleinen Fischerhäusern und griechischen einfachen Wochenendhäuschen. Palmen, Schilf, Reusen, Angler-Stege. Wir ankerten vor der inzwischen fertiggestellten Marina, alles sieht ordentlich aus, das Marinagebläude nachts angestrahlt, auch Landplätze für Segelyachten.

Tomatensuppe Mama+Zucchiniplätzle
Ich koche eine richtig deutsche Tomatensuppe, mit Butter, Zwiebel, Mehl-Einbrenne, Zucker, Wasser u. Milch. Trotz der Hitze reizt es mich, 15 Zucchini-Küchlein zu braten… Sooo lecker. Mein Hilfskoch übernimmt danach „dankbar“ fürs Schlemmen den Abwasch…
Donnerstag, 20. August: Das Samsung-Smartphone ist defekt…
Am Morgen laufen wir ins Zentrum von Mesalongion, finden den Cosmote-Shop, lassen uns (gut!) beraten, kaufen ein neues Samsung-Handy (an Erikas altem klappte das Akku-Laden nicht mehr), trinken in einem Kaffeeshop, in dem man die Kaffeebohnen von ca. 20 Kaffeesorten vor Ort mahlen kann, einen köstlich duftenden Cappuccino. Ich kaufe mir 200 g –röstfrisch vor meinen Augen für mich gemahlen! Der Supermarkt hat Klimaanlage und bald laufen wir mit 2 vollen Rucksäcken zum Taxistand. 3 €.

Die Kaffee- Such- Ecke (1024x791) Cafe mit Stil (1024x614)

Im Café am Port Mesalongion
Frappé, frisch gepresster Apfelsinensaft, Fischle

Pause nach dem Einkaufen (1024x929)

Café Zaphiros,Mesalongion

Unvergeßlich: Gewürzringle v.Peloponnes
Unvergeßlich: Gewürzringle v.Peloponnes

Im Hafen-Café Zaphiros sitzen wir im frischen Wind 2 Stunden bei kaltem Frappé, einem kühlen Bier und sogar einem Teller frisch fritierter knuspriger Sardinen, 3-4 cm klein. Sicher von dem Fischtrawler, neben dem wir früh am Kai angelegt hatten.
An Bord zurück baut Gerhard die neu erworbene Edelstahl-Bugleiter passend um, so daß sie vorne auf die kleine Teak-Plattform geschoben werden kann – über dem Anker. Ich verstaue alle Fressalien und nach dem obligatorischen Wasserschleppen (Gerhards Part 😉 und unsrer Nescafépause legen wir ab und ankern für eine 2. Nacht frei, vor der Marina, neben der Fahrrinne.
Es hat zwar wieder 33° aber es weht ein leichter Wind. Viiiiiel erträglicher als die 42° in Nafpaktos u. Patras.

Papr.gemüse Risotto+Papr.gemüse

PS: Inzwischen ist der 21. August und wir segelten bis hinter die Insel Oxia! Viel Wind, 5-6 von 13-22 Uhr…

43. Ein Festtagsschmaus mit Lamm am Spieß

Schon früh um 8 Rauchgeruch. Am großen Grill unten im Hof lodern rote Flammen, Holz knackt. Aha, heute gibt es ein Lamm vom Dreh-Spieß! Auch in der Küche geschäftiges Treiben, Zucchini werden geholbelt, Kartoffeln gekocht. Es duftet nach Origano und Grillbraten…

Am stillen Nachmittag klopft es an der Zimmertüre. „Kommen Sie! Lamm. Essen!“

Wir gehen runter in den Wintergarten, helfen den Tisch für 8 Leute decken, dann trägt die Chefin Georgia die kleinen Platten mit Vorspeisen auf: halbierte Bratwurststücke, Zucchiniküchlein (salzig), Kartoffelsalat mit Gurken und Tomaten. Bier. Yammas, alle stoßen an, es wird sofort nachgeschenkt.

Der Grillmeister

Vorzüglich!
Vorzüglich!
Üblich ist zw. 3 und 4 zu essen, mit den Angestellten am Tisch (Bona re.)
Üblich ist zw. 3 und 4 zu essen, mit den Angestellten am Tisch (Bona re.)

Ein Festsonntag

Und dann kommen die großen Platten mit dem zerteilten Lamm-Braten. Das Lammfleisch bleibt allein am Teller, man hilft beim Essen mit den Fingern, Rippen, knusprige rotbraune Haut… ständig bekommt man nachgelegt. Auch im Freien sind wohl 15 Gäste am Futtern. Dann kommen auch die Helfer des Hotels an unsren Tisch, unsre nette Bona(aus Albanien :-), der Zimmermann, der „Grillmeister“,der Chef selber( er bäckt auch das Brot selber!), die Chefin. Efcharisto, KomplimenEs schmecktte…

Zum Nachtisch gibt es Eis, ein Pfirsichsorbet und Kaimaki,das Mastixeis.Und Nero krio-kaltes Wasser.

Die Krönung ist eine Schwarzwälder Kirschtorte (mit den eingelegten Kirschen aus dem Garten)- eine Dame hat Namenstag zu feiern. Gäste am Nebentisch mit einem kleinen Jungen , eine reizende hübsche alte Dame mit Sohn und Schwiegertochter.aus der Nachbarschaft. Man kauderwelscht, übersetzt, wir werden also als Segler vorgestellt. Eine fröhliche Stimmung. Noch ein Espresso.

Kato sto jalo, kato sto perijali,

Kato sto jalo kondi,

nerantzula fundoti.

Plenan chiotisses, plenan papdhopules, …nerantzula fundoti.

Plenan ki aplonan ke me tin amo pesan, …narantzula fundoti!

Zum Dank singe ich auf griechisch das Lied vom Zitronenbäumchen am Meeresstrand- und die Dame und ihr Sohn singen beide mit. Was für ein schöner Festtag…

DANKE! Das war ein unverhofftes großes Erlebnis.

Die Bilder: Klick

42. Kaffee im Kloster + Einladung zum Essen bei griech.Familie

Heute sind wir  zum Kloster Emilaion gewandert. Auch hier wurde aus einer ursprünglich in einer Höhle versteckten Einsiedelei ein Kloster.

Klostercafè (1) Klostercafè (2)

Ich sang wieder in der orthodoxen kleinen Klosterkirche, bei der durch ein buntes fast waagrechtes grünes Glasfenster neben dem Felsendach Sonnenlicht hereinströmte- ein fast himmlischer Moment… Kürzlich sei National Geographic da gewesen für eine Reportage! Wir entzündeten 3 Wachskerzlein, man bot uns einen griechischen Kaffee in feinen Porzellan-Tässlein auf einem zierlichen Biedermeiertischlein an…Für Luci hab ich ein Armband mit einem Silberkreuzle erworben, zur Geburt!

Beim nächsten Dorf, Vloggo, das wir mit dem Auto anfuhren, erklang aus einem Hof hinter der Kirche griechische Folkloremusik. Eine muntere Witwe in Schwarz lud Gerhard ein, zu ihr zu kommen.  „Ah, Deutsche, komm!“ Sie war in einer Spinnerei bei Köln und fuhr 20 Jahre lang immer mit Mann und  Auto den langen Weg heim. Jetzt mit 80 lebt sie in Athen. Im Haus boten sie uns fettgebsckenes Klein-Gebäck und Limonade an, ein herzliches Kauderwelsch, Fotos, unser Schiff, die Reiseroute auf einem Kartenausschnitt aus dem Geldbeutel- immer dabei…, die Donaufahrt, die griechischen Inselnamen. Staunen.

Nach unserem Rundgang im Dorf trafen wir sie neben ihrem großen Mercedes erneut, und wir konnten die Einladung zum Essen nicht ablehnen. Welch eine Freude, auch für die Schwester und 2 Brüder. Alle zitieren sofort „Angela Merkel, Schäuble!!

Als ich im Hof zu den griechischen Folkloretänzen aus dem 12x12cm kleinen Transistorradio tanzte, waren alle begeistert und klatschten den Takt. Die Schritte kenne ich aus einigen VHS-Kursen mit griechischen Tänzen und von der Insel Samotraki 2010. Dass ich 5 Lieder in griechischer Sprache singen kann, erfreute auch.

Nach dem Mahl zu acht auf der Terrasse -mit Salat, Feta, Nudeln mit Rindfleisch, Dolmadakia (Hack+Reis in Weinblättern) und meiner gesungenen griechischen Hymne  zum Abschied- gönnten wir uns mit 2 Feigen eine Pause mit jenem grandiosen Panorama  oben bei der Kapelle unter der einzelnen Glocke.

IMG_9754
Feigen aus dem Garten des Hotels

IMG_9746 IMG_9747 IMG_9748 IMG_9749 IMG_9750 IMG_9752 IMG_9755 IMG_9756

In Stemitsa parkten viele viele Autos, die Dorfmitte war geschmückt vor der Kirche, man klappte Tische für wohl 300 Gäste auf, stellte Stühle. Mariä Himmelfahrt- ein Hochfest und wohl ein Tag, an dem sich die Großfamilie trifft. Am Abend sei Musik und Tanz auf dem Kirchplatz. Nachts um halbzwölf sahen wir noch das Feuerwerk.

Moussaka

Die Hausgäste aßen bis spät in die Nacht, es duftete nach hausgemachter Pizza aus dem Steinbackofen, nach Moussaka, nach Schweinebraten. Ich bekam ein Spezial-Eis (der Hotelbesitzer ist Eigentümer einer griech.Eisfabrik Koustenis) mit Mastixgeschmack und mit in Sherry eingelegten Kirschen aus dem Garten, ähnlich unsrem deutschen Rumtopf: „Nun kenne ich auch „KAIMAKI ME VICINO „( ‚vi-sino auf die 1. Silbe betont, Kai- ‚ma-ki auf die 2.Silbe betont). Sehr süß, wie alle griech. Eissorten…

Ein geruhsamer letzter „Urlaubstag vom Schiff“ in den über 1000 m hohen Bergen des waldreichen Zentrums des Peloponnes. Wund-der-schön…Fast 400 km sind wir über Stock und Stein gefahren, eine Erkundung eines grünen Paradieses.

..
PS: Am Samstag-Abend bot uns die Chefin Georgia an, eine 7. Nacht kostenfrei im Hause zu bleiben! Am Sonntagmorgen bestätigte die Autoverleih-Firma AVIS die Verlängerung um 12 Stunden bis 20 Uhr, Montagabend in Patras:-). Im Fernsehen wird stundenlang ein pompöser Festgottesdienst aus Keffalonia übertragen. Georgia war früher Kirchenmalerin, sie erzählte, daß in dieser Kirche alles aus purem Gold ist.

Die Bilder dieses Tages: Klick