Windkraft

Wenn wir im Kalmarsund zwischen dem Festland und der langen, schmalen Insel Öland segeln, fallen die vielen Windmühlen auf der Insel auf. Der Wind wurde schon lange Zeit zum Mahlen des Korns, das dort angebaut wird, genutzt. Klar, die Hochfläche ist voll dem Wind von der Ostsee ausgesetzt und nur wenige Bäume mindern auf dieser Hochfläche die Windkraft. Ich kann mir vorstellen, dass damals die Müller während kräftiger Winterwinde in ihren zugigen Mühlen ihrer harten Arbeit nachgingen. Kräftiger Wind war wohl nötig um die schweren Flügel, hölzernen Achsen und Getriebe und die Mühlsteine in Bewegung zu setzen. Wie grazil sehen nebenan die riesigen hohen modernen Windräder aus. Kein Mensch ist vor Ort notwendig, die erzeugte Kraft wird über Leitungen nach andenorts übertragen und genutzt.

2000 Bockmühlen dieser Art solls gegeben haben, jetzt stehen noch 400, habe ich gelesen. Manche schön erhalten, andere verfallen langsam. Ist es nicht gut, dass der Wind immer noch, ja verstärkt auf die Art unserer Zeit genutzt wird?

 

Traumhafte Kardamomschnecken auf Stora Rör, Öland. 28.8.19

DSC_1499 (Copy)Hart am Wind mit 4-5 bft an Ölands Küste (1) (Copy)Hart am Wind mit 4-5 bft an Ölands Küste (2) (Copy)Hart am Wind mit 4-5 bft an Ölands Küste (4) (Copy)

Der reine Segelspass- mit pfeifendem 4er Wind rauscht die EOS die Küste hoch, hart am Wind mit doppelt gerefftem Groß und 2x gereffter Fock. Ein herrlicher Tag, 9 Seemeilen in 2 Stunden.

Gleich vorm Bug hinterm Steg lockt ein kleines weiß möbliertes Café in einem typischen rot-weißen Holzhäusle. Idyllisch und nostalgisch das liebevoll eingerichtete Innere! Altes Blümchendekor auf den Kannen, Zuckerdosen und Milchkännchen, Wasserkessel zum Kaffeekochen, ein Oma-Sessel… An der Theke köstlich duftendes frisches Hefe-Gebäck auf einer Etagère: Kardamomschnecken!!! Wir bekommen sie auf entzückenden Tellern mit Goldrand serviert… außen knuspriger Teig, saftig innen gefüllt im spiralig gedrehten Teig, nie was Feineres gegessen. Da müssen es schon zwei sein!

Bageri+Café Störa Rör, Öland (1) (Copy)
Opa mit Zeitung und Hund

Bageri+Café Störa Rör, Öland (2) (Copy)Bageri+Café Störa Rör, Öland (3) (Copy)Bageri+Café Störa Rör, Öland (6) (Copy) Das Tellerchen unter meiner Kardamomschnecke hat dasselbe Muster wie unser Wagner-Geschirr daheim… Erinnerungen… Ghs Teller erinnerte an Luci+Martins Kaffeegeschirr.

Bagerie,Kardamomschnecken +Blümchengeschirr (2) (Copy)
Das Blümchen-Muster meiner Kindheit…

Bagerie,Kardamomschnecken +Blümchengeschirr (3) (Copy)

Bageri+Café Störa Rör, Öland (7) (Copy)
Mit kunstfertigen Handgriffen dreht die Muslima die Spiralen aus den doppelt gelegten  3×70 cm-Streifen Teig und formt geschickt die Schnecken wie Blumen…-  und läßt sie nochmal gehen

Der Hafen ist fast rund eingefasst, beim Anfahren muß man 2 riesige Flaggenartige meterhohe  Richtbaken exakt übereinander ansteuern, eine diffizile Pinnenkunst… im Wind. Drinnen nur unser Nachbar aus HH vom letzten Hafen… Saison vorbei, der Gästehamn hätte Platz für 15 Boote, und im großen Gartenrestaurant hätten statt der 2 Familien leicht 100 Gäste Platz, auch verwaist die überdachte Musikbühne. Die Schweden haben noch oft einen allg. Ferienblock, Sommerferien für Kids und Erwaschsene, 4 Wochen. Jetzt sind v.a. die Wohnmobilisten unterwegs, auch oft am Hafen parkend in Reih und Glied.

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Nachsaison, nur 2 Boote am Gästesteg (Copy)
Nur noch die Hamburger SY Bianca und die EOS am Gaststeg

Störa Rör, (2) (Copy)

Störa Rör, (3) (Copy)
So sah früher ein Bauernhof hier aus
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Kiefernwald wie bei Nürnberg/Wendelstein…! Sandwege…

Es ist himmlisch ruhig, warm, Wind, ein Dusch+WC-Häusle, 18€ kostet die Nacht… Da bleiben wir noch 1 Tag länger und wollen früh im goldigen Café unser romantisches Frühstück einnehmen.

Zum Abendessen+Sunset ans Ufer.. (6)

Am Abend koche ich arabisch gewürzten Linseneintopf, Gerhard packt Tischdecke, Löffel, Glaskrüge, Teller und in der Pfanne angeröstetes Weißbrot (!selten)und 2 Lättöl  ein und deckt am Meeresstrand einen der Holztische fürs Abendessen im Schein der untergehenden Sonne.

 

Zum Abendessen+Sunset ans Ufer.. (2)Zum Abendessen+Sunset ans Ufer.. (7)

Segelspass nach Öland: Borgholm mit dem Sommerschloss SOLLIDEN-Rosen+Fuchsien…

 

Gerdi: 27.8.19

Sonne satt am Morgen und Baden im 20°C warmem Meer… Frühstück im Glanz der Morgensonne im Cockpit…kein Schiff, Ruhe… Dann Anker auf und wir segeln mit herrlichen 1-2 Windstärken rüber nach Öland …und schon vor der Kaffeezeit binden wir die EOS im modernen Hafen neben dem großen repektablen Hotel fest.

Wir wandern durch das Naturschutzgebiet zur Sommerresidenz der königlichen Familie: Schloss SOLLIDEN, der Traum der Königin Viktoria (v. Baden)-das milde Klima sollte ihre Atemwegsprobleme lindern. Besser ging es ihr aber in Italien: das sieht man ihrem 1903-1906 erbauten Sommerschloss an, der Architekt ist Italiener, Pate stand eine Villa eines schwedischen Arztes auf Capri.

Eine herrliche Blumen- und Pflanzenoase, seltene Baumarten, ein Stückchen Kulturerbe, das König Gustaf V. seinem Volk ab 1950 erhalten wollte. 1992 ließ Silvia den Pavillon errichten, mit Ausstellung und Filmsequenzen, Porzellan und Glasbläserobjekten…aber auch rosa Prinzessinenkleider aus Tüll mit Goldkrönchen…:-)

Für die Hagaprinzessinnen  hat man später im ehemaligen Bauernhof ein Häuschen als Kinderspielhaus umgestaltet. Da wir erst um 17 Uhr am Slot ankamen, stand die Sonne schon tief bis zum Verlassen um 18 Uhr… Aber die Bilder im Park mögen euch doch erfreuen. Für die Rosenliebhaber(innen) gibt es davon mehrere.

Italienischer Garten, Englischer Park, Fuchsien-Arkaden(Wunsch der deutschen Silvia;-),Wasserkaskaden, Holländischer Rosen-Garten mit den Musenstatuen, ein Alpenländischer Steingarten, ein Staudengarten,… Am Eingang ist ein romantisches Café mit Bedienung in langer Schürze und „lecker selbstgebackenem Kuchen“. Am Ausgang sehe ich heuer sogar noch Bougainvillea in aller pinkroter Pracht beim Tor mit dem schönen schmiede-eisernen Monogramm der Königsfamilie.

Erstes Foto anclicken, dann folgen die anderen der Galerie durch weiterclicken…

 

Mich betörte der Duft der gelben Rosen… und noch mehr der zauberhafte Duft meiner Lieblingsblumen: der Pracht-Wicken. Die waren auch in meinem Brautstrauß 1981…Borgholm,Öland. Königl.Sommerschloß Solliden (18) (Copy)

 

Borgholm,Öland. Königl.Sommerschloß Solliden (26) (Copy)Beim Weg zur Burgruine, einer kolossalen Wehrburg, liefen wir über eine weite Karstebene, nur Kalkstein und Trockengräser, Steppe…

 

Beim Abstieg zur Stadt fallen dürre abgestorbene Baumriesen auf, das ist ein Paradies für Käfer – ….und für Schwarzspechte…!

Morgen steuern wir einen 2. Hafen auf Öland an, Stora Rör. 

Timmernabben-Borgholm,Hafen (Copy)

Traumtag mit rotem Sonnenuntergang

Um 5.30 Uhr guckte ich aus dem Bugluk…: alles im Nebel! Filmreif…

Am Morgen Nebel um 5.30 Uhr (1) (Copy)

Am Morgen Nebel um 5.30 Uhr (2) (Copy)
Nur die 1. Pricke könnte man sehen, so kann hier keiner rausfahren….

Bis 8.30 Uhr verzog sich das Grau und die Sonne strahlte vom blauen Himmel! Um 10 Uhr Leinen los und wieder durch die enge Prickengasse tuckern, hinaus aufs Meer. Segeln , trotz der vorgegebenen Fahrlinie- welch eine Freude! Mal am Wind, mal mit ausgebaumten Segeln vorm Wind, herrlich. Ich sonne mich an Deck mit Badeanzug! Barfuß, ohne Stiefel 😉 !

 

Segelfreude bei 30°C (4) (Copy)Wieder beschreibt die EOS eine Linie wie ein Hufeisen, um all die Untiefen herum. Wir haben keine Lust auf Hafen und Gerhard sucht eine offne Bucht heraus, in der wir ganz frei ankern können. Es hat bis zum Abend nur noch wenig Wind, 8 kmh, da ist es gefahrlos möglich vor der Stadt Timmernabben. Panorama 360° Rundumsicht-wie am Bodensee.

Schaschlikspieße vorbereiten (2) (Copy)Schaschlikspieße vorbereiten (1) (Copy)

Ich hab 2 Koteletts aufgetaut und mach mich gleich um 5 an die Hausfrauenarbeit… Gemüse, Speck und Zwiebeln  schneiden, Fleischwürfel marinieren in Gyroskräutern, alles schön aufspießen (auf die Holzspieße aus Glifada bei Piräus, 2010?)

Wir speisen in der Abendsonne im Cockpit! Dazu gibt’s Bauernsalat. Der Grillmeister Gerhard hat alles wunderbar vorbereitet…und im roten Sonnenglanz putzt er auch alles wieder blitzblank. Ein Festmahl an einem zauberhaften Ankerplatz.

Schaschlikmeister am Grill (Copy)

Traumhaft orange und rot versinkt die Sonne und läßt uns sprachlos diese paradiesischen Farben am Himmel und auf dem bewegten Meer bestaunen. Dann steigen die ersten Sterne aus dem sich verdunkelnden Nachthimmel…

 

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ein Traum…. 

Diese Stunden sind die, die bleiben als Erinnerung an so einen monatelangen Segeltörn. Unvergesslich… Es macht uns stumm vor Dankbarkeit…

Vom Nebel in die Sonne: Mönsteras. 25.8.19

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Am Morgen in Paskallavik sah es aus wie im November am Bodensee: Neeeebel. Doch schon ab 10 Uhr lichtete sich der Schleier und machte einer Sommersonne Platz. 23°C, in Deutschland 31°

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Wir konnten sogar 1/3 segeln, nachdem wir die unzähligen Inseln und Untiefen in einem Hufeisenbogen umschifft hatten, dann am Ende sogar mit Vor-Wind-Kurs und Schmetterling. Wieder mussten wir hoch konzentriert aufs GPS sehen und den vielen Steinen ausweichen…

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Wenn man tagelang nur nach Pricken und Warnhinweisen sehen mußte, ist es ein Fest, endlich mal wieder segeln zu können statt unter Motor nur der Linie am Smartphone zu folgen…:-)

Wir sahen nun auch die Fabrik: eine Holz verarbeitende Industrie! Der Frachter wartete am Sonntag draußen auf Reede aufs Entladen…

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Kleine Schilf-Inseln, und drauf ein Haus mit Saunahüttle

Die letzte Stunde mussten wir die EOS wie an der Leine durch eine sehr flache „Gasse“ zwängen, nur noch 2.5m bis 4 m Wassertiefe. Es war fast wie in der Lagune in Venedig…1983 mit unsrer „MARION“…bis San Giorgio

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EOS ist das einzige Touristenboot, die große “ Mega fun“ wohnt in Mönsteras

Die Saison geht zu Ende. Kein Hafencafé hat noch offen, nur der Kiosk der arabisch sprechenden Freunde Achmed und ? hat Kaffee in der Thermoskanne. Bunt gemischt die Leute beim Spielplatz und beim Volleyballspielen. Die schönen Frauen mit duftigen Tüchern verschleiert, alle mit Kindern,  die kleinen Mädchen mit schwarz glänzenden langen Haaren im rosa Tüllkeid😏, die Twens in schneeweißen Puma-Sneakers und Röhrenjeans. Senioren führen ihren Hund aus. Ab 21 Uhr Stille. Tote Hose. Kein Laut, nur der Bus nach Västervik dreht seine Schleife in der Endstation hier am Hafen.

Morgen wollen wir weiter nach Timmernabben. Südlich auf der Karte schon Bornholm!

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Sonniges Segeln bis Paskallavik, 24.8.19

GERDI:

So wunderschön war diese Bucht… nachts saßen wir beide auf Deck und staunten stumm in den dunklen Nachthimmel mit den hellen Sternen, die Milchstraße überm Masttopp, die Cassiopeia neben der Saling. Der Wald steht schwarz und schweiget… Matthias Claudius kannte den Zauber der Nacht… Wir kennen es vom Gamshüttle in den Fideriser Heubergen und vom Mittelmeer…

Am Morgen weckte uns die Sonne und wir wollen gar nicht weg… Um 10 aber ist wie gewohnt alles bereit und Gerhard löst am Fels die 2 Leinen.  Heckankerleine einholen und dann heißt es wieder: höchste Konzentration auf Steine und Untiefen… Schaut man die Papierkarte an, traut man sich nicht mit unsrem 6-Tonner da durch steuern… Hier einige Fotos vom Rückblick auf die Granitsteinbruch-Bucht…

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Die hölzerne Brücke….
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Granit für Straßenbau und Monumente…
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Hier schlich die Eos heraus aus der Bucht. Steine, Steine…

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Wir steuern mit zu wenig Wind die kleine Ortschaft Paskallavik an, alte Gebäude zeugen von der Vergangenheit, es gab eine Papierfabrik. In Reih und Glied parken Wohnmobile beim Gästhamn… 16 Boote hätten an Bojen Platz…Eos bleibt das einzige Segelschiff. Nur kleine Zubringerboote von den Ferienhäusern legen an und ab. bis Paskallavik (27) (Copy)in Paskallavik (28) (Copy)

in Paskallavik (29) (Copy)
Ein erholsamer Ort zum Ausspannen, die Wohnmobile rechts, die Eos vorm Museum das einige Touristenboot

unsere EOS in Paskallavik (Copy)

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Wir haben Nachsaison. Kein Sommerprogramm mehr im August…: eine kurze Saison!

Paskallavik hat nur3 Monate Saison (Copy)Seekarte, vor Paskallavik (Copy)

Originell der große Mann auf der kleinen Insel:

Wir nützen die Waschmaschine und den Trockner, gehn einkaufen, wandern gemütlich zum Campingplatz in einem lichten Wald am Meer… Früh wird es finster, schon beim Abendessen wird es spürbar kalt an Bord. Um 21 Uhr brummelt unsre Heizung. Morgen soll die Sonne scheinen…:-)

Mit voller Anspannung in die schöne, stille Bucht

Pricken, Echolot und GPS im Blick

Unsere Ankerbucht ist unheimlich. Erst beim zweiten Versuch greift der Anker. Der Wind weht kräftig vom bedeckten Himmel und trägt Schwell und das Grollen der nahen See in die Bucht. EOS schaukelt.  Anderntags brechen wir um 07:30 Uhr auf. Wir möchten dem starken Wind, der im Laufe des Vormittags einsetzen soll, zuvor kommen.

Das Fahrwasser verläuft nahe den äußeren Schären und windet sich um Steine die sich unter Wasser verbergen. Manche sind durch grüne und rote Pricken markiert. Das Echolot-Bild zeigt ein wirres Gebirge. Die Tiefe springt von 15 Meter auf 1,8m. Das belastet die Nerven. Wir reduzieren die Geschwindigkeit auf ein Minimum. Rechts und links begleiten uns flachgeschliffene Felsen, die gefährlichere Sorte begleitet uns unsichtbar unter Wasser. Dann verlassen wir das aufreibende Fahrwasser für einige Meilen vorbei an Oskarshamn. Noch einmal die gleiche anstrengende kurvenreiche enge Strecke. Diesmal begleiten uns schmucke Ferienhäuser. Vor den meisten weht der lange blau-gelbe Wimpel.  Das GPS ist eine großartige Hilfe, zeigt es doch metergenau unseren Standort auf der elektronischen Seekarte. Dort sehen wir alle verborgenen Steine und Inselchen und die Wassertiefe in verschiedener Färbung. Was muss das aufwendig gewesen sein, als es noch keinen GPS-Standort gab! Jede passierte Pricke und jede Schäre abhaken. Hat man sich verfahren, wie fand man dann wieder heraus? Und die bösartigen Unterwassersteine? Respekt, wer sich dort zurecht gefunden hat! Auch kein Weg bei starkem auflandigem Wind. Brecher und Strömungen müssen dann brutal sein.

Wenn Ihr diesen Link öffnen könnt, dann seht Ihr bei starkem hineinzoomen, wie kompliziert der Fahrkurs ist.

Die stille Bucht

Vorsichtig kurven wir in unsere Ankerbucht. Auch hier warten ein paar Unterwassersteine. Testweise fahren wir eine Schäre an. Ein Handbuch sagt: So steil wie die Schäre ins Wasser ragt, geht sie unter Wasser weiter. Stimmt! Im zweiten Anlauf senken wir den Anker und binden EOS mit zwei Leinen am Ufer fest. Toll, dieses Schären-ankern! Da haben in einer Bucht viele Boote Platz. Wir sind aber in dieser großen Bucht wie meistens alleine. Wir steigen ans Land und durchwandern die moosweichen Pfade und glatten Schären. Im letzten und vorletzten Jahrhundert war hier ein großer Granitsteinbruch. Abbruchkanten und Abfallsteine findet man überall. Hinweistafeln informieren über die harte, entbehrungsreiche Arbeit. Die alten Fotokopien zeigen schmale, knochige Männer. Der Bodymaßindex war wohl bei diesen Arbeitern kein Problem. Was ist mit den rotbraunen, dürren Kiefern los? Bei manchen löst sich die Rinde vom Stamm und Käfergänge zeigen sich. Borkenkäfer? Der trockene vergangene Sommer?

Heute gibt’s Ratatouille. Gerdi ist fleißig dran und ich freue mich aufs Abendessen! Und es schmeckt danach auch gut.

Das Firmament zeigt volles Programm

Wir sehen kein künstliches Licht in unserer Bucht. Der Wald zeigt sich als gezackter Schatten gegen den Horizont. Darüber breitet sich das Firmament in voller Pracht aus. Die hellen Sternbilder Großer Wagen und Castor und Pollux  dominieren. Die Milchstrasse durchzieht als milchiges Band die Sternbilder. Die mächtigen Planeten Jupiter, Saturn und Mars stehen noch unsichtbar unter dem Horizont. In den hohen Breiten haben wir zugunsten des langen Tages auf dieses Schauspiel verzichtet. So legen wir uns zufrieden in unsere Kojen.