Die Stadt Lavrion, das Kap Sounion und Pir??us
Lavrion und das Bergbau-Museum
Lavrion, Marina. Sooo teuer. Der Starkwind hält uns fest. Aber am 2.Tag schlüpften wir noch vorm Frühstück ins Ölzeug und steuerten die Eos hinaus aufs weiß-gischtige Meer. Gegen den Wind wühlte sich der Bug in die Wellen und bis halbzehn Uhr hievten wir bereits die Mooring-Leine im Stadthafen Lavrion hoch und vertäuten das Schiff.Erstaunlich viele Charteryachten kommen und gehen noch im Oktober. Bis auf Bayern und Baden-Württemberg haben alle Bundesländer Herbstferien, auch die Schweizer segeln mit Kindern. meist tummeln sich 10 – 12 Leute auf den großen Yachten.
Von Chalkida nach Loutra N??he Kap Sounion
GERDI’s Stimmungsbild von der BOUFALO BAY, im südl.Drittel von Euböa3.-4.-5-Oktober 2009
;sein Name ist mir nicht bekannt, seine Höhe auch nicht- hochzieht. Grau löst im Osten das nächtliche Schwarz ab und der Weg endet nach kurzer Zeit an einem Wasserbehälter. Ich wähle die direkte Richtung zum Gipfel durch niederes Gestrüpp auf felsigem Grund. Je höher ich steige um so interessanter wird die Gegend, die sich aus der Nacht schält. Überall Berge, dahinter das Meer und noch weiter das griechische Festland. Dazwischen unsere kleine, schnuckelige Ankerbucht. EOS ist als Punkt zu sehen. Am Gipfel angekommen, steigt gerade die Sonne über die Meereskante um gleich wieder hinter einer Wolkenwand zu verschwinden. Die kleinen Sporaden sind nördlich im Dunst zu erkennen, die Insel Andros im Süden. Es ist eine schöne, buchtenreiche Gegend, die wir bereisen. Jetzt erst erkennt man die Weite eines Landes und man denkt an die elektronische Reise in Google Earth.
Von Skiathos zur Insel Euböa
Gerhard Sind wir am Bodensee?
Die Ägäis hat uns viel Wind beschert, als wir nördliche Kurse fuhren. Jetzt steuern wir südwärts und nicht mehr auf dem „offenen“ Meer, sondern zwischen dem griechischen Festland und der langen Insel Euböa durch. Diese Wasserstraße misst im nördlichen Teil nicht mehr als 10km in der Breite. Der Wind schiebt uns mit mäßiger Kraft, Steuerarbeit übernimmt der Autopilot. Das schmale geschützte Gewässer, die bewachsenen bergigen Ufer erinnern an unseren Bodensee. Unser erster Ankerplatz liegt am Eingang der Orei- Straße, etwa auf 38° 10´Nord und 23°05´Ost (für diejenigen, die in Google Earth nachsehen). Der Wind pfeift uns hier sein Abschiedslied, das Grillfeuer an EOS` Heck ist ein Funkenregen achteraus.
Am Morgen verlassen unseren Anker die Haltekräfte und EOS geht auf Wanderschaft. Wir ankern noch mal kurz fürs Frühstück. Der Himmel hält sich bedeckt, sendet aber nochmals Rückenwind in passabler Stärke. Wir haben es nicht mehr eilig und lassen den Anker bereits nach 20 Seemeilen an einem Kap fallen. Die Wasserstraße knickt hier um 100° nach Osten und genau gegenüber erstreckt sich noch eine riesige Bucht. Wenn man sich einen Seestern mit 3 Armen vorstellt, liegen wir in dessen Mitte. Gerdi kocht im Wok Reisfleisch mit Paprikagemüse, türkisch mit Chili, Nelken und Kreuzkümmel gewürzt.

Wir liegen ganz ruhig – bis 2 Uhr nachts – dann weht der Wind auflandig und ich wecke Gerdi. Wir verlassen den Platz und manövrieren uns vorsichtig in den Schutz einiger Inseln zum Ankern. Das ist etwas knifflig, da einige Riffe den direkten Weg verhindern. Gerdi steuert und ich suche mit Seekarte, Leuchtfeuer und den Uferlichtern gegenüber einen Ankerplatz. Zur zusätzlichen Absicherung hängen wir die große Ankerlaterne ins Heck. Es ist stockdunkel, ohne Mond. Als ich am Morgen die Lage sondiere, liegen wir genau richtig. Der Himmel sendet noch einen Schauer, dann lichtet er sich und die Sonne scheint wieder. Angenehm segeln wir zwischen den Ufern und machen im Hafen von Scala Atalantis fest. Den Häusern und Tavernen nach zu urteilen ist das ein beliebter Ferienort. Jetzt sind wir aber vermutlich die einzigen Gäste. Herbstliche Endzeitstimmung, klare Sicht und über allem liegt eine seltene Ruhe. Ich habe den Eindruck, als gingen die Uhren langsamer. Die Ufer sind fruchtbar, die Hänge bewaldet und nicht so kahl wie die südlichen Inseln der Ägäis. Es gibt überall genügend Wasser, alles ist grün. Die felsigen Berge erheben sich an den Ufern bis über 1000 Meter. Eine sehr angenehme Landschaft! Mit Genuss lassen wir uns von der EOS südostwärts tragen, lesen und sehen zu wie die Ufer wandern. Es gibt wenig zu tun. Mittags gibt´s Salat, nachmittags trinken wir Kaffee und abends kocht Gerdi einen Gemüseeintopf. Diesmal im kleinen Fischerhafen von Politika. Dort finden wir zwischen den hölzernen hellblauen Kaiken der Fischer einen ruhigen Platz. Mit uns ist ein Lübecker Segler, der über die Biskaya ins Mittelmeer allein gesegelt ist und nun auf der letzten Etappe nach Thessaloniki unterwegs ins Winterlager ist. Sehr mutig!

Ab halbacht ist es schon dunkel. Im Finstern wandern wir noch ein paar Kilometer in den Ort zum Einkaufen.
Anderntags, noch bei Dunkelheit, kommen 2 große Fischerboote in den Hafen und übergeben lautstark den Fang an einen Lastwagen. Dann rötet sich der Himmel im Osten, und wird zu einem wolkenlosen Himmel. Ich kaufe Schollen bei einem heimgekehrten Fischer, nehme sie aus. Gerdi hübscht meine Frisur mit dem elektr. Haarschneider auf, wir frühstücken und lassen uns bei leichtem Halbwind der Meerenge bei Chalkida entgegen schieben. Dort steht eine niedere Brücke der Weiterfahrt im Wege. Sie wird nachts, je nach Gezeitenstrom, nach 24 Uhr geöffnet. Wir zahlen 18 Euro für die Passage und werden gebeten, ab 22 Uhr auf Kanal 12 erreichbar zu sein. Dann werden wir irgendwann zur Passage aufgefordert.
GERDI, Chalkida, letzter Tag im September….Mittags ist es noch angenehm warm! Im Bikini liege ich auf dem sonnigen Teakdeck in der Backbordrinne, am Rücken, und blicke den flinken Schwalben nach. Hoch fliegen sie, überm Mast und über unserem vom starken Wind der letzten 4 Monate zerfetzten halbierten SMCF-Clubwimpel. Die Leute auf der Promenade neben uns tragen alle lange Hosen, die haben wir seit Ende Mai nicht mehr getragen. Herbst. Auch hier. Mit der kleinen Canon digital Kamera bin ich auf die Pirsch gegangen und habe einige Motive eingefangen. Rosen in ihrer Pracht, goldgelbe Quitten, reifende Brombeeren, Trauben am Weinstock, die letzten großen Tomaten im welken Laub, Unkrautbüsche in voller Blüte – wie bei uns nach Ostern.

In den Tavernen sind nun die Sonnenschutzrollos hochgerollt, die vielen Stühle gruppieren sich leer um die Tische. Keine Rent-a-car-Autos mehr, viele leere vergeblich wartende Taxis. Nicht mal einen Briefkasten gibt es mehr, um die Geburtstagspost für unsere Erika auf die Reise zu schicken. Die englisch-sprechenden Kellner sind weg, die Bulgarin zuckt bedauernd die Schultern.In den hier im Euböa-Fjord so kleinen seichten Häfen schaukeln dicht an dicht nur noch himmelblaue Kaiken mit Bergen von gelben Fischernetzen. Die Fischer „häkeln“ neue hauchzarte Fangnetze an Leinen, ganz bedächtig, 3 Stunden, oder 4. Das Leben kann warten. Man hat Z e i t ….!Kiwitt! Kiwitt! Das waren Seeschwalben! Mit Gabelschwanz und sehr elegante Flugkünstler.. Ob sich in Deutschland nun schon die Zugvogel-Schwärme sammeln und auf den Abflug warten? Wir genießen den späten warmen Sommer und richten unsren Kurs nach Süden. Da wird es vielleicht noch wärmer. Baden geht noch gut, 23° hat das Meer. Draußen wird die Luft aber nicht mehr so richtig heiß. Hier die Fotos:
Von Ayvalik in der Türkei nach Skiathos/ griechische Ostküste
Inzwischen in den Kl.Sporaden, 24.9.09 GERDI

Nachtragen will ich, dass es in den Sporaden bleistiftdünne, 35 cm lange silbrige Fische gibt mit langen „Schnäbeln“ wie Sägen, abstehenden Krokodilsaugen. Beim Schnorcheln kommen sie auf 20 cm nah vor die Maske.Kormorane hetzten Fischschwärme, so dass sie aufflogen bei der Flucht, viele , wie kleine Vögelchen.Den alleine segelnden Skipper der neben uns ankernden Yacht „Sinai“ aus Tel Aviv luden wir zum Sundowner auf ein Glas Rotwein und Nüsse ein. Er erklärte uns, was das für eine „Tresortür“ sei im Spiegelheck, senkrecht am Schiffsende also. Es sei ein in 10 J. Arbeit selbstgebautes Schiff, und wenn Terroristen an Bord kommen, sei das der 2.Notausgang für den Skipper.

Am 22. September segeln wir , erneut bei hohen Wellen aber angenehm halbem Wind nur 3 ½ Std. an grünen Inselrücken entlang. Die Bucht Vassiliko empfängt uns zauberhaft, bewaldet, neue Ölbaumplantagen, 3 große hellblaue Kaiken, 3 Häuser mit Garten und 2 m hohen Zäunen. Nichts ist mehr gelb oder strohtrocken am Ufer, es sprießt allerorten grün und saftig. Gras, Klee, frische Pfefferminze, pralle Anissamen an den hohen Dolden, Tamarindenbeeren leuchtendrot, Granatäpfel sonnengereift.Wir wandern den Hügel hoch, den Eselspfad entlang. Oben das Haus des Hirten, daneben 16 Solarzellen im Modul groß wie eine Freiluft-Kinoleinwand. Tomaten in halbierten Wasserfässern unterm Aprikosenbaum.Ein atemberaubender Ausblick über die Bucht. Wie ein bayerischer See. Solch ein Ruhetag mit Landgang ist Balsam für die Seele.An Bord gibt es Spaghetti arrabiata mit in Olivenöl frittierten Knoblauchscheibchen.Nachts un-beschreiblich das Sternenmeer. „Mein“ Skorpion mit dem flackernden Antares, nun wieder der Mond als vanillegelbe Sichel. Und dann, neben mir, PLATSCH! Und noch mal. Nass werd ich. Schnaufffff, Pruuuust. Stöhn. Keuch. Eine Stunde lang. Wer oder was jagt uns da? Ein Seehund? Im nächsten Hafen erfahren wir’s: Es war tatsächlich ein Seehund monachus monachus.Eine Mönchsrobbe!! Eine Kolonie lebe im Refugiom auf der nahen Insel Piperi.PS: Als wir im touristisch aufstrebenden Alonnisos, wo wir nur zum Einkaufen kurz anlegen, ist unser 1. Logbuch vollgeschrieben. 98 Seiten Erlebnisse.Und hier die Bilder:
Die EOS ist tapfer
Ich bewunderte den tapferen Skipper, der stoisch diese wilde Seefahrt fast alleine meisterte, mal von meinem selbstgekochten aber kalten Auberginen-Zucchini-Tomate-Gemüse aß und den kalten Reis löffelte, sich im von links nach rechts gerissenen Schiffsinnern ein Glas gepumptes Wasser reichen ließ, vom stillen Ayvalik … Meine Wache bis um Mitternacht war fast gnädig gegen die, die für Gerhard folgte. Ich konnte bis Mitternacht noch mit gereffter Fock und doppelt gerefftem Groß per Windpilot steuern lassen und mich unter das schützende Segeltuchdach, die Sprayhood, verkriechen – im Ölzeug mit Gummistiefeln in eine Ecke des Cockpits verkrallt und an der Lifeline gesichert, die an der Schwimmweste hängt und an Deck in einem ums Schiff laufendem Stahlseil mit Karabiner eingeklinkt wird. Gerhard musste alles von Hand mit Männerkraft an der Pinne aussteuern, jede Welle, wohl 4 m hoch und wie Kreuzseen, sie waren die EOS heftig von links nach rechts, nie war eine gleichmäßige Krängung zu spüren, nur Turbulenz und Lärm.Wenn man so an einem stillen, ja beschaulichen schon rötlichen Abend vor Anker liegend so ad hoc lossegelt, ist schon anfangs die Angst noch dabei. Doch unsere Erfahrung, seit 1973, sagt doch wie eine innere Stimme: Das schaffen wir!Schon sonderbar, dass jeder „starke Wind“ und „irre Seegang“ irgendwann übertroffen wird, und gemeistert. Dieses mit 10 Metern in der Ägäis doch kleine Schiff bewundern wir inzwischen beide sehr, denn es schlägt sich wacker mit den doch schon 36 Jahren auf dem Buckel. Die EOS ist tapfer und zeigt immer wieder von Neuem, dass sie von den Schiffskonstrukteuren „zu größerem“ als Ostsee oder Bodensee geboren wurde. Selbst 4m hohe Wellen, kabbelige See und Starkwind stellt sie sich kraftvoll entgegen, manchmal denk ich, sie ist eine kämpferische, ja stolze Persönlichkeit. Gerhard refft sie freilich rechtzeitig und vorausschauend, bevor Segel reißen oder gar der Mast bricht. Wir beide bemühen uns um gute Seemannschaft, bewahren Ruhe, räumen sehr ordentlich all das seglerische Material auf, so dass jeder Handgriff von uns beiden getan werden kann und keine Unachtsamkeit die Sicherheit beeinträchtigt. Heute nacht aber war eine kleine Schiebetür in der Kombüse nicht ganz zu, die Schräglage bei 45° und der Schub der langen steilen Welle zu heftig, – und hopps, schon polterte eine Keramiktasse heraus und in die Spülschüssel, peng, da war der Henkel ab.














